Live-Blog Weißrussland: Favorit Alekseev leuchtet sich zum Sieg

Im Vorfeld wurde seine Teilnahme arg diskutiert und die Konkurrenz drohte mit Boykott. Alekseev polarisierte schon von Anfang an mit seinem Lied „Forever“. Letztendlich ließ er die anderen Kandidaten deutlich hinter sich und überzeugte die TV-Zuschauer und die Jury mit seiner Lichtshow. Alekseev gewann mit der Höchstpunktzahl das Eurofest 2018. Wir haben live gebloggt, was hier nachzulesen ist

Es sind noch 10 Kandidaten, die für Weißrussland in Portugal singen wollen. Nachdem in einem heftigen Streit um eine vermeintliche Vorveröffentlichung des Beitrags des ukrainischen Popstars Alekseev (Foto) sechs Kandidaten damit gedroht hatten, ganz auszusteigen, hat sich letztlich nur eine der elf Finalisten tatsächlich zu diesem Schritt entschlossen.ie anderen kämpfen wie geplant um die Fahrkarte nach Lissabon beim Eurofest 2018.

Die Show wird von Olga Ryzhikova und Teo (Weißrussland 2014, „Cheesecake“) moderiert und startet deutschlandgerecht direkt im Anschluss an die Tagesschau. Naviband wollen im Pausenprogramm auftreten. Hier hatten wir die elf Songs bereits vorgestellt.

Hier wird voraussichtlich live gestreamt.

Einen schönen guten Abend aus Hamburg. Heute ist Weißrusslandtag, denn an diesem Freitag möchte dieses osteuropäische Land seinen Teilnehmer für Lissabon finden. Ob der Sieger von heute Abend dann auch noch Portugal reisen darf, das weiß man in Weißrussland nicht immer so genau. Da wurde schon von oberster Stelle eingegriffen und jemand anderes geschickt. Zumeist hat das aber nichts gebracht.

Weißrussland gilt ein wenig wie das Aschenputtel des ehemaligen Ostblocks bei der Eurovision. Die Nachbarn aus der ehemaligen UdSSR haben alle schon mehrfach mit guten Platzierungen geglänzt, den Weißrussen blieb bisher nur ein einziger sechster Platz 2007 in den Top Ten.

Selbst bei den Bloggern wurde es stiefmütterlich behandelt, denn bei der Ländervergabe wurde es vergessen. Ich habe nun erst einmal die Patenschaft für das Land übernommen. Schließlich hatten sie ja 2017 auch ein ganz besonderes Lied, gesungen von der NAVI-Band, im Rennen. Das erste in Landessprache mit dem schwierigen Titel „Historyja majho žyccia“.

So der angegebene Link funktioniert und es gibt erst einmal Werbung. Ich hoffe alle können schauen. Es gibt noch etwas Wetter mit viel Schnee und Regen. Der YouTube Link wollte bei mir leider nicht, aber danke immer für eure Hinweise bezüglich der Vorentscheidungslinks, denn leider wird nicht mehr über Eurovision.tv übertragen, was die Suche nach Übertragungen erschwert.

Und nun geht es los. Ein kurzes Intro mit den Schattenbildern der Teilnehmer mit anschließenden Schwenk auf die Bühne, wo die NAVI-Band auf uns wartet. Sie singen nochmals ihren Siegertitel von 2017 und ich denke, sie hätten einen besseren Platz in Kiew verdient gehabt.

TEO im schicken Anzug und Olga Ryzhikova in einem silbernen Glockenkleid mit weitem Ausschnitt begrüßen die zumeist stehenden Zuschauer. Sie machen gute Stimmung, auch wenn man leider kein Wort versteht.

Nun wird auf 2007 zurückgeblickt mit Koldun und den weiteren Qualifikanten aus dem Lande wie 3+2, Alyona Lanskaya und TEO. Dann ein kurzer Blick nach Kiew mit dem Kuss der beiden von der NAVI-Band.

Nun sieht man die Bilder der neun Jurymitglieder, die heute abend abstimmen dürfen. Sehr häufig hörte man das Wort Producer, somit kann man von Experten ausgehen.

Und nun kommen die Beiträge.

1. Adagio You and I

Geschrieben von Evgeniy Oleynik und Yulia Bykova. Zwei von der Gruppe beginnen im Publikum zu singen. Geschmackvolle dunkle Anzuge mit dunklem Hemd. Der Hintergrund auch eher in Schwarz und Weiß. Mutet sehr klassisch an. Etwas wie die drei Tenöre, nur das sie zu viert sind und eher poppig singen. Die Stimmen nicht immer ganz sauber.

6 von 10 Punkten

2. AlekseevForever

Der umstrittene Favorit in einem Wiktoria Outfit. Sein Outfit wird als LED Wand genutzt. Blitze im Hintergrund. Auch hier nur schwarz und weiß und zwischendurch mal etwas rot. Tonmäßig liegt Akseev oftmals daneben, da kann auch das illuminierte Äußere nichts mehr retten. Zudem wirkt es etwas unvorteilhaft.
Eine gebremste Uptempo-Nr. ohne Refrain geschrieben von Kyrylo Pavlov und Evhen Matyushenko.

5 von 10 Punkten

3. ShumaHmarki

Nun wird es avantgardistisch. Die Sängerin in einem silbergoldenen Tüllkleid mit Nasengestell vorm Gesicht. Erinnert mich ein wenig an die Kabelage im Krankenhaus. Auch Shuma ist umstritten, da der Text aus einem Volkslied stammen soll. Auf der einen Seite gefällt es, aber ist es vielleicht auch zu extrem? Bin am überlegen, an welchen Grand Prix Beitrag mich das Lied erinnert.

7 von 10 Punkten

Nun kurzes Durchatmen mit Blick zurück auf Koldun und Anastasiya Vinnikova. Und auch TEO darf nicht fehlen.

4. NapoliChasing rushes

Donny Montell is back. Damen mit Masken, dazu im engen roten Leder. Irgendwann gehen die Masken weg und die drei Damen bewegen sich lasziv über die Bühne. Ob das Outfit nun sein muss, weiß ich nicht. Aber der Song ist etwas peppiger, auch wenn mich die Stimmen nicht überzeugen. Geschrieben von Will Taylor und Michael James Down.

6,5 von 10 Punkten

5. Anastasia MalashkevichWorld on fire

So schlecht scheint Levinas Song gar nicht gewesen zu sein, denn Anastasia lässt gleich im Intro daran erinnern. Eine Frau mit großem Mund und großer Brille in einem roten Jackenkleid schreit sich die Seele aus dem Leib. Eine klassischer Popsong, der schnell wieder vergessen ist.  Aber sie war ziemlich nasal, aber trotzdem gut.

5,5 von 10 Punkten

6. Gunesh – I will not cry

Gunesh kommt in einem Clumbooutfit auf die Bühne. Ihr Song ein guter Wechsel aus schnell und langsam. Zudem singt sie sehr ordentlich, wenn man die hohen Töne überhört. Etwas schicker hätte sie sich schon machen können. Ein schneller Popsong, der sehr hektisch wirkt. erinnert mich an Mrs.Einsteins „Niemand heeft nog tijd“

5,5 bis 6 von 10 Punkten

Puh kurz verschnaufen. Es geht ja Schlag auf Schlag. Werbung kann auch mal angenehm sein. Es gibt auch Ariel.

Nun geht es weiter. Teo mit Gitarre etwas am singen in Spanisch.

7. RadiovolnaSubway lines

Der Leadsänger mit weißem Hut beginnt sitzend auf den Boden. Eine Ballade, die gut ankommt. Sehr legér in Jeans wird der etwas undefinierbare Song dargeboten. Mehrere Lieder in einem. Ganz nett, aber geht unter.

5 von 10 Punkten

8. ALEN HITI do not care

Nun wird es etwas rappig. Auch wieder schwarz und weiß. Ein langgezogener Pullover im Skunklook. Kommt ganz modern, wobei die Tanzfiguren der Begleiter eher an die Anfänge beim Ballett erinnern. Sehr wiederholend das Lied, aber mal etwas anderes.

6 von 10 Punkten

9. LexyAin’t you

Nun kommt die Schattenwand von Chanee & N`Evergreen aus 2010. Man bedient sich halt bei gutem Dagewesenen. Aber die Tonleiter hat ja auch nur 8 Töne, wobei Lexy noch ein paar dazu erfindet. Ein kurz-lang weißes Kleid im Katja Ebstein Stil 1970. Eine Ballade, die in der Mitte mit poppigem gepaart ist. Stimmlich sehr schwierig und oftmals daneben

4,5 von 10 Punkten

10. Kirill HoodDeja vu

Und nun schon der letzte Beitrag. Weinrot und schwarz das Outfit. Eine Mischung aus Ballade, Rap und Discosound mit Bee Gees Stimme vorgetragen. Die Begleiterinnen in Latzhose mit Blütenlook. Die schnelleren Passagen gefallen mir ganz gut.

7 von 10 Punkten

Schon sind wir durch. Da ist Weißrussland nicht so typisch osteuropäisch, aber sicherlich gibt es mehrere Schnelldurchläufe.

Puh und nun soll ich ein Ranking machen. Überzeugt hat mich nichts so richtig. Shuma waren sehr aussergewöhnlich und Kirill Hood etwas fröhlich, flotter. Ansonsten bewegt sich alles in einem Bereich. Selbst Alekseev fällt musikalisch nicht auf, aber hatte natürlich die beste Bühnenshow.

Auch wenn ich andere Punkte gegeben habe, vermute ich, dass Shuma oder Alekseev das Rennen machen werden. Chancen sehe ich noch bei Adagio und Kirill Hood. Aber alles wird es in Lissabon schwer haben.

Erst mal ein Schnelldurchlauf. Was gefällt mir nun? Radiovolna war mit seinem langsamen Stück war auch nicht schlecht.

Die ersten Televotingergebnisse sehen Alekseev weit vorne vor Shuma. Werbung.

Und schon ist das Televoting vorbei. Wieder Bilder der Weißrussen aus den vergangenen Jahren.

12 Punkte für Alekseev und 10 Punkte für Shuma im Televoting. Die weiteren Ergebnisse werden nachgereicht.

Nun der Pausenact: eine blonde Sängerin mit dem Lied „Insomnia“ und futuristischen Begleitern. Ein gutes Lied für Lissabon. Und der nächste Act gleich danach ein blonder junger Mann mit Begleiterinnen. Stimmlich nicht ganz so super, aber das ist man hier ja gewohnt. Zu gewollt englisch.

Da ist es schon angenehmer, die Rückblicke auf die vergangenen Jahre zu sehen. Die Schmetterlinge von 3 + 2 und Ivan mit seinem Wolf. Auch Uzari und Maimuna und Polina Smolova dürfen nicht fehlen.

Nun wird an Salvador Sobral kurz erinnert und dann kommt Viola mit „Blazing“. Geschmackvolles Kleid, getragenes Lied und Kartoffelenglisch.

Man hätte sich mehr Zeit für die Liederdarbietung lassen können und nicht so viel Intervalact. Kommen jetzt auch zehn Intervalacts? Dann doch lieber alle ehemaligen Beiträge noch einmal. Zum Glück gibt es Werbung.

Hier nochmals das Televotingergebnis

12 Punkte Alekseev 5184 Anrufe
10 Punkte Shuma 3042 Anrufe
8 Punkte Kirill Good 1359 Anrufe
7 Punkte Napoli 1236 Anrufe
6 Punkte Gunesh 1041 Anrufe
5 Punkte Anastasiya Malashkevich 804 Anrufe
4 Punkte ALEN HIT 718 Anrufe
3 Punkte Lexy Weaver 669 Anrufe
2 Punkte Radiovolna 599 Anrufe
1 Punkt Adagio 581 Anrufe

Während ich dieses Ergebnis hier rausgesucht habe, durfte schon eine Angelika mit großem Dekolleté singen und nun dann ein Bubi mit rauchiger Stimme. Möchte cool wirken, aber so sehr nimmt man ihm das nicht ab. Da gab es doch einen Esten namens Jüri, der hatte auch das Problem.

Na, die kennen wir doch aus Kiew: Angelica Agurbash, die Millionärsgattin, die als 13. im Halvbfinale strauchelte. Und wieder 3+2 und Alyona Lanskaya.

Und der nächste Pausenact. Elizabeta mit „Heartbeat“, wobei mir da eher die Nackenhaare hoch gehen. Und das soll noch so bis 22.50 Uhr gehen. Ui. Eine Sendung mit zwei Wettbewerben? Wie schon der nächste Act singt „They know“, die Weißrussen wissen schon was sie da machen. Und irgendwie wird der Gesang immer schlimmer.

Endlich was Gutes: Die Navi Band Danke !!!!!!

Habe mir grad mal die Kommentare durchgelesen. Danke für die Namen einiger Pausenfüller. Leider hatte ich nie Russisch und daher waren mir die Namen nicht so geläufig. Nun genießen wir die Navi Band. Die sollten sie nochmals schicken.

Erst mal wieder Werbung. Na wenn Alekseev es werden sollte, könnte dieses mal wieder für weißrussische Probleme geben, da sein Lied ja schon vor dem 1. September aufgeführt wurde. Die letzten Jahre gab es kaum noch Änderungen der Teilnehmer für Weißrussland. Der Sieger fuhr mit dem Siegerlied zum Song Contest. 2013 mit Alyona Lanskaya und „Solayoh“ gab es den letzten Austausch vor dem Eurovision Song Contest. Von 2010 ab an hatten die Weißrussen stets Änderungen, 2012 sogar von oberster Stelle.

Nun sind die Künstler wieder auf der Bühne. Sehr schön. Jetzt geht es wieder sehr schnell.

12 Punkte von der Jury auch an Alekseev und damit wird er Weißrussland in Lissabon vertreten. Höchstwertungen vom Televoting und der Jury. Der Preis überreicht von der Navi-Band.

Hier das Endergebnis:

1. Alekseev 12 Televoting 12 Jury: Gesamt 24
2. Gunesh 6 Televoting 8 Jury: Gesamt 14
3. Shuma 10 Televoting 4 Jury: Gesamt 14
4. Napoli 7 Televoting 6 Jury: Gesamt 13
5. Punkte Kirill Good 8 Televoting 5 Jury: Gesamt 13
6. Punkte Radiovolna 2 Televoting 10 Jury: Gesamt 12
7. Punkte Anastasiya Malashkevich 5 Televoting 7 Jury: Gesamt 12
8. Lexy Weaver 3 Televoting 4 Jury: Gesamt 7
9. ALEN HIT 4 Televoting 2 Jury: Gesamt 6
10. Adagio 1 Televoting 1 Jury: Gesamt 2

Im weinroten Jackett die Reprise und schon wirkt das Lied fad. Da muss noch einiges dran geschliffen werden. Alekseev mit „Forever“ in Portugal.

Ich sage Tschüss aus Hamburg. Videos werden noch nachgereicht.

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