Live Blog ECHO 2015 zum Nachlesen – Viel Echo und wenig Atmosphäre

Ann Sophie beim ECHO

Die europäischen Vorentscheidungen sind vorbei, wir hatten aber noch ein Event mit etwas ESC-Geschmack in petto. Die ECHO-Verleihung mit Barbara Schöneberger und der Crème de la Crème des deutschen Musikbusiness. Ann Sophie trat mit ihrem ESC-Beitrag „Black Smoke“ auf. Hier unser LiveBlog vom Donnerstag zum Nachlesen – jetzt mit bunten Bildern!

Hier haben wir uns bereits über die ESC-Bezüge beim ECHO 2015 Gedanken gemacht und die wichtigsten Nominierungen veröffentlicht.

So, ihr Lieben, gleich geht es los! Noch sitze ich mutterseelenallein vor der Glotze, aber Peter hat sich angekündigt und bringt einen Griechen mit. Auch mit Jan wird noch gerechnet. Warten wir es ab.

Derweil purzeln die Stars und Sternchen über den lila Teppich und es hagelt schon eurovisionäre Connections:

Elaiza beim EchoElaiza…..

Faun beim EchoFaun

Santiano beim EchoSantiano

Bourani beim Echo…und ESC-Jurymitglied und ehemaliger Videoportalteilnehmerpate Andreas Bourani

Morten Harket beim Echo…und Morten Harket von A-ha, ein wenig in die Moderation des ESC 1996 in Oslo involviert.

Verständlicherweise gibt es am heutigen Tag zunächst eine Sondersendung zu den aktuellen Ereignissen. Wir melden uns wieder um kurz vor halb 9.

Liebe Freunde, nach der Sondersendung zum Flugzeugabsturz fällt es uns jetzt nicht so leicht, einen lustig-spritzigen Live-Blog zu verfassen. Dennoch werden wir versuchen, euch über die wichigsten Dinge zu informieren und vielleicht auch die ein oder andere Einschätzung einzuflechten.

Lindsey Sterling eröffnet die Show mit einem kurzen Violinensolo, danach gibt es gleich einen Tribut an Udo Jürgens – vermutlich das ursprünglich geplante Intro. „Ich weiß was ich will“ von Udo Lindenberg, Sarah Connor, Andreas Bourani, Adel Tawil, Annett Louisan, Roger Cicero, Xavier Naidoo und Herbert Grönemeyer. Viel Creme und ein bisschen Cremchen. Alle in schwarz gekleidet, hat dieses Opening eine passende Würde. Ein sehr angemessener Beginn – auch angesichts der aktuellen Situtation.

Echo - Udo-Jürgens-Tribut

Ja, tatsächlich, schon viele ESC-Bezüge: Jürgens, Cicero, die Lienhardt-Band und natürlich Babsi, die die Show nun eröffnet. JÜBLOF-Festspiele werden ausgerufen und langsam löst sich die Stimmung ein wenig.

Echo - Barbara Schöneberger

La grande NanaNana Mouskouri (ESC-Teilnehmerin im Jahre 1963) erhält den Preis fürs Lebenswerk und muss den x-ten Kassengestellwitz über sich ergehen lassen.

Santiano präsentieren die Künstlerin Rock-Pop-national – Nominierungen übrigens in Peters Vorschauartikel und der findet sich hier.

Alexa Feser, beim Vorentscheid unter den ersten Drei der verbliebenen Sieben, freut sich über die Nominierung. Gewinnerin ist Oonagh. Ihr einziger ESC-Bezug ist, dass sie auf ihrem Album im Duett mit Santiano singt. Vor etlichen Jahren hat sie als Senta-Sofia mal in der Kinderrubrik bei Kai Pflaumes „Star Search“ mitgemacht. Und jetzt singt sie in Phantasiesprache. Ein bisschen Applaus gibt es auch.

Sehen wir Oonagh im nächsten Jahr in der VE? Irgendwie wäre sie doch die logische Fortsetzung für Santiano und Faun. Sie sagt brav „Danke“ und schon geht es weiter.

Nile Rodgers wird vorgestellt, kein ESC-Bezug, aber trotzdem ganz toll. Gerade ist übrigens ein neuer Song von Chic erschienen. Im Sommer gibt es ein neues Chic-Album, aber erst darf Nile das Album des Jahres ehren. Ich rieche JÜBLOF.

Ich rieche richtig. Keine Chance für Pink Floyd, AC-DC, Grönemeyer und „Sing meinen Song“. Gerade betritt Peter den Saal und manch Leser mag sich vorstellen, was hier gerade passiert. Großer Applaus und Gekreische vom Sofa.

Peter hat einen griechischen Kumpel mitgebracht – Prokopis erkennt natürlich zielsicher gleich Nana Mouskouri im Publikum.

Vom Sofa erklingt freundliches Griechisch, Prokopis telefoniert mit der Heimat und Peter öffnet die Champagnerflasche.

Babsi kündigt den Radioecho an und Peter möchte der Lesergemeinde mitteilen, dass die beiden gerade im HafenCity In-Hangout „coast“ waren – Ann Sophies Lieblingsrestaurant. Sie war aber nicht da. Komisch. Wo ist sie nur?

Andreas Bourani jetzt mit einer schönen Akustikversion von „Auf anderen Wegen“. Lindsey Sterling geigt mit.

Echo Andreas Bourani

Anna Loos ist jetzt dran – sie war doch auch mal in der deutschen ESC-Jury, oder? Sie präsentiert die Männer, sprich best male act Rock-Pop-National. Anna war doch in der „Skandaljury“ in Hannover, oder?

Die Kategorie ist wesentlich offener als Album des Jahres… es ist Grönemeyer. Da hat er in kurzer Zeit ordentlich was abgesetzt. „Dauernd jetzt“ ist erst im November erschienen.

Und gleich geht es weiter. Beatrice Egli, die Aldi-Helene, darf den Live-Act-Echo verleihen. Ihre Ansprache hat den Duktus eines Shakespeare-Monologs. Und Beatrice darf ihn an Vorbild Nummer 2 vergeben: Andrea Berg. Auch darüber freut sich Peter.

Echo - Andrea Berg

Ein bisschen Applaus, ein großes Danke. Peter findet, dass das Kleid nicht zwingend das ist, was sie tragen sollte. Andrea dankt DJ Bobo (ESC-Bezug!!!) und wird jetzt gefühlsduselig.

Babsi – im schlank machenden Outfit – ist wieder da. Robin Schulz wird angekündigt mit all seinen Superhits. Robin Schulz stammt übrigens aus Osnabrück, wie der schlaue Peter weiß.

Peter weiß noch etwas Interessantes zu berichten: als Prokopis und er im „Coast“ saßen, lief über eine Spotify Lounge Playlist tatsächlich „Undo“ von Sanna Nielsen. Ist das vielleicht ein gutes Omen für Ann Sophie? Oder ist das vielleicht doch ein wenig weit hergeholt?

Einen der großen Hits von Robin Schulz wird heute gesungen vom zweifachen ESC-Jury-Mitglied Alina Süggeler alias Frida Gold.

Newcomer international werden vorgestellt von Elaiza. Ach was. Wir wollen natürlich, dass die Common Linnets gewinnen. Dann sind sie die Common Winnets. Peter verschluckt sich gerade am Champagner, weil Elaiza für sein ästhetisches Empfinden grottenschlecht gekleidet sind.

Ja, sie sind die Common Winnets. Und wie sie sich freuen. Und wir auch. Manche im Pubikum klatschen sogar. Ilses Kleid gefällt Peter übrigens sehr gut. Ilses überschäumende Dankesrede löst tatsächlich ansatzweise Emotiönchen bei einigen der zusehenden Branchenmenschen aus. Wer hätte das gedacht, aber sie ist ja auch ein Herzchen.

Echo - Common Linnets

Wir finden, dass dieser Preis auch ein bisschen eine Anerkennung für den ESC ist und ein Schlag ins Gesicht all derer, die Andreas Kümmerts Bühnenangst für eine Generalklatsche gegen den ESC instrumentalisieren. So.

Yello yetzt auf der Bühne. Dieter Meier hat übrigens gerade den WINE AWARD als Wein Gourmet des Jahres von „Der Feinschmecker“ (Zeitschrift) gewonnen hat. Aber das nur nebenbei.

Die Tanzmusik ist dran. Robin Schulz, eben noch mit all seinen Hits auf der Bühne und jetzt mit einer Dankesrede. Wow sagt man in Osnabrück – „Was alles in ein Jahr passieren kann – Mama, das Ding is für dich“. Peter ist begeistert, dass er in diesem großen Moment an seine Mama denkt.

Babsi baut in ihre Moderation die große Carolin Reiber ein. Und das ist ein? genau: ESC-Bezug. Deichkind, das Ziel der Anmoderation, hat aber keinen solchen. Aber zwei Frauen im Publikum gehen etwas mit.

Lena darf ran (nachdem in einem kurzen Einspieler schon Ann Sophie mit roten Bäckchen zu sehen war). „Rock Alternative National“ ist ihre Kategorie und so verleiht sie den (meisten) Indieboys auch einen Hauch ESC-Bezug. Aber wirklich nur um die Ecke.

Echo - Lena

Den direkten ESC-Bezug hat Nominierung Nummer 5 – und Unheilig gewinnt dann auch. Campino bringt es nicht fertig zu klatschen, aber er nickt einmal (anerkennend?).

Wir finden übrigens, dass Unheilig eher der Kategorie Mainstream-Schlager-Rock-Pop zuzuordnen gewesen wäre und hätten lieber Kraftklub als Sieger gehabt, doch wer sind wir zu richten?

Prokopis ist hin und weg von Lena. „Gut sieht sie aus und rrrreif ist sie geworden.“

Kai Pflaume macht sich stark für die Moderatorin und redet sich gerade um Kopf und Kragen. Wolfgang Niedecken ist peinlich berührt.

Kai stellt ein paar männliche Sänger vor. Peter ist besonders begeistert von James Bays Sonnenbrille (ein Retromodell von Ray Ban, das schon Jack Nicholson in Chinatown getragen hat).  Der darf jetzt seinen Hits „Hold back the river“ vorstellen , der aktuellste der Hits dieser Gruppe.

Echo James Bay

Vier der fünf Herren kommen aus Großbritannen, einer aus Irland. Man fragt sich, warum es der BBC nicht gelingt jemanden in der Art für den ESC zu begeistern. Na, vielleicht nächstes Jahr.

Newcomer national ist dran. Adel Tawil darf verteilen und jetzt wird es spannend: Andreas Kümmert? Oonagh gewinnt. Zweier Echo. Vermutlich nimmt sie ihn an. Ja, sie hält ihn fest und sagt danke.

Ein Österreicher kommt auf die Bühne. Der Andi Gaballier. Band Rock-Pop-National. Hier wird gegen den Strich gebürstet. Wir hatten mit Volksmusik gerechnet. Ist auch dabei: Faun.

Aber gewinnen tut Revolverheld. Da ist die ESC-Connection recht umständlich, aber Johannes Strate sitzt mit Lena in der „The Voice Kids“-Jury. Wenn das reicht…

Echo Johannes Strate Revolverheld

Peter findet es übrigens beschämend, dass so wenig geklatscht wird, aber man gibt sich nicht so gern die Blöße. Desinteresse ist anscheinend cooler. Wenn mal gejubelt wird, sind das die Plattenbosse, die sich vermutlich über die unmittelbar nach der Preisübergabe verkauften Downloads freuen.

Revolverheld dürfen ihren großen Hit spielen. Wie würde „Ich lass für dich das Licht an“ wohl beim ESC laufen?

Top, sieht er aus, der Johannes meint Peter, Top! Und ich finde, es ist einer ihrer besseren Songs.

Jetzt kommen die Herren: Künstler Rock-Pop-International geht an Ed Sheeran. Na, da sind wir ja noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Peter ist euphorisiert, denn Darling Kylie übergibt den Echo in Australien. Nette, lockere Dankesrede, aber ganz schlimme Tattoos (gottseidank nur bei Ed).

Die beiden P-Herren sind – vemutlich aus unterschiedlichen Gründen – ganz hin und weg von Kylie. „Du musst über Kylie bloggen“, sagt Prokopis. Gerne.

Jetzt ein ESC-Einspieler, recht ausführlich wird die VE gewürdigt und Ann Sophie wird berechtigterweise als Siegerin ausgerufen. Und jetzt darf sie singen.

Unser Grieche hört den Song zum ersten Mal: „Amy Winehouse, aber nicht so gut.“

Echo - Die heilige Ann Sophie

Die Präsentation ähnlich wie beim VE, erste Strophe statisch. Das Kostüm etwas braver, allerdings bauchfrei (unnötig). Bauchnabelpiercings sind sehr early century.

„Ihr flirtet wieder mit die letzte Stellen“ weiß unser Grieche den Auftritt einzuordnen. Ann Sophie bleibt auch in der zweiten Strophe am Platz. Tja, was soll man sagen.

Echo Ann Sophie

Der Applaus, natürlich spärlich, aber das kennt man ja schon. Irgendwie schrammt der deutsche Beitrag beim Echo auch diesmal wieder am Rande der Bedeutungslosigkeit entlang. Und dennoch: Ann Sophie hat ordentlich gesungen, präsentatorisch gibt es allerdings noch Luft nach oben.

>> zu Ann Sophies Auftritt auf der ARD-Website geht es hier.

Xavier Naidoo verleiht den Echo-Volksmusik. Interessant. Gewinnen wird wohl der Andi, meinen wir. Ist ja da.

Recht hamma. Xavier und Andi sind sich ja gut bekannt aus „Sing my song“ und da steht auch Gregor Meyle auf, Sandra Nasic ebenfalls. Na, das nennen wir doch mal „Building bridges“. Andi kriegt etwas mehr Applaus als Ann Sophie, aber nicht viel.

Wir finden Andi hat lang geredet, zu lang.

Die Ehrung der Verstorbenen holt uns ein wenig zurück in die Wirklichkeit, generell finden wir die Show angenehm verhaltener als in früheren Jahren, allerdings ist das Publikum zu verhalten. Ein bisschen mehr Herzlichkeit und Freude mit den Kollegen wäre schon angebracht, oder?

Eine Udo-Jürgens-Hommage incl. ESC-Ausschnitt steht jetzt auf dem Programm. Schöne alte Bilder, viele alte Hits. Ein Saxophon spielt „Ich war noch niemals in New York“, das Publikum steht auf und klatscht, eine Standing ovation sieht aber anders aus. Next category.

Schlager. JÜBLOF-Alarm. Tatsächlich könnte sie es gegen Fantasy schaffen. Und tatsächlich, sie schafft es, Fantasie hat eben Flügel. Der Preis wird ihr überreicht von „Tatort“-Kollegen Til Schweiger im halsfernen Pulli.

Ein zackiger Klatscher von Peter und Helenchen ist oben auf der Bühne. Til Schweiger schwabuliert und Peter findet ihn zum ersten Mal in seinem Leben toll. Ich weiß nicht so recht.

Helene mit professioneller Dankesrede. Selbstironie kriegt sie gut hin. Schlager sind ihre Wurzeln, „auch wenn ich mich in den letzten Jahren davon entfernt habe“. Aha. Na, da warten wir mal ab, was noch kommt. Und alle lieben Uwe Kanther. Sogar Babsi. Toll.

Andreas Gabalier mit einer Inszenierung, aber ohne musikalisches Kompetenzen. Peter hält den Auftritt für „good trash“ – Plastikdisco meets Volxtrash. Ob er DAS Publikum damit kriegt? Je ne sais pas.

Kleiner Einschub: Prokopis berichtet gerade, dass Sakis Rouvas seiner Meinung nach im Bereich Pop immer noch der größte griechische Künstler ist. Und die Österreicher haben den Andi.

Jetzt wieder JÜBLOF-Alarm. Megan Trainor ist dafür zuständig und muss gleich deutsch sprechen. Hälaynäy Fischör. Wer hätte das gedacht. Song des Jahres: „Atemlos bis es kracht“

Echo Helene Fischer und der HIt des Jahres

Und Kristina Bach im Close up, neben ihr Jean Frankfurter, ESC-Komponist von 1978. Campino wieder mit verdrehtem Gesicht und kaum Applaus für den Hit des Jahres.

Crossover, also alles, was nirgendwo passt – vorgestellt von Andreas Bourani. Den Echo erhält Lindsey Sterling. She is OVERWHELMED! Und Elaiza lächeln und klatschen höflich.

Ein gespieltes Quiz mit Pilawa, Maischberger und Herrmanns zu Ehren von Herbert Grönemeyer, der im Anschluss seine neue Single „Fang mich an“ zum besten gibt. Im grünen Jacket und mit Headset.

Echo - Der grüne Grönemeyer

Wir sind nicht angetan von Grönemeyers Song, aber wir sehen eine Show auf der überschaubaren Echo-Bühne. Geht also. Hätten andere auch machen können. Besonders eine. Grönemeyer kriegt verhältnismäßig viel Applaus.

Unserer Grieche singt beim Scorpionsintro mit und benennt alle Männer auf der Bühne mit Vor- und Zunamen. Band Rock-Pop-International ist dran, Bands die zwischen zwei und fünfzig Jahre zusammen spielen, sind nominiert. Unter andrem die Common Linnets, die sich diesmal zwischen Coldplay, U2 und Pink Floyd tummeln. Letztere gewinnen.

Der Drummer ist da, das Publikum steht unmotiviert auf und klatscht freundlich, Campino verzieht desinteressiert sein Gesicht und auch wir wünschen uns nur noch Nana Mouskouri.

Echo - Campino not happy

Das neue „Sing-mein-Song“-Team steht auf der Bühne. Quotenösterreicherin Christel Stürmer darf sprechen und vergibt den Echo als „Partner des Jahres“ an die Vorgängercrew. Wenn wir uns was wünschen dürfen: Mary Roos als weitere Teilnehmerin in der zweiten Staffel. Vielleicht lässt sich da ja noch was machen.

Das internationale Staraufgebot ist in diesem Jahr recht dünn. Der Pink-Floyd-Drummer kann sich ja schlecht allein auf die Bühne stellen und trommeln. Megan Trainor vertritt die USA und singt ihren Hit für 12jährige: „All about the bass“. Danach ihre Nachfolgesingle, die den ersten Hit nahtlos fortführt. Sie wird nächstes Jahr wohl nicht wieder da sein.

Megan hat übrigens auch einen ESC-Bezug: sie hat ein Charlotte-P-Micro, aber das hat ja inzwischen auch fast jede(r).

Zwei Drittel von A-ha (die es ja eigentlich nicht mehr gibt) verleihen, ja wir wissen es schon, an JÜBLOF den Preis für die Blu Ray des Jahres, oder auch DVD. Es hat also tatsächlich geklappt – 4 Echos für Mylady.

Echo - Helene Fischer und Morten

Helene ist zum ersten Mal heute Abend nicht perfekt und bringt die Wörter nicht raus. Peter findet es süß, ich menschlich. Also alles in Ordnung.

Nächste Kategorie: Rock Alternative International. Die Nominierten verkaufen sich alle gut. Der Deutsche kauft sowas gern, ob die Alben dann auch überall in Dauerschleife laufen, sei mal dahingestellt.

AC/DC gewinnen und sind natürlich nicht da. Thomas Gottschalck versucht den Preis zu überreichen und erklärt den Jungs, was der Echo ist. Die Gruppe nimmt ihn an.

Und jetzt die Common Linnets, zusammen mit Stefanie Heinzelmann. Leider müssen die Common Linnets die neue Single von Steffi H. mitsingen. Da hätten wir uns doch auch einen anderen Song vorstellen können, oder? Aber Country ist vermutlich beim Echo verboten.

Echo - Common Linnets Auftritt

Wir finden, dass der CL-Part den Steffi-Part übersteigt. Peter spricht von einem Highlight, ich sehe es nicht ganz so rosig, aber Ilse und der neue Mann machen ihre Sache gut. Die Kombination mit Steffi bleibt aber etwas merkwürdig und ist vermutlich der Tatsache geschuldet, dass die Common Linnets zurzeit keinen aktuellen Song haben.

Andreas Bourani gewinnt den Radioecho. Den hat doch Roman auch vor zwei Jahren gewonnen, oder? „Auf uns“ ist definitv ein Radiohit, da gibt es nix zu meckern.

Detlef Buck hat jetzt die Aufgabe, den Echo für soziales Engagement auszutragen. Udo Lindenberg kriegt ihn, auch ein Künstler mit ESC-Bezug, hing er doch irgendwie an Ellen Ten Dammes VE-Beitrag aus dem Jahre 2005 dran, zumindest als Pate.

Aus dem Einspieler erschließt sich in keinster Weise, worin nun Udos soziales Engagement besteht. Wer erwartet hätte, dass seine Ansprache Klarheit bringt, wird enttäuscht. Udo ist für die Bunte Republik Deutschland, aber das wissen wir ja schon seit 30 Jahren. Und die Mauer hat auch nicht ER geöffnet. Na, wir werden es überleben.

Deutscher Hip-Hop ist jetzt dran. Mark Foster (Club-Konzert und VE-Pausenact) kündigt an. Cro ist auch dabei, der einzige, der vernünftigen Hip-Hop-Schlager macht. Aber er gewinnt nicht, sondern Kollegah. Gerade frisch freigesprochen. Na, Glückwunsch. Kollegahs Siegesrede klang aber eher nach einer Volksmusikechogewinneransprache.

Babsi singt ein Lied über den Echo und leitet galant zu Nanas Lebenswerkecho über. Till Brönner darf überreichen. Und er wird es charmant-wertschätzend tun.

Ein ausführlicher Einspieler (incl. ESC-Ausschnitt) mit Superlativen ohne Ende. Das Publikum steht und klatscht. Udo Lindenberg gratuliert – ehrlich. In den 90ern hat er ein Lied über sie geschrieben – „Nana M.“. Quincy Jones in einem Einspieler mit viel Name dropping. Es wird geklotzt und Liebe dargeboten.

Echo - Nana Mouskouri

Nana darf ans Mikro und sie ist gerührt und dankbar. Sie macht sich keine Sorgen um die Zukunft der Musik, nach dem, was sie heute gesehen hat (wir sehen das etwas anders…). Viele warme Worte, die aber irgendwie authentisch wirken. So ist sie, die Nana. Emotional und erfahren.

Das Publikum wirkt, als ob sie die zugegebenermaßen recht lange Rede von Nana an sich vorbeiöden lassen. Es werden Promifriseure und ehemalige Tatortkommissarinnen eingeblendet. Während wir die 80jährige Nana sprechen hören, fällt uns auf, dass sowohl Andrea Berg, als auch Kristina Bach ganz schön alt geworden sind.

Peter ist euphorisiert, weil er seine Freundin Patricia Riekel, Chefin von „Bunte“, im TV sieht. Es gibt Gerüchte, dass sie im nächsten Jahr aufhört. (Was man alles während einer Lebenswerk-Rede berichten kann…). Nana ist bei den Danksagungen, aber noch nicht fertig. Peter rechnet mit der Einblendung, dass die Tagesthemen sich noch deutlich verschieben. Nee, jetzt ist Schluss (mit Nana).

Und jetzt noch ein Bob-Marley-Tribut (wäre heuer 70 geworden). Gentleman erklärt den „Redemtption Song“. Gentleman, Campino, Joy Denalane, Wolfgang Niedecken, Maxi Priest und noch jemand singen das Lied. Das ist jetzt wahrscheinlich das Finale, oder? Wir finden die Show deutlich zu lang, aber was will man machen? Der Auftritt ist dennoch recht hübsch – und, da schließt sich der Kreis, von seiner Stimmung her passend für den heutigen Abend.

Echo - Gentleman und Co.

Babsi zum Letzten. Sie spricht die Abschlussworte und schwupps ist es aus. Das Schlussbild fällt flach, ist ja auch schon eine Minute vor 12. Man will ja heute noch fertig werden.

Unser Fazit: viele ESC-Bezüge machen noch keine atemberaubende Show. Etwas zu viel Action auf der Bühne, etwas zu wenig Atmosphäre im Saal. Aber das ist ja nichts Neues. Für uns war es zwar ein langer, aber an vielen Stellen auch ganz amüsanter Abend.

Erfreulicherweise gab es hin und wieder kleine Momente, in denen die große Musikmaschinerie in den Hintergrund trat und – auch ohne es anzusprechen – einen Bezug zu den aktuellen Ereignissen ermöglichten.

Und Ann Sophie? Sie hat bewiesen, dass sie eine gute Sängerin ist. Aufschlüsse über ihre Performance für Wien haben wir nicht erhalten. Aber die hat der ECHO in den letzten Jahren noch nie geliefert. Also, die Arbeit geht wohl weiter und wir hoffen, dass sie fruchtbar ist. Good Luck Ann Sophie und good Night an alle Leser!

Echo - Good luck Ann Sophie

Videoclips vom Echos gibt es hier.