LiveBlog Eurovision Song Contest 2017 – das Finale

Wer gewinnt den 62. Eurovision Song Contest? Diese Frage stellte sich heute Abend – 26 Interpreten, darunter Levina aus Deutschland und Nathan Trent aus Österreich, sangen im International Exhibition Centre von Kiew um diese Ehre. Am Ende wurde Deutschland Vorletzter – und der Portugiese Salvador Sobral gewann mit Vorsprung vor dem Bulgaren Kristian Kostov. Hier ist unser Liveblog zum Nachlesen.

Wir sitzen schon seit Längerem im gut gefüllten Pressesaal und warten darauf, dass es in rund anderthalb Stunden los geht.

Am Nebentisch steht eine ESC-Torte, schön mit kleinen Flaggen verziert:

Als 2005 zum ersten Mal der ESC in Kiew gastierte, gewann ein Land, das vorher noch nie im Wettbewerb siegen konnte (Griechenland). Wird das auch 2017 wieder der Fall sein? Ein gutes Omen für Portugal oder Bulgarien? Oder heißt der Sieger des Abends dann doch – wie schon seit Wochen thematisiert – Francesco Gabbani? Wir sind gespannt. Bei Oddschecker liegt in diesen Minuten Portugal vorn, gefolgt von Italien und Bulgarien. Belgiens Blanche wird vor Robin Bengtsson aus Schweden gerankt, und demnach käme selbst UK in die Top10 (britische Buchmacher – die überschätzen den eigenen Beitrag oft).

So, es ist soweit: Die Eurovisionshymne erklingt. Vor uns liegt ein langer Abend mit 26 Beiträgen, Interval Acts (u.a. die neue Single von Jamala) und einem sicher spannenden Voting. Der Eröffnungsclip nimmt das Logo des ESC 2017 auf – jede Menge roter (aber auch gelber) Kugeln fliegen durch die Ukraine. Durch Kiew. Und landen schließlich bei uns im International Exhibition Center am linken Ufer des Dnipro, der durch Kiew fließt.

Es geht los mit der Flaggenparade: Auf dem Backdrop erscheinen die Flaggen von Israel bis Ukraine, und dazu kommen die Künstler auf die Bühne und laufen dann durch die Halle in den Green Room – von Imri bis O. Torvald. Die Gastgeber-Band beendet den Reigen, obwohl sie nicht die letzte Startnummer haben. Aber so wird das eben gehandhabt.

Salvador mit ganz bescheidenem Blick. Levina hat Startnummer 21 und kommt nach den rumänischen Jodlern auf die Bühne, sie gibt einen Handkuss, strahlt über beide Backen. Ein sympathisches Entry. Im Pressezentrum klatscht bei jedem einzelnen Act irgendeine Ecke des Saals… alle Länder sind hier im PZ vertreten und unterstützen ihren Künstler.

Und schon kommt unser Moderatoren-Trio auf die Bühne. Ganz in Glitzer – Volodymyr bezeichnet sich sogar als „Discokugel“. D.I.S.C.O. Und dann wird Timur in den Green Room entlassen, wo er sich nachher mit den Künstlern von dort melden wird. Und schon geht’s los – kurz das Reglement erklärt, und dann darf IMRI den Reigen eröffnen.

1. Israel: IMRI – I Am Alive

Der Popsong ist eine schöne Startnummer, und hier im Pressezentrum klingt es auch gut gesungen. Auch die hohen Töne meistert Imri ganz passabel. Er strahlt in die Kamera – den einen hohen Ton, bevor der Refrain kurz vor Schluss nochmal einsetzt, hat er nicht gut getroffen. Aber alles in allem ein guter Auftritt.

 

2. Polen: Kasia Moś – Flashlight

Die erste Ballade des Abends. Wir waren ja etwas überrascht über Kasias Finaleinzug, aber sie beweist heute Abend nochmal, dass sie durchaus zu recht heute hier mit dabei ist. Sie singt „Flashlight“ sehr gut. Mir bleibt das Lied ein wenig zu sperrig, und darum dürfte sie kaum oben mitspielen. Nach der sehr guten Platzierung von Michal Szpak letztes Jahr dürfte Polen 2017 nicht auf der linken Seite der Tabelle auftauchen. Aber Kasia liefert eine überzeugende Performance ab. Respekt. Die versammelte Fanjournalistenschar aus Polen jubelt im Pressesaal.

 

3. Weißrussland: Naviband – Story of my Life

Das Lied hat bei mir in den 2 Wochen Kiew sehr gewonnen. Ein mitreißender Song, der eine mitreißende Performance braucht. Und die beiden machen das wunderbar. Man merkt, wie toll die Chemie zwischen Ksenija und Arzjom ist. Und zwischendurch zeigt man immer wieder das mitsingende Publikum. Ein toller Auftritt. Das sollte eigentlich eine gute Platzierung für Weißrussland werden.

 

4. Österreich: Nathan Trent – Running On Air

Nun der Sonnenschein aus Tirol. Nathan strahlt schon bei den ersten Kamerashots, auf dem Halbmond sitzend, wie ein Honigkuchenpferd. Catchy. Sexy Smile, sagt Peter neben mir. Indeed! Er zeigt, wie viel Spaß es ihm bereitet, hier zu performen. Und singt das ganze auch toll. Was will man mehr. Das ist einfach eine rundum sympathische Performance, die den Zuschauer für sich einnimmt. Nathan singt sich hoffentlich in die obere Hälfte des Tableaus.

 

5. Armenien: Artsvik – Fly With Me

Die durchchoreographierte 3-Minuten-Show aus dem Kaukasus ist mir ein bisschen zu gewollt. Spätestens wenn sich Artsvik seltsam durchs Gesicht wischt, bin ich irritiert. Merkt man, dass ich „Fly with me“ nicht besonders mag? 😉  Hier kann ich kaum neutral schreiben. Das ist irgendwie aggressiv auf eine unangenehme Art. Aber ich verstehe, dass das seine Fans hat.

 

6. Niederlande: OG3NE – Lights and Shadows

Die „Dreamgirls“ aus dem Nachbarland, mit den irren Stimmen und einem leicht altbackenen Song. Aber mit Bühnenpräsenz und Stimmgewalt machen die drei Schwestern manches wett. Richtig toll, wie die gesanglich harmonieren. Da sitzt jeder Ton. Die Inszenierung ist allerdings etwas schlicht. Klar, man setzt auf das Trio und ihre Chemie, aber einfach nur Textzeilen auf dem Backdrop erscheinen zu lassen, ist dann doch etwas harmlos.

 

Die beiden Moderatoren stehen bei den Fans, ein österreichischer Fan singt zusammen mit anderen „Volare“. That’s Eurovision!

Zurück auf die Bühne.

7. Moldawien: SunStroke Project – Hey Mamma

Sergej, der Epic Sax Guy, der Teufelsgeiger und ihre drei Bräute lassen die Halle beben. Im Pressesaal wird auch mitgetanzt. Fröhlicher Partypop ohne große Botschaft (wer braucht die bei sowas schon?) – das kommt doch immer wieder an. Nichts für ganz vorn, aber das eingängige „Hey Mamma“ dürfte so manchem Zuschauer noch eine Weile durch den Kopf schwirren. Bis es Zeit ist fürs Voting? Mal sehen. Die Wettquoten sehen Moldawien in den Top10.

 

8. Ungarn: Joci Pápai – Origo

Einer der wirklich ungewöhnlichsten Beiträge des Jahrgangs. Nicht nur sprachlich. „Origo“ vermischt traditionelle Roma-Musik mit Rap, dazu erscheint Joci in einem ungewöhnlichen Outfit, seine Tänzerin ist in Volkstracht gekleidet. Stimmig. Mich hat der Rap-Part immer eher gestört, aber Joci macht es überzeugend. Nicht ganz so bewegend wie im Juryfinale gestern, meiner Meinung nach, aber alles in allem so, dass er im Gedächtnis bleibt. Gut!

 

9. Italien: Francesco Gabbani – Occidentali’s Karma

Ein plötzlicher Menschenauflauf im Pressesaal – der Topfavorit der letzten Wochen kommt. Ist das der Siegerauftritt? Oder ist es den Zuschauern am Ende doch ein bisschen zu bunt, wird man sich über den Affen eher wundern? Wir sind gespannt! Toll, Francesco schaut in die Kamera. Da hat er seit den Proben noch geübt. „Namaste! Alé!“ ruft der ganze Pressesaal, hier wird mitgeklatscht, mitgesungen, die Arme gewedelt…. Om! Großer Applaus! Es war ein guter Auftritt. Und dennoch bin ich etwas skeptisch. Oder sind wir inzwischen einfach zu grüblerisch?

 

10. Dänemark: Anja – Where I Am

Frau Nissen hat die schwere Aufgabe, nach dem Siegaspiranten aufzutreten. Und dann noch mit so einer durchschnittlichen Midtempo-Nummer, die nicht recht weiß, was sie sein will. Klar, Anja singt das prima. Im Semi gab sie schon 100 Prozent. Und auch hier gibt sie wieder alles (ein Nicht-ESC-Fan aus Deutschland schrieb mir nach dem Semi aber: „Zu viel Geschrei beim ESC“). Sie singt es fabelhaft, aber berührt es die Leute? Zweifel sind angebracht.

 

11. Portugal: Salvador Sobral – Amar pelos dois

Toll, dass die Halle leise ist, als „Amar pelos dois“ beginnt. Salvador ganz in sich gekehrt, da wird kaum in die Kamera geschaut – und doch vermisst man es hier nicht. Da singt einer seiner ganz tiefen Gefühle, kehrt sein Inneres nach außen. Spontaner Zwischenapplaus. Der ganze Pressesaal andächtig auf die Bildschirme starrend. Salvador singt es mit unglaublich viel Gefühl, geradezu zerbrechlich. Das ist so herrlich ungewöhnlich, so zutiefst menschlich, das rührt an. Ganz großes Kino!!! Wollen die Zuschauer den fröhlichen Affen-Pop aus Italien oder die ergreifende Nummer aus Portugal?

 

12. Aserbaidschan: DiHaj – Skeletons

Die Musicalinszenierung im Kasten auf der Bühne. Es bleibt genug Zeit, die Kreidewörter auf den Wänden zu lesen. Ich habe auch nach 2 Wochen Kiew noch nicht verstanden, was der Pferdekopf soll. DiHaj mit ihrem etwas aggressiven Styling könnte manchen eher verschrecken. Und vielleicht dürfte manchem diese Show übertrieben, oder gar albern erscheinen. Bei den Buchmachern stand Aserbaidschan nicht unter den ersten Zehn. Der Tipp dürfte sich wohl als richtig erweisen. Auch wenn DiHaj einen guten Auftritt hingelegt hat.

 

13. Kroatien: Jacques Houdek – My Friend

Ob mancher Zuschauer am Anfang denkt, das ist sein Zwillingsbruder, wenn nach den ersten hohen Tönen plötzlich der Tenor einsetzt? 😉 Ach, irgendwie will man das vielleicht wenigstens ein bisschen gut finden. Aber es ist halt kitschig und der Stimmwechsel bescheuert. Der Refrain ist so süß wie süßestes Baklava, von dem man nach wenigen Happen Bauchschmerzen bekommt. Und dann noch dieser kitschige Backdrop. Klebrig bis zum Geht-nicht-mehr. That’s Eurovision.

 

14. Australien: Isaiah Firebrace – Don’t Come Easy

Isaiah beweist, dass er auch eine gute Kamerapräsenz hat. Sieht nur ein wenig lächerlich aus, wenn er mit gebeugten Knien über seinen Drehteller geht. Schicker Mantel, by the way. Vom Outfit her mindestens eight points. Aber das Lied ist nicht das stärkste, und man hätte aus der Performance noch ein bisschen mehr rausholen können. Aber Isaiah ist ein sympathischer Künstler, und gesungen war’s gut. Ein Demi-Im-Ergebnis wird es trotzdem nicht werden.

 

Wir sind bei Timur im Greenroom, der daran erinnert, dass beim ersten ESC 1956 nur sieben Länder dabei waren – und dieses Jahr sind es 42. Er erzählt, dass Weißrussland das erste Mal in der ESC-Geschichte in der Landessprache singt. Bringt ihnen das Erfolg?

 

15. Griechenland: Demy – This Is Love

Die Griechen setzen dieses Jahr auf Wasser: Auf dem Hintergrund tropft es vor sich hin, und dann dürfen zwei halbnackte Tänzer auch noch im Kneipp-Becken plätschern. Mal ehrlich: Wer braucht so was? Schon vor drei Jahren fanden viele die Trampolin-Nummer albern. Und mindestens so lächerlich ist das, was die beiden hier performen. Soll wohl von dem äußerst mäßigen Popsong ablenken. Stangenware, die eigentlich nur noch auf dem Grabbeltisch gehandelt wird. 50 Prozent Rabatt – mindestens. Dann wird es halt wieder ein Ergebnis im hinteren Drittel für Hellas.

 

16. Spanien: Manel Navarro – Do It For Your Lover

Noch ne Grabbeltisch-Nummer. Wer nach den 3 Minuten immer noch nicht weiß, wie das Lied heißt, dem ist nicht mehr zu helfen. Immerhin nett inszeniert mit den Surfbrett-Boys. Aber Manel hat halt nicht die Optik der Jungs in L.A. oder Miami Beach. Und die hören garantiert nicht „Do it for your lover“, wenn sie im Cabrio durch die Straßen cruisen. Ob da der Lover nicht wegrennt, wenn Manel das singt? Weg damit! Aspirant für Platz 26.

 

17. Norwegen: JOWST feat. Aleksander Walmann – Grab the Moment

Für mich ein Überraschungs-Finalist. Norwegen mit einer durchaus modernen Dance-Nummer, die durch die künstliche Stimme hervorsticht. Aleksander singt es gut, auch wenn er mit seinem breitkrempigen Hut ein wenig was von einem Amish hat. Am Bildschirm finde ich das ganze etwas langweilig. Das ist halt ein Song, den man anhört, aber nicht unbedingt zu sehen braucht.

 

Jetzt ein kurzer Break. Im Einspieler sehen wir Monz, der bei unseren Moderatoren vorbeikommt und ihnen Tipps für die ESC-Moderation gibt – da weiß Monz schließlich seit 2016 Bescheid. Tipps? Na, das wird eher eine Art Drilling, mit Herrn Zelmerlöw als Drill Instructor. Der Film ist leider unlustig.

 

18. Großbritannien: Lucie Jones – Never Give Up On You

Große Stimme, ödes Lied – vier Wörter reichen schon, um den UK-Beitrag zu beschreiben. Dafür hat die BBC es geschafft, eine tolle Performance um den Song zu stricken. Mit einer Art Spiegelfächer, vor dem Lucie steht. Dunkle Bühne, dann ein Sternenregen. Sieht schön aus. Leider berührt mich „Never give up on you“ nicht. Die Briten haben meiner Einschätzung nach in diesem Jahr das gleiche Problem wie die Deutschen: Eine unglaublich ausdrucksstarke Künstlerin hat ein nur mittelmäßiges Lied bekommen. Lucie überzeugt mit ihrer Stimme. Ob Levina überzeugen kann, sehen wir in rund 6 Minuten.

 

19. Zypern: Hovig – Gravity

Hmmm… Hovig liegt auf der Bühne – und das wirkt effektvoll. Und gleich macht Levina das gleiche nochmal. Die beiden Boden-Performances eng hintereinander – ist das ein Nachteil für Deutschland? Hovig hält das Bein in der Luft, und er schafft es ohne große Wackler. Und singt auch noch passabel dabei. Ich mag die Nummer. Aber ob das weit nach oben kommt? Ich fürchte fast: nein.

 

20. Rumänien: Ilinca ft. Alex Florea – Yodel It!

Ilinca jodelt wieder gut, aber bei Alex habe ich zwischendurch fastden Eindruck, dass da ein wenig Schmackes fehlt. Gehen da zwei Wochen auch nicht ganz spurlos an dem Rumänen vorbei? Aber in der zweiten Hälfte der 3 Minuten hat er seine Power wieder. Nach dem Lied knutscht Alex Ilinca ab – und sie schaut fast ein wenig irritiert. Ich bin ja mal gespannt, wie das im Televoting abschneidet. Finden die Leute das Gejodel doof oder lustig?

So, nun heißt’s Daumen drücken!

 

21. Deutschland: Levina – Perfect Life

Eine sympathische Performance, gut gesungen – und Levina strahlt schön in die Kameras. Nur das Haarspray sollte etwas stärker sein – da fällt ihr beim Auftritt ja fast eine Strähne ins Gesicht. Stört nicht weiter. Aber manchmal können ja selbst solche Kleinigkeiten entscheidend sein (wie 1989 bei Nina aus Spanien, der drei Minuten lang ein gelocktes Haar im Gesicht hing). Aber hier spielte das keine weitere Rolle. Alles in allem eine klasse Performance von Levina, die das beste aus der Nummer rausgeholt hat. Sah stimmig aus. Aus der Halle schreibt Jan, dass die Halle gut mitgegangen ist. Das freut uns. (Gestern im Juryfinale war das auch schon so. Da kam „Perfect Life“ durchaus gut an.)

 

22. Ukraine: O. Torvald – Time

Der Gastgeber rockt. Wir sind gedanklich noch bei Levina. Jubel im Pressezentrum für O. Torvald. Nach „1944“ im Vorjahr auf jeden Fall ganz andere Töne aus der Ukraine. Schöne Vielfalt aus dem Land. Die Jungs von O. Torvald haben Spaß, den Leuten gefällt’s (die Ukrainer neben mir in der Halle im Juryfinale flippten fast aus) und das reicht dann auch schon. Man will gar nicht schon wieder gewinnen. Warum auch?

 

23. Belgien: Blanche – City Lights

Gut, Blanche sieht heute nicht verheult aus. Eher vollkonzentriert. Das Gesicht vielleicht einen Hauch zu ernst, ohne Mimik, fast wie eingefroren. Stimmlich 1A. Selbst der hohe Part. Da will es eine nun wirklich wissen, nachdem sie während der Probenwoche so runtergeschrieben wurde. Hammer-Performance heute Abend! Noch besser als gestern im Juryfinale.

 

24. Schweden: Robin Bengtsson – I Can’t Go On

Die Schweden haben wieder eine stylishe Performance entwickelt. Robin ganz slack im eleganten Anzug, schick auch die Tänzer. Vielleicht ein bisschen zu technisch-mechanisch, mit zu wenig Herz für manche Zuschauer. Aber Robin singt gut, da kann man nicht meckern. Oben mitspielen wird er nicht. Keine Top5 für Schweden, würde ich mal behaupten.

 

25. Bulgarien: Kristian Kostov – Beautiful Mess

Und der dritte Siegaspirant nach Francesco und Salvador ist dran. Eine saustarke Performance von Kristian, der gibt hier heute Abend alles. Unglaublich gut gesungen, starke Ausstrahlung, selbstsicher und mit dem Willen zum Sieg. Könnte ihn das ganz nach vorn bringen? Es wird ein harter Kampf werden. Eines ist klar: Bulgarien 2018 könnte durchaus drin sein! Den darf man nicht abschreiben.

 

26. Frankreich: Alma – Requiem

Kurze technischen Probleme mit dem WLAN… aber wir haben Alma gut gesehen. Eine schöne Paris-Inszenierung, und Alma sieht zuckersüß aus. Sie performt das auch gut. Das wirkt bei ihr locker-flockig. Schöne Schlussnummer.

 

Dann darf Verka Serduchka das Voting eröffnen – erst mal singt sie mit der Halle noch „Sieben sieben ai lju lju – sieben sieben eins zwei“. Dafür muss schon Zeit sein! Nach dem Schnelldurchlauf gibt’s dann „a special treat“: Ruslana performt mit einem Dutzend Tänzer auf der Bühne. Wobei der Anfang eine Filmszene aus, wie ein Musikvideo im Wald. Dann erscheint die ESC-Siegerin von 2004 auf der Bühne. Ruslana altert irgendwie auch nicht, oder? Sieht immer noch aus wie damals.

Nach einem Schnelldurchlauf gibt es ukrainische Folklore. Aber Achtung, das wird noch Crossover. Eine ungewöhnliche, coole Performance mit Flöte und Gesang. Die Ukrainer haben sich echt was einfallen lassen für den ESC. Gute Show.

Nun wird das Eurovision Fanhouse beworben, wo man neuerdings witzige T-Shirts bestellen kann. Dann geht es kurz um den Junior Eurovision Song Contest – die letzte Siegerin aus Georgien ist da, um für den nächsten Wettbewerb im November 2017 in der georgischen Hauptstadt Tiflis zu bewerben. Die kleine Mamo macht das echt gut, und dann darf sie auch noch eine Moderation übernehmen – und noch einen Schnelldurchlauf ankündigen.

Dann ist Jamala an der Reihe. Oh, ein Jimmy-Jump-Moment: Ein Fan mit australischer Flagge um die Schultern ist plötzlich auf der Bühne, springt um Jamala rum – und wird binnen einer Sekunde von Security von der Bühne gezerrt. „I believe in you“ klingt gut. Jamala wieder ganz anders als bei „1944“. Cool.

Dann die letzten Sekunden des Televoting. Stop voting now!

Doch wie haben die Jurys schon gestern Abend abgestimmt? Wir sind gespannt. ESC Executive Supervisor Jan Ola Sand sagt, dass alle Votes der Jurys dem Reglement entsprechend eingegangen sind. Los geht’s!

Der erste Zwölfer für Salvador kommt von der Jury aus Schweden. Die Jury in Aserbaidschan gibt ihre 12 Punkte an Weißrussland, die Naviband. Überraschend: nur 3 Punkte aus San Marino für Italien! Die 12 Punkte gehen an Portugal. Salvador führt gerade vor Moldawien! Schweden noch punktlos, Deutschland, Frankreich ebenso. Ungarn wartet auch noch.

Israels Jury gibt 10 an Schweden, aber vor den 12 Punkten sagt der Sprecher, dass der Sender IBA seinen Betrieb einstellt und darum künftig nicht mehr am ESC teilnimmt (übernimmt das in Israel dann ein anderer Sender?) – 12 aus Israel jedenfalls auch für Portugal. Salvador führt.

Albaniens Jury gibt seine 12 an Italien. Francesco springt auf Platz 4. Und er kriegt auch die 12 der maltesischen Jury – und springt damit weiter nach oben. Deutschland und Spanien die einzigen, die noch auf Punkte warten. Die mazedonische Jury fand Bulgarien am besten. Die Top3: Portugal, Bulgarien, Italien. Die drei, von denen wir vor 21 Uhr auch schon ausgingen.

Die dänische Jury gibt 12 an Schweden. Die Juroren aus Österreich geben ihre 12 an OG3NE aus den Niederlanden. Die norwegische Jury gibt 12 an Bulgarien. Es bleibt spannend vorn. Als 13. Land ist Spanien dran: Die Jury in Madrid gibt die Höchstpunktzahl an Portugal.

Kurze technische Probleme mit dem Netz…. aber nach 20 Ländern liegt Portugal mit Abstand vorn. Bulgarien auf Platz 2, Italien ist Dritter. Deutschland und Spanien sind noch ohne Punkte. „Do it for your lover“ und „Perfect life“ gleich gut/schlecht? Wirklich Quatsch!

Nach 20 Ländern kurze Pause – Verka Serduchka mit Oma unter den Fans in der Halle, kurze „Lasha tumbai“-Einlage. Die Show verzögert sich um ein paar Stunden…… 😉

Weiter geht’s mit Bulgarien. 12 Punkte gehen an – Österreich! Wir freuen uns mit Nathan!

Islands Jury (mit Svalas Vater als Jurysprecher) gibt 12 an Portugal. Salvador zieht davon. Die serbische Jury: Portugal. 210 Punkte für Salvador, 144 für Kristian Kostov.

Die „Oma“ aus Australien ist wieder da. Die Jury Down Under fand Lucie Jones aus UK am besten. Auch mal ne Überraschung. Ebenso die 12 aus Italien an DiHaj aus Aserbaidschan. In Deutschland steht Barbara Schöneberger wieder in Hamburg auf dem Spielbudenplatz – und die deutsche Jury fand „Grab the moment“ aus Norwegen am überzeugsten. Auch in Portugal fand die Jury DiHaj am besten. Die Schweizer Jury gibt 12 an Portugal.

Douwe Bob in den Niederlanden mit Hund auf dem Arm verkündet: Die Jury gibt 12 an Portugal. Die ersten 3 Punkte für Deutschland aus Irland! Nun ist Spanien allein Letzter. Die irische Jury fand Blanche am besten.

Die Jury in Georgien ließ sich von ebenso von Salvador verzaubern – und die Jury in Zypern gibt 12 an Griechenland. Langsam wird’s lächerlich… Die weißrussische Jury gibt ihre Höchstpunktzahl an Bulgarien. In Rumänien liebte die Jury den Beitrag aus den Niederlanden. Die Schwestern freuen sich. Die „Experten“ in Ungarn erfreute sich an Portugal. In Slowenien mochte man Lucie Jones (10) und vor allem Portugal. Die belgische Jury gibt Schweden die 12 Punkte.

Der arme Francesco – im Moment stehen die Italiener gerade mal auf Rang 5. Schlechter als noch befürchtet. Da kommen natürlich noch die Televoting-Punkte dazu. Aber reicht das dann noch zum Sieg?

Polen gibt 12 an Portugal. 341 zu 259 im Moment. Die britische Jury fand ebenfalls den portugiesischen Beitrag am besten. In Kroatien erfreute man sich an dem ungewöhnlichen Song aus Ungarn. In Tschechien: Portugal 12 Punkte. Italien fällt weiter ab. Wir sind völlig überrascht. Der Gastgeber Ukraine (Zlata Ognevich als Punktefee) gibt die 12 Jury-Punkte an die Naviband aus Weißrussland.

Das war’s mit den Juryvotes. Portugal führt, die Niederlande sind auf Platz 5. Deutschland Vorletzter mit 3 Punkten.

Timur ist nun bei Jan Ola Sand – der sagt, dass man nach dem Erfolg beim ESC 2016 das neue Punktesystem  beibehalten habe. Die Votes sind alle korrekt, sagt Sand. Dann mal los. Kann Francesco noch was reißen? Ich glaube es nicht.

Die wenigsten Punkte gehen heute Abend an Österreich (0 Punkte). Australien nur 2 Punkte. Deutschland 3 Punkte. Macht 6 Punkte. Und Spanien kriegt 5 Punkte. Also bleiben wir Vorletzte.

So, noch vier Länder übrig: Portugal, Bulgarien, Belgien und Moldawien. Platz 4 im Televoting mit 255 Punkte ist Belgien. Blanche vor Robin Bengtsson. Platz 3 im Televoting wurde Moldawien, 264 Punkte für SunStroke Project. Der Kampf Bulgarien gegen Portugal – wie spannend. Platz 2 im Televoting: 337 Punkte für Bulgarien. Platz 1 im Televoting: Portugal – Salvador Sobral bekam 376 Punkte. Damit steht fest:

Portugal hat zum ersten Mal den Eurovision Song Contest gewonnen. 758 Punkte für Salvador Sobral. Unglaublich! Dieses Land hat Jahrzehnte mitgemacht, nie gewonnen – Platz 6 war der bisher beste Rang für dieses Land. Und jetzt das!! Herzlichen Glückwunsch, Portugal! Congratulations, Salvador Sobral und Luisa Sobral!

„Music is feeling“, sagt Salvador auf der Bühne. Und das hat man bei ihm heute 100 Prozent gemerkt. Welch ein unglaublicher Erfolg! Wir können’s kaum glauben. Tjabe kommt aus der Halle, er ist völlig geflasht.

Zum Siegerauftritt kommt Luisa mit auf die Bühne – sie singt mit ihrem Bruder „Amar pelos dois“ im Duett, wie nach dem Sieg beim Festival da Cancao. Wir sind gerührt. Es ist so schön, die beiden da stehen zu sehen. Wir freuen uns jetzt schon auf den ESC 2018 in Portugal. Damit endet die Show, Henrik von Zweigbergk überreicht Luisa und Salvador die Trophäe.

Wir melden uns gleich mit den gesamten Ergebnis, außerdem gibt es in Kürze die Sieger-PK mit Salvador. Ob die Deutschen sich der Presse stellen, wissen wir derzeit noch nicht. Stay tuned!