Live-Blog: Irland entsendet 16-jährige Molly Sterling nach Wien

Molly Sterling

Die grüne Insel hörte im Rahmen der Late Late Talkshow Songs von 5 Kandidaten. Am Ende knapp die Nase vorn (gegen die Stimmen der Jury) hatte die 16-jährige Molly Sterling, die mit einer Ballade versuchen wird, an die glorreiche irische ESC-Geschichte anzuknüpfen. Wir haben die Show live gebloggt, hier ist nachlesen, wie aufregend und spannend der Abend war… Jetzt mit Videoclips.

Die von Ryan Tubridy moderierte legendäre Late Late Show im irischen Fernsehen beginnt um 22.35 Uhr. Der Livestream bei eurovision.tv ist hier zu finden und hier auf rte.ie. Die 5 Songs (mit Umfrage) haben wir hier vorgestellt. Ein Blogbeitrag zum schwedischen Hintergrund von Teilnehmerin Erika Selin findet sich hier.

Und weil man es gar nicht oft genug sehen kann, hier nochmal der Höhepunkt der letztjährigen Show, als Expertin und ESC-Siegerin Linda Martin mitten in der Liveshow so richtig der Kragen platzte:

 

So – ich bin’s, Armen!

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist dies mein erster Live-Blog. Und dann ist es gleich der irische. Das große ESC-Land hat den Sangeswettbewerb zwar schon 7 mal gewinnen können. Jedoch ist das letzte Mal schon 19 Jahre her. Ich würde nicht wetten, dass sich das dieses Jahr ändert. Dublin wird 2016 höchstens dann Gastgeber, wenn Australien gewinnt und als Co-Host der ESC dann in Irland stattfinden darf.

Aus 300 Einsendungen wählte eine sogenannte Fachjury 5 Songs aus, die zunächst am 9. Februar im Radio vorgestellt wurden. Nun dürfen heute Nacht Jury und Zuschauer gleichermaßen 50/50 ihren Song für Wien wählen.

Was tatsächlich positiv auffällt, die „Kleebatt-Ländler“ präsentieren ein breiteres Spektrum an Songs – von Rap über Up-Tempo bis zur traditionellen Ballade ist alles vertreten. Der Rapper ist ursprünglich in Sambia geboren, und eine Schwedin ist mit von der Partie… aber jetzt geht’s los…

Unsere allseits geliebte Niamh Kavanagh singt zunächst „Puppet on a string“ und wird von rot-schwarz gepunkteten Tänzerinnen umringt. Mehr und mehr ESC-Stars (im Ganzen Linda Martin und Paul Harrington) treten auf und singen (seltsamerweise) britische ESC-Hits. Will sich mir nicht eröffnen… was ist mit „Ein bisschen Frieden“ und „Olé Olé“…? Ach natürlich – jetzt haben wir Waterloo *augenroll* Aber alles in allem ein charmanter Start in eine nationale Vorentscheidung.

Ryan Tubridy (der Moderator) begrüßt enthusiastisch das Publikum und der Greenroom-Beauftragte erwähnt ausdrücklich die Australier, die in der ESC-Family herzlich willkommen geheißen werden.

Nun feiert man noch mal alle 7 Siege – natürlich starten wir mit Dana! Ich denke, da kommt später noch mehr. Wer 20.000 Euro gewinnen möchte, um seine Rechnungen zu bezahlen – kann jetzt anrufen und beim Quiz teilnehmen – in welcher Stadt findet dieses Jahr der ESC statt? Wer es weiß, kann eine Summe gewinnen, mit der man sicher mehrere ESC-Reisen finanzieren kann.

Das ging jetzt zu schnell – das Panel ist da. Ist das Olivia Jones? Sogenannte Fachmänner/Frauen, die über die Qualität der Songs befinden werden. Vermutlich auch den traditionsreichen Jahren nachtrauern… grad schreib ich’s – schon wird darüber lamentiert vom ersten Fachmann.

‚Olivia‘ fasst es richtig zusammen – eine gute Melodie schafft es auch heute noch an die Spitze. Conchita hatte einfach einen großartigen Song. Aber was machen die Iren falsch!? Scheinbar nehmen die Iren den Contest nicht mehr ernst. Der Rat, den Contest ernster zu nehmen fällt.

Ich fasse es nicht – Lindas Ausraster vom Vorjahr (oben im Video zu sehen). Ihre Leidenschaft für den Wettbewerb wird noch mal gezeigt. Jedesmal ist es das wert zu sehen. Linda beschreibt noch mal, dass die letztjährige Wahl (Can-Linn feat. Kasey Smith) vermutlich falsch war und ihr eigener Favorit bessere Chancen gehabt hätte. Nun, es ist schwer, dieses jetzt noch festzustellen.

Nun geht’s los:

1. Alex Saint – She’s so fine

Alex wurde in Sambia geboren und kam mit 15 Jahren nach Irland. Er findet, dass der ESC ein großartiger Wettbewerb ist und er einen Siegersong hat. Mal schauen… Ein Rap-Song hat es beim ESC noch nie sehr weit gebracht.

Alex tritt lässig mit einem offenen weißen Hemd und einer offenen Fliege auf. Ich kann ja Rap nicht besonders ab. Er selbst ist ein Schnuckel, wobei seine Stimme mir auf die Nerven geht. Und was macht diese Ausdruckstänzerin um ihn herum? Nennt man das Fusion? Rap meets Ballet oder so…. Also für mich gibt’s nur einen einzigen Grund, Alex wiedersehen zu wollen – in einer Bar mit nem Glas Bier. Aber auf keinen Fall für die Reprise.

2 Punkte von 10.

Was sagen die Experten? Olivia ist meiner Meinung – Rap kommt beim ESC nicht besonders an. Außerdem ist es ein wenig banal. Auch die anderen scheinen nicht besonders beeindruckt zu sein. Linda betont, es sei ein SONG-, nicht RAP-Contest. Ich bin überrascht über die Ehrlichkeit der ESC-Spezialisten – im Grunde haben die den ersten Song zerpflückt.

Ich glaube, das wird nix für Alex Saint.

 

2. Kat Mahon – Anybody got a shoulder

Dieser Song stammt vom ESC-Veteran Charlie McGettigan. Entsprechend wird’s jetzt ganz klassisch – aber hübsch. Ein rothaariges Mädchen in grünschwarzem Kleid, das mich an einen 70er-Jahre-Küchenvorhang erinnert. „Anybody got a shoulder“ ist ein sehr ruhiger Song, der von Streichern und Stimme bestimmt ist. Es ist tatsächlich nett anzuhören, und Kat hat ’ne süße Stimme. Entsprechend fällt der Applaus aus: enthusiastisch!

5 Punkte – von 10.

Die Gäste sind der gleichen Meinung und mögen den Beitrag. Linda Martin findet, es ist emotional, traurig und klassisch.

Meiner Meinung nach könnte der Song tatsächlich hervorstechen und durch seine Ruhe auffallen, allerdings muss am Auftritt noch gefeilt werden. Die Ausstrahlung eines Künstlers ist bei solchen Songs besonders wichtig… Dieses Kriterium sehe ich bei Kat Mahon zurzeit noch nicht erfüllt. Da muss man sich noch steigern.

Fan gegen Fan treten mit verschiedenen Fragen zum ESC in Wettstreit – da ist der Greenroom-Beauftragte und ein 16-Jähriger Fan, der seine eigene ESC-Seite betreibt. Auf einer Skala von 1-10 ist letzterer ein 1.000.000.000.000-Fan! (ist das eine Billion?)… anyway, das Kind gewinnt die Quiz-Runde.

Mädels – ich weiß, ihr seid von der Werbung genervt, aber für mich bedeutet es Verschnaufpause – uff… ich kann kaum zuschauen, vor lauter Schreiberei…

@ Frank N: ich weiß, die englische Billion ist weniger als die deutsche – ich habe einfach mal eine beliebige Anzahl von Nullen gesetzt…

 

3. Erika Selin – Break me up

Das ist heute, glaube ich, der große Favorit – eine schwedische Produktion. Böse Zungen könnten nun behaupten, das Lied ist zu schlecht, um am Melodifestivalen teilnehmen zu können. Aber mir gefiel es beim ersten Hören echt gut. Mal schauen, was es live hergibt.

Erika ist eine blonde süße junge Frau – sie trägt einen kurzen schwarzen Rock und einen mit goldenen Applikationen besetzten Long-Sleeve. „Break me up“ ist ein catchy Song, und auch die längeren Töne werden von Erika sicher gesungen. Man hört die schwedischen Elemente. Ich merke auch, wie meine Schultern sich zum Rhythmus bewegen. Allerdings ein zu typischer ESC-Song.

6 Punkte von 10.

Das Publikum findet, die Europäer könnten es mögen. Auch Linda ist der Meinung, dass alle Länder Punkte geben würden für diesen Song. Olivia moniert Ähnlichkeiten mit einem anderen Song. Aber das wird von den anderen abgetan.

Wir erinnern uns nun an J-Lo – der Mann, der den ESC zwei Mal als Sänger gewinnen konnte. 1980 zum ersten Mal. Richtig, es ist Johnny Logan.

 

4. Nikki Kavanagh – Memories

Der Song wurde unter anderem von der Sängerin selbst kreiert. Sie war 2010 schon im irischen Team in Oslo vor Ort und verlor dann gegen Jedward im Jahr 2011 um 2 Punkte.

Nikki trägt das einfache lange, schwarze Abendkleid. Sie hat fantastisch langes, glänzendes schwarzes Haar. Das Lied läuft noch, aber ich kann schon jetzt sagen, dass es bei mir links rein und rechts raus geht. Ein Siegersong ist das nicht. Zudem hab ich ein Problem mit ihrer Stimme – klang es nur für mich schräg?

Ja, die Experten stimmen mit mir überein – hier fehlte die Melodie. Die irische Oliva Jones betont ebenso, dass der Song nicht auffallen wird in Wien. Ich freue mich, dass Linda meine Bedenken ausspricht: Nikki hat es nicht geschafft, die Töne vernünftig zu treffen.

3 Punkte von 10.

 

5. Molly Sterling – Playing with Numbers

Die 16-jährige Molly hat den kommenden Song mitgeschrieben. „Playing with Numbers“ ist ein Teil ihres bald erscheinenden Albums. Beim Auftritt muss ich sofort an Norwegen 1988 denken. Damals saß die Interpreten ebenfalls blond, jung und süß am Klavier. Molly sieht aber etwas wilder aus als damals Karoline Krüger. Die Komposition trifft nicht unbedingt meinen Geschmack, ist aber bestimmt die anspruchvollste heute Abend. Ein großartiger Song, der von mir…

…8 Punkte bekommt.

 

Molly käme sicher ins Finale, weil so oder so, würde der Beitrag herausstechen. Wie gesagt, nicht unbedingt mein Geschmack, aber grandios. „Playing with numbers“ hat nicht die typischen ESC-Töne, aber das könnte positiv auffallen.

Nun hören wir ein weiteres Mal J-Lo und seien zweiten Sieg aus dem Jahre 1987. Ein fantastischer Song, der mich immer emotional werden lässt *heul*

So – das Voting hat begonnen. Nun können die Zuschauer abstimmen.

Playing with Numbers ist definitiv mein Favorit. Im Recap werde ich bestätigt. Erika Selin stand dann doch etwas steif auf der Bühne; von ansehnlichen Bewegungen, passend zum Lied konnte keine Rede sein. Kat Mahon fehlte es einfach an Ausstrahlung, auch wenn der Song hübsch ist. Über Alex Saint verlier ich hier keine weiteren Worte. Und Nikki sollte einfach Songs aussuchen, die sie dann im Zweifel auch singen kann.

Was meint ihr?

@Liane: ja danke – du hast es erkannt – ich liebe Werbepausen.

Muriel Day, die erste Frau, die Irland 1969 vertreten hat, wird begrüßt. Sie ist deutlich gealtert und nimmt scheinbar gerade ihr erstes Album auf.

Was da jetzt läuft, ist selbst für fortgeschrittene ESC-Fans eine Herausforderung – ein Quiz. Ryan dreht am Glücksrad und das Wort, auf das der Zeiger zeigt, ist der Hinweis für einen ESC-Song. Die Rate-Teams müssen dann diesen Song erraten. An sich nicht so einfach, wenn Ryan nicht ständig Tipps geben würde. Es kommt wohl mehr darauf an, dass dann der Song gesungen werden muss. Jetzt singen die auch alle zusammen!

Hoffentlich gehen die Spielereien nicht mehr allzu lange, bin mittlerweile auch müde und möchte ein Ergebnis.

So – nun sind alle Televotes drin und werden gezählt. In der Zwischenzeit hören wir Irlands 6. Siegersong „Rock’n’Roll Kids„.

Oh my God – zwei Fans sollen eigentlich gegeneinander antreten. Sie singen „Hold me now“ – statt gegeneinander zu singen, ist nun das gesamte Publikum aufgestanden und circa 250 überweigend tragisch veranlagte ESC-Fans singen jetzt „Hold me now“. Natürlich dürfen sich nun beide als Sieger bezeichnen.

Ryan fragt noch mal in die Runde, wer wohl der Sieger sein wird.

Linda: Kat oder Molly. Die anderen sind mehr oder weniger derselben Meinung. Nur Phil schwenkt aus und tippt auf „Anybody got a shoulder“.

Uff – natürlich musste das jetzt noch sein – der Sieger von 1996. Dann wird hoffentlich auch der heutige Sieger mitgeteilt.

Die Jurys werden nun aufgerufen. Jetzt dürften die ruhig etwas langsamer machen – ich komme nicht mehr mit, das mitzutippen.

Es sind fünf Juries, und als diese durch sind, führt „Anybody got a shoulder“ (50 Punkte) vor „Break me up“ (48 Punkte). „Playing with numbers“ ist Dritter (44 Punkte), der Rap ganz hinten.

Irland Voting Vorentscheid

Nun kommen noch die Zuschauerpunkte dazu, die genauso viel zählen wie die Jury. Und beim Televoting bekommt Molly die Höchstpunktzahl (60), „Anybody got a shoulder“ ist nur Zweiter bei den Zuschauern (50).

Das ENDERGEBNIS ist also denkbar knapp: Mit nur 4 Punkten Vorsprung gewinnt „PLAYING WITH NUMBERS“ mit Molly Sterling.

Irland Voting Vorentscheid

Vielen Dank für Eure Geduld und Euren zahlreichen Kommentare…. Armen wünscht Euch Gute Nacht – sagt doch noch kurz Eure Meinung zum Ausgang des irischen Finales.

Irland 2015: Molly Sterling – Playing with Numbers

 

Am Samstag warten übrigens fünf weitere Live-Blogs auf die Leser des PrinzBlogs mit 4 Entscheidungen!

 

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