Live-Blog Dänemark: Wikinger Rasmussen schippert mit „Higher Ground“ nach Lissabon

Dänemark hat seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon gesucht und gefunden: Rasmussen (Foto) fährt mit seiner Wikinger-Hymne „Higher Ground“ nach Portugal. Hier könnt ihr unseren Liveblog zur dänischen Vorentscheidung „Dansk Melodi Grand Prix“ nachlesen.

Der dänische TV-Sender DR bietet hier einen bunten Überblick zum Finale. Und hier wird ab 20 Uhr vermutlich gestreamt.

Wir haben in diesem Beitrag bereits alle teilnehmenden Songs im Überblick dargestellt und euch außerdem gefragt, welche Beiträge euch am besten gefallen. 44% von euch gefällt „Higher Ground“ von Rasmussen, gefolgt von „Boys On Girls“ von Sannie (35%) und – bereits abgeschlagen – „Holder fast i ingenting“ von Rikke Ganer-Tolsøe (13%). Schauen wir mal, ob das tatsächliche Ergebnis am Ende auch so aussehen wird.

Wir immer vergeben wir auch Punkte und zwar pro Person einen bis 10 Punkte. Da wir heute zu zweit vor dem Fernseher sitzen, kann jeder Beitrag bis zu 20 Punkte bekommen. Schreibt eure eigene Bewertung gerne in die Kommentare.

Die Show heute findet im Gigantium in Aalborg statt und wird von Annette Heick und Johannes Nymark (Lighthouse X) moderiert.

Die Top3 erreichen das Superfinale (per Jury- und Televoting-Entscheid), aus diesem wird dann per 100% Televoting der Sieger ermittelt.

Einen schönen guten Abend an euch allen! Der Dansk Melodi Grand Prix beginnt mit einer kleinen Reise durch die Geschichte des ESC und Annette und Johannes tragen jeweils passende Kleidung aus der jeweiligen Epoche.

Die Eurovisionshymne wird leicht modifiziert aufgeführt – zuerst im „Only Teardrops“-Style mit Flöte und Trommel, dann mit großem Orchester. Schön!

1. Ditte Marie – Riot

Die Dänen verlieren keine Zeit und es geht schon los. Ditte Marie klingt am Anfang sehr dünn und schräg oder waren das sogar Tonprobleme? Sie trägt einen schwarzen Overall und das Bühnenbild erinnert mich von den Farben her an Alma aus Frankreich. Der Rest des Bühnenbildes wurde – wie auch von einigen in den Kommentaren angemerkt – aus den vergangenen DMGP-Jahrgängen wiederverwertet. Außerdem hat Ditte fünf Tänzer im Schlepptau. Ansonsten ist das Liedchen zwar ganz nett und ein schöner Opener, aber auch nichts besonderes.

Wertung: 9 von 20 Punkten.

 

2. Anna Ritsmar – Starlight

Auch Anna trägt einen Overall, der aber nicht komplett schwarz, sondern über und über mit silbernen Sternen versehen ist. Sie hat außerdem eine silber-glitzernde Ukulele dabei. Auch der Backdrop passt zu ihrem Song „Starlight“ und zeigt entsprechend einen Sternenhimmel. Der Song ist ziemlich süß und erinnert mich an Grace VanderWaal. Anna strahlt und der Song passt sehr gut zu ihr. Könnte das eine Überraschung werden? Auch das Publikum jubelt…

Wertung: 16 von 20 Punkten.

 

3. Rasmussen – Higher Ground

Nun kommt also schon der große Favorit. Auch hier schaffen es die dänischen Songtechniker wieder nicht, den Ton rechtzeitig aufzudrehen. Rasmussen singt einen Song, der eine Mischung aus Game of Thrones und Emmelie de Forest ist. Das klingt sehr folkloristisch. Optisch ist die Bühne sehr düster, Rasmussen und sein Backgrund-Chor sind auch fast nicht ausgeleuchtet und tragen dunkle Kleidung. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht bin: Der Sound war irgendwie dünn und der Song kommt nicht richtig aus dem Quark. Hätte man den nicht etwas schneller produzieren können? Außerdem ist es mir dann doch etwas zu bemüht „Fluch der Karibik“-mäßig.

Wertung: 12 von 20 Punkten.

 

4. Sannie – Boys on Girls

Whigfield äh Sannie tritt im schwarzen Hosenanzug vor pinkem Hintergrund auf. Sie hat außerdem fünf Tänzerinnen und Tänzer dabei und ein überdimensionales Bett, das soll dann wohl eine Orgie darstellen – jeder mit jedem eben. Der Refrain bleibt schon im Ohr, aber vor allem auch, weil er x-mal wiederholt wird. Sannie ist leider auch nicht die allerbeste Sängerin. Aber optisch macht der Beitrag zumindest etwas her.

Wertung: 9 von 20 Punkten.

 

Nun folgt ein weiterer Ritt durch die Geschichte des ESC, diesmal mit einer Expertenrunde u.a. mit dem früheren dänischen Kommentator.

5. Sandra – Angels To My Battlefield

Sandra mal nicht in schwarz, sondern ganz in weiss. Sie trägt fast eine Jedward-Gedächtnisfrisur, also vergleichsweise kurz und nach oben gestellt. Ihre Stimmfarbe ist interessant, rau, aber leider an manchen Stellen auch etwas dünn. „Angels to My Battlefield“ ist sehr hymnisch, das gefällt mir, aber andererseits dann wieder nicht zwingend genug und zu langweilig.

Wertung: 11 von 20 Punkten.

 

6. Lasse Melling – Unfound

Auch Lasse singt ganz in schwarz und versemmelt gleich zu Beginn viele seiner Töne. Leider wird das auch im Laufe des Songs nicht besser. Klar, der ist auch schwer zu singen, in Schweden hätten sie ihm vermutlich einfach zehn Backgroundsänger hinter die Bühne gestellt und dann hätte sich das gut angehört. Aber so… Noch dazu kommt der Song so gar nicht aus dem Quark und weiß auch nicht richtig, wo er überhaupt hin will. Für mich der schlechteste Auftritt heute.

Wertung: 6 von 20 Punkten.

 

7. Carlsen – Standing Up for Love

Carlsen sind drei Frauen, die den obligatorischen Country-Song des Abends singen. Aber schon wieder stimmt etwas mit dem Ton nicht und dann sind die Strophen für die drei Damen auch noch zu tief. Im Refrain klingt das nämlich gar nicht so schlecht und erinnert an OG3NE und die Dixie Chicks. Sogar in der Choreographie haben sie sich an OG3NE orientiert. Ansonsten ein sehr blumiger Auftritt mit fallenden pinken Blättern im Hintergrund und zum Finale regnet es dann auch tatsächlich Blätter auf der Bühne.

Wertung: 13 von 20 Punkten.

 

8. Karui – Signals

Karui trägt ein glitzerndes Top und eine dunkle Hose. Sie singt einen Mid-Tempo-Soul-Song, der auch von Ivy Quainoo stammen könnte. Das ist auf jeden Fall die beste Stimme des Abends und vor allem passen Künstlerin, Staging und Backdrop zusammen und ergänzen sich gut, ohne zu sehr gewollt zu sein. Gefällt mir, aber ob das unbedingt die breite Masse anspricht, weiß ich nicht.

Wertung: 14 von 20 Punkten.

 

9. Rikke Ganer-Tolsøe – Holder fast i ingenting 

Coole Optik, alles in schwarz-weiss und nur Rikkes Kleid, ihre Lippen und ihre Fingernägel sind rot. Pluspunkte bekommt der Song, weil er auf dänisch ist und noch dazu vergleichsweise modern – kann man das elektronischen Schlager nennen? Vor allem ist das jetzt gut produziert, gut abgemischt und gut gesungen.

Wertung: 15 von 20 Punkten.

 

10. Albin Fredy – Music For The Road

Albin gibt sich ganz cool und singt den zweiten Country-Song. Hier wird mal mit ein paar visuellen und technischen Tricks gearbeitet. Das würde beim Mello niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken, aber in diesem Line-Up wirkt es endlich mal so, als hätte sich jemand wirklich Gedanken um die Inszenierung jenseits der handelsüblichen Choreo gemacht. Aber leider täuscht das dann doch auch nicht darüber hinweg, dass der Song ziemlich langweilig ist.

Wertung: 13 von 20 Punkten.

 

So, damit haben wir alle Beiträge für heute. Unsere Top 3 bislang:

1. Anna Ritsmar – Starlight
2. Rikke Ganer-Tolsøe – Holder fast i ingenting
3. Karui – Signals

Vermutlich werden es diese drei aber nicht ins Superfinale schaffen, Rasmussen dürfte auf jeden Fall dabei sein.

Ich vermute übrigens immer noch, dass heute etwas mit dem Ton nicht gestimmt hat. Beim Schnelldurchlauf (der vermutlich die Auftritte aus der Generalprobe zeigt) klingen alle Beiträge nämlich viel besser als sie in Wahrheit waren.

Nun wird noch ein Rückblick auf die Geschichte des ESC gezeigt und was am heutigen Tag wirklich bemerkenswert ist, dass das dänische Fernsehen auch einen Fokus auf das Zusammenspiel zwischen weltpolitischen Ereignissen und dem ESC legt. Endlich wird mal nicht so getan, als würde Politik beim ESC keine Rolle spielen.

Erster Pausenact: Johannes und Annette singen ein ESC-Medley inklusive diverser Dress Changes. Das macht Spaß! Und Annette singt sogar „Ein bisschen Frieden“.

Und nun kommt als zweiter Pausenact Conchita (formerly known as Conchita Wurst) und singt „Rise Like A Phoenix“. Sie trägt nun Kimono, tiefen Ausschnitt und Brusthaar. Und auch bei ihr funktioniert das Mikro erst mit leichter Verzögerung. Hoffen wir mal, dass so schnell kein ESC mehr in Dänemark stattfindet oder dann doch wieder SVT oder Brainpool zur Unterstützung herbeigerufen werden.

Erste Entscheidung des Abends. Im Superfinale sind:

Albin Fredy – Music For The Road

Rasmussen – Higher Ground

Anna Ritsmar – Starlight

Keine große Überraschung dabei, wobei mit Sannie aka Whigfield und Rikke Ganer-Tolsøe zwei im Vorfeld als Favoritinnen gehandelte Künstlerinnen ausgeschieden sind.

Die drei Superfinalisten dürfen jetzt nochmal performen.

Anna Ritsmar wirkt etwas sehr zurückhaltend auf der Bühne. Trotzdem hat der Song etwas zauberhaftes und die Sache mit der Ukulele hat auch einen ganz eigenen Charme. Ob das beim ESC ein willkommener Kontrapunkt wäre oder unauffällig untergehen würde, kann ich ganz schlecht einschätzen. Blogger Jan schreibt, „Starlight“ könnte auch von Lena stammen. Stimmt, dann wäre aber vermutlich etwas weniger Ukulele dabei.

Rasmussen hat auch diesmal in der ersten Strophe wieder einen stimmlichen Wackler. Mich stört die schlecht ausgeleuchtete Bühne, denn ich denke, man kann auch eine mystische Atmosphäre kreieren und die Leute trotzdem erkennen. Und ich finde den Mix zwischen Wikinger-Attitüde auf der einen und Choreo und Windmaschine auf der anderen Seite irgendwie unglaubwürdig. Aber der Song bleibt im Ohr.

Jetzt nochmal Albin. Dieses Pfeife und der stampfende Beat – ich glaube, das könnte am Ende der lachende Dritte sein. Und auch in Lissabon könnte er den Sebalter machen und besser als erwartet abschneiden.

Und jetzt wird es spannend.

Auf dem dritten Platz ist…

…“Music for the Road“.

Und der Sieger ist…

Rasmussen mit „Higher Ground“.

Damit landet „Starlight“ auf dem zweiten Platz.

Rasmussen fährt also mit „Higher Ground“ für Dänemark nach Lissabon. Herzlichen Glückwunsch!

 Dänemark 2018: Rasmussen – Higher Ground

 

Vielen Dank euch allen, dass ihr heute mitgelesen und mitkommentiert habt. Wenn ihr mögt, wechselt doch gerne rüber zu unserem Sanremo-Liveblog.

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