Live-Blog Estland: Die Favoriten setzen sich durch

stig elina

Der estnische Vorentscheid Eesti Laul ging mit einem absoluten Top-Favoriten, dem Retro-Duo Elina und Stig, ins Finale. Dann wurde es aber doch noch spannend. Die Juroren hatten Alternative Rock vorn, die Zuschauer fanden auch an Daniel Levi Gefallen. Doch die, die in Umfragen vorab schon haushoch führten, machten am Ende das Rennen: Elina Born und Stig Rästa fahren für Estland nach Wien. Hier unser Liveblog zum Nachlesen. Mit allen Videos der Auftritte.

Über die Semifinals haben wir hier und hier bereits Auskunft gegeben.

Die Sache sollte recht eindeutig werden heute Abend in Tallinn. Postimees, eine der größten Zeitungen Estlands, hat online eine Umfrage laufen mit der Frage: „Wer soll beim Eurovision Song Contest singen?“ und die Antwort ist mehr als klar:

Umfrage Eesti Laul 2015

Sprich: Alles andere als ein Sieg von „Goodbye to Yesterday“ wäre eine faustdicke Überraschung. Elina Born und Stig Rästa lassen den restlichen 9 Kandidaten nur noch 28 Prozent der Stimmen in der Umfrage und ziehen klar davon. Bei vielen Fans gilt die Nummer, die mich von der Stimmung her ein wenig an „Summer wine“ von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood erinnert, ja auch schon als potenzieller ESC-Sieger.

Nancy Sinatra & Lee Hazlewood: Summer wine

Damit genug Vorgeplänkel – herzlich willkommen zum Liveblog für das Eesti Laul Finale! Hier ist Matthias, der von Berlin aus den Blick nach Nordost richtet, nach Tallinn, wo heute Abend der Titel ausgewählt wird, der zunächst mal am 19. Mai im ersten Halbfinale des ESC starten wird – mit der Option, im Finale am 23. Mai ganz groß rauszukommen.

Noch laufen bei ETV die Nachrichten.

Los geht’s, die ESC-Hymne ist gelaufen, und ETV startet im wahrsten Sinne ganz bunt ins Programm. Schon in früheren Jahren hatte Eesti Laul ja durchaus ziemlich moderne Optik. Wir werden sogar auf Englisch mit „Good evening, Europe“ begrüßt – wie nett. Und erst mal ist Vorjahressiegerin Tanja mit „Five hours“ auf der Bühne – ist aber irgendwie nur eine Remix-Version von „Amazing“?!? Immerhin mit coolem Saxofon. Nicht schlecht, so gefällt mir das Lied besser als voriges Jahr. Und noch besser, weil auf das lächerliche Getanze verzichtet wird, das Tanja da letztes Jahr veranstaltet hat.

Tanja, Five hours/Amazing

Jetzt werden die zehn Finalisten angekündigt, und alle laufen auf der Bühne ein. Schon da gibt’s großen Applaus von Elina und Stig.

Moderiert wird die Show offensichtlich von einem ernst dreinschauenden Mr. Tagesschau und einem lustiger aussehenden Typen mit bunter Fliege und Schlupflidern. Wer für Estland zum Eurovision Song Contest nach Wien fährt, wird heute Abend ja über 50% Televoting und 50% Jury entschieden – die Jury wurde eben kurz begrüßt, sie sitzt im Publikum.

Eesti Laul moderatoren

Zack, und schon geht’s los mit Startnummer 1.

1. Luisa Värk, Minu päike („Meine Sonne“)

Luisa ist ja die Ehefrau von Taavi Rõivas, Estlands Premierminister. Ob das Sonderpunkte bringt? Sicher nicht. Das zitronengelbe Kleid hat sie wohl an, weil sie über die Sonne singt. Aber muss man da eine Kinderspielplatz-Schaukel auf der Bühne aufbauen? Wirkt etwas albern und gezwungen. Naja, das Lied selbst ist ja auch eher mäßig. Plätschert 3 Minuten lang dahin, ohne echten Höhepunkt. Da schaukelt Luisa halt nebenbei noch ein wenig, und ihre Background-Sänger stehen um die Schaukel rum. Hat mich nicht so umgehauen. 5/10

Luisa Värk, Minu päike

Kleines Interview im Green Room mit Luisa. Dann stellt der Moderator mit der Fliege die Jury namentlich vor. Die Moderatoren heißen Marko Reikop und Henrik Kalmet – ich weiß aber nicht, wer wer ist.

Einspieler-Film mit zwei estnischen Kids, die auf ’nem roten Sofa im Wohnzimmer sitzen und auf ihren Smartphones rumspielen… was immer das soll.

2. Maia Vahtramäe, Üle vesihalli taeva („Über dem wassergrauen Himmel“)

Gleich noch ein Lied auf Estnisch. Ein mit Countrygitarre aufgepepptes Lied. Irgendwie erinnert mich das an etwas, ich komme nur nicht drauf, was die Strophenmelodie in meinem Gedächtnis weckt. Optisch sieht Frau Vahtramäe ein bisschen aus wie Sarah Dingens aus dem Dschungelcamp. „Üle vesihalli taeva“ ist ebenfalls eine nett dahinplätschernde Nummer, die auch auf keinen Höhepunkt hinstrebt. Das hört man sich an, aber es bleibt wenig zurück. Aber ist zumindest interessanter instrumentiert ist als das Lied von Estlands First Lady, insofern: 6/10

Maia Vahtramäe, Üle vesihalli taeva

Auch mit Maia gibt’s ein Interview hinter der Bühne – und estnische Zuschauer twittern wohl fleißig, denn ETV blendet zwischendrin Tweets mit dem Hashtag #eestilaul2015 ein. Wer von euch also Lust hat und Estnisch kann… 😉

Die nächste Kinderszene, diesmal offenbar im Büro. Ein Junge spielt den Chef, in Anzug und Krawatte am Schreibtisch, und ein Mädel soll wohl irgendwas unterschreiben und beschimpft ihn dann. Gut, dass man kein Estnisch kann! 😉

Ende der Filmszene – Bild aufs Publikum, das schon wild klatscht. Kein Wunder, denn jetzt kommen:

3. Elina Born & Stig Rästa, Goodbye to Yesterday

Passend zum Retro-Pop das Bild jetzt in Schwarzweiß. Eine ähnliche Szenerie wie in der Vorrunde, mit Lampen auf der Bühne – aber doch etwas anders inszeniert. Bei der Vorrunde standen Stig und Elina Rücken an Rücken, jetzt schauen sie sich eher an. Wieder ist Elina live stimmlich stärker als Stig, er hat vor allem am Anfang Schwächen, steigert sich aber im Lauf der drei Minuten. Eine gute, eingängige Nummer ist das ja sowieso. Elina singt wieder richtig gut. Und auch von der Kamera gut eingefangen. Alles stimmig. Das könnte hier sicher klappen heute. Großer Applaus im Saal! 9/10 (ein Punkt Abzug wegen Stigs stimmlichen Schwächen)

Elina Born & Stig Rästa, Goodbye to Yesterday

Der nächste Kinder-Clip, diesmal auf dem Spielplatz an der Sandkiste.

4. Kali Briis Band, Idiot

Kali Briis singt darüber, dass die, die glauben alles zu wissen, die eigentlichen Idioten sind. Eine stark auf Keyboard-Sound setzende Rockpop-Nummer, die recht modern ist und auch etwas Anziehendes hat. Superman hinterm Schlagzeug. Tja, er sitzt jetzt hinter seinen Trommeln fest – die anderen dürfen über die Bühne springen und haben offensichtlich Spaß. Als Song ist „Idiot“ ganz passabel. Die verzerrte Stimme zwischendrin ist nicht so meins, aber den Refrain summt man doch recht schnell mit. Eines der besseren Songs im Angebot. 7/10

Kali Briis Band, Idiot

Mal kucken, wo die Kinder jetzt gleich sitzen. Noch werden hinter der Bühne Kali und seine Band interviewt.

Ah, eine Szene zuhause – der „Mann“ kommt vom Büro nach Hause, wirft die Aktentasche aufs Sofa und schaltet erst mal den Fernseher an, während die „Frau“ in der offenen Küche Zwiebeln schneidet. Dann hilft er aber auch und schneidet Karotten klein. So läuft das also auch in Estland in der modernen Ehe.

So, schon Startnummer 5 – dann ist schon die Hälfte rum.

5. Robin Juhkental & The Big Bangers, Troubles

Robin, 2010 beim ESC in Oslo mit seiner Band Malcolm Lincoln, versucht es dieses Jahr mit den Big Bangers. Mit denen präsentiert er eine Swing-hafte Nummer, inklusive Bläsern und Kontrabass auf der Bühne. Etwas Swing scheint’s ja dieses Jahr in vielen Ländern zu geben (heute Abend läuft parallel das 2. Halbfinale in Ungarn mit „That’s how it goes“). Nur ist Robin Juhkental eben kein Crooner wie Michael Bublé oder Roger Cicero. Er zappelt zu sehr herum wie 2010, als Crooner müsste er smoother sein. Die Nummer selber ist eigentlich richtig gut, vor allem der Refrain gefällt mir. Nur nimmt man eben Robin die Swing-Rolle nicht so recht ab. Gut gesungen war’s aber. 7/10

Robin Juhkental & The Big Bangers, Troubles

Nach einer Kinder-Szene in Schwarzweiß (die einzelnen Clips heißen „Alasti tõde“, etwa soviel wie „Die nackte Wahrheit“) geht’s in die zweite Hälfte des Starterfeldes. Einer meiner Favoriten ist dran:

6. Daniel Levi, Burning Lights

Was für ein cooler Auftritt! Daniel im schlichten weißen T-Shirt macht einen echten Konzertauftritt draus, klatscht vorn in der ersten Reihe die stehenden Zuschauer ab und dann gibt’s einen Stagedive ins Publikum, inklusive gefilmtem Selfie. Richtig klasse umgesetzt. Und dabei auch gut gesungen. Ich mag auch das Lied selbst, eine treibende Rocknummer mit markantem Refrain. Richtig gut. Gäbe es „GtY“ nicht, wäre das auch ein großartiger Song für Wien! 9/10

Daniel Levi, Burning Lights

„Alasti tõde“ geht weiter, mit einer Kinderszene in einem Wohnzimmer.

7. Elisa Kolk, Superlove

Eine Popballade, die mir aber zu seicht und zu beliebig ist. Hat etwas von Dansk Melodi Grand Prix, da tauchen solche Songs ja gern mal auf. Ziemlich 08/15. Mir gefällt auch Elisas Stimmfarbe nicht so, das hat ein bisschen was von Minnie Mouse (oder von Kalimera, Griechenland 2008). Aber sie trifft die Töne. Optisch okay umgesetzt, aber nichts, was heraussticht. Ich hab mich leicht gelangweilt. 5/10

Elisa Kolk, Superlove

Eine Kinderszene, halb auf Russisch, halb auf Estnisch. Auf der Straße fragt da wohl ein Russe nach dem Weg… Irgendwas mit Kreml-Propaganda. Ein Hauch von Politik im Eesti Laul?

8. The Blurry Lane, Exceptional

Auch das ist so eine Retronummer, die vom Sound her ein wenig zurück in die Sechziger führt. Mag ich. Das Saxofon ist gut in den Song integriert, die Frontfrau, die das Lied auch geschrieben hat, macht ihre Sache auch gut. Nur: Was hat die gute da an?? Eine Bluse in einem merkwürdigen Karminrot mit Silberschmuck, und dann einen schwarzen Lederrock – oje! Aber „Exceptional“ ist auch ein gutes Lied. 8/10

The Blurry Lane, Exceptional

Alles in allem ist dieses Finale abwechslungsreich, modern, eine schöne Mischung – ob der NDR zuschaut und sich fragt, was er da am 5. März macht?!?

Die nächste Kinderszene, während auf der Bühne alles hergerichtet wird für eine Band mit ungewöhnlichem Namen.

9. Elephants From Neptune, Unriddle Me

Die Truppe gibt es seit 2010, hat in Estland zwei Alben veröffentlicht und auch außerhalb Estlands auf Festivals gespielt. „Unriddle Me“ ist eine Alternative-Rock-Nummer – stammt also aus einem Genre, mit dem ich nicht so vertraut bin. Das Lied geht vielleicht so in Richtung Arctic Monkeys? Zumindest bieten die Elefanten eine neue, interessante Farbe fürs Eesti Laul und natürlich auch etwas, das den ESC bereichern würde. Nur wird es dazu sicher nicht kommen. Aber schön, dass hier sowas dabei ist. Auch wenn es nicht so meins ist. Das Lied endet allerdings sehr abrupt, das stört ein wenig. 4/10

Elephants From Neptune, Unriddle Me

Nach dem Backstage-Interview mit den Elephants läuft der Mr. Tagesschau ein bisschen durch den Greenroom, wo diejenigen, die ihre Auftritt schon hinter sich haben, recht entspannt in ihren Sesseln sitzen. Die Stimmung ist wohl ganz relaxt, und eine eher kleine Platte mit etwas Snacks gibts auch.

Noch eine Kinderszene, dann geht es ans letzte Lied im Wettbewerb:

10. Triin Niitoja & John4, This Is Our Choice

Triin (26 Jahre alt) wurde 2011 Vierte bei „Estland sucht den Superstar“. John4 ist Jaanus Saago (24), ebenfalls ein Castinggewächs. „This is our choice“ ist nochmal so eine leicht countryhafte Nummer – Auswirkung der Common Linnets? Triin klingt auch ein bisschen wie Jane Comerford. 😉 Der Refrain geht wieder mehr in die Popschiene und könnte so auch aus dem Melodifestivalen stammen. Ich finde aber, dass sich Jaanus und Triin stimmlich gut ergänzen, und das Lied ist auch ganz nett. Ein schöner Abschluss. Kein Siegertitel, aber gut, dass er im Finale ist. 6/10

Triin Niitoja & John4, This Is Our Choice

Und nun? Ist „GtY“ der sichere Sieger? In euren Kommentaren war ja von manchem auch zu lesen, dass der Drops noch nicht gelutscht sei und vor allem Daniel Levi Stig und Elina noch heftig Konkurrenz machen könnte. Ich bin gespannt.

Es gibt den ersten Schnelldurchlauf, die Esten dürfen jetzt anrufen.

Meine Top3 wären:
1. Goodbye to yesterday (9 von 10)
1. Burning lights (9)
3. Exceptional (8)

Dahinter dann punktgleich „Troubles“ und „Idiot“ (jeweils 7).

Jetzt darf 20 Minuten abgestimmt werden. Mal sehen, wie ETV diesen Zeitraum überbrückt. Hoffentlich nicht nur mit Gelaber. Ach nee, es gibt Musik: Tartu Popi ja Roki Instituut. Die knüpfen musikalisch gleich an die Retro-Songs im Wettbewerb an – Bild wieder in Schwarzweiß und eine Beatles-Optik. Hilft das womöglich „Goodbye to yesterday“? Man kann zumindest festhalten: Der Rockretro-Sound lebt in Estland, back to the late sixties (oder frühen Seventies) ist hier angesagt. Bei Tartu Popi & Roki Instituut etwas gitarrenlastiger und rockiger als vorhin bei Elina und Stig, aber auch nicht schlecht. Tartu Popi hätten auch im Wettbewerb antreten dürfen.

Tartu Popi ja Roki Instituut, Pausen-Act

Es gibt zum 2. Mal den Schnelldurchlauf. Noch neun Minuten.

Geben die Juroren jetzt schon ihre Punkte ab? Das beeinflusst doch das Televoting!?!!?!

Nach den ersten Juroren liegen die Elefanten vorn, aber Stig und Elina sind auch vorn mit dabei. The Blurry Lane liegen gerade hinten, merkwürdig. Ein Juror gibt Daniel Levi seine Höchstwertung. Dann wird wieder in den Greenroom geschaltet. Ein bisschen chaotisch ist das hier gerade, man kann nicht recht folgen, finde ich. Noch 6 Minuten Abstimmung fürs Televoting.

Eine weitere Jury gibt Daniel Levi 10, und Robin mit seinen Swingern 9 Punkte.

Vorne ist es knapp: Elina & Stig führen gerade mit 2 Punkten vor den Elephants From Neptune. Robin & Big Bangers Dritte mit etwas Abstand. Aber es springt hin und her, der nächste Juror gibt Triin und Jaanus seine Höchstwertung. Jetzt Punktgleichstand zwischen den Elefanten und Elina & Stig. Televoting läuft noch 3 Minuten.

Die nächste Jurorin hat die Elephants vorn, Robin auf Platz 2 und nur 7 Punkte für Stig & Elina, die damit nur noch Zweite sind. Die Alternative-Rock-Nummer ist bei der Jury offenkundig beliebt: „Unriddle Me“ liegt vor „Goodbye to Yesterday“. Der nächste Juror gibt Elina & Stig die Höchstwertung vor den Elephants. Hinten bleiben Blurry Lane, Estlands First Lady ist Vorletzte.

Der nächste Juror hat Daniel Levi ganz vorn – er ist jetzt Dritter. Die Elephants führen noch vor Elina & Stig. Alternative Rock in Wien? Na, noch nicht. Die Zuschauer haben ja auch noch was zu sagen!

Vorjahressiegerin Tanja ist auch in der Jury und hat Elina & Stig ganz vorn, Daniel Levi auf Platz 2. Und nur 5 Punkte für den Alternative Rock. Damit ist das Juryvotum abgeschlosssen. Elina & Stig liegen mit 89 Punkten einen (!) Punkt vor den Elephants From Neptune. Daniel ist Dritter, wenn ich das richtig gesehen habe.

So, jetzt warten wir aufs Televoting-Ergebnis. Die besten drei kommen übrigens in ein Superfinale – es gibt also eine 2. Runde hier heute Abend.

Der Moderator liest Namen vor, vermutlich das Ergebnis von hinten nach vorn. Er nennt die Premierminister-Gattin, Maia, Blurry Lane, Kali Briis, Robin Juhkental, Triin & John4. Damit haben wir die Plätze 10 bis 5.

So, und nun: Fürs Superfinale qualifiziert haben sich

– Daniel Levi, Burning Lights
– Elisa Kolk, Superlove

und

– Stig & Elina, Goodbye to Yesterday

Die Elephants sind also raus? Ja, die Rocker sind Vierte geworden.

„Superlove“, die etwas seichte Popnummer, ist also weitergekommen. Damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet, ich hätte da eher Robin Juhkental oder Blurry Lane gesehen, oder vielleicht sogar Triin & John4.

Jetzt wird’s nochmal spannend. Es geht in die nächste Abstimmung. Währenddessen gibt’s von Suur Papa Rap auf Estnisch, aber auf einen Triphop-Sound. „C’est la vie“ heißt das Lied, gar nicht mal so übel. Eesti Laul ist seit ein paar Jahren eine wirklich moderne Veranstaltung, die sich sehen lassen kann und den Verantwortlichen in anderen Ländern ein Vorbild sein sollte.

Suur Papa feat. Semy, C’est la vie

Ein weiterer Schnelldurchlauf, in dem ETV bei Daniel Levi natürlich den Stagejump ins Publikum zeigt. Das könnte ziehen – in diesen Schnipseln. Ist womöglich doch noch nicht alles durch und „Goodbye to Yesterday“ der sichere Sieger?

Die drei Superfinalisten dürfen letzte Worte an die Voter zuhause richten.

elisa kolk eesti laul

Eesti Laul Televoting rum

Die letzten Sekunden sind vorbei – nix geht mehr! Das Televoting ist durch.

Die Esten fahren nochmal Musik auf, die Band Junk Riot darf ein bisschen Indie-Rock zum besten geben. Der Sänger wirkt besessen – sowas würde zur Primetime in der ARD nie im Leben laufen! Der Song gefällt mir richtig gut. Hat was Mystisches – so was ähnliches (nur weniger rockig) gibt’s ja morgen Abend auch in Lettland. 🙂

Junk Riot

Wir warten aufs Ergebnis des Superfinales. Die beiden Moderatoren sind wieder auf der Bühne, mit Eesti-Laul-Kärtchen. Gibt’s was Entscheidendes vorzulesen?

Ja, die Hintergrundmusik, die die Spannung erhöhen soll, läuft… Und schon wird der erste Name genannt: Elisa Kolk ist Dritte geworden.

Also nun: Daniel Levi oder das Duo?

Und Sieger ist…

ELINA BORN UND STIG RÄSTA! Der erwartete Siegertitel ist auch Sieger geworden. „Goodbye to Yesterday“ heißt das Lied, das Estland in Wien vertreten wird. 

Daniel Levi ist Zweiter geworden, wie in der Umfrage oben ja auch prognostiziert (da wurde Elisa auch Dritte). Also ein Ergebnis letztlich ohne Überraschungen. Stig und Elina laufen vom Greenroom zur Bühne, ist offenkundig ein weiter Weg von der Bar, wo sie eben noch gemütlich saßen, bis in den Saal und dort einmal quer von hinten ganz nach vorn und auf die Bühne. Dort gibt’s kurz Smalltalk und dann singen die beiden ihr Lied nochmal.

Das Ergebnis des Superfinales:
1. Goodbye to Yesterday: 79 Prozent (!!)
2. Burning Lights: 13 Prozent
3. Superlove: 8 Prozent

Ich denke, das kann auch in Wien ganz gut funktionieren mit Stig und Elina. Ich hätte natürlich gern auch in der Stadthalle im Publikum gestanden und Daniel Levi aufgefangen, wenn er in die Menge springt – das wäre für Wien auch was gewesen. (Falls der NDR noch was Besseres braucht….)

Damit geht ein wirklich gutes Eesti Laul Finale zuende – es waren durch die Bank weg gute Songs dabei, und auch die Interval Acts konnten sich sehen lassen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, nur die Verkündung der Juryergebnisse war ein bisschen wirr. Aber alles in allem eine gute Show mit einem Ergebnis, das völlig in Ordnung geht.

Damit verabschiede ich mich und freue mich auf „Goodbye to Yesterday“ in Wien!

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