Live-Blog Island: Ari Ólafsson ist Überraschungssieger mit „Our Choice“

Sechs Titel hatten sich aus den Halbfinals qualifiziert und bewarben sie sich um die Nachfolge von Svala und ihrem „Paper“ und hofften nach 3 erfolglosen Jahren Island zurück ins ESC-Finale zu bringen. Der smarte Voice of Iceland-Teilnehmer Ari Ólafsson profitierte von seinem Voice-Bonus und ließ alle Favoriten hinter sich. Hier unser LiveBlog zum Nachlesen.

In der Laugardalshöllin am Rande von Reykjavik steigt wieder das Finale des Söngvakeppnin 2018. Neben den sechs Finalisten werden Vorjahresteilnehmerin Svala und der schwedische Melfest-Sieger von 2017 Robin Bengtsson zu Gast sein. Außerdem tritt die Siegerin von 2013 Emmelie de Forest auf. Die ESC Show Söngvakeppnin wird auf Island bereits zum 13. Mal genutzt um den ESC Teilnehmer zu bestimmen.

Wer sind die Favoriten? Meine isländischen Bekannte haben mir mitgeteilt, dass Dagur und Aron vorne erwartet werden. In unserer PrinzBlog-Umfrage führt hingegen Aron vor Fokus. Die Stimmung in der Laugardalshöllin ist ja immer sehr euphorisch. Ich selbst war vor 2 Jahren vor Ort und diesmal ist Co-Blogger Salman live mit dabei.

Nachdem alle wir alle 6 Wettbewerbstitel gehört haben, qualifizieren sich die besten 2 Acts für das Superfinale. Die Superfinalisten werden mittels 50% Juryvoting und 50% Televoting bestimmt.

Los geht’s. Die Show startet mit dem bekannten Einlauf in die Laugardalshöllin von Robin Bengtsson und „I can’t go on“. Robin hat einen neuen raspelkurzen Haircut, aber sieht Dressman-like aus wie eh und je. In schicker Abendrobe begrüßt das Moderationspaar die Zuschauer und schon starten die Wettbewerbsbeiträge:

 

1 Fókus – Battleline

Hier haben wir eine sympathische „alte“ Bekannte im Komponistenteam: Thorunn Erna Clausen. Sie ist die Witwe von Sjonni und war 2011 mit in Düsseldorf. Fokus treten einheitlich gekleidet in rot & schwarz auf und präsentieren ihren netten Scandipop-Schlager „Battleline“ etwas statisch und düster inszeniert. Im Vergleich zum Halbfinale haben sich Fokus nun im Finale für die englische Version entschieden. Stimmlich gibt es nicht viel auszusetzen. Zum Ende hin nimmt der Song gut Fahrt auf. Guter Opener und es gibt viel Applaus.
5,5 Punkte

 

2 Áttan – Here for You

„Here for you“ klingt im Vergleich zum restlichen Feld recht poppig und modern. In der Audio-Version einer meiner Favoriten, aber live kommt es leider total brav und harmlos daher. Auch stimmlich in den Strophen und im Refrain fehlt es an Power. Schade, hätten die Beiden die Handbremse gelöst, wäre bestimmt mehr drin gewesen.
3,5 Punkte

 

3 Ari Ólafsson – Our Choice

Der junge Ari stammt aus dem The Voice Stall, wie so viele ESC Teilnehmer in den National Finals 2018. Auch sein Song stammt aus der Feder von Thorunn Erna Clausen und auch er hat sich im Finale für die englische Version seines Songs entschieden. Der schmucke Ari hat sich zusätzlich noch extra in Schale geworfen, strahlt über beide Backen und wird unterstützt von einer Band. Ari präsentiert eine recht klassisch anmutende Pop-Ballade mit dramatischem langem Ton am Ende. So richtig frisch und spritzig wirkt der Song allerdings nicht, eher etwas schmalzig. Aber er wird bestimmt einige Teenie-Votes bekommen.
4 Punkte

Nun gibt’s erstmal eine Werbepause – natürlich mit Skyr.

 

4 Heimilistónar – Kúst og fæjó

Wow – sind das etwa die Frauen von Pöllapunk? Farblich würde es passen. Sympathischer Retro-Song in knallbunten 70iger Jahre Schlager-Outfits. Macht gute Laune und bekommt einen Sympathie-Punkt – nicht zuletzt fürs Beibehalten der isländischen Sprache. Wirkt zwar total aus der Zeit gefallen, ist aber durchaus unterhaltsam. Es gibt viel Applaus in der Halle.
5,5 Punkte

 

5 Aron Hannes – Gold Digger

Der 20jährige Aron startete seine Karriere 2014 bei Iceland Got Talent und schaffte es bis ins Halbfinale. Aron wurde letztes Jahr Dritter bei Söngvakeppnin und landete zwei Sommerhits („Sumarnott“ und „Morgunkoss“). „Gold Digga“ klingt sehr nach Bruno Mars und Motown. Aron performt den Song sehr lässig im BWL-Studenten-Look mit ein paar Tänzern. Einen Gold Digga-Eiswagen hat er auch auf der Bühne dabei. Das groovt ganz gut und es gibt erste stehende Ovationen.
7 Punkte

 

6 Dagur Sigurðsson – Í stormi

Dagur trägt einen schwarzen Uniform-ähnlichen Mantel und hat 4 Backing-Sänger dabei. Seine Stimme ist genauso kräftig wie seine Statur. Er hat eine richtige Power-Ballade am Start, in der seine imposante Stimme so richtig zur Geltung kommt. Der Song klingt auch gut auf isländisch. Allerdings ist sein Auftritt etwas statisch. Im Hintergrund ziehen düstere Wolken auf und zum Finale gewittert es heftig. Das stimmigste Gesamtpaket heute Abend.
7,5 Punkte

Damit sind alle Wettbewerbsbeiträge durch. Ich tippe auf Dagur und Aron. Es folgt der Schnelldurchlauf und eine Schalte in den Greenroom. Co-Blogger Salman meldet sich gerade aus der Laugardalshöllin: die beste Stimmung vor Ort war bei Dagur gefolgt von Heimilistónar und Aron.

Erster Interval Act ist Islands ESC-Teilnehmerin 2017 Svala. Sie hat eine tolle sehr gefühlvolle Piano-Version von „Paper“ mitgebracht und singt auf isländisch.

Im Small Talk erzählt Robin Bengtsson dann, dass er im März 2017 seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hat – in der Blue Lagoon in Island. Er dachte es wäre eine grandiose Idee, bis er in der Lagune die Durchsage hörte, dass sämtlicher Schmuck im Wasser abgelegt werden muss, weil das Wasser den Schmuck beschädige. Irgendwie hat der Ring das Abenteuer dann aber doch unbeschadet überstanden.

Zweiter Interval Act ist dann die ESC Siegerin von 2013 Emmelie de Forest, die ein Medley aus ihrem Titel „History“ und „Only Teardrops“ mitgebracht hat. Im Plausch mit den Moderatoren erzählt sie, dass sie vor ihrem ESC Sieg in einer Bäckerei gearbeitet hat und die Croissants vermisst. Am ESC würde sie gerne nochmal teilnehmen – als Komponistin.

Nun die Ergebnisse des Televotings und der Jurys. Dagur und Ari haben es ins Superfinale geschafft:

Das ist natürlich eine faustdicke Überraschung. Da hatte Ari sicher noch ordentlich Rückenwind von The Voice um sich ins Superfinale zu retten. Gold Digga konnte live nicht zu 100% überzeugen, daher nur Platz 4. Favorit Dagur liegt allerdings mit ordentlichem Abstand vorne. Im Superfinale entscheidet nun das Televoting alleine.

Thorunn ist überglücklich, dass es ihr Schützling Ari ins Superfinale geschafft hat. Zuerst darf nun Ari Ólafsson mit „Our Choice“ nochmal ran, gefolgt von Dagur Sigurðsson und „Í stormi“. Dagur singt um sein Leben und haut die Töne raus – es ist unglaublich.

Nun der Höhepunkt des Abends. Wer gewinnt das Superfinale? Es ist …
Ari Ólafsson – Our Choice
Damit wurde Favorit Dagur Sigurðsson vom The Voice-Sturm weggefegt. 

Er kann es selbst kaum fassen. Der smarte Ari hat tatsächlich nochmal das Ergebnis aus Runde 1 gedreht. „Our Choice“ ist somit Icelands Choice. Ich gönne Island von Herzen den Finaleinzug, aber das wird voraussichtlich auch 2018 ein eher schwieriges Unterfangen. 

 

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