Live-Blog Melfest 2018, Semifinale 3: Schlagerqueen Jessica & Idols-Sieger Martin Almgren im Finale

Das dritte Halbfinale des Melodifestivalen fand in der Malmö Arena statt. Serviert bekamen wir sommerliche Rhythmen im kalten schwedischen Winter sowie einen Comeback-Versuch von Melfest-Dauergast Jessica Andersson. Hier unser Live-Blog zum Nachlesen.

Herzlich willkommen zum Semifinal 3 aus der ESC Arena von 2013 in Malmö. Heute werden wieder per 100% Televoting (Anruf, SMS, App) zwei direkte Tickets für das Finale in der Friends Arena vergeben und zwei Tickets für die Andra Chansen. Die Moderation übernehmen wieder David Lindgren und Fab Freddie.

SVTplay hat wie gewohnt Ausschnitte der sieben Beiträge der Woche hier eingestellt, sowie die dazugehörigen Probenvideos hier. Und natürlich haben wir uns am Donnerstag die Schnipsel auch angehört und wie immer spontan mit bis zu 5 Sternen bewertet.

Auch 2018 ist das Melfest in Schweden wieder ein Publikumsmagnet: Das erste Halbfinale hatte in Schweden übrigens 3,3 Millionen Zuschauer und das zweite Halbfinale 2,9 Millionen Zuschauer. In der ersten Show wurden 6,6 Millionen Votes gezählt und in der zweiten Show 5,9 Millionen Votes. Mal sehen wer heute in Malmö vorne liegt?

Der Eröffnungsact ist diesmal David Lindgren zusammen mit John Österlund und ihrer Interpretation von „Livet – En Dröm“ inklusive einer Stepp-Tanz-Einlage. Und ruckzuck geht es schon mit den Wettbewerbsbeiträgen weiter.

 

1. Martin Almgren – A Bitter Lullaby 
(Josefin Glenmark, Märta Grauers)

Swedish Idol 2015 Gewinner Martin Almgren ist der erste Teilnehmer heute Abend. Er sieht ein wenig aus wie eine bärige und bärtige Version von Ed Sheeran. Er kommt extrem stimmgewaltig und auch gefühlvoll daher. „A Bitter Lullaby“ ist schöner Radio-Pop mit ein wenig Country-Flavour. Zwar nicht spektakulär – aber schön.

7 Punkte

 

2. Barbi Escobar – Stark
(Barbi Escobar, Costa Leon, Andreas ”Stone” Johansson)

RnB Sängerin Barbi hat einen Song über ihren Vater im Gepäck. Scheint ein neuer ESC Trend in dieser Saison zu sein. Barbi und ihre Tänzer sind schwarz gekleidet und haben eine durchaus unterhaltsame Choreo im Gepäck. Der Song „Stark“ klingt modern und nach aktueller Chartsmucke, aber er will so gar nicht zünden. Die 3 Minuten sind vorbei und es bleibt leider kaum etwas im Ohr hängen.

3 Punkte

 

3. Moncho – Cuba Libre
(Jimmy Jansson, David Strääf, Markus Videsäter, Axel Schylström, Moncho Monserrat)

Rapper Moncho ganz in weiß mit seinen Rastas serviert uns einen leider einen alkoholfreien Cuba Libre. Nebenwirkungen sind keine zu erwarten denn der Song vermittelt zwar einen Hauch von Sommerfeeling, aber plätschert dann doch zu belanglos vor sich hin. Die Tänzerinnen sind heißer als die Latino-Rhythmen. Mit der Polonäse auf der Bühne wirkt das leider wie ein Animationsprogramm in einem 3-Sterne All-inclusive-Hotel in der Karibik.

3,5 Punkte

 

4. Jessica Andersson – Party Voice
(Fredrik Kempe, David Kreuger, Niklas Carson Mattsson, Jessica Andersson)

Fan-Liebling Jessica hat 2003 Schweden beim ESC als Teil des Duos ‚Fame‘ mit „Give me your Love“ vertreten. Auch sie ist ganz in schwarz gekleidet und hat 4 Tänzerinnen in pink dabei. „Party Voice“ ist, wie sollte es auch anders sein, ein flotter eingängiger Partyschlager – absolut ideal für den Euroclub und ESC-Partys, aber trotzdem kein Favorit auf den Melodifestivalen-Gesamtsieg. Stimmlich wirkte es nicht ganz rund. Dafür sorgt sie für absolut gute Stimmung in der Malmö-Arena und lässt sicher das ein oder andere Fan-Herz höher schlagen.

6 Punkte

 

5. Kalle Moraeus & Orsa Spelmän – Min dröm
(Thomas G:son, Alexzandra Wickman)

Kalle & Orsa bringen den Dansband-Sound zurück auf die Melfest-Bühne und wandeln damit auf den Spuren von Hasse Andersson. „Min dröm“ (Mein Traum) kommt sehr traditionell und hymnisch daher. Man fühlt sich an ein schwedisches Midsommer-Fest erinnert. Es gibt Bögen aus Blumen und es wird viel getanzt – fröhliche Familien-Stimmung in der Malmö-Arena. Dieser Auftritt macht das Melodifestivalen bunt, aber ich bezweifle stark, dass es für eine Direktqualifikation reicht. Hat mich bei weitem nicht so mitgerissen wie damals Hasse Andersson…

5 Punkte

 

6. Dotter – Cry
(Linnea Deb, Peter Boström, Thomas G:son, Johanna ”Dotter” Jansson)

Dotter, die letztes Jahr Mariettes Beitrag „A Million years“ mit komponiert hat, versucht es 2018 nun selbst auf der großen Melfest-Bühne. Sie erhielt hohe Vorschusslorbeeren und lag lange bei den Buchmachern in Front – sicher nicht zuletzt Dank des vielversprechenden Komponistenteams. Sie präsentiert „Cry“ sehr düster und mysteriös. Der Song klingt spannend, weil sehr reduziert und schwebt in Sphären, die mich etwas an Björk erinnern. Teilweise wirkt es auf mich aber etwas geschrien und daher auch bisweilen anstrengend. Für mich nicht unbedingt der Melodifestivalen-Gesamtsieger 2018.

6 Punkte

 

7. Mendez – Everyday 
(Leopoldo Mendez, Jimmy Jansson, Palle Hammarlund) 

Mendez hat bereits 2 mal am Melodifestivalen teilgenommen und scheint sich den Sommerhit des Jahres 2017 „Despacito“ von Luis Fonsi genau unter die Lupe genommen zu haben. Irgendwie scheint das schon fast Tradition beim Melfest zu sein, dass man erfolgreiche Chartskompositionen adaptiert (wie z.B bei Frans und „Catch & Release“). Der Song „Everybody“ wirkt daher sehr konstruiert, aber verfehlt seine Wirkung nicht. Im kalten schwedischen Winter sorgt er für 3 Minuten Gute-Laune-Sommerfeeling. Das Publikum geht voll mit. Stimmlich gab’s in den Strophen ein paar Wackler. Kämpft heute Abend sicher mit um die Direktqualifikation.

6,5 Punkte

 

Mein Tipp für die Direkqualifiaktion: Martin und Mendez
Andra Chansen: Jessica Andersson und Dotter

„Who run the World, Girls“ – damit heizt der schrille Fab Freddie nun dem Publikum während der Voting-Phase ein. Und schon kommt das erste Ergebnis:

Ausgeschieden sind
Platz 7 Barbi Escobar – Stark
Platz 6 Dotter – Cry

Riesen Überraschung! Dotter, die von den Wettbüros zeitweise sogar auf Platz 1 für den Gesamtsieg beim Melfest gehandelt war, muss mit ihrer düsteren Inszenierung die Segel streichen und wird nach Hause geschickt. Ihr dürfte nun passend zum Titel „Cry“ zum Heulen zumute sein.

Und Schlag auf Schlag geht’s weiter mit dem nächsten Interval Act: Linnea Henriksson feat. Stor mit „Mamma Är Lik Sin Mamma“. Und einen tollen Einspieler mit Siw Malmkvist gibt’s auch noch – inklusive vieler schöner Melodien wie z.B. Prima Ballerina. Im nächsten Werbefilm taucht dann doch tatsächlich die unverwüstliche Anna Book auf.

Nun das Endergebnis:
Erster Finalist: Martin Almgren
Andra Chansen: Moncho
Andra Chansen: Mendez

Damit kommt es zum Showdown zwischen Jessica und Kalle Moraeus & Orsa Spelmän. Große Spannung in der Malmö Arena. Und siehe da die Party Queen mit der Party-Voice is back:

Jessica Andersson qualifiziert sich direkt fürs Finale!

Das war es aus Malmö. Nächste Woche geht es weiter mit dem letzten Semifinale aus Örnsköldsvik. Hören wir dort den Mello-Siegersong 2018 von Mariette? Es bleibt spannend. Aber wer heute Abend noch Lust hat ist herzlich dazu eingeladen noch zu unserem Live-Blog aus Montenegro rüberzuschalten. Viel Spaß!

P.S. Wie gewohnt ist die komplette Melodifestivalen-Show noch eine Woche bei SVT Play in der Mediathek verfügbar.