Liveblog: Frans holt erwarteten Melfest-Sieg – aber knapper als gedacht

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Frans, Molly oder Robin? Oder doch die Nacktbader? Schweden bestimmte als eines der letzten Länder seinen ESC-Beitrag, und wir haben das Melodifestivalen 2016 auch auf diesem letzten Weg mit einem Liveblog begleitet. Nach 2 Stunden hieß der Sieger, wie von den Medien im Vorfeld geschrieben, doch Frans – aber die Jurys hatten einen anderen Favoriten. Hier ist unser Liveblog zum Nachlesen.

SVT hat einen Livestream hier. Die offizielle EBU-Website eurovision.tv zeigt das Melodifestivalen-Finale seltsamerweise nicht, sondern überträgt heute nur Litauen und die Liedpräsentation in Serbien.

Wobei SVT auch aus dem Mello eine Liedpräsentation hätte machen können – denn allen Medienberichten in Schweden zufolge ist doch schon jetzt klar, wer am 14. Mai im Globen unter der Flagge des Gastgeberlandes singen wird… Oder kann doch noch jemand Frans gefährlich werden?

Und damit guten Abend, god kväll und herzlichen Willkommen zur vorletzten Vorentscheidung der Saison 2016 – gleich startet die letzte in Litauen, mit Kollege Douze Points, der auch livebloggt (hier). Womöglich ist das Finale in Litauen spannender als das, was uns aus Stockholm erwartet, schließlich gilt Frans längst als Sieger.

In drei Minuten geht’s los…

So, nu kör vi! Erst mal mit einem Appell, heute Abend die teurere Nummer zu wählen, um für Radiohjälpen zu spenden. Und schon  ertönt die kurze Eurovisions-Hymne, und Schauspielerin Stina Ekblad fordert alle Schweden auf, anzurufen („Ring! Ring!“) Wenn ich mich recht erinnere, war Stina ja auch schon vor ein paar Wochen beim Mello zu sehen, in einem Einspieler, wo sie den Text von „Groupie“ vortrug.

Jetzt werde Gina Dirawi und William Spetz vorgestellt, unsere Gastgeber heute Abend. Dina in einem merkwürdigen Rosenkleid mit nackten Schultern, William im cremefarbenen Jackett überm weißen Hemd. Und Ginas Frisur sieht aus, als wäre sie in der Ukraine beim Friseur gewesen – schön geflochtene Haare, flach um den Kopf gebunden.

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Jetzt stellen uns die beiden alle 12 vor, die heute Abend die Trophäe einheimsen und das Ticket zum Heim-ESC bekommen wollen.

Und schon geht’s los mit Panetoz. 2014 gefiel mir ihr „Efter solsken“ nicht so besonders, aber „Håll om mig hårt“ ist eine richtig coole Nummer.

 

1. Panetoz – Håll om mig hårt
(Jimmy Jansson, Karl-Ola Kjellholm, Jakke Erixson, Pa Modou Badjie, Njol Badjie, Nebeyu Baheru)

Panetoz, Håll om mig hårt (Finale)

Die fünf Jungs sorgen mit ihrer Nummer für gute Stimmung in der Halle. Ein prima Auftakt in die Show. Ihr „Tanz am Platz“ hat es auf der SVT-Website in die Wahl der besten Dancemoves des Melodifestivalen 2016 geschafft. Manche der Moves sind aber schon ein paar Jahre alt, da hat man einen Move von „Manboy“ (Eric Saade) recycelt. Eine stimmige Performance des Gute-Laune-Lieds, das auch beim ESC nicht so verkehrt wäre. Denn die Mischung aus Rap und gesungenen Teilen dürfte wohl vielen gefallen, zumal der Refrain extrem eingängig ist und man ihn schnell mitsummt. Aber über die Frage, ob wir Panetoz im Mai im Globen sehen werden, müssen wir nicht viele Worte verlieren, fürchte ich. Ich gebe aber 9/10.

 

2. Lisa Ajax – My Heart Wants Me Dead
(Linnea Deb, Joy Deb, Anton Hård af Segerstad, Nikki Flores, Sara Forsberg)

Lisa Ajax, My Heart Wants Me Dead (Finale)

Die Idols-Siegerin singt einen etwas zurückgenommenen Song, der auch entsprechend etwas statisch inszeniert ist. Die vielen weißen Fransen, die von der Decke hängen, erklären sich nicht wirklich, und auch das Getanze ist mir ein bisschen zu viel. Da hätte es auch ein bisschen weniger getan. Aber Lisa singt gut, bis zum schönen Schlusston. Ganz gut. 6/10

 

3. David Lindgren – We are Your Tomorrow
(Anderz Wrethov, Sharon Vaughn, Gustav Efraimsson)

David Lindgren, We are Your Tomorrow (Finale)

David war ja immer ein bisschen blass (sprich: ihm fehlte es etwas an Ausstrahlung), und nun hat er – im Gegensatz zu 2012 und 2013 – auch noch ein eher schwächeres Lied im Gepäck. An seine beiden vorigen Mello-Versuche „Shout it out“ und „Skylight“ kommt diese Nummer nicht ran, auch wenn man es mit grünem Laserlicht aufzupeppen versucht. Der Refrain klingt sogar schlagerhaft und könnte im Zusammenhang mit der Zeile „We are your tomorrow“ auch von Siegel/Meinunger stammen. Nach dem, was wir von David Lindgren schon hören durften, ist das eine Enttäuschung. 3/10

 

4. SaRaha – Kizunguzungu
(Anderz Wrethov, Sara „SaRaha“ Larsson, Arash Labaf)

SaRaha, Kizunguzungu (Finale)

Sara gewann vorige Woche ihr Duell gegen Isa, und nun ist sie mit ihrem Englisch-Kiswahili-Mix („you give me kizunguzungu“) im Finale. Hätte ich, ehrlich gesagt, nicht erwartet. In früheren Jahren hatten die Schweden derlei eher schon in einer Vorrunde rausgewählt. Aber Sara kommt ja auch süß rüber, und sie macht das ganze mit ihren vier Tänzerinnen auch sehr sympathisch. „Kizunguzungu“ ist das, was dem Genre Schlager heute Abend am nächsten kommt, nachdem der Schlager im Mello wohl endgültig tot ist. Ich finde es einen Hauch zu billig, und beim ESC wäre das wohl auch kein Erfolg. Aber für 3 Minuten Stimmung in der friends Arena ist es gut genug. 5/10

 

5. Oscar Zia – Human
(Oscar Zia, Victor Thell, Maria Smith)

Oscar Zia, Human (Finale)

Der frisch Geoutete will es wissen. „Human“ ist düster inszeniert, aber schon bei den ersten Tönen weiß ich nicht: Singt Oscar einfach grottenschlecht, oder soll dieses Gequake so sein? Im beatlastigen Refrain klingt es besser, aber das ist auch kein Wunder, wenn Oscar von gefühlt 100 Sängern vom Band unterstützt wird. In den Strophen klingt seine Stimme eher unangenehm. Das Lied selbst ist modern und nicht schlecht, und Oscar steht auch selbstsicher auf der Bühne, schaut angstfrei und sicher in die Kamera. Zwischendrin lächelt er sogar mal kurz. Damit hat er einen irgendwie, auch wenn die Stimme nicht meins ist. Für Song und Ausstrahlung gebe ich aber 5/10.

 

6. Ace Wilder – Don’t Worry
(Joy Deb, Linnea Deb, Anton Hård af Segerstad, Ace Wilder, Behshad Ashnai)

Ace Wilder, Don’t Worry (Finale)

Die, die als erste ins Finale einzog (erste Vorrunde), steht wieder in ihren Kisten. Die Pyramidenshow ist immer noch schön anzuschauen. Das muss man auch erst mal hinkriegen: singen und dabei fast die kompletten drei Minuten dauerlächeln. „Don’t Worry“ kommt an „Busy Doin‘ Nothin'“ nicht ran, aber der Bigband-Sound im Refrain hat ja auch was. Nur die 100 „Don’t worry, it’s alright“ gehen einem schnell auf die Nerven. Dafür gibt’s Punktabzug. 4/10

 

Ehe es weitergeht mit Startnummer 7, hat Lynda Woodruff wieder einen Auftritt. Die angebliche EBU-Beauftragte (gespielt von Sarah Dawn Finer) freut sich, dass Måns Sell-me-low im vergangenen Jahr den ESC gewonnen und damit den Wettbewerb wieder nach Schweden gebracht hat. Sie zeigt den Flughafen Arlanda und besäuft sich mit schwedischem Schnaps.

 

7. Robin Bengtsson – Constellation Prize
(Bobby Ljunggren, Henrik Wikström, Mark Hole, Martin Eriksson)

Robin Bengtsson, Constellation Prize (Finale)

Hui, Robin kann ja doch lächeln! Er betritt die Bühne und hat ein leichtes Lächeln im Gesicht. Das hat Seltenheitswert, wenn man sich die vielen Fotos von ihm ansieht. Er kuckt immer recht ernst. Dabei, das zeigt er im Einspieler, kann er doch schön lächeln. Und diese Augen… hach…. ich schweife ab. 😉

Für „Constellation Prize“ steht Robin wieder auf seinem Podest, das er schon in Vorrunde 1 hatte. Damit inszeniert man den Auftritt ziemlich disco-haft – das Podest mit seinem Lichterboden weckt bei mir irgendwie Assoziationen mit „Saturday Night Fever“ mit John Travolta, aber dann ist „Constellation Prize“ doch kein echter Uptempo-Dance-Song, sondern eher Midtempo. Der Refrain ist dennoch eingängig. Leider ist die Idee mit dem mundharmonikaspielenden Herrn Bengtsson nicht konsequent durchchoreographiert, da er sie ja nur am Anfang spielt. Aber ein stimmiger Auftritt, sicher gesungen und immer dran an der Kamera. Gut gemacht, 8/10 – und mit Chancen, ganz vorn mit dabei zu sein.

 

8. Molly Sandén – Youniverse
(Molly Sandén, Danny Saucedo, John Alexis)

Molly Sandén, Youniverse (Finale)

Mollys dritter Mello-Versuch nach 2009 (Så vill stjärnorna) und 2012 (Why am I crying). Und zugleich ihr Überzeugendster. „Youniverse“ finde ich als Wortbildung auch recht kreativ, und das Lied klingt modern, der Refrain könnte aber einen Hauch stärker sein. Der Effekt mit dem sich im Wind der Windmaschinen bewegenden Tuch wirkt ein bisschen billig. Das macht Molly mit einem sicheren, starken Auftritt wett. Schönes Bild, ganz in weiß mit ihren Tänzerinnen. Es plätschert schön dahin, und schon sind 3 Minuten rum. Ich glaube nicht, dass es zum Sieg reicht. Aber Molly dürfte in der oberen Hälfte des Rankings landen. 6/10

 

9. Boris René – Put Your Love on Me
(Boris René, Tobias Lundgren, Tim Larsson)

Boris René, Put Your Love on Me (Finale)

Für mich klingt ja „Put Your Love on Me“ wie die kleine Schwester von der Panetoz-Nummer, und Boris sieht ja auch aus wie der sechste Panetoz. Boris im weißen Anzug mit schwarzem Hut, sehr schick. Erst allein auf der Bühne, ehe nach dem ersten Refrain Tänzer in Alltagsoutfit dazustoßen. Am besten gefällt mir die kurze Szene in der Liedmitte: roter Hintergrund, davor die Tänzer nur als schwarze Schatten, während vorn rechts Boris weitersingt. Das sieht cool aus. Eine akzeptable Dance-Nummer, die allerdings nicht vorn mit dabei sein wird. Ich tippe eher mit einer Platzierung zwischen 10 und 12. Eigentlich schade. 6/10

 

Und nun der große Favorit:

10. Frans – If I Were Sorry
(Oscar Fogelström, Michael Saxell, Fredrik Andersson, Frans Jeppsson Wall)

William Spetz erinnert natürlich erst mal an das Lied, das der kleine Frans vor 10 Jahren als Siebenjähriger für Zlatan Ibrahimovic gesungen hat. Jetzt ist Frans Jeppsson-Wall fast volljährig – und wird, wenn alle Vorhersagen recht haben, die Halle heute Abend als Sieger verlassen. Der Junge aus Ystad (er spricht auch breites Schonisch) gilt als der Topfavorit.

Und so klatschen die ersten in der Halle schon mit, als nur die ersten Töne von „If I were sorry“ erklingen. Frans konzentriert, aber lässt sich vor allem in der zweiten Hälfte des Auftritts vom Mitklatschen des Publikums tragen – und zieht seinen Auftritt trotz allen Drucks, der sicher auf ihm lastet, locker-flockig durch (ich muss an Lena in Oslo denken). 3 Minuten, als ob es einfach nur ein Konzert wäre. Und das ist bekanntlich schon die halbe Miete. Die Halle tobt. Mein Lied ist es nicht so ganz, aber ich muss einräumen, er macht das richtig gut. 6/10

 

11. Wiktoria – Save Me
(Jens Siverstedt, Lauren Dyson, Jonas Wallin)

Wiktoria, Save Me (Finale)

Schon das vorletzte Lied. Die wasserstoffblonde Wiktoria in einem weißen Ganzkörperanzug mit silbernem Gürtel und einem großen „W“ als Gürtelschnalle. Ist das elegant oder eher ein Kleiderunfall? Ich bin mir noch unsicher. Dass man auf den weißen Anzug verschiedene Lichter strahlen lassen kann, ist aber auch sowas von ESC 2012 ff. So langsam dürfen sich Choreografen wieder was Neues einfallen lassen.

„Save Me“ beginnt mit Akustikgitarre, als käme ein Countrysong – und dann singt Wiktoria dazu von Anfang an irgendwie unpassend zu schnell, als ob sie schon mitten in einer Dancenummer wäre. Dieser akustische Widerspruch hat mich schon in der Vorrunde an diesem Lied gestört. Und alles in allem hat „Save Me“ etwas merkwürdig Altbackenes. Als habe man das schon vor 30 oder gar 40 Jahren gehört. Irgendwie so gar nicht meines. 2/10

 

12. Samir & Viktor – Bada nakna
(Fredrik Kempe, David Kreuger, Anderz Wrethov)

Samir & Viktor, Bada nakna (Finale)

Das letzte Lied aus Andra chansen – Samir und Viktor mit ihrem Bekenntnis, im Brunnen vom Sergels Torg mitten in Stockholm baden zu wollen. In den Proben zogen die Jungs sich ja weiter aus als in der Vorrunde, legten nicht nur die T-Shirts, sondern auch die Hosen aus. Heute Abend nun auch? Mal sehen.

Töne treffen die Jungs jedenfalls keine. Dabei ist das Lied alles andere als anspruchsvoll. Gut, dass im Refrain mehrere auf der Bühne (und sicherlich viele in der Halle) die beiden gesanglich unterstützen. Der kurze Instrumentalteil direkt nach dem Refrain gefällt mir an „Bada nakna“ am besten.

Und tatsächlich: Gegen Ende ziehen die Jungs erst ihre Shirts aus (Samir hatte auf der Rückseite „PEACE – FREEDOM – WAR“ stehen) und dann ihre Hosen.

In der Probenwoche gab es kurzzeitig ja Ärger, weil Samir mit seiner Unterhose Werbung für einen Hersteller machte, was bei SVT verboten ist. Da war er heute auf der sicheren Seite. Das Lied macht in der Halle gute Laune, der Mitgröl-Refrain bleibt schnell im Ohr, aber „Bada nakna“ kam zu Recht nicht direkt ins Finale und wird heute auch nicht gewinnen. Ich gebe dafür auch nur 3/10

Es gibt den ersten Schnelldurchlauf. Und was hat Gina da wieder an bzw. auf dem Kopf?

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Im Einspieler zitieren zwei Schauspieler des Königlichen Schauspielhauses in Stockholm (Dramaten) den Timoteij-Mello-Klassiker „Kom“.

Michael Nyqvist und Pernilla August rezitieren „Kom“

Danach gibt es eine weitere Folge von Jonas Gardells Schlagerschule. Der PRINZ Blogger nutzt die Chance für einen Toilettenpause…

Nun quatscht Gina Dirawi im Green Room ein wenig mit Oscar Zia.

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Und dann mit Samir und Viktor, die inzwischen wieder ihre Hosen anhaben.

Jetzt Monz mit „Heroes“ – der Auftritt, auf den wir gewartet haben. Eine Balladen-Version des ESC-Gewinnersongs, mit Kindern anstelle der Zeichentrickmännchen – cool inszeniert.

Måns Zelmerlöw, Heroes 

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Und schon kommen die Ergebnisse der elf internationalen Jurys.

Bosnien-Herzegowina beginnt, und die ersten 12 Punkte gehen schon mal gleich an Frans („If I were sorry“).

Zypern gibt seine 12 ebenfalls an Frans. Er führt mit 24 Punkten vor „Human“ von Oscar Zia (20).

Weißrussland gibt seine 12 Punkte an Lied 5, „Human“. Frans geht aus Belarus leer aus.

Niederlande: 12 Punkte für Ace Wilder, 10 für Frans. Er führt nun wieder.

Estland gibt 10 Punkte an „Youniverse“ und 12 Punkte an „If I were sorry“. Er führt mit 46 Punkten.

Israel gibt 10 Punkte an „Human“ und 12 Punkte an Wiktoria. Wie überraschend.

Zwischenstand: 1. Frans, 2. Oscar Zia, 3. Ace Wilder.

Mit Italien geht es weiter. Der schmucke Nicola gibt 10 Punkte an Frans und 12 Punkte an Ace Wilder. Es bleibt vorn also spannend.

Slowenien mit Maja Keuc als Punktefee, und die spricht richtig gut Schwedisch! 12 Punkte an Ace Wilder. Frans führt noch, aber es ist richtig eng vorn.

Bruno Berberes aus Frankreich, ein weiterer guter Bekannter. 10 Punkte gehen an Robin Bengtsson, und 12 Punkte an Frans.

Als nächste ist die Jury aus Norwegen an der Reihe. 12 gehen an Wiktoria. „Bada nakna“ hat von den Jurys übrigens noch keinen einzigen Punkt bekommen.

Australien: 10 an Oscar Zia, 12 an Ace Wilder. Damit führt jetzt Oscar Zia mit einem Punkt vor Frans. Spannend!!

Die Jurys sind durch, und Oscar Zia führt mit 89 Punkten, Frans hat 88 Punkte. Samir und Viktor derzeit letzte mit 0 Punkten.

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Doch das war erst die halbe Miete. Die andere Hälfte der Punkte kommen von den Zuschauern, die weiter anrufen dürfen. Der zweite Schnelldurchlauf jetzt.

2002 gab es das erste Melodifestivalen in der heutigen Form mit mehreren Vorrunden, und das feiert SVT ja dieses Jahr (in der ersten Vorrunde z.B. traten Las Ketchup mit dem 2002er-Hit „Ketchup Song“ auf).

Jetzt gibt es ein Medley bekannter Melodifestivalen-Songs seit 2002. „Adrenaline“ von Mendez (2002), „Kom“ von Timoteij (2010), „Kom och ta mej“ von Brandsta City Släckers (2002), „Bröder“ von Linus Svenning (2014), „Moving on“ von Sarah Dawn Finer (2009), „Live forever“ von Magnus Carlsson (2007), „Snälla snälla“ von Caroline af Ugglas (2009), „Sing for me“ von Andreas Johnson (2006), „Håll om mig“ von Nanne Grönvall (2005), „Begging“ von Anton Ewald (2013), und dann die beiden Veteraninnen Kikki und Elisabeth Andreassen („Vem é dé du vill ha“, 2002) plus „Lay your love on me“ von BWO, „Hero“ von Charlotte Perrelli (beide aus 2008). Ein großartiges Medley, das gar kein Ende zu nehmen scheint. Es endet mit „Dolce Vita“ von After Dark aus dem Jahr 2004.

Mello-Best-of-Medley

Und Gina haut noch einen Melodifestivalen-Klassiker raus: „Sverige, vi har ett resultat!“ Das des Televotings nämlich.

28 Punkte gehen an Lied 3, David Lindgren bekam also die wenigsten Anrufe.

31 Punkte gehen an Lied 12, Samir und Viktor also auch bei den Zuschauern nicht recht gefragt.

33 Punkte für Lied 2, Lisa Ajax mit 56 Punkten als Endstand.

35 Punkte für Lied 9, Boris René. Er hat 41 Punkte, liegt also hinter Lisa Ajax.

35 Punkte auch für Lied 6, Ace Wilder bei den Zuschauern also weniger beliebt als bei den Jurys.

36 Punkte für Lied 4, SaHara mit dem Kiswahili-Lied.

37 Punkte gehen an Lied 8, Molly Sandén also auf Platz 6 im Televoting gewesen.

39 Punkte für Lied 1, Panetoz.

43 Punkte an Lied 7, Robin Bengtsson gewinnt also auch nicht. er war Platz 4 im Televoting.

Oscar Zia, Frans und Wiktoria sind noch offen.

43 Punkte gehen an Lied 4, „Human“ also nur Platz 3 bei den Zuschauern.

9,5 Prozent der Anrufe, also 45 Punkte gehen an Wiktoria.

68 Punkte gehen an Frans, der damit gewinnt. Wie erwartet des Sieger des Abends: „If I were sorry“. Frans umarmt im Greenroom erst mal Oscar Zia.

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Monz überreicht Frans die Trophäe. Frans ist der jüngste Melodifestivalen-Gewinner, seit Carola 1983 als 16-Jährige mit „Främling“ gewonnen hatte. 12 Millionen Stimmen kamen heute Abend zusammen, sagt William – ein neuer Mello-Rekord!

mans-frans

Frans vertritt also, wie erwartet, das Gastgeberland Schweden am 14. Mai im Finale des 61. Eurovision Song Contest. Das Publikum in der Friends Arena jubelt, und der 17-Jährige singt nochmal „If I were sorry“.

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Das gesamte Ergebnis:

1. Frans, „If I Were Sorry“, 156 Punkte
2. Oscar Zia, „Human“, 132 Punkte
3. Ace Wilder, „Don’t Worry“, 118 Punkte
4. Wiktoria, „Save Me“, 114 Punkte
5. Robin Bengtsson, „Constellation Prize“, 83 Punkte
6. Molly Sandén, „Youniverse“, 76 Punkte
7. Lisa Ajax, „My Heart Wants Me Dead“, 56 Punkte
8. Panetoz, „Håll om mig hårt“, 53 Punkte
9. SaRaha, „Kizunguzungu“, 47 Punkte
10. Boris René, „Put Your Love on Me“, 41 Punkte
11. David Lindgren, „We are Your Tomorrow“, 39 Punkte
12. Samir & Viktor, „Bada nakna“, 31 Punkte

Der erwartete überragende Sieg war es aber nicht – am Ende war es doch knapper als gedacht. Bei den Jurys lag am Ende sogar Oscar vorn, nicht Frans. Ein klarer Vorsprung nur im Televoting (45 Punkte für die zweitplatzierte Wiktoria, die ich für völlig überbewertet halte; 68 Punkte für Frans). Und DJ Ohrmeister, der in der Halle ist, berichtet, dass dort, wo er in der Halle im Parkett steht, die Leute bei Frans‘ Sieg regungslos gestanden hätten, „kaum Applaus hier unten… viele genervte Gesichter“. Jedenfalls war’s kein Durchmarsch für den jungen Herrn aus Skåne.

Frans: If I Were Sorry, Finale

Damit wird das Teilnehmerfeld für Stockholm im Mai langsam vollständig. Was haltet ihr von „If I were sorry“ als schwedischen Beitrag 2016?

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