Live-Blog Moldawien: Kirkorov-Song „My Lucky Day“ von DoReDos triumphiert

Trotz leerer Kassen beim Sender TRM schaffte Moldawien beim ESC in Kiew die Sensation. Sunstroke Project holten mit „Hey Mamma“ überraschend Platz 3. Nun gilt es die Bronzemedaille zu verteidigen: 16 Wettbewerbsbeiträge kämpften in der moldawischen Hauptstadt Chișinău um den Sieg bei „O Melodie Pentru Europa“. Mit dabei ein Song aus der russischen Hitschmiede von Philipp Kirkorov. Hier unser Live-Blog zum Nachlesen.

Herzlich willkommen zur Show „Ein Lied für Europa“ aus der moldawischen Hauptstadt Chișinău. Showbeginn ist 18:40 Uhr. Angesetzt ist die Show auf über 3 Stunden. Wir benötigen also viel Durchhaltevermögen. Die Entscheidung bei „O Melodie Pentru Europa“ wird heute zu jeweils 50% per Jury- und Televoting getroffen.

Gerne würde ich nun starten – aber wie befürchtet. Alle Livestreams funktionieren so holprig, dass das Bild ständig einfriert. Wer also einen funktionierenden Link hat – gerne her damit! Bin jetzt bei Facebook Moldova – dort läuft der Stream noch am Besten.

Opener war derweil eine Dance-Performance in folkloristischen Trachten und anschließend durften Sunstroke Project ran und für ordentlich Stimmung sorgen. „Hey Mamma“ kam in Kiew auf Platz 3 mit 374 Punkten und verbesserten die beste Platzierung für das Land aus dem Jahr 2005 von Zdob şi Zdub mit „Boonika bate doba“ gleich um drei Positionen. 2016 versuchen 16 Acts in deren Fußstapfen zu treten:

Moldawien hat insgesamt 13 mal am ESC teilgenommen und haben sich seit 2004 insgesamt 9 von 13 mal fürs Finale qualifiziert. Eine richtig tolle Quote für dieses kleine, aber sympathische Land.

Ohne viel weiteres Vorgeplänkel kündigt das Moderatoren-Duo schon den ersten Wettbewerbsbeitrag an. Bitte seht es mir nach, wenn ich aufgrund des ruckelnden Live-Streams nur kurze Bewertungen bzw erste Eindrücke zu den Songs abgeben kann.
Los geht’s

Startnummer 1: Tolik – Broken glass

Tolik ist ganz in schwarz und hat eine düster anmutende Pop-Nummer dabei. Dramatisch gesungen. Nicht schlecht für den Beginn.
5 Punkte

 

Startnummer 2: Lavinia Rusu – Altundeva

Laviana .. der Name erinnert an Levina 😉 ist mit ihren Tänzern komplett in schwarz-weiss. Es gibt eine schöne Choreografie, aber der Song plätschert bestenfalls so nett vor sich hin.
4,5 Punkte

 

Startnummer 3: Bella Luna – Moments

Bella Luna haben sich schick gemacht und singen eine klassische Ballade, wie sie auch schon vor vielen Jahren am Vorentscheid hätte teilnehmen können. Sowas gehört in jeden Vorentscheid, aber diese Ballade war leider nicht stark genug für den Sieg.
3,5 Punkte

 

Startnummer 4: Anna Timofei – Endlessly

Anna hat einen sich schön steigernde Ballade am Start mit einem Refrain, der sogar im Ohr bleibt. “Endlessly” stammt übrigens aus der Feder vom Geschwister-Duo Ylva & Linda Persson. Gefällt mir bisher am Besten. Hier wirkten Sängerin, Song und Präsentation relativ stimmig.
6,5 Punkte

 

Startnummer 5: Ilia Sorocean & Dasha DaGro – Minds and veins

Ilia und Dasha performen vor ihren Konterfeis. Sie haben Tänzer dabei und „Minds and veins“ ist bisher die flotteste Nummer des Abends. Bringt ein bisschen Stimmung und animiert zum Mitwippen. Ganz nett.
5 Punkte

 

Startnummer 6: Che-MD – Inima-n stîngă

Che-MD verbinden rockige und folkloristische Sounds. Sogar eine Panflötenspielerin ist dabei. Für mich bisher der spannendste und interessanteste Beitrag.
6,5 Punkte

 

Startnummer 7: Constantin Cobîlean – Numai tu

Und gleich nochmal rockige Töne, diesmal mit Constantin Cobîlean und seinen Band. Ordentlicher Song, der aber eher nach Album-Fülltitel klingt. Unglücklich, dass die 2 rockigen Songs direkt hintereinander kamen.
4,5 Punkte

 

Startnummer 8: DoReDos – My lucky day

DoReDos haben bereits 2015 mit “Maricica” und 2016 mit “FunnyFolk” am National Final teilgenommen und vordere Plätze belegt. Das könnte nun heute ihr „Lucky Day“ werden. Mit tatkräftiger Unterstützung der russischen Pop-Legende Philipp Kirkorov als Komponist und Texter John Ballard haben die DoReDos einen schmissigen Party-Song mit Ethno-Elementen am Start. Der Song wirkt zwar schon etwas angestaubt, aber hat ordentlich Drive und Instant Appeal. Die DoReDos haben 5 Spiegel und 3 Tänzer dabei mit denen sie auf der Bühne herumwirbeln. Bisher für mich das stimmigste Gesamtpaket im Angebot von „O Melodie Pentru Europa“.
7,5 Punkte

 

Startnummer 9: Sandy C & Aaron Sibley – Once upon a time

Sandy und Aaron sind ein moldawisch/bristisches Duo und haben eine schöne Klavierballade am Start und erzeugen sogar ein klein wenig Gänsehaut. Ist was für Liebhaber aus der guten alten ESC Zeit. Sehr reduziert inszeniert mit Aaron am weißen Klavier und Sandy in schicker Robe.
6 Punkte

 

Startnummer 10: Anna Odobescu – Agony

Anna hat sich für ein schwarzes Leder-Outfit entschieden und präsentiert uns einen sich dramatisch steigernden Song mit Gitarrenriffs. Ist mir ein wenig zu viel Drama.
5,5 Punkte

 

Startnummer 11: Nicoleta Sava – Esencia del sur

Die Essenz des Südens zaubert uns Nicoleta auf die Bühne. Ihr Song ist in rumänisch und spanisch gesungen (wie damals bei Mandinga) und es werden viele Latino-Klischees erfüllt. Nicoletas Outfit und der Song haben jede Menge Flamenco im Blut. Sehr flott geht es zu und zum Songfinale gibt’s eine Hebefigur.
6,5 Punkte

 

Startnummer 12: Doinița Gherman – Dance in flames

Doinita hat schon mehrmals ihr Glück versucht. Diesmal sollen ihr tanzende Flammen Glück bringen. OMG – das ist so trashig inszeniert – man weiss gar nicht wohin schauen. Die Flammenröcke der Tänzerinnen sind Barbara Dex-Award tauglich und dann taucht noch ein posender in Gold eingesprühter Bodybuilder auf. Soundmäßig erinnert der Song an „Venla bailar conmigo“. Leider hörte man auch den ein oder anderen schiefen Ton, aber das fällt kaum auf, da man ja durch die Fremdschäm-Inszenierung abgelenkt ist.
6 Punkte (wegen des Unterhaltungswertes)

Immer nach 4 Beiträgen gibt es Werbung – vorzugsweise Arzneimittel. Kommentator Biobanane mutmaßt schon, ob Moldawien die EU-Richtlinie für Arzneiwerbung übernommen hat. Besser wäre es, TRM würde vor den Risiken und Nebenwirkungen mancher Songs warnen, z.B. beim nächsten Song:

 

Startnummer 13: Felicia Dunaf – Alien

Felicia hat sich in einen Alien verliebt. Der Song startet ruhig und verwandelt sich dann in einen Euroclub-Dancetrack der billigeren Sorte. Kann man nach ein paar Prosecco richtig gut finden. Der Refrain ist zuckersüß und klebrig. Aliens gibt es keine zu sehen, dafür Hebefiguren.
5 Punkte (einen Extra-Punkt weil es Patricks Favorit ist)

 

Startnummer 14: Viorela – The gates of love

Schönes Violinen-Intro von Viorela. Ihr walzerartiger Song „The Gates of Love“ hat Höhen und Tiefen. Stimmlich meistert sie den Song aber ganz gut.
4,5 Punkte

 

Startnummer 15: Vera Țurcanu – Black heart

Vera hat als Gimmick ein Sofo mit Gurten dabei. „Black heart“ startet sphärisch und entwickelt sich zu einen dramatischen Pop-Klage-Lied – allerdings ist der Refrain nicht stark genug. Klingt aber moderner als alle bisherigen Songs. Außerdem wird „Black heart“ durch die Inszenierung zusätzlich aufgewertet.
5,5 Punkte

 

Startnummer 16: Ruslan Tsar – Come to life 

Was hat eigentlich Otto Waalkes in knallengen roten Hosen in einem moldawischen Vorentscheid zu suchen? Ich bin irritiert. Der Rocksong „Come to Life“ ist mehr geschrien als gesungen und wirkt für mich aus der Zeit gefallen – wie eine Parodie. Sorry, zu diesem Song finde ich keinen Zugang.
1,5 Punkte

Hellelujah! Wir sind durch und mittlerweile hält der Stream. Eine Frage an TRM: Wer hat sich bitte diese unsinnige Startreihenfolge ausgesucht? Die zwei Latino-Nummern direkt hintereinander, die zwei Rocknummern aufeinander folgend und das furchtbarste Lied zum krönenden Abschluss?

Meine Prognose wäre: DoReDos oder Anna Timofei. Die unterhaltsamsten Trash-Beiträge des Abends kamen eindeutig von Doinița Gherman und Felicia Dunaf.

Nun dauert er nur noch knapp 2 Stunden bis der Sieger gekürt wird. Bin gespannt wie TRM die Zeit füllt. Klar zunächst gibt es einen ausgiebiger Schnelldurchlauf und danach einen Lissabon-Werbefilm gefolgt von unzähligen Schalten in den Green Room.

Das Televoting ist nun beendet. Mal sehen wie lange die Auszählung dauert. Nun tritt eine Trachtengruppe auf und im Hintergrund sehen wir Landschaftsaufnahmen aus Moldawien. Es folgte ein Mini-Konzert von Sunstroke Project.

Nun die Jurywertungen:
Die ersten 6 Jurywertungen dominieren DoReDos haushoch und räumen jeweils 12 Punkte ab und führen mit 72 Punkten schon deutlich. Wird das etwa ein Start-Ziel-Sieg für die Kirkorov Schützlinge?

Hier nun der Endstand nach 10 Jurywertungen:

Nun das Televoting:
Auch hier triumphieren die Favoriten DoReDos mit gewaltigem Vorsprung! „My Lucky Day“ hat doch tatsächlich 10x so viele Televotes gesammelt wie der Zweitplatzierte Tolik. Nicoleta Sava liegt noch weiter abgeschlagen an dritter Stelle. Durch das Umrechnen in die 12 Punkte-Skala geht der riesen Vorsprung von DoReDos natürlich wieder verloren. Hier die umgerechneten Punkte aus dem Televoting:

Hier nun das Endergebnis aus Jurywertung und Televoting:

 

My lucky Day“ von DoReDos ist somit der eindeutige Gewinner von „O Melodie Pentru Europa“. Moldawien hat sich nach Sunstroke Project also schon wieder für ein Trio entschieden. Der Kirkorov-Song wird beim ESC sicher stark polarisieren, aber mit Sicherheit Punkte abgreifen. DoReDos starten nämlich im zweiten Halbfinale genauso wie Rumänien und Russland. Damit dürften ein paar Douze Points für „My Lucky Day“ auf jeden Fall garantiert sein…

DoReDos – My Lucky Day

Damit ist unser LiveBlog aus Chișinău beendet. Heute am ESC Super Saturday habt ihr die Qual der Wahl und könnt bei den LiveBlogs aus Ungarn, Lettland, Slowenien oder der Ukraine mitfiebern. Viel Spaß!

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