Live-Blog Armenien: Sevak Khanagyan singt „Qami“ in Lissabon

Armenien hat seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon und damit einen Nachfolger für Artsvik und ihr „Fly With Me“ gesucht und gefunden. Sevak Khanagyan (Foto) und sein Song „Qami“ erhielten in der Vorentscheidung „Depi Evratesil 2018“ sowohl von der Jury als auch vom Publikum 12 Punkte. Hier findet ihr unseren Liveblog zum Nachlesen.

Die Show wird ab 18:40 Uhr hier live gestreamt. Wenn der Stream nicht funktioniert (was eher die Regel als die Ausnahme ist), gibt es hier eine Alternative auf YouTube.

Zu Beginn des Auswahlprozesses nahmen 20 Songs an „Depi Evratesil“ teil, die wir hier vorgestellt haben. Aus diesen 20 Songs wurden im Laufe von zwei Halbfinals 10 Songs, die heute im Finale gegeneinander antreten.

Die Startreihenfolge sieht voraussichtlich folgendermaßen aus:

1. Sevak Khanagyan – “Qami”
2. Gevorg Harutyunyan – “Stand Up”
3. Lusine Mardanyan – “If You Don’t Walk Me Home”
4. Kamil Show – “Puerto Rico”
5. Amaliya Margaryan – “Waiting for the Sun”
6. Nemra – “I’m a Liar”
7. Mariam – “Fade”
8. Mger Armenia – “Forever”
9. Robert Koloyan – “Get Away With Us”
10. Asmik Shiroyan – “You and I”

Das Ergebnis wird letztendlich zu je 50% von einer Jury und von den TV-Zuschauern bestimmt.

Guten Abend alle zusammen zu diesem der Zeitverschiebung geschuldeten frühen Vorentscheidung. Wie immer werden wir auch heute wieder alle Beiträge mit bis zu 10 Punkten bewerten und da wir uns heute zu zweit vor dem Livestream versammelt haben, kann jeder Act also bis zu 20 Punkten erhalten.

So, jetzt sollte es eigentlich losgehen, aber bislang haben wir keinen Livestream. Kommentiert gerne, wenn ihr einen funktionierenden Link findet.

Die Sendung selbst scheint übrigens noch gar nicht loszugehen. Gerade kam auf der Seite des armenischen Fernsehens nämlich ganz kurz doch ein Stream und da waren noch Nachrichten zu sehen.

Ich mochte Artsvik letztes Jahr ja übrigens sehr gerne und fand es schade, dass sie nur auf dem 18. Platz gelandet ist.

Ah, jetzt scheint sich doch tatsächlich etwas zu tun. Der oben verlinkte YouTube-Link funktioniert und es geht los. Viel Spaß!

Zuerst gibt es in einem kurzen Einspieler einen Rückblick auf Kiew 2017. Schön! Und direkt im Anschluss wird „Amar pelos dois“ von einem Kinderchor gesungen. Noch schöner!

Gibt es überhaupt Publikum im Studio? Wir werden das weiter beobachten…

1. Sevak Khanagyan – “Qami”

Sevak hat eine Mischung aus Rüstung und Batman-Kostüm an und ist ganz in weiss gekleidet. Er singt eine sehr dramatische Klavierballade und im Hintergrund ist ein rotierender Sternenhimmel zu sehen. Im letzten Drittel wird der Song dann schneller und es gibt sogar einen leichten Trip-Hop-Beat. Erinnert mich an Armenien 2014. Oh, es gibt doch ein Publikum, aber das sitzt ganz, ganz weit hinten im Studio.

Bewertung: 13/20 Punkten.

2. Gevorg Harutyunyan – “Stand Up”

Gleich die nächste Ballade, die von Gevorg ganz in grau vorgetragen wird. Das gefällt mir stimmlich aber viel weniger als der erste Beitrag. Aber er hat fünf Tänzerinnen und Tänzer dabei, die die Dramatik des songs gut unterstreichen und eine schöne Choreographie darbieten. Oha, jetzt tanzt Gevorg auch mit. Schön auch der Instrumental-Teil im Refrain. Aber sorry, die Stimme zerstört leider den ganzen Song.

Bewertung: 7/20 Punkten.

Wow, hier geht es wirklich Schlag auf Schlag. Nicht mal Moderationen gibt es zwischen den Beiträgen, nur kurze Einspieler.

3. Lusine Mardanyan – “If You Don’t Walk Me Home”

Jetzt also auch noch eine Gitarrenballade. Das gesamte Fernsehbild ist schwarz-weiss und es gibt viel Bodennebel. Aber auch hier: Lusine singt leider eher mittelmäßig und manche Stellen sind grenzwertig. Auch ansonsten plätschert der Song vor sich hin und es scheint nichts rund zu laufen. Lusine läuft den Bühnensteg entlang und wird von der Kamera nur von hinten eingefangen, während dann auch noch ein anderer Kameramann ins Bild rennt. Das war nichts.

Bewertung: 6/20 Punkten.

4. Kamil Show – “Puerto Rico”

Kamil ist eine Erscheinung. Sie ist bunt und schrill gekleidet und steht hinter einer Mischung aus DJ-Pult und pinkem Herd. Die Strophen des Songs werden von den Backgroundsängerinnen gesungen, während Kamil nur ein paar Einwürfe rufen darf. Beim Refrain darf sie dann aber mitmachen und sie hat dann auch noch eine Art Rap-Part. Zur zweiten Strophe kommt Kamil nach vorne und zieht eine Show ab. Also das mag ja ganz lustig sein, aber mir tut es in den Ohren weh.

Bewertung: 3/20 Punkten.

5. Amaliya Margaryan – “Waiting for the Sun”

Amaliya trägt ein hautfarbenes Prinzessinnen-Kleid und eine Augenbinde. Eigentlich heißt es ja beim ESC immer, man müsse auch mal die Augen auf machen, um mit dem Publikum zu connecten. Auch hier gibt es wieder viel Bühnennebel und dramatisches rotes Licht. Vor dem letzten Refrain nimmt Amaliya ihre Augenbinde dann ab und am Ende erscheinen noch Conchita-Flügel auf dem Backdrop. Gesungen ist das gut, allerdings auch eine eher typische ESC-Ballade.

Bewertung: 12/20 Punkten.

6. Nemra – “I’m a Liar”

Nun kommt die vierköpfige Band Nemra. Schön, das ist doch mal andere Musi – irgendwas zwischen Folk und Indie. I like! Und hatten wir schon mal eine Choreographie mit einer Lupe? Nicht dass ich mich erinnern würde… „I’m a Liar“ ist von einer coolen Lässigkeit, dass es eine wahre Freude ist. Und es gibt auch noch ein Gitarrensolo. Und einen Klatsch-Teil. Also das würde ich wirklich gerne in Lissabon wiedersehen!

Bewertung: 16/20 Punkten.

7. Mariam – “Fade”

Wieder eine Ballade, wieder rotes Licht, wiederviel Bodennebel, wieder ein Gewitter im Hintergrund. Immerhin ist Mariam in ihrem altbackenen türkisen Kleid dem Song stimmlich gewachsen. Was auffällt: Die armenischen Songs spielen fast durch die Bank mit unterschiedlichen Stil- und zumindest Rhythmus-Wechseln. So auch hier wieder: Erst getragene Ballade, dann Trip-Hop-Ballade.

Bewertung: 9/20 Punkten.

8. Mger Armenia – “Forever”

An diesem Beitrag mag ich überhaupt nichts. Mgers pseudo-klassische Stimmfarbe nervt mich, die Choreo unter dem Bettlaken finde ich auch eher befremdlich. Natürlich gibt es dann bei der fünfzigsten Wiederholung des nervigen Refrains auch noch Goldregen. Also nee, bitte, bitte nicht.

Bewertung: 5/20 Punkten.

9. Robert Koloyan – “Get Away With Us”

Ist das etwa nochmal ein Pseudo-Opernsong? Robert ist jedenfalls als lebendiges Schachbrett gekleidet und steht zumindest am Anfang auf der Satellitenbühne auch auf einem richtigen Schachbrett. Auch das Backdrop wird mit diesem Thema bespielt. Der Song entwickelt sich zum Glück am Ende etwas von der Opern-Schiene weg, aber irgendwie fehlt Robert die richtige Ausstrahlung für dieses eher martialische Lied.

Bewertung: 8/20 Punkten.

Nun kommen wir tatsächlich schon zum letzten Beitrag des Abends…

10. Asmik Shiroyan – “You and I”

Ein 60er-Jahre Disco-Song, der passend dazu von Asmik im Discokugel-Rock dargeboten wird. Leider ist der Song aber billig gemacht, obwohl er im Euroclub bestimmt zünden würde. Asmik sing allerdings ziemlich miserabel. Das kann dann auch hier Backgroundtänzer mit der schäbigen Choreo und der Kettenhemd-Maskenicht ausgleichen. Selbst der Pyro-Effekt am Ende des Songs ist eher ein laues Lüftchen.

Bewertung: 7/20 Punkten.

Das waren alle Beiträge und die Show soll auch nur noch 25 Minuten laufen. Ab jetzt kann gevotet werden und wir sehen den (ersten?) Schnelldurchlauf.

Unsere Top 3 sind:

1. Nemra – I’m A Liar (16/20)
2. Sevak Khanagyan – Qami (13/20)
3. Amaliya Margaryan – Waiting for the Sun (12/20)

Es kann jetzt übrigens tatsächlich noch 15 Minuten lang abgestimmt werden. Bei „Unser Lied für Lissabon“ war es doch auch schon so lange, oder? Mal sehen, ob gleich Mike Singer kommt…

Aber zuerst gibt es Talk im Greenroom und fröhliches „Alte-ESC-Songs-Singen“.

Nun gibt es ein rein instrumentales ESC-Medley, vorgetragen hauptsächlich auf traditionellen armenischen Instrumenten. „Lane Moje“, „My Number One“, „Wild Dances“ und „Rise Like A Phoenix“ waren unter anderem dabei. Das war mal eine nette Idee.

Und nach einem weiteren Schnelldurchlauf ist das Voting jetzt abgeschlossen. Gleich wird es spannend…

Jetzt ist William (Lee Adams) von wiwibloggs im Bild. Ist er in der Jury? Sieht eher so aus, als wird er einfach so nach seiner Meinung gefragt. Zum Abschluss kuschelt er dann noch ein bisschen mit Kamil.

Ah und jetzt ist Artsvik da. Das ist aber schön. Ich finde es ja immer noch schade, dass Levina bei „Unser Lied für Lissabon“ keine Zeit hatte. Es ist einfach eine nette Geste, wenn die Vorjahres-Acts bei der nächsten Vorentscheidung auch nochmal gewürdigt werden – unabhängig von ihrer Punktzahl oder Platzierung. Neben „Fly With Me“ singt Artsvik auch noch einen neuen Song. Ich glaube, mit dem hätte sie auch gute Chancen im diesjährigen Starterfeld gehabt.

Eigentlich sollte die Show jetzt ja schon seit 10 Minuten vorbei sein, aber gut, wir haben ja auch mit einiger Verspätung angefangen. Noch steht uns ja aber auch das komplette Voting bevor.

Jetzt scheint es hier einen Comedy-Einspieler zu geben, den ich allerdings eher weniger witzig finde. Das mag aber an meinem schlechten Armenisch liegen.

Diese extreme Länge, obwohl das Voting schon abgeschlossen ist, zieht eine eigentlich relativ gelungene Show für mich jetzt doch langsam etwas runter.

Kommt jetzt wirklich nochmal ein Schnelldurchlauf, obwohl das Voting abgeschlossen ist? Wozu?

So, jetzt hören wir einen Herzschlag. Ich schätze, jetzt geht das Voting wirklich los. Zuerst ist jetzt wohl die Jury dran:

1 Punkt für Mger.

2 Punkte für Kamil.

3 Punkte für Gevorg.

4 Punkte für Robert.

5 Punkte für Mariam.

6 Punkte für Asmik.

7 Punkte für Lusine.

8 Punkte für Amaliya.

10 Punkte für Nemra.

Und damit bekommt Sevak 12 Punkte.

Und nun folgt das Publikumsvoting:

1 Punkt für Lusine.

2 Punkte für Robert.

3 Punkte für Asmik.

4 Punkte für Mariam.

5 Punkte für Gevorg.

6 Punkte für Mger.

7 Punkte für Amaliya.

8 Punkte für Nemra.

Und Kamil zieht im Greenroom eine Show ab und fällt in Ohnmacht. Nervig!

Es ist eh schon klar, dass Sevak Khanagyan mit „Qami“ nach Lissabon fährt.

10 Punkte für Kamil.

Und damit auch von den Zuschauern 12 Punkte an Sevak.

Sevak Khanagyan repräsentiert Armenien beim ESC 2018 in Portugal.

Armenien 2018: Sevak Khanagyan – Qami (Live im Halbfinale)

Vielen Dank Euch für’s Lesen und Kommentieren. Ich empfehle jetzt den Wechsel zum Liveblog Rumänien und wünsche Euch einen schönen Abend!

Das komplette Finale könnt ihr hier nochmal anschauen:

 

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