Nun doch noch ein ESC-Sieg für eine russische Polina

Zum 15. Mal veranstaltete die EBU den Junior-ESC. 16 Teilnehmer sangen im georgischen Tiflis um den Sieg. Und den holte am Ende nach einer sehr uneinheitlichen Wertung eine schreiende Polina Bogussewitsch, von der wir uns eigentlich gern noch einmal die Geburtsurkunde zeigen lassen würden… Hier nochmal der Live-Blog mit Hindernissen zum Nachlesen. Viel Spaß!

Moin Moin aus Hamburg sagen Jan und WM. In wenigen Minuten geht es los in Tiflis. Hoffen wir auf einen spannenden späten Nachmittag. Hier hat rechtzeitig der Regen eingesetzt, so dass man auch nicht traurig sein muss, dass man seine Zeit nicht lieber draußen verbringt.

Es beginnt mit einem Rückblick auf den letzten JESC in Malta und vielen schönen Bildern aus Georgien.

Auf der Bühne gibt es dann klassische georgische Gesänge – natürlich von einem Kind – die Bühne erinnert an überdimensionale Klaviertatsten, die in einem runden Bogen angeordnet sind. Und dann kommt Mariam und singt noch einmal ihren Siegertitel aus dem Vorjahr. Sie trägt dabei einen gelben Lampenschirm als Rock…

Es folgt der Einlauf der Wettbewerber, die zusammen einen Song performen.

Die beiden Moderatorinnen Helen und Lizzi heißen alle willkommen. Sie stehen vor dem Logo des JESC, das uns ein wenig an die Glücksspirale erinnert. Sie weisen darauf hin, dass wirklich jeder, der zusieht, später per online-voting abstimmen kann. Los geht´s!

1. Zypern: Nicole Nicolaou – I wanna be a star

Landestypischer Rhythmus, der auch zum großen ESC passen könnte. WM findet, dass Nicole „für eine Zypriotin“ ganz ordentlich singt. Ob es dazu reicht, ein Star zu werden, bezweifeln wir aber. Es wird viel hin und her gelaufen, zur Bridge wird Nicole zum Schmetterling. Es wird getanzt und gehüpft, alle haben Spaß. Ab damit zum Melodifestivalen!

Wir geben 10/20 Punkten, ganz ordentlicher Beginn.

 

2. Polen: Alicja Rega – Mój dom (Mein Haus)

Alicija ist sehr züchtig gekleidet, in einem Abendkleid. Hört sich nach einer Bühnenballade an, oder bleibt es so sphärisch wie zu Beginn? Alicija singt aber ziemlich gut, während bei uns der Stream abbricht.

Und wir kommen nicht wieder rein – der Stream meldet einen Fehler…wir sind gerade ratlos. Refreshen und refreshen – auf allen Kanälen. Nichts…Hat noch jemand dieses Problem?

Hier ist OLiver, die Kollegen kommen gerade nicht weiter, daher übernehme ich. Auch bei mir hakt der Stream und muss immer wieder refresht werden.

Wir haben die Niederlande verpasst, eine erfrirschende Boygroup mit einem flotten Song.

 

3. Niederlande: Fource – Love Me

Und nun sind wir bei Armenien:

 

4. Armenien: Mischa – Boomerang

Ein schwarz gewandeter Junge mit langen Haaren (erinnert mich an Isaiah) fährt im Bodennebel auf einem Hoverborad sehr virtuos über die Bühne und singt einen mittelschnellen Song. Liebe st ein Bumernag? Daher ist das Board auch bumerangförmig. Ganz gefällig und er hat eine starke Präsenz. Das wird gut abschneiden.

Hier st wieder Jan. Für Mischa geben wir 16 von 20 Punkten.

 

5. Weißrussland: Helena Meraai – Ja samaja (Ich bin diejenige)

Helena wirkt wie eine Mittzwanzigerin, die ein ausgesprochen erwachsenes Lied singt. Allerdings hat der Song nur wenige Töne.  Sie zappelt dermaßen rum, dass bei uns der Bildschirm verpixelt. Lange Töne kann sie gut halten, auch, wenn sie dabei wie ein Schraubenzieher klingt. Wir fragen uns, wann endlich der rosa Fummel wegfliegt. Und plötzlich ist alles zu Ende.

Zum Glück, für uns nur 7 von 20 Punkten.

 

6. Portugal: Mariana Venâncio – Youtuber

Kind, iss was! Das ist das erste, was mir beim Anblick von Mariana einfällt. Der Song hat einen guten Beat, sie ist auch niedlich. Aber Mariana leidet unter dem Levina-Problem. Sie macht es ganz entzückend, aber der Song ist ein wenig zu durchschnittlich, um wirklich herauszustechen. Kein portugiesischer Doppelsieg 2017, fürchten wir. Dafür ist es zu unspektakulär.

Von uns 11/20 Punkte.

 

7. Irland: Muireann McDonnell – Suile Glasa

Eine Singer-Songwriter-Nummer von einem gälischen Gitarren-Girl. Stimmlich ausgesprochen schwach, finden wir. Und der Song ist extrem langweilig! Wir konzentrieren uns daher auf ihre niedlichen Zöpfe und das Glitterspray im kurzen Haar. Wenn das mal nicht der letzte Platz wird heute nachmittag…

Mehr als 3 Punkte tun wir dafür nicht raus!

 

8. Mazedonien: Mina Blažev – Dancing Through Life

Mina trägt einen Regenmantel – wir erwarten Wasser. Also… eine schwangere Mittdreißigerin aus Skoplje tut so, als wäre sie 14. So wirkt das auf uns. Der Song ist eine Midtempo-Ballade, angelehnt an Rihanna oder Beyoncé, aber natürlich um Längen schlechter. Da bleibt nichts hängen irgendwie. Und Wasser gab es auch nicht – total enttäuschend diese Nummer!

Wieder geben wir nur 3 Punkte.

WERBUNG!!! Bzw. ein kleiner Interval Act.

 

9. Georgien: Grigol Kipshidse – Voice Of The Heart

Heimvorteil, wie Ado Schlier immer sagte. Grigol beginnt sitzend seine R&B-Ballade aus den 80-er Jahren. Wir sind ganz angetan und finden den Background mit den Mädels mit Schleifen im Haar ganz entzückend. Der Song funktioniert – er hat zwar keine Höhepunkte, aber eine Steigerung und Grigol ist total entspannt bei Singen. Wird das ein georgischer Doppelsieg? Ein gutes Paket!!

17 von 20 Punkten – unser neuer Spitzenreiter!

 

10. Albanien: Ana Kodra – Mos ma prekni pemën (Berühre nicht meinen Baum)

Natürlich steht ein Baum auf der Bühne – wir vermuten ein Öko-Lied. Im Gegensatz zu Grigol passt hier irgendwie nichts zusammen. Ein kleines Mädchen im Rock, der direkt unter der nicht vorhandenen Brust beginnt, singt quäkend einen bedeutungsschwangeren Umweltsong. Immerhin ist sie ein echtes Kind, dafür gibt es einen Extrapunkt…

4 Punkte von uns!

 

11. Ukraine: Anastassija Baginska – Ne supynjaj (Hör nicht auf)

Anastassija sitzt sogar auf einem Baum. Wenn Ana das sieht, ist hinter der Bühne was gefällig! Auch die Ukraine versucht, zwanghaft modern rüberzukommen. Mit einem Song, der nur vordergründig interessant klingt, aber eigentlich todlangweilig ist. Lauter lange Töne, die sie mit Effet rausdrückt, aber nicht schön singt. Dazu noch eine Stehgeigerin.

Wir geben wieder wenig – 5 Punkte. Hier klemmt wieder der Stream…und noch kommt er nicht wieder. Malta ist vermutlich schon dran.

Sorry, aber wir versuchen gerade alles, was möglich ist, aber der Stream meldet uns immerzu einen Fehler…

OK, hier übernimmt wieder OLiver:

 

12. Malta: Gianluca Cilia – Dawra tond (Umdrehen)

Sehr professionelle, nette Nummer mit Tänzerinnen im Sculmädchenoutfit. Drolliges Kerlchen. Sympathisch.

Ich gebe keine Punkte, weil das ohnehin verzerrt wäre…

 

13. Russland: Polina Bogussewitsch –Krylja (Flügel)

Der professionellste Beitrag des Abends. Dramatische Ballade, es wird eine Geschichte erzählt im Hintergrund. Polina macht das gut und wirkt deutlich älter. Klarer Mitfavorit auf den Sieg würde ich sagen… aber Russland in Georgien? Das sieht man bestimmt nicht so gern siegen…

 

14. Serbien: Irina Brodić & Jana Paunović – Ceo svet je naš (Die ganze Welt gehört uns)

Und nun ein Duett mit einem schmissigen Themensongin Serbisch. das Thema sind offenbar die 20er-Jahre. Nicht unbedingt kindgerecht, aber die beiden haben Spaß und es gibt heute wesentlich unnatürlichere Beiträge. Annehmbar.

Anders als die Kollegen fand ich übrigens Irland, Albanien und vor allem Weißrussland ganz gut!

 

15. Australien: Isabella Clarke – Speak Up!

Ein wenig anstrengend – eine Art Hymne, zu der viel getanzt wird. Ganz gut gesungen, aber kommt mir irgendwie mit dem Holzhammer vor. Und Isabella wirkt auch wie 18, irgendwie überqualifiziert für einen Junior ESC.

Letzter Song, bitte nun etwas nervenschonendes:

 

16. Italien: Maria Iside Fiore – Scelgo (Ich wähle)

Eine Ballade und zwar eine musikalische, hätte vor 20 Jahren so in den Nuove Proposte von Sanremo laufen können (heute sind sie da weiter…), melodisch, klassisch und in Italienisch. was will man mehr. Maria schaut überall hin nur nicht in die Kamera, aber das kennt man ja aus Italien. Hat mir gut gefallen, aber ich bin ja auch italianophil.

Bei Jan und WM geht immer noch nix, ich blogge also noch etwas weiter…

Das Online-Voting (man muss zwischen 3 und 5 Songs anklicken) ist nun gestartet und wir bekommen einen Schnelldurchlauf. Wieder hakt der Stream. Wer wird gewinnen? ich tippe auf ein Exsowjetland, aber welches? Weißrussland wäre irgendwie praktisch, denn die EBU hat den 16. JESC bereits für 2018 nach Minsk vergeben, das sicher eine Reise wert ist.

Es sei nochmal hervorgehoben, dass die jungen Sängerinnen aus Irland und Albanien ihren Song selbst geschrieben haben. Früher war das eine Voraussetzung für alle…

Die georgische Produktion halte ich für durchaus gelungen, da hat sich der Sender GPB durchaus Mühe gegeben, aber das tut Georgien mit seinen sehr durchdachten JESC-Beiträgen ja bereits seit Jahren. Bißchen schade, dass nicht alle Zuschauerplätze im Olympapalast besetzt zu sein scheinen?

Nun dürfen die beiden Moderatorinnen zeigen, dass sie singen und tanzen können und ganz adrett aussehen in einer Kombination aus schwarz und goldlamé.

Helen total außer Atem und nun sehen wir einen Clip zum Junior Eurovision Dance Contest, der demnächst in Prag stattfinden wird. Was es nicht alles gibt.

Unseren offiziellen youtube-Stream verfolgen übrigens rund 11.500 Zuschauer, das erscheint mir nicht sonderlich viel, aber in den Teilnehmerländern läuft der JESC ja gerade auch live.

Nächster Intervall Act: ein georgisches Tanzensemble.

Unsere Leser berichten, dass das Online-Voting-Tool nicht funktioniert, womöglich ist es unter dem Ansturm der TV-Zuschauer zusammengebrochen? Und auch bei Jan und WM geht nach wie vor nichts…

Dieser Liveblog ist übrigens nicht der Letzte des Jahres, wird werden am 23.12. noch einen Liveblog zum albanischen Festivali i Kenges haben, das traditionell kurz vor oder nach Weihnachten stattfindet.

Lizi erzählt uns nun, dass das Voting noch 5 Minuten dauert und leitet auf einen neuen Schnelldurchauf ein. Wir werden die Videoclips der einzelnen Auftritte wie üblich nach dem Liveblog ergänzen.

Mir fallen jetzt Weißrussland, Portugal, Georgien und Italien besonders positiv beim Schnelldurchlauf auf. Und mir gefällt das überdramatisierte russische Lied auch nicht schlecht…

Kleiner Chat nun von Helen mit Gert Kark, dem zuständigen EBU-Verantwortlichen, der nun ein paar technische Probleme beim Online-Voting zugibt.

Die ersten 12 Punkte gehen nach Armenien. Polen gibt 12 nach Georgien – ganz nach unserem Geschmack. Armenien vor Russland und Georgien.

Die Niederlande geben 12 nach Australien, Russland führt. Georgien bekommt den Zwölfer aus Armenien und geht in Führung.

Auch aus Weißrussland gehen 12 nach Grigol aus Georgien, der jetzt vor Russland und Australien führt. Portugal gibt 12 an Russland. Vorn wird es jetzt eng.

Irland gibt seine 12 Punkte überraschenderweise an Polen. und Mazedonien schließt sich mit 12 Punkten an Russland an. Georgien immer noch knapp vor Russland. Dritter Australien, schon etwas abgeschlagen.

Georgien gibt 12 an Russland. Russland jetzt auf eins, muss ja aber auch noch werten. Letzter momentan verdientermaßen Irland. Albanien gibt 12 an Georgien. 88 zu 85 für Russland. Dritter jetzt wieder Armenien.

Aus der Ukraine gehen 12 nach Georgien. Grigol damit wieder in Führung. Hurra! Aus Malta geht die Topwertung an den weißrussischen Schraubenzieher. Man staunt! Und Russland? Die geben 12 Punkte an Georgien. Grigol hat jetzt 18 Punkte Vorsprung vor Polina.

Serbien gibt 12 in die Ukraine Georgien führt weiter. Australien hat dann noch 12 Punkte für Russland und Italien macht den Schluss und gibt 12 nach Malta.

Nach den Jurys also Georgien mit 143 vor Russland (122), Australien (93) und Armenien (93).

Online-Voting: 35 für Alanien, 40 für Zypern, 41 für Mazedonien, 42 für Irland, 42 für Georgien (Schock!!!!).

Die TOP 10:

45 Punkte für Portugal.

49 Punkte für Italien

56 Punkte für Armenien

61 Punkte für Polen

66 Punkte für Russland. Oha – es wird spannend.

67 Punkte für die Ukraine

69 Punkte für Weißrussland

79 Punkte für Australien

81 Punkte für Malta

Und die Niederlande haben das Online-Voting gewonnen, und zwar mit 112 Punkten. Deutlich, aber nicht genug. Russland hat gewonnen mit 188 Punkten vor Georgien (185) und Australien (172). Was für eine merkwürdige Wertung heute – aber durchaus nicht unspannend.

Herzlichen Glückwunsch an Polina. Mariam übergibt den Preis an ihre Mutter Nachfolgerin.

Endlich hat das nervige Moderatorengekreische ein Ende und Polina trägt ihren Song noch einmal vor. Tja, es hat gereicht, Zweite bei den Jurys zu werden und Platz sechs bei den Zuschauern. Alles sehr durcheinander in diesem Jahr.

 

Danke für´s Mitlesen und Mitdiskutieren.

Hier der komplette JESC zum Nacherleben:

Wir sehen uns im nächsten Jahr beim JESC aus Minsk!