„Light Your Fire“ – Semifinalauslosung geriet zum Schwelbrand

Heute Nachmittag 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit (20 Uhr in Baku) fand in Baku die feierliche Übergabe der ESC-Insignien vom Düsseldorfer Bürgermeister Dirk Elbers an den Bürgermeister von Baku, Hacibala Abutalibov, statt. Gleichzeitig wurde festgelegt, welches Land im Mai in welchem Semi starten wird. Wir haben das Spektakel live verfolgt – hier gibt es den Live-Blog noch einmal in voller Länge zum Nachlesen.

Und die wichtigste Mitteilung schon einmal vorab: Die Baku Crystal Hall, die derzeit noch gebaut wird , wurde als Veranstaltungsort von der EBU bestätigt.

Und los geht´s – zunächst mit einem Rückblick auf Ell und Nikkis Abenteuer in Düsseldorf.

Höflicher Applaus für die Moderatoren des Abends, Nazim und Lejla, die die Zuschauer im „Land of fire“ begrüßen. Jetzt gibt´s erst einmal ein Video über Aserbaidschans Landschaft und Kultur. Auf der LED-Wand der Bühne deutet sich etwas an, das aussieht wie eine Blüte, deren Blätter aus Flammen zu bestehen scheinen – das Logo? Sieht so aus, als wenn das Motto in diesem Jahr heißt: „Light your fire“!

Irgendwie gibt es hier ziemlich viele Pausen, in denen nichts zu passieren scheint…….Das Video aus Düsseldorf, das jetzt kommen soll, hakt ganz gewaltig – alle schauen relativ verdutzt in die Kamera, man versucht, es mit Witzen über die Entfernung zwischen Düsseldorf und Baku zu überspielen…..

Düsseldorfer grüßen Baku – sehr hübsche Idee! Das Publikum reagiert auf alles, was ihnen geboten wird, ziemlich reserviert…..

Ein Dank an Düsseldorf: „Vielen Dank für den hässlichen Empfang….“????? Die Bürgermeister betreten die Bühne, Dirk Elbers spricht erst aserbaidschanisch (?) und dann auf Englisch ein paar Dankesworte und erinnert sich an das vergangene Jahr. Es folgt die Schlüsselübergabe (ein kleiner Düsseldorfer Fernsehturm in Linealgröße) an den nur halb so großen Bürgermeister von Baku, der sich bei seiner Begrüßungsrede von einer Übersetzerin unterstützen lässt.

Als nächster ist nun Jon Ola Sand, der Executive Supervisor des ESC, an der Reihe. Er wird die Auslosung der Halbfinals leiten. Er weist auf die Proportionen des ESC hin und findet, dass es eigentlich unmöglich ist, den Wettbewerb innerhalb von nur einem Jahr zu organisieren. Es gibt noch viel zu tun, insbesondere müsse die Baku Crystal Hall rechtzeitig fertig werden!

Nun aber zur Auslosung:

Zunächst wird gelost, welches der Finalländer in welchem Semifinale abstimmt:

Italien – Semi 1, Großbritannien – Semi 2, Aserbaidschan – Semi 1, Frankreich – Semi 2, Spanien – Semi 1, Deutschland – Semi 2 (das war gesetzt, die ARD hat wohl darum gebeten, am Donnerstag abstimen zu dürfen).

Weiter geht´s: Im ersten Semifinale treten 18 Länder an, im zweiten Semifinale werden es 19 sein.

Semifinale 1, erste Hälfte: Montenegro, Island, Rumänien, Albanien, Belgien, Lettland, Schweiz, Finnland, Griechenland

Semifinale 1, zweite Hälfte: Österreich, Zypern, Moldau, Dänemark, Russland, San Marino, Israel, Irland, Ungarn

Semifinale 2, erste Hälfte: Serbien, Niederlande, Portugal, Mazedonien, Weißrussland, Malta, Ukraine, Armenien, Bulgarien

Semifinale 2, zweite Hälfte: Schweden, Georgien, Slowenien, Estland, Türkei, Slowakei, Kroatien, Norwegen, Litauen, Bosnien-Herzegowina

Damit steht die Verteilung der Nationen auf die beiden Semis fest! Irgendeine Stimmung unter den Zuschauern ist übrigens nach wie vor Fehlanzeige……

Jetzt kommt ein Showblock – ein kleines Symphonieorchester spielt das „Te Deum“ von Jean-Marc Charpentier – offenbar in voller Länge! Weiter geht es mit etwas, das uns die Moderatoren als eine Art Azeri-Jazz angekündigt haben – hört sich aber eher an wie die Ungarischen Tänze! Es wird gerade sehr traditionell in Baku – das Blasinstrument, das gerade gespielt wird, hätte ich jetzt eher bei den armenischen Nachbarn verortet. Die schmücken ihre ESC-Beiträge jedenfalls gelegentlich mit dieser „Klageflöte“! Danach wird´s ganz dramatisch am Klavier……, es schließt sich ein weiterer Klagegesang an……und was für einer, da wird geweht und gejammert, dass sich die Balken biegen! Mit sowas sollten die Azeris sich im Mai lieber zurückhalten – moderne Unterhaltung für ganz Europa muss ein wenig anders aussehen, um es mal ganz vorsichtig zu formulieren.

Jetzt bringt uns auch noch ein Operettenduo den Beitrag Aserbaidschans von 1959 – jedenfalls hört es sich so an – ich geh derweil mal auf´s Klo!

Weitere Bilder aus Aserbaidschan folgen – zu Luft und zu Land, zum Teil untermalt von framatisch klingenden Reimen auf Englisch – Tourismuswerbung pur!

Ich fasse es nicht, nach geschlagenen 45 Minuten geht es weiter – mit traditionell gekleideten Tänzerinnen in weiß. Kurzweil geht irgendwie anders…….Wo ist Alexander Rybak, wo ist Leeeenaaaaa? Ja, selbst über Ell & Nikki wäre ich jetzt glücklich!

Na, nun aber – Ruslana! Obwohl – in diesem Zusammenhang klingt selbst „Wild Dances“ nach Aserbaidschan…..Ein paar nette Worte auf Russisch und weg mit ihr.

Es folgt Aysel ohne Arash, die noch einmal den in Moskau drittplatzierten Song „Always“ zum Besten gibt. Wer weiß, allein wäre sie damals vielleicht sogar Zweite geworden…..

Alles wird nach wie vor mit vereinzeltem Applaus begleitet – ich glaube, den Azeris werden entweder im Mai die Ohren wegfliegen oder in der Crystal Hall wird – abgesehen von den ersten Reihen (Fans!!!) Grabesstimmung herrschen.

Alexander Rybak ist jetzt mit „Fairytale“ auf der Bühne – ich fürchte, auch er wird das Publikum an seinen Tischen nicht von den Stühlen reißen…..und ich dachte immer, die Bambi-Verleihung oder der deutsche Radiopreis wären diesbezüglich eher ruhig…..

Die Moderatoren stimmen jetzt alle aserbaidschanischen Beiträge an, bevor „Drip-Drop-Safura“ auch noch aufkreuzt. Die Azeris singen übrigens lieber Playback im Gegensatz zu Ruslana und Alex. Ach Gott, jetzt gibt sie uns „Drip Drop“ auch noch in der Clubversion. Für das Saalpublikum singt sie diese Variante sicher nicht – die hatten alle was im Essen und sind körperlich ganz offenbar zu nichts in der Lage! Hilfe, es ist die 8-Minuten-Version oder so – es hört nicht auf, zu drippen und zu droppen – ich bin erschöpft!!!!

Offenbar will man ausprobieren, ob im Mai die Leitung nach Europa drei Stunden lang hält. Aber jetzt kommt endlich „Lena Mayer-Ländratt“, wie Lejla sie ausspricht. Die kleine „Landratte“ im kurzen Schwarzen klingt anfangs etwas beschwipst, was angesichts der Wartezeit durchaus nachvollziehbar wäre. Sehr sexy, der Auftritt mit „Satellite“! Baby, Baby, yeah! Ich lach mich schlapp!!!

Und jetzt zum Abschluss kommen Ell & Nikki, denen wir diese Sendung zu verdanken haben. Da bekommt „Running scared“ dann auch noch mal eine neue Bedeutung! Ell mit Betonfrisur, wie sie offenbar in diesem Jahr modern ist – wir sahen diverse Beispiele am vergangenen Samstag beim Dansk Melodi Grand Prix.

Lejla hofft, dass wir die Sendung „interessant“ fanden. Das kann man wohl sagen!!! Ächz! Viel Spaß nachher bei der Vorentscheidung aus Zypern, zu der wir ebenfalls einen Live-Blog anbieten.