Live-Blog: Norwegen schickt Tooji und „Stay“ nach „Bakü“

Norwegen hielt heute sein Finale ab. Und nicht die Favoriten von Plumbo machten das Rennen, sondern der Nachfolger von Eric Saade, Tooji. Zumindest optisch ist er kaum von Schwedens Liebling von 2011 zu unterscheiden. Wie die anderen Kandidaten waren und wie der Abend verlief, könnt Ihr hier nachlesen in unserem Live-Blog:

Im Vorspann sieht man ein Orchester, das den Spannungsbogen für den heutigen Abend aufbaut….. und dazwischen Blitzlichter aus den 3 Semis und den siegreichen Qualifikanten. Per Sundnes im schicken knallroten Sakko und seine Kollegin im Glitzeroutfit begrüßen das Publikum.

Die zehn Kandidaten:

1. ToojiStay (Tooji, Peter Boström, Figge Boström)

Unser Eric-Saade-Verschnitt startet allein gegen einen goldenen Scheinwerferschein, bis die vier Tänzer den Background bilden. Auf den Punkt choreographiert, und trotz der halsbrecherischen Choreo toll gesungen, ein Knaller zum Start! Die Kölner Jury gibt 15/20 Punkten.

2. Reidun SætherHigh on love (Thomas G:Son, Tommy Berre, Ovi)

Der einzige G:son-Song im Rennen: auf Platte zwar ein guter Dance-Song, aber im Semi hatte die Gute das stimmlich ziemlich versemmelt. Mal sehen was heute passiert. Das Outfit ist auch knallrot, da quellt die Oberweite noch mehr raus…. Wir finden sie presst und näselt. Und die Beinhaltung hat was von Donnerbalken im Dschungel… hmmm. Live is das nix. Wir geben 11/20.

3. Lise KarlsnesSailors (Lise Karlsnes, Thomas Eriksen)

Lise war als Wildcard mit ins Finale gerutscht. Ein eingängiger 80er-Jahre-Sound. Sie schaut aus wie die aktuelle Nena (gestern noch im Finale bei TVOG, jetzt schon Oslo….!) Die Tänzerinnen hätten man sich aber sparen können, viel zu viel Gezappel. Die Bühne getrimmt auf Ani Lorak mit zwei Schattenwänden, die drei Damen in der Mitte im wilden Lederlook. Stimmlich ok, Choreo unpassend. Nur 8/20 aus Köln-Nippes.

4. PlumboOla Nordmann (Lars Erik Blokkhus, Glenn Hauger)

Zugegeben, das Lied erinnert uns hier extrem an Kölner Karnevalshymnen vom Schlage der Brings oder Höhner. Paßt ja auch aktuell. Es ist aber auch ganz einfach die typische skandinavische Folk-Nummer zum Mitsingen. Unprätentiös im Auftritt, einwandfrei gesungen, keine Veränderung zur Präsentation in Semi 1. Die Hin- und Herlauferei des Leadsängers nervt was, aber es ist ein guter Auftritt. Oslo Spektrum tobt, schon während des Auftritts. Ein Favorit. Wir geben 12/20 Punkten.

4. Malin ReitanCrush (Beyond51 – Marcus Ulstad Nilsen, Andreas Sjo Engen, Kjetil Helgesen)

Malin war Teilnehmerin des JESC 2005 und segelte aus Semi 1 direkt ins Finale. Stimmlich gesehen kann ich das nicht so recht nachvollziehen. Ziemliches Geschrei und auch in den Strophen eher gequakt, und die Choreo stark übertrieben. Das ist nur von Platte was für den Euroclub, aber sicherlich kein guter Beitrag für Baku. Wir geben 4/20.

Per Sundnes mischt sich unter das Publikum, und schau – er hat sich umgezogen. Er ist wohl für die Kleiderwechsel zuständig, während sie die ganze Anmoderationsarbeit hat. Ein fortschrittliches Völkchen, diese Norweger….

6. Nora Foss Al-JabriSomewhere beautiful (Christian Ingebrigtsen, Eivind Rølles)

Disney läßt grüßen…. Wir mögen diese Ballade sehr, gerade weil Nora etwas zerbrechlich wirkt, aber dennoch gesanglich überzeugt. Hat was von Zypern 2004, Lisa Andreas. Schööön. Toll mit der Kamera geflirtet, toll! Wir sind verliebt. Die Melodie ist nicht ein Riesenohrwurm, aber mit die beste Performance heute. Köln vergibt 17/20.

7. CarburetorsDon’t touch the flame (Stian Krogh, Christopher Lindahl, Per Gunnar Lund-Vang)

Die Rock-Nummer das Abends, ziemlich hingeknödelt und mit viel Pyro. Das Publikum ist laut und in Extase, wir finden es eher doof. Auch bei ESC-Vorentscheiden gab es schon wesentlich bessere Rock-Songs. Wir geben 4/20 und schalten mal zu den Schweden, wo der unfaßbar tolle David Lindgren gerade sein „Shout it out“ performt, viel besser als „Popular“ finden wir einstimmig, tolle Performance und super Ohrwurm ;-))))

8. Petter Øien & Bobby BareThings change (Bobby Bare)

Die Country-Opis machen es zwar ganz gut (sie verstehen ihr Handwerk), aber mehr als ein netter Truck-Stop-Schlager ist das auch nicht. Langweilig, und mit ESC hat das auch nix zu tun. 7/20 Punkte.

9. Yaseen & Julie MariaSammen (Sigve Bull, El Axel)

Die beiden sehen aus wie die Geschwister von Tooji und Nora…. Das Vorfilmchen getrimmt auf Sarah Engels und Pietro Lombardi, nunja. Der Rap des Abends, gute Idee, Umsetzung so lala, nur die beiden im Rap-Wechsel, bis ein 20köpfiger Chor die Bühne betritt und ein paar Gospel-Zeilen einstreut. Schöner Gegensatz in der Musik, aber wie wollen die das beim ESC umsetzen? 12/20 Punkten.

10. Tommy FredvangMake it better (Tommy Fredvang, Hanne Sørvaag, Tommy Berre)

Tommy war mit viel Publikumsunterstützung ins Finale gewählt worden, schaut cool aus, nur der Song hält nicht so ganz das, was er anfangs verspricht. Eingängig, aber halt doch was flach. Gut ist, daß wir hier mal nicht mit Choreo überfordert werden (er macht’s allein), aber so ganz zündet das bei uns nicht. Das Spektrum tobt und würde wohl 20/20 geben, wir geben 11 Punkte.

Schnelldurchlauf!

Ausschnitte aus alten norwegischen VEs werden nun gezeigt, lustig und unterhaltsam. Die Isländer machen das ja auch dieses Jahr. Viel schwarz-weiß aus der guten alten Zeit.

Alle Kandidaten stehen nun gemeinsam auf der Bühne und performen ein Medley aus alten Beiträgen in neuem Gewand, hübsche Idee… Oder ist es nur „Voi-Voi“? Sind was ratlos… Tooji schaut echt genau wie Saade aus. Und Reidun macht einen auf Christina-Aguilera-Stimmakrobatik. Nicht schön.

Dafür freuen wir uns, daß in Schweden David Lindgren und Timoteij weiter sind! Grattis, grattis, grattis!

So, die Norweger gehen in die Sendepause und wir lesen uns wieder um 21:40 Uhr!

So, wir sind wieder zurück, 17 Sponsoren haben ihren Auftritt gehabt und wir haben ausgiebig auf den Finaleinzug Davids in Schweden angestoßen. Der ungarische Schnelldurchlauf hat uns auch gefallen und in Island läuft auch alles zu unserer Zufriedenheit (Song 1 ist ein Knaller!).

Oslo Spektrum also. Per Sundnes hat schon wieder das Sakko gewechselt und interviewt die Kandidaten, unvermeidlich und im Zweifel auch nur heiße Luft, aber was soll’s. In Norwegen müssen die Kandidaten übrigens stehen (!!!!) und warten, wo gibt’s denn sowas?

Wir haben also 4 Favoriten: Tooji, Nora, Plumbo und „Sammen“. Und vier kommen eben auch weiter. Los geht’s!

Nummer 1: „Brings“, ähm, Plumbo sind im Guld-Finale! Darauf ein dreifaches „Viva Colonia“!!!

Nummer 2: Nora! Finden wir gut!

Übrigens haben wir uns grad gefragt, wie hoch die Einschaltquoten in Island wohl sind, denn da scheinen 80% der Bevölkerung im Publikum zu sitzen ;-)…

Wieder zurück nach Oslo… Nummer 3: Die Country-Opas! Oh je…. Neben Plumbo eigentlich eine Überraschung, man hätte gedacht, die Folk-Stimmen wären damit abgedeckt. Hmmmm, was halten wir davon? Nix.

Nummer 4: Tooji! Schön. Wir hatten jetzt eigentlich mit Tommy gerechnet, das freut uns. Aber drei unserer vier Favoriten sind tatsächlich ins Guld-Finale eingezogen. Klasse!

5 Minuten Voting haben gerade begonnen, wir wünschen uns jetzt doch, daß Tooji gewinnt (der bessere Eric Saade), aber wir sind uns nicht so ganz sicher was wir prognostizieren sollen: Plumbo oder Tooji?

Ok, also „Baku“ heißt auf norwegisch „Bakü“. Das wissen wir jetzt. Und ein paar filmische Eindrücke aus dem „Land des Feuers“ schließen sich an. Per macht auch am Kaspischen Meer eine gute Figur 😉

Nun die Ergebnisse. Ausgeschiedene Kandidaten der Semis lesen die Punkte vor:

Orlands Jury startet, und es führt Nora. Larviks Jury setzt Nora auch auf 1. Florøs Jury auch. Die hat 24.000 Punkte, Zweiter ist aktuell Tooji mit 18.000. Und Tooji gewinnt die meisten Stimmen aus Nordnorwegen, liegt aber immer noch auf dem Zweiten. Westnorwegen setzt Nora nur auf 3, und Tooji auf 1. Er führt mit 42.000 vor Nora mit 35.000 Stimmen.

Südnorwegen setzt Nora auf den letzten und damit wird Toojis Vorsprung immer größer. Richtig schlimm, die Clips der Ausgeschiedenen sehen zu müssen. Die waren ja richtig schlecht. Mittelnorwegen hat Nora wieder nur auf dem dritten, Tooji gewinnt auch hier 101.000 zu 62.000 Stimmen. Und auch Ostnorwegen votiert für Tooji, was ein Durchmarsch!

Ein deutlicher Sieg für Tooji! Ausgesprochen übrigens: Túdschi! Und gute Nacht aus Köln-Nippes!