Live-Blog Polen: Langhaariges Drama stürzt haushohe Favoritinnen

Michal Szpak Polen 2016a

Laut der Wettquoten hatte Polen einen mutmaßlichen ESC-Siegersong im Vorentscheid. Doch der Abend in unserem östlichen Nachbarland lieferte Überraschungen. Nicht die hochgehandelten Margaret und Edyta Górniak sorgten für Furore, es gewann Michał Szpak mit seinem Titel „Color of Your Life“ mit über 10 % Stimmenvorsprung und darf nun nach Schweden fahren. Hier der Live-Blog nochmals zum nachlesen.

TVP streamte das polnische Finale hier. eurovision.tv bietet keinen Livestream. Die Show startete um 21.35 Uhr und ging bis 23.00 Uhr.

Einen wunderschönen guten Abend aus Hamburg-Barmbek. Ich begrüße alle zur Vorentscheidung in Polen und es beginnt gleich mit dem Lied von Monika Kuszyńska aus 2015, dass es ins Finale brachte.

Artur Orzech begrüßt in einem wirklich grandiosen Gebäude mit alten Grand Prix Ausschnitten nur per Ton. Dabei sind Brotherhood of Man, Katrina and the Waves, Abba und PingPong. Artur ist auch Kommentator für das polnische Fernsehen international beim Grand Prix.

Das tolle Gebäude, was man eingeblendet sah, ist das Sendezentrum der TVP in Warschau. Anna Will, Artur Orzech, Zygmunt Kukla, Robert Janowski und Waldemar Skowroński suchten die Lieder für heute aus. Und nun geht es auch schon los.

1. Taraka – In the Rain
(Karol Kus, Alicja Golianek)

Karol Kus, Marian Lomaha, Roman Chraniuk, Jakub Miarczyński machen den Anfang. Taraka
wurde 2012 gegründet. Der Leadsänger ist in Fahrensmann-Klamotten gehüllt. Der Rest bildet sich darum. Ein etwas schwer einzuordneter Song. Hat was von Rock gemischt mit etwas Volksmusik. Nicht so überzeugend, aber ein guter Wachmacher. Es wird noch besser.

3 von 10 Punkten

Nun steht Artur mit Federn auf dem Kopf, bunter Jacke und Pyro in Form von Wunderkerze in der Hand da und dann kommt noch etwas Windmaschine dazu. Es werden Bilder mit tollen Kostümen aus den Jahren gezeigt. Polen erinnert an die Eurovisions-Geschichte.

2. NAPOLI – My Universe
(Leonid Shirin, Natalia Tambovtseva)

Als nächstes kommt Napoli, die schon in Weißrussland sich beworben haben. Und es kommen Yohannas Delphine zum Einsatz. Die Sängerin in einem Traum aus Weiss. Kurzer Rock mit durchsichtigem Stoff darüber. Mich erinnert das Lied an einen Eurovisionsbeitrag. Ich komme grad nicht drauf. Ich glaube Zlata aus der Ukraine 2013 kommt ein wenig durch.

Sie schreit etwas, aber sonst ganz nett gebracht die etwas langsamere Up-Tempo- Nummer.

5 von 10 Punkten

Nun spricht Artur von Laura Tesoro aus Belgien und schon kommen Ausschnitte. Mensch in Polen gibt man sich richtig Mühe heute.

3. Natalia Szroeder – Lustra
(Marcin „Liber“ Piotrowski, Natalia Szroeder, Szymon Chodyniecki, Przemysław Puk, Marcin Górecki)

1995 geboren tritt Natalia in einem Edytha Gorniak Gedächtniskleid von 1994 auf. Langsamere Verse, schneller Refrain und endlich polnisch. Und nun noch ein Tänzer mit Maske. Jede Vorentscheidung erinnert mich an Trijntje, dabei haben die Niederländer doch jetzt was besseres.
Stimmlich nicht immer ganz sauber. Aber kommt ganz gut rüber der Song

6 von 10 Punkten

Und nun geht es um die spanische Teilnehmerin 2016. Barei. Ob Deutschland auch noch gezeigt wird?.

4. Dorota Osińska – Universal
(Rick Allison, Tinatin Japaridze, Phil Galdston)

Nun kommt die The Voice Siegerin ( Korrektur zweite bei The Voice), die wohl Segelohren hat. In einem Traum aus Rot mit einem Dina Garipova Gedächtnissong. 1978 wurde sie geboren und quetscht und schreit sich ein wenig durch das Lied. Und das Kleid hat auch noch nen Schlitz. Eine Powerballade, aber zu viel kann auch zu viel sein. Polen mag es, ich weniger.

4 von 10 Punkten

Nun spricht man von der Schweiz und Rykka. Artur scheint ein Experte der Eurovision zu sein. Die Namen der Teilnehmer gehen ihm gut über die Lippen.

Übrigens ein tolles Auditorium in Warschau.

5. Kasia Moś – Addiction
(Kasia Moś, Mateusz Moś, Paweł Olszówka)

1987 geboren kommt Kasia ganz in Schwarz mit Andrea Berg Schlitz-im-Kleid-Bein. Sie hat schon mit Robert Janson und Varius Manx gearbeitet. Dunkle rockige Stimme der langhaarigen Blondine. Der Song ist nicht so eingängig. Rockig, aber wirkt etwas brüchig. Sehr gut vorgetragen.

7 von 10 Punkten.

Und nun Albanien. Für osteuropäische Verhältnisse eine schnelle Vorentscheidung.

6. Aleksandra Gintrowska – Missing
(Robert Janson, Aleksandra Gintrowska)

Jetzt kommt Robert Janson als Autor ins Spiel. Mit der letztjährigen Sängerin Monika Kuszyńska verband ihn ja auch eine lange Zusammenarbeit bis zu dem vielbesprochenen Autounfall. Ola trägt ein etwas orientalisch anmutenden Song vor, der aber durch seine rockigen Elemente sehr viel Facetten aufweist. Zu Beginn sieht sie eher wie eine Andrea Berg Kopie aus um zum Schluss als Arielle zu glänzen. Zu viel in einem Lied. Aber Stimme war gut.

6,5 von 10 Punkten

Und da ist Irlands Nicky Byrne im Ausschnitt.

7. Michał Szpak – Color of Your Life
(Andy Palmer, Kamil Varen)

Nun ein bunter Vogel, der bei X-Factor startete. 1990 wurde er geboren. Und trägt wohl gern schwarze Fingernägel. Der Stil erinnert mich etwas an Gothic, dazu passt aber die rote Zirkusdirektorjacke nicht. Eine tragende Klavierballade mit kraftvoller Stimme vorgetragen. Ich denke, man darf ihn nicht unterschätzen. Die Startreihenfolge offeriert schon etwas die Gewichtung der Künstler.

8 von 10 Punkten

Da ist der schmucke Freddie aus Ungarn. Ein Ausschnitt seines nationalen Sieges.

8. Margaret – Cool Me Down
(Robert Uhlmann, Arash, Alex Papaconstantinou, Anderz Wrethov, Viktor Svensson, Linnea Deb)

Als nächstes kommt die vielbesprochene Margaret. Unterstützt vom Team, dass schon Always für Aserbaidschan in Moskau zu Platz 3 brachte. Mal sehen, ob ihre Stimme hält, da sie erst vor kurzem ins Eis eingebrochen ist. 2013 sang sie beim Pro7 Serien Mittwoch den Titelsong „Thank you very much“. Für den Input Danke an meine liebe Kollegin Kasia.

Ein sehr rhythmischer Titel und gut vorgetragen. Die beiden Begleiterinnen passten sehr gut dazu.

Also bei mir 9 von 10 Punkten.

Und nun kommt Jamals ins Bild. Ein Favorit für den Gesamtsieg

9. Edyta Górniak – Grateful
(Karolina Alexandra Covington, Monika Borzym-Janowska, Mariusz Bogdan Obijalski, Robert Kamil Lewandowski)

Und da ist sie die große Edyta, die Polen 1994 so viel Freude bereitete. 19 Jahre liegen zwischen ihr und ihrer größten Konkurrentin Margaret. Edyta wurde 1972 geboren. Im römischen Look steht sie allein auf der Bühne und trägt ihre getragene Ballade wie immer souverän vor, wobei die tiefen Töne nicht so gut rüberkommen. Drama pur, aber irgendwie erinnert mich das Ganze an Vicky Leandros 2006 national. Ich denke sie wird enttäuscht sein.

8,5 von 10 Punkten.

Nun darf per SMS abgestimmt werden. Erster Schnelldurchlauf.

Mein Tipp sind die letzten drei der Startreihenfolge.

Platz 1 Margaret
Platz 2 Edyta Górniak
PLatz 3 Michał Szpak

Die Sendung soll übrigens nur bis 23 Uhr gehen, falls das jemanden interessiert. Das sind ja britische Verhältnisse bei der Auswahl der Lieder.

Nun kommt Piasek auf die Bühne. 2001 wurde er in Kopenhagen mit nur 11 Punkten auf Platz 20 gesetzt. Heute sieht er echt manierlich aus und nennt sich Andrzej Piaseczny und besingt von einem Kaleidoskop „Kalejdoskop Szczescia“. Das wäre auch schön inm Wettbewerb gewesen. 2001 sang er „2long“ und bekam mit 5 Punkten aus Deutschland die höchste Punktzahl. Und nun noch ein zweites „Ostatni“. Er ist heute noch ein gefeierter Star in unserem östlichen Nachbarland.

Kurze Korrektur zu Dorota Osińska. Dank an Leser Nico. Sie wurde nur Zweite bei The Voice, sorry für den Fehler. Ich lasse mir bis nächstes Jahr polnisch von meiner lieben Kollegin Kasia noch beibringen, damit ich dann alles richtig verstehe und lesen kann. Kasia du hast eine Aufgabe vor Dir *smile*

Und noch ein tolles Lied von Piasek „W Swietle Dnia“. Das lässt sich auch gut anhören und da macht der Interval-Act richtig Spass. Und ein tolles Orchester dabei. Polen ich bin begeistert.

Nun kommt ein Umschlag den langen Weg in die Halle und alle Interpreten stehen auf der Bühne mit Monika aus dem Vorjahr. Und in dem Umschlag steht der Name, wer nach Stockholm fährt.

Wer ist es?

Dritte wurde Edyta Gorniak Enttäuschung man merkt es ihr an. 18,49 %
Zweite wurde Margaret. Auch hier Enttäuschung mit 24,72 %

und Monika Kuszyńska darf den ersten Platz verlesen.

Platz 1 für Michał Szpak – Color of Your Life mit 35,89 %

Ihn durfte man nicht unterschätzen, aber ob dieser Song Polen in Stockholm in der ersten Hälfte des zweiten Semis so gut sein wird, ist abzuwarten. Die Wettquoten, so wird vermeldet fallen schon für Polen.

Er wird starke Konkurrenz aus Lettland Justs und Litauen Donny Montell, wenn er hoffentlich gewinnt, haben und natürlich Jamala aus der Ukraine.

Mit dem Siegersong aus Polen verabschieden wir uns für heute abend und wünschen morgen viel Spass bei der rumänischen Vorentscheidung mit meinem Bloggerkollegen Marc. Dobranoc aus Hamburg.

Polen 2016: Michał Szpak – Color of Your Life

 

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