Live-Blog Rumänien: The Humans fahren mit „Goodbye“ nach Portugal

Es war lang, es war zäh und am Ende doch noch recht spannend: The Humans haben auf den letzten Metern mit ihrem Song „Goodbye“ die lange die Blitztabelle anführenden Alexia und Matei überholt und dürfen nun Rumänien in Lissabon vertreten. Der eigentliche Hit des Abends kam jedoch aus den überlagen Werbepausen, wohingegen das knapp einstündige Intervall-Konzert außerhalb des rumänisch-moldawischen Musikraums durchaus Potenzial als Folterinstrument hat.

Die Videos der Finalauftritte sind aktuell noch nicht einzeln verfügbar. Sie werden nachträglich eingebaut. Hier kann die gesamte Final-Sendung in voller Länge bestaunt werden. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf den Auftritt zwischen 2:17 Stunden und 2:57 Stunden gelegt werden, auch wenn da kein einziger ESC-Kandidat zu hören ist. 

Rumänien hat sage und schreibe 5 Vorrunden gebraucht (eine davon in einer Salzmine, worüber sogar euronews berichtete), und hat im Finale nun 15 Songs zu bieten, die wir hier vorgestellt hatten. Das Ganze startete ab 20 Uhr MEZ und sollte online hier und hier gezeigt werden.

Guten Abend, aus Hamburg-Hohenfelde. Ich habe spontan von Peter diesen Live-Blog übernommen und freue mich auf das Finale des rumänischen Melodifestivalens. Noch laufen Ankündigungen auf dem Kanal, gleich gehts los. Die Ankündigungen selbst sind total nervig. Jetzt erfährt man, wo man in Berlin Rumänisch lernen kann. Wäre für heute hilfreich, ich verzichte trotzdem.

Ein bisschen neidisch schaue ich heute Abend aber ins Karpartenland. Die haben einfach mal das umgesetzt, wovon viele Fans in Deutschland träumen: einen ESC-Vorentscheid mit mehreren Vorrunden sowie einem Finale. Dabei ist man durch’s Land getourt und hat mehr geklotzt als gekleckert. Ob sich der Aufwand in der Auswahl der Acts des Finales spiegelt, werden wir gleich erleben. Um 20 Uhr geht’s los.

Ich bin aktuell auf dem Live-Stream von TVR international. Der läuft stabil. Im YouTube-Link (siehe oben) warten aktuell 149 Leute. Scheint auch zu klappen.

Und es geht los. Juchu! Die beiden Moderatoren (eine Frau und Cezar) stehen im Publikum und begrüßen die Gäste. Ach ne, es war wohl erst noch ein Aufsagen. Und plötzlich läuft es nicht mehr. Auf YouTube warten 400 Leute. Also, im Moment läuft bei mir kein Stream. Bei Euch?

So, jetzt läuft der YouTube-Stream. Es ist aber auch schon 20:12…

Die ersten Bilder: Eine Tanzgruppe von 9 Personen in schwarzen und weißen Gewändern tanzt vor einem mit farbigen Papier behängten Baum aus dem Fundus von „Ghost“. Eine Kamera-Einstellung von oben zeigt: auch der Boden der Bühne kann mit LED bespielt werden. Und: man muss das Getanze nicht super finden. Es zeigt aber, dass man einen Vorentscheid auch anders starten kann als mit einem Gag, der verpufft.

Cezar und die Moderatorin begrüßen die Gäste. Die Kandidaten werden einzeln auf die Bühne geholt und bekommen alle ihren Applaus. Ich sage mal so: Die Bühnenkleider sehen schon mal vielversprechend aus. Denn ich muss zugeben, dass ich mir nur einen Teil des Vorentscheids aus der Salzmine angeschaut habe, in der ich in den späten 80er Jahren mal im Rahmen einer Auszeichnungsreise mit meiner Mathe-AG war…

Und los geht’s. Es läuft ein Einspielfilm, vermutlich mit einem Künstler. Nun steht er auf der Bühne.

Rafael & Friends – We are one

Rafael ist in schwarzem Leder gekleidet, auch seine Freunde sind gänzlich schwarz angezogen. Er und die Hauptsängerin singen in ein Stativ-Mikrofon. Es ist ein Midtempo-Popsong mit operesken Einsprengseln, die die Sängerin zuliefert. Warum der Keyboarder das Instrument nach außen geklappt hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht um seine Fingerfertigkeit unter Beweis zu stellen. Das Lied ist eine schlimme Melange aus der immergleichen Zeile „We are one“, Klaviergeklimper (vom Keyboard) und Ariengesang. Mir ist das zu viel des (Un-)Guten und ich gebe

3 von 10 Punkten.

Und es geht sofort weiter. Die Einspielfilme sind viiiiiel kürzer als bei uns am Donnerstag.

 

Tiri – Desert de sentimente

Shit, der Stream ist gestoppt. Jetzt geht’s. Der Sänger steht mit zu Berge stehenden Rasterzöpfen auf der Bühne und trägt einen schwarz-spacigen Anzug. Die Aufmerksamkeit bei diesem langsamen Liedchen geht sofort auf den Tänzer mit seinem nackten Oberkörper, der mit einer Tänzerin tanzt. Das Lied ist nüscht. Irgendwelche modernen Sounds sind drin. Jetzt schreit er und eine Frau quält eine Geige. Sowas zieht ja immer. Sie ist wirklich attraktiv, aber darum geht es heute nicht. Ich bin von den grünen Laser-Lichtern irritiert und gebe

3 von 10 Punkten (davon 2 für den Tänzer)

 

Claudia Andas – The one

Herrlich, endlich mal ein eine Bühnenbesetztung, die vollständig schwarz gekleidet ist. Claudia hat einen üppigen Tüllrock und oben ein Leder-Bustier sowie eine schwarze Lederjacke. Die Haare sind sehr 80er-mäßig gestylt. Das Stück ist eine poprockige Klavierballade, die stark von Claudias Gesang lebt. Ist so ein bisschen Bonnie-Tyler-Style, nicht zuletzt wegen der heiseren Stimme. Dann Tonartwechsel! Und ein laaaanger schlimmer Schrei vor einem gefühlten zweiten Tonartwechsel. Ich flippe aus und gebe

5 von 10 Punkten

Zwischenmoderation. Die beiden haben sich umgezogen. Aber der eigentliche Schock ist die Moderatorin im GreenRoom. Sie trägt Glitzerstreifen, die Ihr über die wichtigsten Körperteile geklebt sind. Das ist SEHR grandios. Sie interviewt die Künstler, die bereits aufgetreten sind. Oh, da ist noch eine weitere Moderatorin im Green Room, die ist aber durchaus züchtig ganz in Lila gekleidet. Und natürlich interviewt sie auch als erstes Artur, den oberkörpernackten Tänzer.

So, das Gequatsche ist vorbei. Es geht weiter mit den nächsten drei Beiträgen.

Echoes – Mirror

Oh, wieder mal eine schwarze Lederjacke. Die scheinen in Rumänien gerade im Angebot zu sein. Und natürlich sind die anderen Musiker auch ganz in Schwarz gekleidet. Der Beginn ist mit einer Großaufnahme des Gesichts des Sängers schön umgesetzt. Mit seinem Hipster-Look (von 2016) macht er durchaus was her. Das kann man von dem rockigen Midstempo-Stück nicht sagen. Das hat zwar auch funky Elemente, geht ansonsten aber überhaupt nicht nach vorn. Viellicht liegt das auch an der etwas gequält klingenden Stimme. Auch sonst passiert nicht viel. Die Laser kommen wieder zum Einsatz. Nö, das überzeugt mich nicht und ich gebe

4 von 10 Punkten.

 

Dora Gaitanovici – Fara tine

Ein Schmetterling fliegt über die LED-Wand. Dora ganz in Weiß steht im Bühnennebel und lässt sich von einem Balletttänzer antanzen. Oh, Nebel auch von oben – was alles geht! Gut, ihre Haare hätte man nochmal kämmen können und auch sonst wirkt sie, als sei sie gerade aufgestanden. Oder ist das die Aussage des Liedes? Sie hatte einen Alptraum von einem Schmetterling? Sie singt aber ganz hübsch und ich bin angetan, dass sie keine Lederjacke trägt. Oh, die Ballade nimmt an Fahrt auf und wird dramatisch. Sie singt kräftig. Bevor ich mein Urteil gebe, würde ich gern den Tänzer noch einmal aus der Nähe sehen. Also, ich weiß zwar nicht wovon Dora gesungen hat, aber ich fühle mich etwas erreicht und gebe

7 von 10 Punkten.

 

Der folgende Künstler trägt im Einspielfilm … eine schwarze Lederjacke.

Eduard Santha – Me som romales

Und beim Auftritt ist er in Ketten gelegt, an denen andere Personen ziehen. Interessanter Sound, hat etwas Raggae-Rhythmus, schwingt dann aber zum Refrain(?) oder nächsten Liedteil zu etwas Dubstepigen. Ok, das ist alles … interessant. Ab und an gibt’s englische Textbestandteile. „There’s a gypsy in all of us.“ Jetzt sind auch Ethno-Klänge und eine Flöte zu hören. Can-Can-Tanz zum Abschluss und Geschrei vom Sänger. Ich hätte mich doch mal etwas besser auf die Lieder vorbereiten sollen. Großer Applaus und auch ich bin beeindruckt und gebe

7 von 10 Punkten

 

Die Moderatoren in der Halle und im Green Room haben sich wieder umgezogen. Der Kettenmann bestätigt meine Musikstil-Einschätzung seines Beitrages und fordert deutlich: PACE! Recht so!

Vyros – La la la

Statt Lederjacke heißt es jetzt: Back to the 20ies. Der Sänger besingt eine Rose und wirft sie dann weg. Schiebermütze auf dem Kopf, breite Hosenträger. Ähnlich auch die Backgroundsänger. Vyros macht ein paar Bewegungen, aber nichts riesiges, eher theatralisch. Das Lied, ja. Was ist das eigentlich? Ganz viel schiefe La la la’s im Refrain. Dazwischen Trommeln und eine Art Flöte. Irgendwie experimentell. Dann Klatschfalle mit total schwarzem Bild. Dann geht das musische Gelalale weiter. Also, bei aller Liebe für den Stil der 20er Jahre waren das nicht mehr als

4 von 10 Punkten

 

Feli – Buna de jubit

Oh, ist das die mazedonische Fahne im Backdrop? Sehr nice, rhythmisch und modern. Die Sängerin ist schick gekleidet (schwarz mit silbrigen Überkleid). Die Tänzerinnen sind im positiven Sinne sexy Bitches. Es passiert viel Getanze, Fächergewedel und auch die LED-Wände habe alle Hände voll zu tun. Was ist das für ein Musikstil? Ein wildes durcheinander. Teils vor allem rhythmisch (RnB?), im Refrain mit dem Klavier glatt melodisch. Also Beyonce würde das nicht singen. Aber interessant und kurzweilig mit viel Applaus bedacht. Da habe ich mich auch nicht so und gebe

8 von 10 Punkten.

Wieder Green Room und Moderatoren. Schlechte Witze zwischen den beiden Hauptmoderatoren. Im Gegensatz zur Rumänin hatte Lind Zervakis wenigstens nicht so eine nervige Stimme. Offenbar wird die Jury begrüßt.

 

Zwischen den Beiträgen nun ein Act von Ilinca. Im Intro wird ihr Jodler vom Vorjahr mit eingebaut. Sie trägt ein weißes Fransenkleid mit sehr vielen, sehr langen Fransen. Dazu tanzt eine Frau, die am Band im Hintergrund hängt. Natürlich wieder ein paar Ethno-Klänge aus einer Kvinnoböske. Insgesamt für mich der beste Beitrag. Schade, dass er außerhalb der Wertung läuft.

Verdammt, jetzt kommt Werbung. Ich hatte mich schon gefreut, dass das alles ganz zügig läuft. Dann kann das ja noch ewig gehen. Es sind nach meiner Zählung noch 7 Beiträge offen… Und die Werbung ging ewig. Zweimal dachte ich schon, es sei geschafft.

Cezar und seine weibliche Kollegin begrüßen die Zuschauer zurück – wieder in einem neuen Outfit.

Teodora Dinu – Fly

Wieder viel Nebel. Teodora trägt in ein schwarzes Abendkleid mit einem riesigen Puffarm. Der Backdrop ist ganz weiß und wechselt später die Farben. Hinzug kommen Tänzer in lilafarbenen Anzügen. Nach einem klassischen Auftakt nimmt das Lied elektrische Elemente auf. Die Sängerin trennt sich von ihrem Ohrstöpsel. Und plötzlich noch wieder ein Musikwechsel, viel rhythmischer, nicht mehr so reduziert und verzögert. Und da ist der obligatorische Schrei – und Toedora wird an einer Leine hochgezogen (passt ja zum Titel „Fly“). Toll! Macht das Lied aber nicht besser. Nein, bei aller Liebe, sind das nicht mehr als

5 von 10 Punkten

 

M I H A I – Heaven

Jubel zum Liedanfang. Mihai trägt ganz weiß (danke schon mal dafür) und ist lustig angemalt. Eine Tänzerin und ein Tänzer halten jeweils ein übergroßes Laken, bevor sie es hinwerfen und miteinander tanzen. Er, also der Tänzer, ist obenrum nackig. Nett. Und Mihai sieht gar nicht so unförmig und verbraucht aus wie im Einspieler. Das Lied wiederum kann nicht viel: eine elektronisch inspirierte RnB-Ballade. Sein Gesang ist nicht besonders kräftig. Und natürlich wieder ein langer Schrei. Ist das gerade in Rumänien angesagt? Dank der Inszenierung gönne ich dem ansonsten schwachen Lied

7 von 10 Punkten

 

Xandra – Try

Und Xandra trägt … schwarz. Allerdings ein bodenlanges Kleid. Hinter ihr steht ein ziemlich attraktiver Tänzer – auch in schwarz. Zusammen mit einer Tänzerin umspielt er die Sängerin mit einer großen Kette. Xandra ist – wenn man das in Zeiten von #metoo so sagen darf – etwas gesichtsdick, hat aber eine hervorragende Ausstrahlung. Das Lied ist eine typische, kraftvolle RnB-Ballade. Die Stimme von Xandra ist super. Da kommt auch der obligatorische Schrei gleich noch besser an. Das Lied ist zwar nicht auffällig, aber vielleicht gebe ich auch gerade deshalb

8 von 10 Punkten

Schalte in den Green Room.

 

Jukebox feat. Bella Santiago – Auzi cum bate

Schöner Auftakt. Der Sänger in schwarz und die Sängerin (Bella) in weiß liegen auf dem Boden. Hat jemand Levina gesagt? Zumal beide barfuß sind. Vergleichsweise ruhiger Auftakt, zum Refrain hin recht kräftig. Das liegt vor allem am Gesang der Sängerin die geradezu eine Röhre hat. Der Musikstil? Poprock mit ein bisschen RnB? Drumherum viel Lasergewitter. Und da kam noch von ihr der lange Schrei. Dann ist das Lied vorbei und ich gebe

7 von 10 Punkten

 

Alexia & Matei – Walking on Water

Oj, sind die noch jung (zumindest im Einspieler). Sie trägt einen silberfarbenen Glitzersack, er ein Kapuzensakko. Ok, das soll modern sein. Der Anfang war es auch. Irgendwie modern und so verzerrende Sounds. Der Refrain ist aber eher ein Gematsche, gerade wenn beide gleichzeitig singen. Ihre Stimmen scheinen nicht wirklich zueinander zu passen. Die schwarz-silbernen Tänzer sowie der Backdrop machen das alles sehr unruhig. Nein, ich bin gelangweilt und gebe – weil die Stimmen einzeln gar nicht so schlecht sind –

5 von 10 Punkten (außerdem fehlte der Schrei, das gab einen Punkt Abzug)

Green Room, die gefühlt 17.

 

Erminio Sinni & Titziana Camelin – All the love away

Sind die beiden Italiener, die Ihr Glück in Rumänien versuchen, weil sie in Sanremo gescheitert sind? Klassisches Setup: Sie im schwarzen Abendkleid mit Leder-Harness-Inspiration. Er am weißen Flügel mit typischer italienischer Reibestimme. Das Ganze ist eine klassische, leicht rockige Klavierballade mit kräftigen Stimmen, die dem vorhergehenden Kinderduo zeigen, wie so etwas geht. Insgesamt aber etwas outdated. Wobei sowas in Sanremo ja immer mal funktioniert und dann auch beim ESC geadelt wird. Erminio trägt übrigens auch eine schwarze Lederjacke. Ganz hübsch, also die Nummer, wenn auch etwas altbacken. Das gibt von mir

6 von 10 Punkten

 

The Humans – Goodbye

Schöner Klavierauftakt. Eine Blondine mit langen Haaren im langen schwarzen Gewand. Dahinter zwei weißbekleidete Personen mit weißen Gesichtsmasken. Sie reißen ihr das Gewand weg und schon steht sie in einem roten Kleid mit sehr kurzem Rockteil da. Und dann, nach einem langen intro kommt ein Gitarrensolo – anstelle eines Refrains? Auch das ist alles sehr retro, aber gut gemacht. Und endlich auch wieder ein langer Schrei. Aufgrund des langen Intros ist keine Zeit für einen klassischen Liedaufbau, aber das passt hier schon. Wobei das Ende etwas abrupt ist. Ich gebe dafür gern

7 von 10 Punkten

 

So, wir sind durch. Die Moderatoren haben neue Outfits an. Was habe ich also jetzt an der Spitze?

Feli „Buna de jubit“ und Xandra „Try“ haben von mir je 8 Punkte erhalten.

Dann gab’s mehrere 7-Punkter: Dora Gaitanovici mit „Fara tine“, Eduard Santha mit „Me som romales“, M I H A I mit „Heaven“, Jukebox feat. Bella Santiago mit „Auzi cum bate“ und The Humans mit „Goodbye“. War also doch nicht nur schlimmes Zeug dabei.

Als (erster?) Pausenact singt Cezar des ESC-Siegersong von Salvador Sobral. Naja, er zerstört es phasenweise, weil er unbedingt seine Kopfstimme nutzen muss, um unnötige Oper-Schnörkel einzubauen.

Schnelldurchlauf.

So, ich spüre erste Ermüdungserscheinungen. Wenn ich die rumänischen Zahlen doch besser könnte, dann wüsste ich jetzt, wie lange man anrufen kann. Oh nein, jetzt sehe ich es: EINE STUNDE?!?!?!?!

Und sofort eine Blitztabelle: Da liegen ungerechtfertigterweise Alexia & Matei vorn. Vermutlich weil deren Freunde am schnellsten mit dem Handy umgehen können.

Ok, dann also wieder ein überlanger Werbeblock.

Weiter geht’s. Die Moderatoren haben sich nicht umgezogen. Noch 48 lange Minuten bis zum Ende des Votings. Auf der Bühne steht ein Bassist und die Alex Calancea Band. Oje, das ist schlimm. Und jetzt schon das zweite Lied.

Die Blitztabelle wird wieder einblendet. Es führen weiter Alexia und Matei, dahinter The Humans und Feli.

Also, wer immer heute gewinnt, der Song des Abends kommt aus der Werbung von der Catena Farmacia. Da würde ich sofort fröhlich singend hingehen, wenn ich beim ESC in Rumänien mal ein Medikament bräuchte.

Catena-Farmacia-Werbesong

Ich lese gerade, dass die Alex Calancea Band aus Moldawien kommt und ungefähr schon mit jedem ESC-Vertreter des Landes mal gespielt hat. Mir egal, ich fordere die 3-Minuten-Grenze für Intervall-Acts!

22:55 Der Vorsprung von Alexia und Matei auf The Human schwindet. Nur noch gute 100 Stimmen trennen die beiden Beiträge. Und da die Kinder, die von Alexia und Matei womöglich stimmen würden, langsam ins Bett müssen, könnten die Erwachsenen noch eine Chance haben (so die Musik des Intervall-Acts sie nicht ebenfalls vergrault hat).

Also ganz ehrlich, das rumänische Fernsehen darf sich nicht wundern, wenn denen die Zuschauer weglaufen. Das ist ja Arte hoch 3, was die hier veranstalten. Vermutlich ist der Geigenmann im weißen Anzug, der direkt aus den 1970er Jahren eingeflogen wurde, vor Ort ein großer Star. Dennoch ist das für viele nicht-geschulte Ohren eine heftige Herausforderung.

So, das Konzert ist vorbei. Die Moderatoren haben sich noch einmal umgezogen und bedanken sich bei den Sponsoren. Außerdem fordern sie noch einmal zum Abstimmen auf. Sie gehen durch den Green Room und zerren ahnungslose Kandidaten vor die Kamera, die noch einmal ihre Startnummer sagen müssen.

Jetzt wird es wirklich noch einmal spannend. Die Blitztabelle wird nicht mehr eingeblendet. Haben es The Humans geschafft oder kriegen wir das Kinder-Duo?

Zum Zeitvertreib wird noch ein Selfie gemacht. Das hätte Elton am Donnerstag beim deutschen Vorentscheid auch machen können, als ihm nichts einfiel… Es wird der Countdown eingezählt.

Eigentlich könnte man jetzt Schluss machen. Stattdessen kommen die frisch gekürten ESC-Vertreter Moldawiens DoReDoS auf die Bühne und präsentieren ihren Song für Lissabon, „My Lucky Day“. Nette Show, zum Lied sage ich jetzt mal nichts.

Die neu gekleideten Moderatorinnen im Green Room geben die Ergebnisse bekannt, offenbar von hinten nach vorn. Echos und Xandra sind raus. M I H A I auch. Die Moderatorinnen geben ab an Cezar und die Moderatorin auf der Hauptbühne.

Es kommt ein Mann mit Bart auf die Bühne. Er hat einen Umschlag mit einem Zettel. Und gewonnen haben: The Humans! 

Sie haben also im Endspurt noch Alexia und Matei um den Sieg gebracht. Wir kriegen somit eine rumänische Poprocknummer in Lissabon.

ACHTUNG: SEMIFINAL-AUFTRITT: The Humans – Goodbye

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Und hier noch das vollständige Selecţia Naţională 2018 Ergebnis (Danke für den Link-Tipp, Matty)

1. The Humans – „Goodbye“
2. Jukebox feat. Bella Santiago – „Auzi cum bate“
3. Alexia & Matei – „Walking on Water“
4. Feli – „Royalty“
5. Rafael & Friends – „We Are One“
6. Dora Gaitanovici – „Fără tine“
7. MIHAI – „Heaven“
8. Claudia Andas – „The One“
9. Xandra – „Try“
10. Teodora Dinu – „Fly“
11. Echoes – „Mirror“
12. TIRI – „Deșert de sentimente“
13. Erminio Sinni & Tiziana Camelin – „All the Love Away“
14. Eduard Santha – „Me som romales“
15. Vyros – „La la la“