Live-Blog Sanremo: Francesco Gabbani gewinnt sensationell mit tanzendem Gorilla und fährt nach Kiew

Sanremo 2017 Finale Francesco Gabbani gewinnt
Sagenhafte 50 Prozent Einschaltquote: Halb Italien entschied nach fünf Tagen Show das Festival di Sanremo. 16 Campioni waren im Finale. Das flotteste, tanzbarste, sanremo-untypischte Lied gewann sensationell. Francesco Gabbani und „Occidentalis Karma“ stieg schon vor dem Finalabend auf Rang 1 der Itunes-Charts in Italien. Update: Die RAI hat bestätigt, Francesco Gabbani wird Italien in Kiew vertreten!

Ein qualitativ sehr guter Stream der RAI ist hier zu finden, ein alternativer Stream läuft hier. Es moderieren Carlo Conti, der ebenfalls als künstlerischer Direktor des Festivals fungiert und Maria de Filippi, Herrin über Italiens erfolgreichste Castingshow Amici.

Hier ist unser Live-Blog des ersten Abends zum Nachlesen.
Hier ist unser Live-Blogs des zweiten Abends zum Nachlesen.

Zunächst traten 22 Campioni an. Am dritten Abend schieden Nesli & Alice Paba und Raige & Giulia Luzzi aus, am vierten Abend wurden Giusy Ferreri, Ron, Gigi d’Alessio und zum großen Entsetzen des Saalpublikums auch Al Bano verabschiedet.

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Alle Lieder können auf der Webpage der RAI hier angesehen werden, die RAI lässt keine Liveclips auf youtube zu. Daher haben wir Screenshots und keine Clips eingebettet.

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Buena sera a tutti,

aus Hamburg meldet sich erneut OLiver, diesmal zum Finale des Festivals. Noch laufen die Abendnachrichten, es wird wohl erst wieder gegen 20.50 Uhr richtig los gehen und nicht vor 1.30 Uhr enden, wenn wir die gestrige quarta serata zum Maßstab nehmen.

Dort wurde unter anderem der 20-jährige Lele zum Sieger der Nuove Proposte Kategorie gekürt, seinen Song werden wir vielleicht heute auch noch einmal hören. 16 Campioni sind noch im Rennen, Al Bano ist – wie oben geschildert – nicht mehr darunter. Sein Canzone war mit Abstand das altmodischste im gesamten Festival.

Wir begrüßen alle Leser, die trotz Mello-Vorrunde und später dem Finale in Spanien heute hier hereinschauen, und es freut uns besonders, dass wir auch Leser in Italien haben, die uns hier auch mal mit der Erklärung einiger Besonderheiten tatkräftig unterstützen. Ciao Betti, ciao AMICI.

Wer wird gewinnen? Die Buchmacher sehen Fiorella Mannoia bei ihrem ersten Sanremo-Auftritt seit 29 Jahren klar an der Spitze. Gewinnen könnten auch Liedermacher Fabrizio Moro, der letztjährige Nuove-Proposte-Sieger Francesco Gabbani, dessen Song seit heute die Itunes-Charts in Italien anführt. Gut liegen auch Ermal Meta und Paola Turci, die geradezu sagenhafte Auftritte am Donnerstag im Cover-Contest hatten. Zu beachten sein wird auch der aktuelle Sieger aus Maria de Filippis Castingshow Amici, Sergio Sylvestre, der sich von Tag zu Tag gesteigert hat.

Das Voting heute umfasst drei Komponenten – 40 Prozent Televoting, 30 Prozent Expertenjury (unter Vorsitz von Giorgio Moroder) und 30 Prozent demoskopisch zusammengestelltes Panel aus 1.000 Italienern. Es wird ein Superfinale mit den drei besten Acts geben, über die dann noch einmal extra abgestimmt werden wird. Als Gäste sind heute Zucchero und Alvaro Soler, der in Italien sehr bekannte deutsch-spanische Sänger angekündigt. Außerdem soll es eine ganz besondere Überraschung geben, so hieß es zumindest heute in der Pressekonferenz. Na dann, lassen wir uns mal überraschen.

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Carlo Conti und Maria di Filippi werden gerade auf dem Balkon des Ariston kurz interviewt. Wir sind immer noch in der Nachrichtensendung der RAI. Nun gibt es einen Blick auf die ausgeschiedenen Campioni. Geht soweit in Ordnung, um Giusy Ferreri war es schade, aber sie war ganz offensichtlich irgendwie nicht richtig bei der Sache.

Wie im letzten Jahr hat der Sieger das Recht, Italien beim ESC zu vertreten – eine Ehre, die insbesondere die jüngeren Interpreten nicht ausschlagen dürften. Mittlerweile ist das „Eurofestival“ in Italien wieder bekannt, die Aufbauarbeit hat sich also bezahlt gemacht. Die italienischen Ergebnisse, insbesondere von Il Volo, haben auch dafür gesorgt. Sollte Fiorella Mannoia gewinnen, entsteht ein Problem: Sie müsste einen Teil ihrer geplanten Tournee umplanen, um 10 Tage im Mai für Kiew Zeit zu haben…

Der ESC ist ein schönes Plus für die Künstler, aber kein Titel ist hier in irgendeiner Form für den ESC geschrieben, sie richten sich an das italienische Publikum und sind häufig inhaltsschwere „bedeutungsvolle“ Popsongs. Allerdings gibt es diesmal mit Francesco Gabbani eine bemerkenswerte aus dem üblichen Sanremo-Rahmen fallende Ausnahme mit dem Novum einer Bühnenchoreographie.

Die Vor-Sendung Prima Festival ist zu Ende und nun sehen wir die teuersten Werbespots der RAI und ein paar Programmhinweise.

Los geht’s. „Finale“ brüllt Carlo und begrüßt Italien mitten im Publikum des Aristons stehend. Wer dort vorn sitzt hat locker knapp 1.000 Euro für die Karten hingelegt. Wir hören zu Beginn eine Band, deren Mitglieder diverse Handicaps haben. Der Leadsänger ist blind, der Chor sitzt in Rollstühlen und das Publikum klatscht begeistert mit.

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Ist das die Überraschung? Jedenfalls ist ein schöner Auftakt. Carlo wird nun geschäftsmäßig und erklärt das Voting und die drei Komponenten Jury, Panel und Televoting. Und hier sind die 16 Codici, die mit Schnelldurchlauf vorgestellt werden. Das Televoting startet umgehend. Elodie wird demnach eröffnen und Michele Bravi das Feld heute Nacht beschließen. Favoritin Fiorella Mannoia und Fabrizio Moro an vierter und fünfter Startposition. Und unser Liebling, der schnauzbärtige Francesco Gabbani auf Startposition 10.

Die Songqualität ist wirklich gut und die Interpreten steigern sich für gewöhnlich im Laufe der Woche. Carlo erklärt nun, dass man nur fünf Mal pro Telefonanschluss wählen darf. Giorgio Moroder, der Jurypräsident wird nun begrüßt. Und neben ihm sitzt die unverwüstliche Rita Pavone, die in den 60ern auch bei uns Hits hatte („Arrividerci Hans“, erinnert sich jemand?) und heute besonders geehrt werden soll. Blogkollege WM könnte davon noch mehr erzählen. Die weiteren Jurymitglieder stehen nun auf und werden begrüßt.

Nun kommen Carabinieri auf die Bühne und werden geehrt. Es geht offenbar um die jüngsten Naturkatastrophen in Italien und die Hilfeleistungen seitens der Polizeikräfte. Ein Hubschrauberpilot ist auch dabei.

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Die Erdbebenhilfe (Spendenkonto) wird erwähnt und jetzt geht es in den ersten Werbeblock. 21.10 Uhr und noch kein Lied gehört. Aber das wundert uns als alte Sanremohasen natürlich nicht weiter.

Täusche ich mich, oder sprechen die Mäuse aus dem Käse-Werbespot genau wie Maria di Filippi, die ihr RRR anders rollt als die meisten Italiener? Und für was macht Michelle Hunziker da eigentlich Werbung? Ich sehe kein Produkt…

Ha, ein ESC-Spot… wer fährt nach Kiew? Womöglich werden wir das erst Morgen erfahren, bis sich der Sieger oder die Siegerin erklärt hat. Es wird natürlich noch eine PK nach dem Finale geben, aber ob die Frage dann gleich geklärt werden kann werden wir sehen.

Auf der Bühne im Lichtkreis steht nun ganz ohne Ankündigung ein betagter Sänger mit Hut – es ist der große ZUCCHERO.

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Genau wie Fiorella Mannoia war er zuletzt in den 80ern zu Beginn seiner Karriere in Sanremo als Wettbewerber, seine Tochter Irene Fornaciari war in den letzten Jahren mehrfach bei den Campioni – allerdings ziemlich erfolglos. Er ist ein ganz großer, Carlo spricht ihn auf mehr als 30 Jahre Karriere an.

Tante emozioni, das wars auch schon, er singt kein zweites Lied. Maria di Filippi kommt nun auf die Bühne – erneut in Schwarz, ein Abendkleid mit blauen Glasscherben versetzt. Hübsch, sehr geschmackvoll. Und nun werden noch einmal die Codici durchgekaut.

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Und nun 21.22h endlich der erste Campioni. Castingstar Elodie. Sie wird in einer Einspielung gegrüßt von einer ziemlich abgewrackt auf einem Blumenmarkt stehenden blauhaarigen Loredana Berte.

(In Klammern jeweils unsere Punkte auf einer Skala 0 bis 20 und die ESC-Eignung bis 100% – die Einschätzungen stammen aus den ersten beiden Festivaltagen, wir bewerten heute nicht neu):

1. Elodie – Tutta colpa mia (10/40)
(Emma Marrone, Giovanni Pollex, Oscar Angiuli, Francesco Cianciola)

Schick in weißem Anzug mit Jean-Seberg-Frisur. Sie singt ein dramatisches Popstück und leidet gewissermaßen am Mikro mit. Mir gefällt es heute viel besser als zu Beginn der Woche, als wir nur 10 von 20 Punkten verteilten und die ESC-Eignung auch nur mit 40 Prozent einschätzten. Es ist gut gesungen, sie erinnert ein wenig an Emma in der Stimmfarbe, wirkt auch recht bodenständig, aber lange nicht so vulgär. Sie singt mit Herz und Seele, das gefällt mir.

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Heute gibt es keine Punkte, weil wir ja schon einmal bepunktet haben und Matthias noch beim Mello weilt und erst später zu uns stößt.

Riccardo Fogli (alt geworden) begrüßt Michele Zarrillo und wünscht viel Glück:

 

2. Michele Zarrillo – Mani nelle mani (16/60)
(Michele Zarillo, Giampiero Artegiani)

Er ist Liedermacher und singt ein ruhiges Chanson, das sehr authentisch und wahrhaft herüberkommt. Normalerweise gefallen mir solche sehr getragenen Stücke nicht sonderlich, aber hier stimmt vieles. Er wirkt zwar ein wenig wie ein Regierungsdirektor, aber seine Stimme hat eine sehr schöne Stimmfarbe und der Song wird nicht langweilig und hat am Ende noch ein paar Steigerungsmomente. Ein Lied für die Fachjury, vielleicht auch für einen der Sonderpreise (der Kritik oder für den Text).

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Schlag für Schlag geht es weiter. Maria begrüßt ihren Schüler, den Sieger ihrer Castingshow Amici (14. Saison). Aber Sergio kommt nicht auf die Bühne. Er hat es offenbar nicht mitbekommen und wird erst jetzt auf die Bühne geführt. Wow, er ist ein Bär von einem Kerl. 2 Meter 08 groß und vermutlich mindestens 150 Kilo schwer. Carlo sieht neben ihm aus wie ein Pygmäe.

Eros Ramazotti grüßt Sergio in der Kurzpostkarte.

 

3. Sergio Sylvestre – Con te (11/85)
(Giorgia, Stefano Maiuolo, Sergio Sylvestre)

Das ist großes Kino. Er singt wie ein Messias. Der Song ist eine klassische, nicht sonderlich innovative, aber recht effektive Erweckungshymne. Die hohen Töne kommen nun auch etwas besser als am Mittwoch. Am Ende unterstützt ihn der Chor wie bei einem Gospel und der Song wird geradezu sphärisch. Das wäre eine konventionelle Wahl für den ESC, aber keine schlechte.

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Und nun die absolute Top-Favoritin, die von einem kahlköpfigen Enrico Ruggeri gegrüßt wird.

 

4. Fiorella Mannoia – Che sia benedetta (16/40)
(Amara, Salvatore Mineo)

Ein sehr schönes und schön arrangiertes Chanson. Sie spricht mehr als dass sie singt, es ist sehr textlastig und für den ESC meiner Ansicht nach weniger geeignet. Sie dreht im zweiten Teil richtig auf und macht das sehr überzeugend. Der Song bietet aber musikalisch wenig Variation, es geht mehr darum, ihre textliche Botschaft rüberzubringen. Sicher ein Hit bei der Fachjury, was meint wohl das Publikum? Sie gilt als absolute Top-Favoritin.

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Nun werden drei Grazien in Designermode begrüßt und ich habe nicht mitbekommen, worum es geht, weil gerade mein Rechner abgestürzt ist. Zum Glück ist nun wieder alles ok und Co-Blogger Matthias ist vom Mello herübergekommen und übernimmt ab jetzt die Erstellung der Screenshots…

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Die Damen dürfen ihre Lieblingslieder ansingen, was sie mutig und charmant tun, auch wenn das sehr amateurhaft rüberkommt. Und nun Pausa bravissima. Werbung.

Sehr schön, Leserin Betti weiß mehr: Das waren Giusy Buscemi, Alessandra Mastronardi und Diana Del Bufalo, drei Schauspielerinnen. Matthias hat zudem herausgefunden, dass sie demnächstin einer Serie der RAI „C’era una volta studio uno“ zu sehen sein werden. Grazie! Das war also Werbung in eigener Sache der RAI.

Weiter mit einem weiteren Favoriten. Er wird von Ginaluca Grignani (beim Autofahren) gegrüßt.

 

5. Fabrizio Moro – Portami via (9/35)
(Fabrizio Moro, Roberto Cardelli)

Auch hier wird viel gesprochen zu Klavierklängen. Sein Titel ist lange nicht so rhythmisch und eingängig wie „Pensa“, sein genialer Song, mit dem er vor 10 Jahren die Nuove Proposte gewann. Getragener Refrain, den er mit seiner Reibeisen-Stimme geradezu zelebriert. Schön arrangiert, überhaupt sind die Orchester-Versionen in Sanremo hervorragend. Mir gefällt es jetzt ebenfalls besser als noch Anfang der Woche, man hört sich eben die Dinge schön. Im direkten Vergleich würde ich aber Fiorella vorziehen.

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Und nun ein Castingstar, den man nicht unbedingt im Finale erwartet hätte:

 

6. Alessio Bernabei – Nel mezzo di un applauso (13/50)
(Roberto Casalino, Dario Faini, Vanni Casagrande)

Er hat diesen süßen Hush-Puppy-Look und ein rhythmisches Popstück dabei, ist stimmlich allerdings nicht ganz auf der Höhe, bisweilen fehlt es etwas am Ausdruck. Dennoch hat er Spaß, das Finale ist schon ein schöner Erfolg für ihn, ein einstelliges Resultat sehe ich hier aber nicht. Da kann er noch so treuherzig gucken, das Hündchen.

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Und nun haben wir zehn nach zehn und es ist wie an jedem Abend Zeit für den Hauptkomiker des diesjährigen Festivals: Maurizio Crozza. Er kommt erst als Einspielung und dann live in der Verkleidung eines Senators(?) auf die Bühne. Das wird nun etwas dauern. Donald Trump wird erwähnt. Und nun greift der Senator zum Mikro und singt. Wir nutzen das für eine kleine Pinkelpause.

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Bei uns würde dann wohl Hape Kerkeling in allen möglichen Verkleidungen auf die Bühne kommen, hätten wir ein ähnlich bedeutendes Festival…

Maurizio bekommt Blumen (Sanremo ist übrigens auch die Blumenkapitale Italiens). Nun ein Werbeblock auf der Bühne! Der Tänzer aus der TIM-Werbung (ein Deutscher namens Sven Otten, ein Internet-Phänomen, danke an Leser Luca für die Info!) tanzt live zu Parovs Stelars „All night long“ (komische Version) auf der Bühne, unterstützt von einem umfangreichen Ballett. Die Telekommunikationsfirma TIM ist Sponsor des Festivals.

Carlo begrüßt nun diverse Prominenz im Publikum (zum Beispiel Alba Parietti) und es geht weiter.

Marco Masini trägt Zottelbart und war am Donnerstag Dritter im Cover-Contest. Er gewann 2004 im Festival und wird gegrüßt von Gabriel Battistuta, einem Fußballer.

 

7. Marco Masini – Spostato di un secondo (9/50)
(Marco Masini, Diego Calvetti, Sergio Vallarino)

Er hat eine unverwechselbare Stimmfarbe, die man mögen muss. Auch er spricht zunächst seine Strophen, sein Song hat aber einen dramatischen Aufbau und ist klassisches Sanremo-Material. Ernsthaft mit dick unterstrichener Botschaft. Hier waren Matthias und ich total verschiedener Meinung, ich finde Marcos Song nach wie vor einen der besseren Titel, besonders der Refrain ist stimmungsvoll, aber insgesamt wird doch sehr viel gesprochen. Ich erwarte juryunterstützt Rang 8 bis 10 für ihn.

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Nun wieder mal Pause, aber Carlo kündigt Zucchero nochmals an. Na also, wäre ja doof gewesen, wenn er wirklich nur ein Lied gesungen hätte. Sein Auftritt ist also gesplittet.

Kurz ein Blick nach Spanien, wo Blogkollege Marc mitten im Liveblog steckt und die Entscheidung wohl auch erst nach Mitternacht fällt. Wir werden sicher bis nach 1 Uhr benötigen! Es sei daran erinnert, wir haben auch noch ein Superfinale, wobei die drei Glücklichen wohl nicht mehr erneut singen werden.

Maria und Carlo blicken nun auf die außergewöhnlich erfolgreiche Weltkarriere von Zucchero zurück, er war auch schon für den Grammy nominiert (Laura Pausini hat ihn übrigens gewonnen). Und jetzt klatscht das Publikum begeistert mit und Zucchero trägt wieder seinen Hut und rockt das Ariston.

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Zucchero plaudert nun mit Carlo und stellt dann seine Bandmitglieder, offenbar überwiegend Amerikaner vor. Seit Leserin Betti erwähnt hat, dass Maria immer mal wieder mit Hustenbonbon(s) in der Backentasche moderiert, frage ich mich, ob sie heute auch die Backen voll hat. Sie nehmen sich jetzt Zeit für Zucchero, aber das ist ja auch voll gerechtfertigt. Nun geht es um seine karitativen Projekte, für Kinder in Guatemala und Liberia.

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Und nun ein Duett (zumindest ein Intro) mit dem verstorbenen Luciano Pavarotti, der auf dem LED Screen eingeblendet wird. Nein, es ist ein Duett. Solche Konstruktionen gehen ja oft daneben und sind manchmal auch ziemlich geschmacklos (zum Beispiel diverse Duette mit Elvis Presley), aber hier klappt es erstaunlich harmonisch. GRANDEZZA im Ariston. Majestätisch und sehr stimmungsvoll. Finalwürdig.

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Wow, was für ein Pathos! Ich bin gerade sehr ergriffen, das war wunderschön. Können sich wirklich nicht viele erlauben. Das Ariston tobt und es gibt eine Standing Ovation. Matthias meint trocken, hätte der deutsche Vorentscheid doch nur halb so viel Grandezza. Naja, ein Vergleich verbietet sich eigentlich, denn hier haben wir ein traditionsreiches 67 Jahre altes und respektiertes Festival und dort einen Vorentscheid, der jedes Jahr wieder völlig neu konzipiert wird und dem etablierte Künstler wenig abgewinnen können.

Werbung und ich bemerke, wir haben noch nicht mal die Hälfte der Campioni geschafft und es ist gleich 23 Uhr!

Maria kündigt Paola Turci an und wir sehen in ihrer Grußpostkarte einen sehr sexy Nek. Paola hatte 1993 einen schweren Autounfall und musste viele Gesichtsoperationen über sich ergehen lassen. Ohne Make-Up sind die Spuren immer noch sichtbar. Sie gewann schon drei Mal den Kritikerpreis in Sanremo.

 

8. Paola Turci – Fatti bella per te (17/70)
(Paola Turci, Giulia Anania, Luca Chiaravalli, Davide Simonetta)

Ein flottes, ein mitreißendes Lied. Starke Strophen und ein melodischer, nicht ganz so starker Refrain. Sie ist ganz bei sich und schwimmt gerade auf einer Welle der Begeisterung, da sie am Donnerstag besonders für ihre Interpretation von Anna Oxas „Un emozione da poco“ im Covercontest gelobt wurde. Könnte ein Radiohit werden. Marina Rei hatte mal etwas Ähnliches im Festival und war damit sehr erfolgreich. Ich mag es sehr, sie haut es heute richtig raus und hat so viel mehr Charisma als etwa eine Elodie oder gar eine Lodovica.

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Nun Schlag auf Schlag. Die nächste war kurz vor dem Ausscheiden, wurde dann aber zurückgewählt:

 

9. Bianca Atzei – Ora esisti solo tu (9/55)
(Francesco Silvestre)

Bianca hat sich sehr gesteigert, hier haben wir wieder ein typisches Sanremo-Canzone, das sanft und leise beginnt und dann richtig aufdreht. Sie trägt die Haare nicht offen (bei keinem der Abende bisher) und zeigt sehr große Zähne. Ich nehme ihr aber die Botschaft irgendwie nicht ab und würde ihr stimmungsvolles, aber eher konventionelles Lied lieber von Dolcenera hören, die stimmlich ähnlich, aber mit viel mehr Ausdruck unterwegs ist.

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Nun gibt es doch noch einen typischen Model-Moment, früher waren die Assistentinnen dafür zuständig, sich bis zu vier Mal pro Abend umzuziehen. Mit Maria ist sowas natürlich nicht zu machen, sie hat ja nur schwarze Kittelkleider im Schrank und trägt kaum Farbe. Nun ist ein internationales Top-Model namens Tina Kunakey eingeladen (spricht etwas Italienisch, weil sie von ’sangue italiano‘ abstammt), und zeigt reichlich Figur.

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Und wir warten auf unseren persönlichen Favoriten und seinen extrem stimmungsaufhellenden Song. Und da isser, heute nicht im Pulli, sondern im Anzug. Großer Applaus, sein Song ist bereits No.1 bei Itunes Italia.

Die Grußbotschaft kommt von Rosita Celentano.

 

10. Francesco Gabbani – Occidentalis Karma (15/85)
(Francesco Gabbani, Luca Chiaravalli, Fabio Ilacqua, Filippi Gabbani)

Fröhlichen tanzbaren Pop gibt es selten in Sanremo, und schon gar nicht mit einer ausgeklügelten, aber ganz einfach wirkenden Choreographie. Francesco hat ein sehr sympathisches, geradezu einnehmendes Wesen und singt mit seinem ganzen Körper. Ein riesen Talent, bereits im vergangenen Jahr Sieger der Nuove Proposte mit „Amen“. Ich finde den Song über Karma aus dem Osten(?) geradezu genial, ein toller Songaufbau mit Tempowechseln und riesigem Mitsing-Potenzial, er hat sogar das Orchester miteingebunden. Genial auch der Gorilla, der mit ihm auf der Bühne tanzt und heute eine Fliege trägt. Ein enormer Sympathieträger, der in Kiew in dem Wald voller Balladen – da bin ich mir sicher – einschlagen würde wie eine Bombe.

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Wir sind so begeistert, daher hier die doppelte Menge an Bildern…

Die Frage ist: wie wird er bei der Jury wegkommen? Er fällt so aus dem Rahmen des Festivals, das Ariston tobt. Man würde ihm den Sieg wünschen, zumindest aber den Startplatz Italiens beim ESC.

Nun Videomessage von Franceso Renga (rassig!) für Castingstar Chiara Galiazzo.

 

11. Chiara – Nessun posto è casa mia (10/40)
(Niccolò Verrienti, Carlo Verrienti)

Und hier nun wieder ein ruhiges, auf Anspruch geschriebenes Stück. Chiaras Stimme ist gut geeignet für leicht rauhe Songs, glockenklares Canto ist nicht ihre Sache, daher passt das heute nicht hundertprozentig. Der Song plätschert etwas vor sich hin und bietet keine besonderen Höhepunkte. Fast langweilt man sich. Ich fürchte, dieses Jahr wird sie keinen Platz in der vorderen Hälfte belegen wie bei ihren ersten beiden Auftritten in Sanremo.

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Und nun das Kontrastprogramm: der Rapper.

 

12. Clementino – Ragazzi fuori (11/25)
(Clementino, Marracash, Pablo Miguel Lombroni, Stefano Tognini)

Rapper stehen selten im Festival-Finale, sie werden aber immer mal wieder eingeladen und dann meist sofort wieder aussortiert. Was hat Clementino diesmal gerettet? Sein Song ist recht melodisch geraten und er rappt vermutlich angemessen sozialkritisch. Außerdem sieht er recht zivil aus (mit Mütze) und nicht so, als würde man ihm nachts nicht begegnen wollen. Das könnte ein Achtungserfolg werden, ich sehe ihn aber nicht in den TopTen.

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Nun der Werbespot über die Schönheiten Liguriens, der Region, in der Sanremo liegt. Und Werbung. Es ist 23.30 Uhr vorbei. Es fehlen noch 4 Campioni und das Superfinale. Ach ja und noch ein Superospite… mit deutschen Wurzeln.

Wir sind zurück und nun gibt es einen Preis für das Lebenswerk von Rita Pavone, die in den 60ern ein Top-Star war und auch in Deutschland ähnlich wie Caterina Valente sehr bekannt war. Ich kann allerdings nur „Arrividerci Hans“ als Hit nennen. Kollege WM könnte jetzt sicher einen Vortrag über ihre vielen Songs in Deutsch halten, ich bin leider in dieser Epoche nicht zu Hause.

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Wäre eigentlich schön, wenn wir jetzt ein paar Ausschnitte von ihr sehen könnten, aber nein, sie muss live singen. Das tut sie auch mit Verve, sie ist mittlerweile 71 Jahre alt, aber hat durchaus noch Stimme und lässt sich nun vom traditionsbewussten Ariston feiern.

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Und ja, sie bekommt auch eine Standing Ovation. Ich finde das schön, wenn sich die RAI an die Saurier von früher erinnert und sie einlädt, vor zwei Jahren waren zum Beispiel auch die Kessler-Zwillinge da, die nach wie vor ein phänomenales Standing in Italien haben und geradezu ehrfürchtig verehrt werden.

Nun geht es weiter mit den nächsten Campioni. Zweiter hinter Francesco Gabbani im letzten Jahr bei den Nuove Proposte. Liegt er heute vor ihm im Ranking?

 

13. Ermal Meta – Vietato morire (18/75)
(Ermal Meta)

Er stammt aus Albanien. Sein famoses Talent wurde am Donnerstag im Cover Contest deutlich, als er eine unglaublich anrührende Interpretation eines alten Hts von Domenico Modugno teils in Kopfstimme sang und zurecht den Tagespreis dafür gewann. Sein Sanremo-Titel ist gefälliger, gitarrenumtoster, mitklatschbarer Pop. Schöner Refrain und schöne Steigerung im Song. Sehr gefällig, es fehlt vielleicht ein Touch Originalität.

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Und nun die Disneyprinzessin, sie spielt in einer Disneyserie und hat eine riesige weibliche halbwüchsige Fanbase, die wohl dafür verantwortlich war, dass sie nun im Finale steht, obwohl sie dort eigentlich nichts zu suchen hat. Man muss das leider so hart sagen.

 

14. Lodovica Comello – Il cielo non mi basta (12/65)
(Antonio Di Martino, Dario Faini, Fabrizio Ferraguzzo, Federica Abbate)

Ihre stimmliche Range ist beschränkt und der an sich sehr schöne klassische Sanremo-Song, der Möglichkeit böte, zu glänzen, ist zu schwierig für sie. Die hohen Stellen fallen alle sehr dünn aus bei ihr. Manche Töne sind auch reichlich schief. Das hätte auch bei den Nuove Proposte nicht gereicht fürs Finale, die Jury müsste sie eigentlich glasklar abwerten, im Televoting wird sie wohl gut abschneiden, falls die kleinen Mädchen noch nicht im Bett sind. Schade, ich hätte lieber Giusy Ferreri als Lodovica im Finale gesehen.

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Und Mitternacht naht, ein neuer Tag bricht an… und wir haben noch zwei Campioni, einen Superospite, ein Superfinale und wer weiß was noch auf dem Programm… kleiner Trost, Spanien ist mit seinem Vorentscheid auch noch nicht fertig…

Weiter geht es mit Enrico Montesano, einem weiteren Gast, ein Schauspieler und eine TV-Persönlichkeit in Italien. Er rutscht auf dem Hosenboden die Treppe herunter. Und nun gibt es einen Monolog.

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Wir schauen mal kurz nach Spanien, wo es offenbar einen handfesten Skandal im Vorentscheid gegeben hat. Nach einem Patt entschied die Jury gegen den Publikumssieger. Gern nachher nachzulesen in unserem Spanien-Blog. Hier aber ist die Entscheidung zur Stunde noch offen und wohl in einer Stunde auch noch nicht gefallen. Wir richten uns auf eine lange Nacht ein…

Weiter gehts:

 

15. Samuel – Vedrai (14/55)
(Samuel, Riccardo Onori, Christian Rigano)

Noch ein Mann mit Hut. Der Leadsänger von Subsonica ebenfalls im Finale (dieses Jahr gab es keine einzige Band im Feld und die Duette wurden aussortiert). Melodischer Mitklatschpop, stimmlich nicht sonderlich anspruchsvoll. Ein Guter-Laune-Song, allerdings lange nicht so akzentuiert und herausragend auffallend wie „Occidentalis Karma“, das wir vorhin gehört haben. Dieser Song plätschert eher vorbei und wird schnell vergessen sein. Nun animiert er auch noch das Publikum (im ESC sollte man sowas tunlichst lassen, aber in diese Verlegenheit wird er ja gar nicht erst nicht kommen).

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Und nun ein wirlich schöner, qualitativ hochwertiger Abschluss der Campioni:

 

16. Michele Bravi – Il diario degli errori (18/75)
(Federica Abbate, Cheope, Giuseppe Anastasi)

Ein Tagebuch voller Fehler besingt er, der ein Castingstar ist und einen schwarzen Anzug mit aufgeklebten weißen Herz trägt. Dieser Song ist definitiv kein Fehler, sondern ein gefühlvolles, klug aufgebautes Epos, das perfekt zu seiner interessanten, wandlungsfähigen und ausdrucksstarken Stimme passt. Er erzählt eine Geschichte und ich möchte verstehen, wovon er singt. Für den ESC womöglich ein klein wenig zu sperrig, für Sanremo aber perfekt, ein Lied, dass bei Jury und Panel gleichermaßen ankommen dürfte.

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Nun ein weiterer Gast. Auch die Komikerin Geppi Cucciari hat Probleme mit der Treppe. Und wir sehen, Maria hat sich umgezogen und trägt diesmal weiß und sieht aus wie ein Schwan. Sind das Feder-Applikationen, die nach unten hin gräulich auslaufen? Sieht aus, als wäre sie in den Schneematsch geraten…

Geppi übernimmt nun die Show, hat ein Klemmbrett in der Hand und redet wie ein Wasserfall. Maria muss sich setzen und wird nun offenbar selbst mal befragt. Nein, sie wird offenbar diagnostiziert.

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Geppi fährt unbeirrt fort, dabei sollte eigentlich laut Zeitplan schon der letzte Superospite auftreten. Wir sind also in Verzug, lag wohl an dem vergleichweise langen Plaudern mit Zucchero.

Sanremo 2017 Finale Geppi Cucciari

Fassen wir mal zusammen, diese Edition von Sanremo ist insgesamt ein guter Jahrgang. Für Italiens ESC-Chancen wäre ein Sieg von Francesco Gabbani die beste Wahl, bereits jetzt gibt es auf diversen Fanseiten begeisterte Kommentare. Sergio Sylvestre wäre ebenfalls eine interessante Wahl. Fabrizio Moro und Fiorella Mannoia hätten international wenig Chancen, aber sie könnten ja auch die Ehre ablehnen. Es bleibt spannend und wir müssen auf jeden Fall die nächtliche Sieger-Pressekonferenz (womöglich auch erst morgen Mittag) abwarten, um den Sanremo-Beitrag verkünden zu können.

Stop al televoto. Pause. Und danach gibt es die Plätze 16 bis 4 verspricht Carlo zuversichtlich.

Das Nachrichtenbulletin mit Gabriella, heute im kleinen Schwarzen. Und wir gehen langsam auf dem Zahnfleisch. Für mich ist es der fünfte Liveblog in fünf Tagen… und auch noch nicht der letzte der Saison… man möge mir verzeihen, wenn um diese Zeit keine blumigen Metaphern mehr sprudeln.

Oh, Maria hängt auch schon an Carlo und kann sich kaum noch auf den Beinen halten. Und jetzt ist er da, der superospite superschnucklige Halbdeutsche ALVARO SOLER.

Er hatte schon zwei Nummer-1-Hits in Italien und war Juror bei X Factor Italia, wo die von ihm betreute Band auch noch gewonnen hat. Tja, hier wäre doch die Lösung für Spaniens ESC-Misere, die heute offenbar mit dem Skandal in der Vorentscheidung ein neues Allzeittief erreicht hat. Oder auch für uns könnte der smarte Beau doch antreten.

Sanremo 2017 Finale Alvaro Soler Sanremo 2017 Finale Alvaro Soler Sanremo 2017 Finale Alvaro Soler

In Italien ist er Top-Star und wird begeistert gefeiert. Und natürlich spricht er fließend Italienisch und wird nun mit Platin-Schallplatten überschüttet. Auch für ein Duett mit Emma (Marrone). Die kennen wir doch auch von irgendwoher.

Glückwünsche gehen nun an Milly Carlucci von „Ballando con le stelle“, warum auch immer.

Und nun das Resultat:

16. Clementino
15. Alessio Bernabei
14. Chiara
13. Marco Masini

Alles ok bisher.

12. Lodovica Commello. Glück gehabt. Noch zu hoch.
11. Michele Zarrillo
10. Samuel

9. Bianca Atzei
8. Elodie
7. Fabrizio Moro
6. Sergio Sylvestre. Aufschrei im Ariston
5. Paola Turci. Schönes Ergebnis für sie.
4. Michele Bravi.

Sanremo 2017 Finale Voting Runde 1

Im Superfinale sind:

Fiorella Mannoia, Ermal Meta und Francesco Gabbani.

HERVORRAGEND entschieden, liebe Italiener. Wenn wir voraussetzen, dass Fiorella nicht zum ESC will, kann Italien nicht mehr verlieren. Auch Ermals Song wäre prima für den ESC. Drücken wir dennoch Francesco die Daumen. Dennoch, ich denke Fiorella wird Sanremo gewinnen.

Nochmal Pause. Das Televoting startet neu und auch Jury und Panel stimmen nocheinmal neu ab! Die drei Campioni werden aber wohl nicht noch einmal singen. Es wird wohl nur nochmal einen Schnelldurchlauf geben. Ich muss bekennen, ich bin ziemlich begeistert!!

Zurück im Ariston. Das ist nun die Überraschung. Carlo Conti kündigt einen Friedenssong an. Es singt Amara, die auch auf der Komponistenliste steht. Ein Paolo begleitet sie am Klavier. Amara hat Fiorella Mannoias Canzone mitkomponiert, könnte heute also auch mitgewinnen.

Paolo Vallesi e Amara Sanremo 2017 Finale Paolo Vallesi e Amara

Wir haben 1 Uhr und nun gibt es noch ein kleines Interview zum Thema Frieden mit einer Dame aus dem Publikum, die eine offizielle Funktion zu bekleiden scheint.

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Maria übernimmt nun wieder und kündigt einen weiteren Gast an: Emanuele Fasano. Ein junger Künstler, der nun ans Klavier schreitet und ein Instrumental spielt. Wir entschleunigen mal kurz und erwarten in Kürze das Resultat des 67. Festival della canzone Italiana. Fiorella? Ermal oder Francesco mit seinem tanzenden Affen?

Sanremo 2017 Finale Emanuele Fasanoklavier3

Nein, erst noch ein weiterer Gast. Carlo Cracco, ein Star-Koch, sieht aber aus wie ein Schauspieler aus einer Telenovela a la Reich & Schön. Sein Lieblingssong aus Sanremo ist „Ragazzi di ochi“, allerdings verwechselt er mal eben Luis Miguel und Miguel Bosé.

Sanremo 2017 Finale Carlo Cracco

Schön übrigens, dass wir immer mal wieder die Künstler hinter der Bühne sehen, derartige Einblicke sind neu, hat Sanremo vielleicht vom ESC übernommen. Genauso übrigens wie die Schrift der Namenseinblendungen.

Und nun ein gewisser Massimo, nochmal ein Gast. Wohl wieder ein Komiker. Seufz. Es ist 1.15 Uhr. Selbst in Spanien ist man schon lange fertig, falls der tobende Fan-Mob dort nicht noch das Studio in Brand gesetzt hat.

preise2

Nun noch die Schalte zum Dopofestival, wo man nachher noch bis zum Morgengrauen über das Ergebnis parlieren wird. Habe ich am Dienstag und Mittwoch auch noch geschaut, weil ich nicht schlafen konnte nach dem Liveblog. Man muss dann erst mal ein wenig runterkommen.

Televoting läuft noch im Superfinale. Und jetzt erwähnt Carlo Conti Kiew und den ESC.

Stop al televoto! Und nun geht es um die Sonderprämien.

Bester Text geht an Fiorella Mannoia. Sie nimmt ihn gefasst entgegen.

Der Preis der Kritik (nach Mia Martini benannt) geht an: Ermal Meta. Schön für ihn.

Bestes Arrangement geht an: Al Bano! Schöne Geste. Ein Trostpreis für den ausgeschiedenen und er ist da und freut sich. Er bekommt auch noch eine Grußbotschaft.

Jetzt sind alle versorgt, dann kann doch Francesco Gabbani den Hauptpreis gewinnen, oder?

Den Preis der Presse geht an Fiorella Mannoia. Jetzt hat sie zwei Prämien.

Nun kommt der Präsident von TIM, dem Sponsor des Festivals. Ein weiterer Preis (für was?) geht an Francesco Gabbani. Weil er schon die Nummer 1 bei den digitalen Downloads ist? Ah, Leserin Betti weiß Bescheid: sein Lied wurde heute am häufigsten auf TIM-Music gehört.

Prima, jetzt sind alle drei Superfinalisten auf der Bühne und es werden Fotos gemacht.

Rita Pavone ist auch zufrieden, die Jury sagt nun einige salbungsvolle Worte bezüglich des Podiums der drei besten Interpreten und der hohen Qualität der Beiträge insgesamt.

Nun noch eine letzte Schalte in die Sala Stampa, wo der Sprecher mit einer Pappfigur von Lodovica steht und die üblichen staubtrockenen Scherze reißt. Und nun tanzt die Presse zu Al Banos Lied…

Hallo, gehts noch? Die Welt wartet auf die Entscheidung: Fiorella, Ermal oder Francesco? Wir werden in jedem Fall sofort eine Umfrage zum Song einstellen, also, liebe Leser, nicht gleich verschwinden ohne abzustimmen.

Die Minuten ziehen sich nun unerträglich, was mag in den drei Superfinalisten vorgehen?

Carlo bedankt sich nun bei Maria mit elegischen Worten. Sie hat auf jeden Fall für eine Hammerquote gesorgt, insofern war ihre Verpflichtung (ohne Gage wohlgemerkt!) ein großer Erfolg für die RAI. Sie bedankt sich auch artig, denn sie ist sonst bei der privaten Konkurrenz unter Vertrag.

Nun kommen die Top Drei nochmal auf die Bühne und die Entscheidung naht. Die Spannung erreicht den Siedepunkt. Jetzt wird noch dem Orchester gedankt. Die goldene Palme mit dem Löwen steht schon bereit.

PLatz 3 für: ERMAL META

Es gewinnt FRANCESCO GABBANI. Sensation!!!

FIORELLA MANNOIA ist Zweite und akzeptiert die Niederlage huldvoll.

Sanremo 2017 Finale Francesco Gabbani gewinnt

Damit ist klar, wir haben einen sensationellen, sanremo-untypischen Sieger und FRANCESCO GABBANI rückt augenblicklich an die Spitze der ESC-Songs. Italien hätte damit eine hervorragende Chance auf ein herausragendes Ergebnis in Kiew. Und wie!

Francesco Gabbani gewinnt damit nach den Nuove Proposte auch die Campioni-Kategorie. Und nun noch einmal das Lied.

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Wir müssen natürlich noch auf die Bestätigung der RAI warten, das Francesco wirklich nach Kiew für Italien fährt. Aber was sollte dagegen sprechen?

Hier die Studiofassung von „Occidentalis Karma“

Sanremo-Auftritt mit Affe von Mittwoch

Ein sehr schöner Abschluss einer sehr, sehr langen Woche. Vielen Dank und mille grazie für Eure Aufmerksamkeit, ich suche jetzt mein altes Gorillakostüm und tanze noch ein wenig herum.

Nächster Liveblog bei uns ist Israel am Montag Abend, hoffentlich in einer kürzeren Show. Stay tuned!

Nachtrag: Die Medien melden es bereits, die Bestätigung ist da. „Occidentalis Karma“ ist Italiens Beitrag für den Eurovision Song Contest 2017 in Kiew. Brava Italia!