Live-Blog Slowenien: ManuElla beim ESC auf den Spuren von Taylor Swift

ManuElla

10 Acts (mit vielen Kleidertricks) und ein Superfinale bot das slowenische Finale EMA auf. Auch zwei ESC-Veteraninnen nahmen einen neuen Anlauf. Im Superfinale gewann aber eine junge Sängerin, die mal beim deutschen „Supertalent“ mitgemacht hat. ManuElla heißt Sloweniens Star für Stockholm mit einem countryesken Popsong. Hier unser Liveblog einer unterhaltsamen Show zum Nachlesen.

Livestream bei RTVSLO hier. eurovision.tv überträgt nicht.

Dober vecer aus Hamburg, hier meldet sich OLiver mit der EMA 2016.

Die Show wird moderiert von Schauspieler und Comedian Klemen Slakonja, der uns noch gut in Erinnerung sein dürfte, er gab zum Beispiel die Punkte 2011 durch und brachte Anke Engelke zum Lachen. 61 Songs waren eingereicht, ein Expertenpanel bestehend aus der Sängerin Alenka Godec, Produzent Gabor Radojevic, Radiomann Jernej Veje und des slowenischen Head of Delegation Aleksander Radic suchte die 10 aus, die wir heute hören.

Der Modus ist gleich wie im letzten Jahr, als Maraaya gewannen und ähnlich wie in Ungarns A Dal. Zunächst entscheidet allein die Jury über das Superfinale. Die beiden Songs werden dann ein weiteres Mal gesungen und allein das Televoting entscheidet über den Sieger. Sollte die Jury falsch liegen führt so ein Modus womöglich zu enttäuschten Fans, die gar nicht mehr anrufen wollen und sich bevormundet fühlen. Andererseits hatte Slowenien mit der Methode Erfolg und immerhin 3 Finalqualifikationen in den letzten 5 Jahren zu verzeichnen, nachdem man sich anfangs sehr schwer tat mit dem ESC-Semifinale.

Es ist 19.55 Uhr, noch laufen die Abendnachrichten. Nun noch Werbung und das ist Klemen in einem Teaser. Wetter: 7 Grad in Portoroz, recht kühl an der Adria… 11 Grad in Murska Sobota, klar, da kommt ja auch Regina her. Sie wird heute ihren achten Anlauf in der EMA nehmen (1996 hat sie es einmal zum ESC geschafft). Nun noch ein Oskarji-Clip, der Academy Award wird aber erst Morgen nacht (noch nach dem lettischen Finale) vergeben…

Los geht’s. Merkwürdiges Intro… mit Putin(?)… nun tauchen die bonbonfarbenen Buchstaben EMA auf und Klemen macht einen auf Mans und singt den schwedischen Siegertitel mit slowenischen Text. Und es gibt eine Animation, die allerdings ganz anders ausfällt. Witzig… und er hat eine tolle Stimme (und sieht auch ganz schmuck aus).

 

Toll, er fliegt nun über die Bühne, macht eine tolle Show und erinnert an Moira Orfei (eine legendäre Zirkusartistin). Offenbar ist „Zirkus“ das heutige Setting.

Klemen hängt immer noch an den Seilen und begrüßt nun Raay von Maraaya, der auf einer Leiter steht. Raay hat die letzten beiden slowenischen ESC-Beiträge geschrieben. Und nun schwebt Marlena von Sestre ein (wird erst als Darja Svaiger vorgestellt). Sie hängt auch in der Luft. Herrlich, der Humor und das Setting gefallen mir gut.

Darja Svaiger steht auf dem Boden zu Fuß der drei. Und jetzt singt Klemen den slowenischen Beitrag von 2015 an. Alles sehr entspannt. Stockkolmo wird erwähnt und die drei, Raay, Marlena und Darja bilden offenbar heute die Jury, die über das Superfinale entscheidet.

7 mal englisch, 3 mal slowenisch werden wir hören, informiert uns Klemen nun. Los geht’s.

Keine Vorfilmchen, der Song startet sofort!

1. Anja Baš – What If
(Anja Baš)

Leicht bekleidet in einem Morgenrock startet Anja. Sie war in diversen Talentshows und eine Backing Sängerin von Nusa Derenda. Pathetischer Dramensong mit schiefen hohen Tönen, leicht schrill. Und die Klamotte ist nicht sexy, sondern irgendwie silly. Sie interagiert nun mit der Tänzerin, die sie auf der Bühne hat. Der Song ist Dramenpop, leicht repetitiv. Jetzt ein bißchen Tuchfühlung mit der Tänzerin… uh, das ist aber sehr touchy. Wann sind die 3 Minuten um?

 

Kein überzeugender Start. 4/10 Punkte.

So, nun darf die Jury sich äußern. Hmmm, dann weiß man doch gleich, für wen sie sich entscheiden werden? Darja schwingt den Fächer und klingt kritisch. Raay trägt übrigens Kapuze im Danijela-Stil. Marlena äußert sich wohl positiv. Szuper meine ich zu hören. Hmm.

 

2. Žan Serčič – Summer Story
(Žan Serčič)

Žan hat viele Diakritika in seinem Namen und ist ein Singer Songwriter, hat schon mit Eva Boto gesungen. Er ist auch Gitarrenlehrer. Wir bekommen ein Countrysetting. Jeanshemd, gegeelte Haare und lauter Jungs mit T-Shirts auf der Bühne. Das könnte aus einem irischen Vorentscheid kommen. Oder aus Malta. Happy, freundlich. Sein Ohrkabel hat er mit Pflaster am Hals festgeklebt. Der Song mäandert und geht nirgendwo hin, barara darabara ba…. aber er verbreitet immerhin gute Laune. Er hat sich SUMMER auf den Bizeps gemalt. Kreatives Kerlchen, ich möchte sein Pflaster ablösen…

 

5/10 Punkte

Die Jury nun wieder. Was hat Marlena da nur für eine billige Perücke an? Mangels Slowenischkenntnissen kann ich nicht wiedergeben, was die Jury sagt, es scheint nun um Žans Äußeres zu gehen (atraktivno). Simpatitschno meint Marlena, recht hat sie. Was heißt Sertscheck?

Ich nutze die Zeit, Patsch, unseren bisher einzigen Leser zu begrüßen. Hallo!

 

3. Anja Kotar – Too Cool
(Anja Kotar)

Sie ist 18, im Jazz zu Hause und war bei X Faktor. Kurez blonde Haare und ein enges Glitterkleid. Ein quirky song, moderner Pop a la Rihanna. Und sie wirkt sehr sicher und spielt mit der Kamera. Eine Rampensau, aber ich empfange erste Ann-Sophie-Vibes, sie will es zu sehr und wirkt ein bißchen überpowert. Der Song ist mir eigentlich zu generisch, aber er ist eingängig, gerade die cover you-uh-uh-uh- Zeile. Bisher das Beste.

 

7/10 P.

Marlena ist begeistert, die Stimmung und die Chemie in der Jury sind gut und Klemen ist ein klasse Moderator, ein echtes Multitalent. Hat Marlena da eine Viskose-Bluse aus den 70ern an? Von der jugoslawischen Fluglinie JAT? Noch zehn Jahre älter und sie sieht aus wie Gisela Schlüter…

Werbung: Suzuki. Mineralwasser. Wärmepflaster. Herzschrittmacher(!). Lotto. Abführmittel(!!). Eine Bank. Organischer Dünger. Was für eine herrliche Mischung…

Hallo friendstmk, der zweite Kommentar heute…

Nun wird es rockig:

 

4. Sani Di EGO – Brez tebe (Ohne Dich)
(Nino Ošlak, Igor Pirkovič)

Die Gruppe gibt es seit 2013, aber die Rocker fahren offensichtlich schon eine Weile länger um den Block. Stimmungsvolles Intro, es ist Rock-Pop, den wir in dieser Form schon öfters aus Osteuropa beim ESC hatten (Slowakei, Albanien z.B.). Der Leadsänger bleibt zunächst am Klavier, nun haben die Gitarristen ein Solo (sehr albanisch). Der Song ist aber nicht sperrig und hat eine schöne Melodie. Aber das ist nichts für den ESC, der Sänger Sergej Skofljanec hat aber eine starke Stimme.

 

6/10 P. Der echte Knaller war für mich noch nicht dabei.

Hallo, Darja ist begeistert und auch Raaj gibt zustimmende Laute von sich. Ja, das waren echte Musiker, die fest in der slowenischen Musikszene verankert sind. Habe den Eindruck, die Jury in Ljubljana ist sehr nett und deckt ihre Karten noch nicht auf. Nicht so wie Österreich, wo fast alle heftig abgewatscht wurden…

Und noch eine Gruppe (mir fehlen die Vorfilme…)

 

5. D Base – Spet živ“ (Wieder am Leben)
(Alex Volasko, David Domjanič, Nejc Žehelj, Benjamin Dolić)

Megafon, Trommeln und ein Rap. Jetzt wird es schräg. Die Gruppe besteht aus drei jungen Leuten (nur einer rappt), der Refrain ist nun sehr melodisch, so etwas könnte so ähnlich in Sanremo laufen. Der Rapper wirkt nicht wirklich cool (ein Milchbubi), da muss man schon so aussehen wie der bosnische Yeti aus Deens ESC-Set. Am Ende ist das ein schunkeliger Mitklatschschlager, harmlos, gute Laune verbreitend. Aber nicht wirklich ein kompositorisches Meisterwerk. Aber auch kein Totalausfall, dafür sind die Bubis zu sympathisch.

 

5/10 P., auch aus dekorativen Gründen…

Klemen schießt nun mit einer Pistole und alle bekommen einen Schreck. Schwitzt Marlena nicht in diesen weißen blickdichten Nylons? Womöglich war die Jury eingeschlafen? Positiva höre ich heraus, es geht also ermunternd weiter. Die Jury muss sich ja nur auf 2 Acts fürs Superfinale einigen und ich glaube, diese beiden haben wir noch nicht gehört.

 

6. Regina – Alive in Every Way
(Aleksander Kogoj, Jon Dobrun)

Regina nun. Sie war schon 7 mal bei der EMA dabei. Trägt Pony, hat aber noch die roten Haare. Und die glockenklare Stimme. Ein Kleid voller schwarzer Falter. Gitarrenumtoste Ballade, die nun rhythmisch wird. Sehr süßlich kommt das rüber, dabei ist sie ja nun keine 20 mehr. Nun folgt der Beat und die Stimme klingt technisch verändert. Ich mag sie, habe sie 1996 kennengelernt in Oslo. Vier Tänzer hat sie, es soll modern klingen, aber das ist es nicht. Kleidertrick, nun hat sie ein schwarzes Minikleid an. Bißchen künstlich wirkt der Song. Aber ich mag sie sehr.

 

Daher 8/10 P.

Jetzt würde ich wirklich gerne wissen, was Marlena sagt: „Bravo Regina“. Hier wird wohl auch ihre Ausdauer in der EMA geehrt. Sie ist sehr sympathsich und die Jury lobt sie einhellig. Superfinale? Ich glaube nicht.

 

7. ManuElla – Blue and Red
(Marjan Hvala, Manuella Brečko, Leon Oblak)

ManuElla war schon im deutschen Supertalent (!) bei RTL und 2012 in der slowenischen Vorentscheidung. Nun ein neuer Anlauf in einem Zirkusoutfit. Banjoklänge lassen Countryfeeling aufkommen (die Optik ist auch an Taylor Swift angelehnt) und es hört sich schwedisch an, aber Schweden sind heute nicht zugelassen… habe dennoch Mello-Vibes. Auch sie singt „Alive“ und bei ihr klingt die Zeile besser als bei Regina, dieser Act ist mehr bei sich und runder als Regina. Auch hier klatscht das Publikum sofort mit. Aber auch hier fehlt mir das Besondere, eine sehr solide Vorstellung auf jeden Fall. Und auch hier ein Kleidertick und am Ende leider stimmlich ein paar schiefe Töne.

 

7/10 P.

Die Jury ist natürlich angetan. Und ich sehe, wir haben 13 Kommentare und Nico findet alles bisher durchschnittlich. Ja, da muss man beipflichten. Herausragend war bisher nichts. Und Slowenien MUSS herausragend sein, um ins ESC-Finale zu kommen. Bisher gelang das nämlich AUSSCHLIESSLICH nur mit wirklich guten weiblichen Stimmen (Alenka Gotar, Maja Keuc, Tinkara Kovac und eben Marjetka von Maraaya, Raays Gattin).

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8. Raiven – Črno bel (Schwarz und weiß)
(Tadej Košir, Jernej Kržič, Sara Briški Cirman)

Eine Erscheinung. Purpurne lange Haare und eine Harfe. Das ist ein avantgardistischer Beitrag auf Slowenisch! Lange sphärische Töne und ich bekomme sofort Gänsehaut und bin von ihrem hypnotischen Blick fasziniert. Ebenfalls ein Kleidertick, aus dem weißen Fähnchen wird nun eine Art Lederstrampler mit Cape. Es passiert sonst nichts auf der Bühne, aber Raiven hat so viel Präsenz. Nun spielt sie in aller Ruhe ein Harfen-Intermezzo (hups, das war wohl vorher aufgezeichnet und eingeblendet?) – ein faszinierender Song, der DEUTLICH heraussticht. Stimmlich ist sie top. Und auch noch auf Slowenisch. Ich bin sehr angetan. Raiven muss ins Superfinale!

 

10/10 P. Das muss jetzt sein.

Die Jury gestikuliert und ist hoffentlich angemessen angerührt von dieser außergewöhnlichen Leistung. Bisher der EINZIGE Song mit ESC-Format. Natürlich kann man da inszenatorisch mit dem Backdrop (Bühnenwesen) noch einiges mehr machen. Ah, ich lese gerade, der Komponist ist aus der Gruppe Muff, die haben vor zwei Jahren im Superfinale gegen Tinkara verloren. Das erklärt die schöne Stimmung im Song.

 

9. Nuša Derenda – Tip Top
(Žiga Pirnat, Andraž Gliha)

So, nun das alte ESC-Schlachtross. Nusa immer noch strohblond mit einem Bond-Intro. Hat was von Amanda Lear, ihre Art zu singen. Vier Kapuzenboys umtanzen sie und sie sieht bei Close-Ups aus wie eine Kreuuzung aus Nicole und Jüblof (!!). Der Song ist ein Disco-Kracher mit Einfachtext. Tip Top. Also bitte… es ist sicher gut gemeint, aber mir ist das alles zu kalkuliert und die Bond-Untertöne im Song finde ich eher störend. Ausgeklügelte Hand-Choreographie, eine Hebefigur und jetzt dreht sie richtig auf. Mich erreicht der Song nicht, ich finde, das hier wäre eine sehr billige Lösung… insbesondere nach dem faszinierend mystischen Song von Raiven eben.

 

5/10 P.

Marlena findet es tip top. Da ich nichts verstehe, überlege ich, wo Darja wohl diese hübschen Schmetterlingsbroschen her haben könnte…

Conchita wird nun erwähnt, warum wohl?

 

10. Sebastijan Lukovnjak – Tales of Tomorrow
(Martin Bezjak, Tadej Jambrovič)

Nun der unbekannteste aller EMA-Interpreten. Sebastian ist ein Puppenspieler vom Theater und hat Musicalerfahrung. Leicht bärige Optik und wir sind wieder in einem Countrysetting. Der Song ist ein stimmungsvoller irisch klingender Countrysong. Nicht schlecht gesungen, aber in keiner Weise originell oder herausragend. Er weiß auch nicht wirklich etwas mit der Bühne anzufangen, steht sehr statisch da. Das wird nicht reichen, auch wenn er alles in seinen Ohohohohohohhhs hineinsteckt. Es wird viel geheyt und geohht. Nie ein gutes Zeichen.

 

4/10 P.

Damit sind wir durch, die Jury äußert sich nun noch zu Sebastijan und ich frage mich, ob man einen Schnelldurchlauf braucht, wenn die Jury einfach nur 2 Acts für das Superfinale nomienieren muss.

Mein persönliches Superfinale wäre Raiven gegen Regina. Aber ich denke, Anja Kotar und Nusa Derenda dürften auch gute Chancen haben. Darja greift zum Klemmbrett, jetzt werden die Punkte notiert?

Schnelldurchlauf nur für die Jury… sie hat hier enorm viel Macht, in Ungarn wählt die Jury 4 Songs fürs Publikum aus, hier nur 2. Die Gruppen kommen stimmungsvoll rüber im Schnelldurchlauf. ManuElla beser als Nusa… aber über allem thront die unerreichte Qualität von Raiven. Nusa wirkt nach Raiven besonders billig… Frage ist: Wie progressiv ist Slowenien? Muss es die Countrysauce sein, die mehrere Songs transportiert haben oder hat man Mut – so wie im letzten Jahr?

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Unsere Leser erwähnen Nusa und Raiven – das wäre ein geeignetes Superfinale und eine echte Richtungswahl für Slowenien.

Klemen spricht nun über die superfinalista, aber erst hören wir doch einen Intervallact? Oder? Maraaya sicher, wenn Raay schon da ist, ist die Gattin doch sicher auch nicht weit?

Jawohl, neuer Song von Maraaya. Da ist sie, diese unverwechselbare Stimme, krächzig, unique, wie angebrannte Mandeln… Marjetka mit Pferdeschwanz in einem schwarzen Mantel gehüllt und heute nur mit sehr kleinen Kopfhörern. Eine Hymne zum Mitschnippsen, im Hintergrund mühen sich vier Damen mit Cellos. Nicht so eingängig wie ihr ESC-Song, aber auch nicht schlecht. Muss man aber öfters hören, die Strophen sind eindringlicher, als der Refrain. Damit hätten sie letztes Jahr nicht die EMA gewonnen, denke ich.

Die beiden Namen sind unter Essensglocken verborgen. Das Superfinale ist angerichtet. Weiter sind:

MANUELLA
und RAIVEN

Die ESC-Veteranninen  sind ausgeschieden. Geht in Ordnung. Nun also das Publikum, entweder die slowenische Taylor Swift oder das avantgardistische Lied mit Harfe.

Die Jury ist absolutno zufrieden. Ich wünsche mir Raiven, weil der Song „Crno bel“ musikalisch wesentlich interessanter ist und beim ESC viel mehr auffallen wird als „Blue and red“ von Manuela. Und weil Raven auf slowenisch singt!

Nun die beiden Songs nochmals.

Natürlich ist „Blue and red“ eingängig, auch wenn ManuElla einige der hohen Töne wieder nicht sicher trifft. Muss gerade an Anna Rossinelli denken, auch wenn dieser Song hier mehr Power hat und weniger niedlich ist. Der Kleidertrick ist doch recht billig. Windmaschine und nun doch sehr viel Wiederholungen am Ende. Das ist solide, aber auch nicht mehr. Hier sehe ich kein ESC-Finale für Slowenien.

Die Jury darf sich nun nochmal äußern. Gibt Sie dem Publikum Hinweise? Offenbar geht es nun um den Pull-your-coat-Kleidertrick. Raiven hat das faszinierendere Lied, und auch den interessanteren Kleidertrick. Leder ist eben mehr sexy als so ein rotes Flatterfähnchen.

Raiven in Tschernobyl höre ich nun… aber Klemen meint das Lied Crno bel 😉

An wen erinnert mich Raiven (Marushka, die DJane?). Das Augenmakeup ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber sie verströmt so eine tiefenentspannte Stimmung, und der Song ist vielschichtig, mit Tempowechseln und Pausen und über allem thront ihre sphärische, sehr sichere Stimme. Ein schöner, eigenwilliger, außergewöhnlicher Song. So etwas ist noch nicht im ESC-Aufgebot. Slowenien, bitte wählt Raiven. Das ist um so viel vielversprechender als „Blue and Red“.

Viel Applaus im Publikum, wie werden die 2 Millionen Slowenen entscheiden? Es rufen höchstens 50.000 an, wenn ich mir die Zahlen aus den letzten Jahren vergegenwärtige.

Klemen blendet nochmals die Nummern ein, man kann auch SMS schicken. Und ein (kleiner) Schnelldurchlauf. Countrypop oder Avantgarde mit Harfe? Englisch oder Slowenisch? Blond oder Purpur?

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Die Leserschaft ist geteilt. Ich bin jetzt echt gespannt. In den letzten Jahren hat mich Slowenien nie enttäuscht (und sie haben so tollen Erdbeersaft auf ihren Delegationspartys)…

Maraaya singen nun nocheinmal – „Here for you“ in einem komplett neuen Arrangement, im Bigband- und Mariachi-Stilmix. Irre. Macht Spaß. Sehr sophisticated. Die beiden haben übrigens als Autoren auch Platz 3 im Junior ESC 2015 für Slowenien zu verantworten, ein sehr sympathisches und talentiertes Ehepaar. Kommen bestimmt nochmal zum ESC zurück, wer weiß?

Ich schaue mal kurz in die anderen Blogs, wir haben heute erstmals 6 zeitgleich online. Moldawien hat gewählt, Mello-4 ist auch fertig und in Ungarn kämpft Andras Kallay-Saun ders um ein ESC-Comeback.

Zurück nach Ljubljana – Klemen ist begeistert von Maraayas Latinoversion. Ich auch.  Noch immer kann man anrufen. ManuElla oder Raiven?

Jetzt der Knaller: Klemen singt Conchitas Rise like a Phoenix auf Slowenisch – offenbar mit humoristischem Text. Und er hat eine wirklich tolle Stimme. Sestre kommen auf die Bühne, im Stewardessen-Outfit und mit Bart!!! Eine Conchita-Eloge, ist das schön.

 

Und nun wid auch noch gemeinsam „Samo ljubezen“ intoniert, der slowenische Beitrag von 2003 – damals sehr umstritten im eigenen Land. Sogar das Parlament hatte sich mit der EMA befasst und es gab ein Handgemenge im Saal, weil das Team der Zweitplatzierten und Televotingsiegerin Karmen Stavec die Niederlage nicht akzeptieren wollte…

Nun ein weiterer Song, ein Mädchen mit Schneemann – das ist sicher der sensationelle slowenische dritte Platz beim JESC 2015 mit Lina Kuduzović. Und auch hier singt der Tausendsassa Klemen mit Kastratenstimme mit. Eine Show, die mir wirklich gut gefällt. Zum dritten Mal mache ich diesen EMA-Blog und bisher wurde ich nie enttäuscht. Wie geht es heute aus?

 

Gleich 22 Uhr. Kommt nun noch eine Comedynummer? Ein Sketch mit Putin. Das ist Klemen als Putin in einer Nummer auf Englisch, die slowenisch untertitelt wird. Eine Einspielung.

Die Entscheidung: ManuElla und Raiven nun bei Klemen.

Gewonnen hat:

MANUELLA.

Wie schade, hier hat Slowenien eine große Chance vergeben. „Blue and Red“ heißt also der slowenische Titel in Stockholm. Das Supertalent aus Deutschland, vermutlich spricht sie Deutsch(?), sie ist gerade dabei, ihr erstes Album in Englisch aufzunehmen.

ManuElla – Blue and red

 

ManuElla tritt nun nocheinmal auf und Klemen sagt Laku noc. Ich muss gestehen, ich bin doch ziemlich enttäuscht, aber so haben wir immerhin einen außergewöhnlichen Song für unseren Second Chance Contest.

ManuElla EMA

ManuElla fb

Damit geht der slowenische LiveBlog zu Ende. In Kürze folgen Videos und Umfrage. Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit, es waren ja doch ein paar Interessierte dabei, die trotz starker Konkurrenz den EMA-Blog gewählt haben.

Gute Nacht aus Hamburg, sagt OLiver

 

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