Live-Blog „Unser Song für Österreich“: Ann Sophie löst mit Stimme und Sex-Appeal das Wildcard-Ticket

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Wer möchte das Elaiza-Märchen wiederholen? 10 hoffnungsvolle Acts haben sich beim Clubkonzert für das eine Wildcard-Ticket beworben. Am Ende setzte sich Ann Sophie mit „Jump the Gun“ im Televoting gegen die anderen Newcomer erfolgreich durch. Hier das ganze Clubkonzert zum Nachlesen im LiveBLOG.

Endlich steigt Deutschland aktiv in die ESC Saison 2015 ein. Gesucht wird ein glücklicher Act, der die eine Wildcard bekommt, die zur Teilnahme am Nationalen Finale in Hannover berechtigt und damit herzlich Willkommen zum LIVE-BLOG aus Stuttgart. Das Wildcard-Konzert wird im NDR-Programm und auf EinsFestival übertragen. Einen Livestream gibt es hier.

Los geht’s: aus der Großen Freiheit begrüßt uns die geringelte Barbara Schöneberger, unsere sexy ESC Domina, wie sie sich selbst nennt. Sie versucht Glamour in die Veranstaltung zu bringen und hatte offensichtlich selbst einen spaßigen Kinotag bei „50 Shades of Grey“, denn sie nimmt immer wieder genüsslich Bezug darauf.

Nun folgt ein Rückblick auf die Wildcard 2014 und es gibt nochmal das Märchen von Elaiza zu bewundern. Und zwei der Elaiza Mädels sind auch live dabei in der Großen Freiheit (Natalie fehlt) und nach eigenen Angaben genauso nervös wie letztes Jahr.

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Die Stimmung vor Ort scheint gut zu sein. 600 teils ältere Herrschaften haben sich laut Barbara in der Großen Freiheit eingefunden. Es sind auch einige PrinzBlogger für euch vor Ort und werden anschließend dann von der Sieger-Pressekonferenz berichten.

Aus dem Greenroom wird im Laufe der Sendung Janine Reinhardt zugeschaltet und als Gaststar begrüßt sie jetzt erstmal Mark Forster, der auch zusammen mit Andreas Bourani zur Teilnahme am Wildcard-Wettbewerb aufgefordert hatte.

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Immerhin 1300 Bewerbungsvideos wurden daraufhin auf dem Portal hochgeladen. Die Expertenjury aus Tom Bohne (Universal), Steffen Müller (Warner Music), Nico Gössel (Sony Music), Konrad von Löhneysen (Bundesvernad Musikindustrie), Aditya Sharma (Radio Fritz), Norbert Grundel (N-JOY Radio), Jörg Grabosch und Claudia Gliedt von Brainpool sowie Thomas Schreiber vom NDR wählte daraufhin 10 Talente aus, denen man die große ESC Bühne zutaut.

Hoffen wir mal, dass nicht wie noch 2014 eher „50 Shades of Grey“ dabei herausgekommen sind. Von der Papierform verspricht es auch eine eher buntere Mischung als letztes Jahr, aber lassen wir uns mal überraschen.

Auf jeden Fall sind einige sehr junge Acts dabei, die eigentlich fast noch Welpenschutz geniessen. Da  der ESC aber ein Haifischbecken ist (z.B. Cascada musste einiges einstecken) können wir da natürlich nur bedingt Jugendschutz gewähren. Wir suchen schließlich ein stimmiges Gesamt-Package aus Song und Act, welches auf der großen ESC Bühne bestehen kann.

Sehr positiv anzumerken ist, dass alle Acts heute Songs vortragen, mit denen Sie auch beim Deutschen Vorentscheid und beim ESC in Wien antreten können.

Nun geht’s los und per Televoting soll den später der heutige Sieger ermittelt werden.

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Startnummer 1 : Klangpoet: „4 U“

Leonie (24), Ekrem (29), Zett Eins (30) und Haui (36) bilden die Band Klangpoet aus Dortmund. Wir hören souligen Pop. Die Band versucht das Publikum zu animieren (das ist normalerweise ein ESC No-GO!) und tritt lässig cool auf und erinnert mit dem Konzept auf englisch, deutsch und türkisch zu singen irgendwie an Surpriz. Können sie von der tollen Startnummer 1 profitieren? Elaiza haben letztes Jahr damit quasi aus dem Stand gewonnen. „4 U“ ist nett, leicht verdaulich, aber haut mich jetzt gesanglich nicht um, aber funktioniert zumindest schon beim ersten Mal hören. Guter netter Start.

Punkte 6/10

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Startnummer 2: Lars Pinkwart: „TORNADO“

Nun die erste von vier Balladen, vorgetragen vom 16jährigen Lars Pinkart aus Alfter-Witterschlicker. Beim “XPRESS yourself 2012″-Wettbewerb erhielt er schon mal einen Sonderpreis für Gesang. Er wirkt ein wenig wie der junge Justin Bieber. Im Einspieler verspricht er einen Song der im Ohr bleibt. Im weißen Shirt und schwarzen Sweater und blauen Licht trägt er seinen Tornado vor, aber leider ist zumindest der Refrain eher ein Luftzug. Trotzdem nett anzuhören und für Teenie-Mädels sicher auch hübsch anzuschauen.

Punkte 5/10

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Startnummer 3: Sophie: „IMPERFECTION“

Die Kleinmachnowerin ist erst süße 16 Jahren und absolvierte neben Gesangs- und Klavierunterricht auch eine Musicalausbildung. Sie wirbelt auf der Bühne umher und kommt in der silber Glitzerhose sehr sympathisch und dynamisch rüber. Die Stimme ist herrlich soulig und der Song animiert zum Mitwippen. Viel Applaus im Publikum.

Punkte 6/10

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Startnummer 4: Moonjos: „HAGGARD HEART“

Die Brüder Daniel (31) und Ricardo (30) Munoz sind die Oldies im Feld und haben eine holländische Mutter und einen spanischen Vater, wie Barbara uns erzählt. Das passt schon mal prima zum ESC. Während Ricardo Klavier lernte, spielt Daniel Gitarre. Die beiden haben bisher sowohl solo als auch gemeinsam musiziert. „Haggard Heart“ ist ein sehr gefälliger Folk-Pop-Song mit einem Hauch Country. Entfernt erinnert das auch etwas an die Common Linnets. Die beiden haben Spaß zusammen auf der Bühne. Gesanglich hört sich das am TV ok an, aber mit Potenzial nach oben. Bei der Bridge steigt das Publikum mit ein und es gibt ordentlichen Applaus.

Punkte 6/10

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Startnummer 5: Louisa: „BOOMERANG“

Louisa aus Pinneberg ist erst am Valentinstag 16 geworden. Vor zwei Jahren trat sie bereits bei The Voice Kids auf und schreibt auch eigene Songs. Heute hat sie ihre Haare schön(er), aber ihr Outfit erinnert ein wenig an Dina Garipova aus Russland und lenkt leider von der starken und kraftvollen Stimme ab. Die Ballade plätschert angenehm vor sich hin. Die Bühne ist wieder in blaues Licht getaucht. Toll wäre, wenn der Song genauso stark wäre, wie die Stimme.

Punkte 5/10

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Startnummer 6: Aden: „WE ARE ON FIRE“

Nun der Europameister im HipHop und Eye Candy: Aden. Der 20-Jährige wurde in Johannesburg (Südafrika) geboren und ist in Neuseeland, Australien und Deutschland aufgewachsen. Er singt selbst und komponiert im “Pop-Urban”-Style und reist zwischen Deutschland und USA hin und her. Er verspricht eine große Party. Der Start erinnert schon mal an den Mello-Darling Eric Saade, auch vom Outfit mit der roten Lederjacke. Aden rockt die Bühne und hat Support von 2 Dancern und 2 Mädels. Sie wirbeln über die Bühne und machen ordentlich Stimmung. Der Song ist catchy und Aden meistert die Rap Parts prima. Die Gesangsparts haben jedoch noch ordentlich Luft nach oben. Aber ein Plus für ihn, weil Aden das sonst schmerzliche vermisste Uptempo-Genre in den Wildcard Wettbewerb bringt.

Punkte 5/10

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Startnummer 7: Alisson Bonnefoy: „BURNING DOWN“

Die in Frankreich geborene 21-Jährige wohnt derzeit in Essen und hat schon Musical-Erfahrung (Phantom der Oper). In ihrem Song geht es auch darum, mal unten im Leben zu stehen. Alisson war bereits letzte Woche bei DSDS zu sehen und begeisterte Dieter Bohlen vor allem mit ihrem ausgefallenen Karo-Outfit. Beim Wildcard Konzert tritt sie als sexy Lady in Black an. Für die Powerballade wirkt es etwas statisch. Sie klammert sich  oft an den Mikro-Ständer. Stimmlich top, aber der Song könnte noch etwas mehr Instant Appeal haben.

Punkte 5/10

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Startnummer 8: Ann Sophie: „JUMP THE GUN“

Die 24-Jährige Ann Sophie erblickte in London das Licht der Welt und verbrachte ihre Kindheit in Hamburg. Sie nennt sich selbst Rampensau. Mit das beste Outfit heute: ärmelloser rückenfreier roter Hosenanzug. Sie startet mit dem Rücken zum Publikum. Sie hatte wenig Zeit ihren Song einzustudieren, aber dafür tritt sie extrem routiniert und sicher auf. Zwischendurch gibt es Szenenapplaus. „Jump the Gun“ ist eine extrem abwechslungsreiche und eher anspruchsvolle Nummer. Das hebt sich sehr von den Vorgängerballaden ab und verleitet auch zum Mitwippen. Bisher das beste Gesamt-Package im Angebot.

Punkte 7/10

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Startnummer 9: Sendi Hoxha: „BATTLEFIELD“

Die 17-jährige Heidelbergerin spielt Schlagzeug, Klavier und Gitarre und schreibt ebenfalls eigene Songs. Bereits mit 14 ergatterte sie ein Musik-Stipendium, erzählt uns Barbara. Auch Sendi tritt als Lady in Black mit Hut auf. Es kommt eine Singer/Songwriter-Atmosphäre auf, denn sie begleitet sich selbst auf der Gitarre. Sie hat eine starke Stimme, flirtet mit dem Publikum, aber die Powerballade will irgendwie nicht zu 100% zünden. Es gibt sehr viele langgezogene Töne.

Punkte 5/10

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Startnummer 10: ASON: „HEY YOU“

ASON, das sind die Mädels, die jeden Morgen vor der Schule um 6:15 Uhr musizieren: Dorotea (20), Liliana (19), Joella (16) und Mickelina (12). Sie haben eine schwedische Mutter und einen deutschen Vater und zudem ein kleines Problem. Denn Mickelina ist zu jung für die Wildcard-Bühne UND die ESC Bühne! Dafür greifen sie in die Trickkiste und projezieren Mickelina auf einen großen Flatscreen. Hoffentlich setzt sich der NDR da nicht in die Nesseln, denn was passiert, wenn ASON gewinnen? Auf jeden Fall haben sie mit der letzten Startnummer nun den Matchball. Die Mädels haben mit „Hey you“ einen Song mit Feelgood-Sound im Gepäck. Ist nett anzuhören, stimmlich gerade mal okay, aber die ersten zwei Minuten vergehen ohne richtig zu flashen. Die letzten Takte wird dann allerdings noch eine Schippe drauf gelegt. Aber ob das reicht?

Punkte 6/10

Okay, alle 10 Acts sind nun durch und es fällt auf, dass der Musik-Mix abwechslungsreicher ist als vergangenes Jahr. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings bemerkt man schon beim Schnelldurchlauf, dass kein passendes ESC-Gesamtpaket mit 100% Instant Appeal dabei ist.  Keine Total-Ausfälle aber auch keine absoluten Überflieger. Daher liegen viele der Punktebewertungen bei mir auch (leider) in den Mittelrängen.

Hier nun unser subjektives Ranking aus den Eindrücken der Live-Show. Ann Sophie „Jump the Gun“ ragt für mich etwas heraus und wäre meine Empfehlung für die Wildcard. ASON, Klangpoet, Moonjos und Sophie liegen für mich in der Reihenfolge knapp dahinter. Aden hatte vielleicht den coolsten Song mit der besten Show, aber beim ESC muss live gesungen werden und das wäre dann doch eine große Herausforderung für ihn.

1. Ann Sophie (7 Punkte)
2. ASON (6 Punkte)
3. Klangpoet (6 Punkte)
4. Moonjos (6 Punkte)
5. Sophie (6 Punkte)

Zum Vergleich die Prognose unserer ProbenBlogger Peter & Co für den Wildcard-Zieleinlauf:

1. ASON
2. Klangpoet
3. Ann Sophie
4. Moonjos
5. Lars Pinkwart

Nun ist unser Interval-Act Mark Forster an der Reihe. Er singt seinen aktuellen Hit „Flash mich“. 2014 hatte mit „Au Revoir“ einen Megaseller gelandet. Danach gibt es die erste Schalte zu Janine in den GreenRoom zu Elaiza.

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Nun werden in kurzen Einspielern die Teilnehmer vom Deutschen Vorentscheid in Hannover vorgestellt. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Hier nun schon ohne viel Firlefanz das Televoting-Endergebnis:

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1. Ann Sophie (24,1 Prozent)
2. ASON (18,1 Prozent)
3. Moonjos (12,0 Prozent)
4. Klangpoet (11,6 Prozent)
5. Sophie (8,0 Prozent)

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6. Alisson Bonnefoy (7,5 Prozent)
7. Aden (7,3 Prozent)
8. Lars Pinkwart (5,7 Prozent)
9. Sendi (3,2 Prozent)
10. Louisa (2,5 Prozent)

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Wir wünschen Ann Sophie viel Glück für den deutschen Vorentscheid in Hannover am 5. März 2015. Mit „Jump the Gun“ hat sich beim Clubkonzert immerhin das stärkste Gesamtpaket im Angebot durchgesetzt. Ann Sophie konnte Dank ihrer Stimme, Sex-Appeal und einer unterhaltsamen Choreografie immerhin fast ein Viertel der Televoting-Stimmen abgreifen.

Video „Jump the Gun“ Ann Sophie beim Clubkonzert

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