Live-Blog Norwegen: Alexander Rybaks Kompositionslehre für Europa

Fünf Minuten vor den Schweden starteten am Samstagabend die Norweger in ihr Finale, aber brauchten länger, um den Sieger zu ermitteln. Das Melodi Grand Prix 2018, das mit lediglich einer Samstagabendshow auskam, präsentierte in diesem Jahr zehn Acts. Drei davon hatten bereits Erfahrung mit dem internationalen ESC und einer davon trug den Sieg davon. Alexander Rybak darf nach 2009 wieder zum Eurovision Song Contest und will dort seinen Kollegen das Komponieren beibringen mit „That’s how you write a song„. Wir haben ab 19:55 Uhr live gebloggt, was hier nachzulesen ist.

Hier haben wir schonmal auf die 10 Kandidaten geblickt. Und hier oder hier gibt es am Samstag bei NRK den Livestream. Gegen 22:10 Uhr soll die Show beendet sein.

Einen schönen guten Abend aus Ostfriesland, einem schönen Flecken im Norden Deutschlands. Ähnlich wie unser heutiges Gastgeberland ist diese Region schwach besiedelt und hat eine üppige Tierwelt aufzubieten.

Zusammen mit zwei Freunden schaue ich heute die norwegische Vorentscheidung und somit dürfen wir heute 30 Punkte insgesamt vergeben. Neben den Schweden entscheiden heute die Nachbarn aus Norwegen auch über ihren Vertreter in Lissabon, aber sie führen nur eine einzige Vorrunde aus im Gegensatz zu den sechs Sendungen der Schweden.

Seit 2015 lassen die Norweger die Vorrunden weg und haben bisher fast immer gut international abgeschnitten. Dieses Jahr gibt es mehrere ehemalige Teilnehmer im Rennen. Stella Mwangi war 2011 in Düsseldorf und Aleksander Walmann sang in Kiew mit. Der Höhepunkt ist sicherlich die Rückkehr von Alexander Rybak, der im letzten Jahr eine wunderbare Interpretation der portugiesischen Siegerliedes vornahm.

Nun sind wir erst einmal gespannt ob der Link funktioniert. Momentan kann man leider noch nichts sehen. Daher bleibt es spannend wie immer. Der zweite Link funktioniert und die Moderatoren stellen sich in einem Vorfilm vor.

Der Austragungsort ist das Spektrum in Oslo, das schon seit Jahren der Vorentscheidung zur Verfügung steht. 1996 war dort das Internationale Finale.

Kåre Magnus Bergh und Silya Nymoen interpretieren den 2010 Beitrag My heart is yours. Die Moderatoren stehen wie ein Ehepaar aus einem britischen Film an. Silya erinnert mich an eine englische Schauspielerin. Welche auch noch?

01. Stella Mwangi & Alexandra Rotan – You got me

Und schon geht es los. Stella und Alexandra sind die ersten. Stella wurde 2011 im Halbfinale in Düsseldorf ausgeschaltet. Sehr rhythmisch und etwas rappig von zwei Frauen im Husarenkostüm. Mischung aus Disco und Rap, wobei der Rap besser ankommt. Die Kostüme sind überarbeitungswürdig. Zu wenig im Schritt

16 von 30 Punkten

Meine Kollegen hier wollen alles besser ertragen können und so wird der Sekt geöffnet.

02. Aleksander Walmann – Talk to the hand

Nun der Sieger von 2017 . Es geht Schlag auf Schlag. Ganz in Flieder, als sei er der einzige Schwule im Dorf. Aleksander singt ein Lied, das ein wenig an letztes Jahr erinnert. Aber es wirkt ruhiger. Er steht auch etwas verloren zwischen seinen TänzerInnen. Die Meinungen neben weit auseinander. Den einen erinnert es an einen nicht verschlossenen Wasserhahn.

8 von 30 Punkten

03. Ida Maria – Scandilove

So nun kommt mal ein neues Gesicht und eine düstere Stimme, Erinnerungen an Bobbysocks und Ase Kleveland. Was für ein Kostüm: japanischer Frack oder Outfit der norwegischen Curlingmannschaft. Rap und etwas undefiniert gesungen. Amerikanisch mit Cheerleader. Eher geschrien und anstrengend. Mit etwas Sport durch die Medizinbälle.

Bei uns nur 5 von 30 Punkten

Die Moderatoren werden hier für ihr Outfit gelobt

04. Nicoline – Light me up

Ein wenig erinnert sie an Nina Kralijc aus Kroatien von 2016. Trainingshosen mit Schlitz. Norwegens Farben sind im Gürtel verarbeitet. Ein gebremster Uptemposong vorgetragen mit guter Stimme. Mit den Stühlen ein stimmiger Beitrag.

21 von 30 Punkten

Nun wird erst mal interviewt und auch Aleksander Walmann kommt zu Wort. Meine Kollegen sind immer begeistert, wenn Silvya auftaucht in ihrem Retrolook der 30-ger.

05. Tom Hugo – I like I like I like

Nun sind wir schon bei der Hälfte angelangt. Tom Hugo kommt ganz sympathisch rüber. Ganz in Grau oder mattes Silbern. Mit seinen Tänzern wirkt er wie eine Boyband. Zudem kommen weitere Darsteller auf die Bühne, womit er alle Zielgruppen bedient. Ein Dancesong, der zum Tanzen einlädt. Auch ein stimmiger Auftritt.

20 von 30 Punkten

Nun wieder ein Interview mit einer über Satellit. Und auch William von Wiwibloggs ist dabei, der für Grossbritanninen wertet.

Hier gibt es nun Lachs in Meerrettich.

06. Charla K – Stop the music

Charla kommt mit einer Ballade in einem glitzernden Kurzkleid. Eine Ballade im Gospelstil und einem großen Chor. Charla weiß hoffentlich, dass sie nur 5 mitnehmen darf. Stimmlich eine Bank, aber das Lied ist insgesamt etwas undefiniert.

14 vom 30 Punkten

07. Alejandro Fuentes – Tengo otra

Nun wird es spanisch. Mit blauen Haaren und rosa Mütze begrüßt uns Alejandro, der wohl Vater ist. Latino Pop mit dem unvermeidlichen Corazon. Eine rote Bomberjacke und mit Pumphose. Der Anfang ist ja gut. Aber stimmlich nicht immer sauber. Leider auch hier Ruf- und Schreielemente drin. Der Chor ist aber sehr gut. Die Wertungen gehen hier weit auseinander.

16 von 30 Punkten

Die Moderatoren passen gut zusammen.

08. Vidar Villa – Moren din

Das einzige norwegische Lied präsentieren Vidar Villa. Eine fünfköpfige Band. Der Leadsänger erinnert uns an die Kelly Family. Ein Popsong im Dansbandstil. Schwungvoll, nur stimmlich ist der Sänger nicht ganz sauber. Das Publikum geht mit. Ein voller Refrain, wenn die Strophen nicht wären. Trompetenbonus gibt es hier.

20 von 30 Punkten

09. Rebecca Thorsen – Who we are

Der Komponist Kjetil Morland, der 2015 in Wien ganz erfolgreich war mit “ A monster like me“ schrieb für Rebecca. Ein klassisches Outfit mit großer Stimme präsentiert eine Powerballade. Die Carola-Windmaschine darf nicht fehlen. Eine eher schwache Komposition wird durch die Sängerin aufgefangen.

22 von 30 Punkten.

Silvya regt hier zur Diskussion an. Eine Mischung aus Barbara Schöneberger und Beth Ditto.

10. Alexander Rybak – That’s how you write a song

Nun back zu 2009. Ein Erklärungslied zum Liederschreiben. Instrumente werden eingeblendet. Der Look eher casual und das Lied eher swingig und mitreissend, aber es fehlt die Abwechslung. Und die Geige darf nicht fehlen. Er nimmt das Publikum mit.

18 von 30 Punkten

Beim Schnelldurchlauf würden wir uns nun doch wieder etwas anders entscheiden. Momentan sind die Top 4

1. Rebecca Thorsen
2. Nicoline
3. Tom Hugo
3. Vidar Villa

Die ersten zwei würden bei uns nun besser gefallen, aber man muss auch immer erst alles hören.

Die Wertungen kommen nun zum einen von 10 internationalen Juroren, die jeweils ihr bestes Lied durchgeben dürfen und dann die andere Hälfte vom Televoting.

Und nun kommen schon die Jury-Wertungen:

Frankreich: Die Wertung geht an Stella u. Alexandra
Russland: Die Wertung geht an Alexander Rybak
Tschechien: Die Wertung geht auch an Alexander Rybak
Dänemark: Die Wertung geht an Rebecca
Bulgarien: Die Wertung geht an Rebecca
Estland: Die Wertung geht an Alexander Rybak
Mazedonien: Die Wertung geht an Alexander Rybak
Israel: Die Wertung geht an Aleksander Walman
Schweden: Die Wertung geht an Rebecca
Grossbritannien: Die Wertung geht an Stella und Alexandra

4 Flaggen für Alexander Rybak
3 Flaggen für Rebecca
2 Flaggen Stella und Alexandra#
1 Flagge für Aleksander Walmann

Die ehemaligen haben das Rennen momentan gemacht, aber noch fehlt das Televoting, das zu 50 % in die Wertung eingeht.

Nun kommen nach Alexander und Rebecca und die Fans zu Wort. Wirkt ein wenig wie die Besenkammer einer Wohnung.

Nun gibt es ein wenig Flashmob an der Bushaltestelle mit Tulpen.

Karoline Krueger nach 30 Jahren wieder auf der Bühne mit der Komponistin Anita Skorgan. „For vaar jord“, ein tolles Lied, das in Dublin am 30. April 1988 auf Platz 5 mit 88 Punkten kam. Einer meiner Favoriten damals. Ein grandioser Auftritt mit einem großen Chor.

Und nun noch ein Flashmob vor den Türen überraschter Norweger.

Es wird spannend, denn das Televotingergebnis wird bekannt gegeben.

Rebecca ist die erste, die im goldenen Finale steht.

Und Stella & Alexandra sind weiter

Wer ist der Nächste? Aleksander Walmann ist der dritte

Und nun der letzte ist der Favorit Alexander Rybak.

Die ehemaligen haben das Rennen gemacht

Nun dürfen wir wieder werten und wir tippen auf Alexander Rybak, aber nach Geschmack wären es jetzt Stella und Alexandra.

Und nun wird eine aus dem Publikum gezogen und besungen. Erinnert an einen Film von Hape Kerkeling oder Vesteckte Kamera. Sogar mit Lorbeerkranz.

Als nächstes kommt ein Blick auf die Konkurrenz in Lissabon: Dänemark, Lettland, Frankreich, Albanien, Slowenien, Tschechien, Island, Grossbritannien, Weißrussland und Finnland.

Noch ein Schnelldurchlauf und da sind die vier Favoriten.

Erste Entscheidung zwischen Rebecca und Stella und Alexandra. Und Rebecca wird es. Und nun zwischen Aleksander und Alexander. Oh wie spannend. Und es ist Alexander Rybak.

Nun kommt es zum Showdown zwischen Rebecca und Alexander Rybak, wie schon fast vermutet. Wir gehen weiterhin von Alexander Rybak aus.

Rebecca darf nun nochmals singen und mit Zwischenapplaus wird ihr Lied begleitet.

Ein Interview mit Karoline Krueger und Anita Skorgan und Rebecca folgt.

Und der Auftritt von Alexander Rybak darf nicht fehlen. Die Sendung mit der Maus beim norwegischen Vorentscheid. Wird er es nochmals machen?

Bevor das Ergebnis dargeboten wird, kommt uns Jowst mit Aleksander Walmann mit „Grab the Moment“ in klassischer Darbietung mit Orchester und Trommeln und großem Chor. Ein riesiger Mönchschor.

Langsam wird es spannend. Nach einem langen Weg der Moderatoren durchs Publikum geht es nun um die Entscheidung.

Und es ist Alexander Rybak.

Alexander Rybak wird seinen Sangeskollegen in Lissabon das Singen beibringen. Nun gibt es nochmals den Song „That’s how you write a song„.

Vielen Dank an die Leser, die nicht in Schweden waren, sondern hier in Oslo. Mit vielen Grüßen und eine gute Nacht aus dem beschaulichen Ostfriesland verabschiede ich mich und wünsche viel Spass morgen bei Litauen.

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