Live-Blog Dänemark: Anti Social Media fahren nach Wien

Anti_Social_Media_dänemark_2015

Dänemark hat in seiner traditionellen Vorentscheidungsshow „Dansk Melodi Grand Prix“ unter 10 Kandidaten seinen Song für Wien gesucht und gefunden. Die Band Anti Social Media (Bild) geht beim ESC 2015 mit „The Way You Are“ ins Rennen. Hier gibt es unseren Liveblog vom dänischen Finale zum Nachlesen.

Guten Abend und herzlich willkommen zum Liveblog des dänischen Melodi Grand Prix 2015. In wenigen Minuten geht’s los.

Die Show kann man hier im Livestream (auf DR 1 klicken) verfolgen.

Wer sich vorab über die Acts und deren Songs informieren möchte, wird hier fündig.

Und los geht’s im Gigantium in Aalborg. Alle Künstler werden zunächst kurz vorgestellt und dürfen sich auch kurz auf der Bühne dem Publikum zeigen.

Übrigens haben wir es heute ja mit keinem ganz normalen Melodi Grand Prix zu tun. Nein, angekündigt ist eine Version 2.0. Was das ganz genau zu bedeuten hat, werden wir dann im Laufe des Abends erfahren. Die Bühne ist jedenfalls schon mal sehr beeindruckend. Rund, mitten in der Halle, Publikum rundherum.

Jetzt auf der Bühne: Die beiden Moderatoren Jacob Riising und Sven Bjerre. Auch das Votingverfahren wird schon mal erklärt.

Los geht’s mit den Songs. Das war kurz und schmerzlos.

1. Sara Sukurani – Love me love me

Saras Outfit ist eine Mischung aus moderner Aida und Pipi Langstrumpf. An letztere zumindest erinnert die geringelte Strumpfhose. An Aida erinnert aber nicht nur das Outfit. Auch die Choreographie hat was ägyptisches.

Der Song hingegen ist ein typischer ESC-Song, wie wir ihn von Griechenland und Zypern schon hundertmal gehört haben. Nur leider ohne ein Quäntchen von etwas Besonderem. Auch Saras Stimme ist nicht die Beste. Schade.

Wir werten heute zu zweit und geben 4/10 Punkten.

 

2. Tina & René – Mi Amore

Weiter geht’s also mit dem berühmten „In a Moment Like This 2.0“, das schon im Vorfeld hohe Wellen geschlagen hat. Der Song stammt aus der Feder von Thomas G:son, der uns ja auch „Euphoria“ beschert hat.

Wie ein Hochzeitspaar stehen die beiden auf der Bühne. Sie im weiß-silbernen Glitzerkleid, er im Anzug. Ansonsten passiert nichts, was wir nicht schon kennen würden: Viel Herzschmerz, viel Gefühl und am Ende viel Pyro.

Den Song haben wir jedenfalls auch schon hundertmal gehört und zwar auch aus Dänemark. Immerhin haben ihn die beiden ganz passabel vorgetragen.

Wir geben 4,5/10 Punkten.

 

Ob es wohl deshalb Melodi Grand Prix 2.0 heißt, weil die Songs alle abgekupfert sind? Aber noch kommen ja acht Songs…

3. Marcel & Soulman Group – Når veje krydses

Soulige 60er- und 70er-Jahre Songs sind ja grade wieder total hipp. Insofern liegt Marcel ja voll im Trend. Auch die Optik stimmt: Marcel und seine Soulman Group schön einheitlich in blauen Sakkos, trotzdem ist jedes Outfit ganz individuell.

„Når veje krydses“ ist ganz passable und geht auf jeden Fall in die Beine. Aber so richtig zwingend ist das auch nicht. Trotzdem eine tolle Show, die Spaß macht. Und Marcel ist stimmlich top. Das macht all in all 6,5/10 Punkte – unser Favorit bisher.

 

4. Cecilie Alexandra – Hotel A

Schon wieder helfen zwei schwedische Komponisten den Dänen aus, diesmal Bobby Ljunggren und Marcos Ubeda. Cecilie steht im süßen roten Kleid auf der Bühne. Ebenso süß singt sie auch, allerdings süß leicht an der Schwelle zu nervig.

Ansonsten ist „Hotel A“ aber ein leichtes, beschwingtes Liedchen, das nicht weh tut. Und ein hübsches „Dam dam dam“ hat es auch im Refrain. Mitten im Song kommt plötzlich auch noch ein Akkordeonspieler vorbei und dreht sich um Cecilie. Das erinnert jetzt ein bisschen an Anna Rossinelli.

Wir geben 6,5/10 Punkten.

 

5. Andy Roda – Love is love

Andy stand im vergangenen Jahr noch im Schatten von Basim in dessen Background. „Love is Love“ ist bislang das modernste Lied an diesem Abend. Allerdings singt Andy leider nicht halt so gut wie Basim und der song ist ziemlich anspruchsvoll.

Jetzt gibt es auch noch einen Dresschange. Und Glitzer. Sehr ESC! Aber dieses ständige „Love is Love“ nervt doch ziemlich – gefühlt besteht der Song nur aus diesen drei zwei Worten. Der Halle scheint es aber zu gefallen. Hier gibt es 5,5/10 Punkten.

 

6. Julie Bjerre – Tæt på mine drømme

Ohje, das geht schon super schief los. Und das Outfit ist so 90er (Jeanswesten, wirklich?). Aber Julies Stimme hat sich dann doch irgendwann noch einigermaßen gefangen. Aber der Song…diesmal „J’aime la vie 2.0“? Immerhin gibt’s gegen Ende dann noch einen Key Change.

In Zeiten von Carola oder Sandra Kim hätte das vielleicht noch jemanden vom Hocker gehauen, aber heute? Hier gibt es 6/10 Punkten.

 

7. Anti Social Media – The way you are

Die Band mit dem eigenwilligen Namen wurde extra für den Contest zusammengestellt. Die Jungs machen auch ein bisschen auf Retro-Look mit ihren Anzügen und Hosenträgern und zwei klatschenden Background-Girls im Schlepptau. Sie sollen wohl die One Direction-Zielgruppe ansprechen, nur mit Instrumenten, was dann wiederum ziemlich cool wirkt.

Auch der Song hat mal ein bisschen Pepp und geht ins Ohr, für mich bislang der beste Song. Mit einer Gesamtwertung von 6,5/10 liegt er nach Punkten aber trotzdem nur auf einem geteilten ersten Platz.

 

8. Anne Gadegaard – Suitcase

Auch Anne will zurück in die 90er und kommt ganz in weiß im bauchfreien Strick-Top und mit wehendem Rock. Auch sie hat ein relativ dünnes Stimmchen und – oh mein Gott! – jetzt kommen die Emmelie de Forest-Gedächtnis-Trommeln.

Ähnlich wie bei „Hotel A“ wieder ein ganz süßes Liedchen, aber doch kein Sieger. Die Dänen wollen wohl gar nicht erst Gefahr laufen, dass Dänemark in naher Zukunft wieder den ESC austragen muss.

6/10 Punkten. Irgendwie alles Mittelmaß bislang, wir warten noch auf den absoluten Kracher.

 

9. Babou – Manjana

„Manjana“ könnte auch als typischer Schwedenschlager durchgehen, soll aber wohl auch ein paar afrikanische Assoziationen wecken („ejejej“). Babou kann gut singen und auch Show und Outfit scheinen einem durchdachten Konzept zu folgen. Als besonderes Goodie sind auch wieder ein paar Trommeln im Einsatz.

Auch nicht unbedingt etwas absolut Besonderes, aber mit Sicherheit die beste Darbietung des bisherigen Abends. Wir geben 7/10 Punkten.

 

Und nun kommt der bisherige Favorit unserer Leser:

10. World of Girls – Summer without you

Auf dem Papier mag dieser Song der Favorit gewesen sein. „Girl Power“ und so. Aber jetzt, hier, live: Miese Cowgirl-Outfits, eine billige Choreographie und ganz, ganz dünne Stimmchen.

Und auch der Song ist leider eher belanglos und nichtssagend. Und dieser Text…

3,5/10 Punkten.

 

Das war’s schon? Bislang haben wir doch noch gar keinen Sieger gesehen. Aber okay, wir legen uns fest: Babou (bei uns 7/10 Punkten) nach Wien.

Schön, jetzt gibt’s hier eine Modenschau als Pausenact – öfter mal was Neues.

Nun warten wir also auf das Voting. Die Punkten kommen zu 50% von fünf Jurys (jeweils für eine dänische Region) und zu 50% vom Fernsehpublikum.

Es folgt noch ein Schnelldurchlauf…

Und los geht’s mit den Punkten der ersten Jury – verlesen von Tim Schou.

8 Punkte gibt es für Anti Social Media, 10 Punkte für Julie Bjerre und 12 Punkte für Cecilie Alexandra.

Die zweite Jury gibt 8 Punkte an Cecilie Alexandra, 10 Punkte an Andy Roda und 12 an Anti Social Media.

Von der dritten Jury gibt es 8 Punkte für Tina und René, 10 für Anne Gadegaard und wieder 12 für Anti Social Media.

Zeichnet sich da ein erster Trend ab?

Vierte Jury: 8 Punkte für Anne Gadegaard, 10 Punkte für Julie Bjerre und wieder 12 Punkte an Anti Social Media.

„The Way You Are“ liegt jetzt relativ klar auf dem ersten Platz…aber das Publikum vergibt ja noch 50% der Punkte.

Und jetzt kommt auch schon die letzte Region: Cecilie Alexandra 8 Punkte, Anne Gadegaard 10 Punkte und Anti Social Media schon wieder 12 Punkte.

Die Blitztabelle nach den Jurywertungen sieht nun so aus:

1. Anti Social Media – „The Way You Are“
2. Cecilie Alexandra – „Hotel A“
3. Anne Gadegaard – „Suitcase“

Jetzt kann das Publikum noch eine halbe Minute abstimmen.

„Hotel A“ und „Suitcase“ sind übrigens punktgleich auf Platz 2 und 3.

Bevor wir das Ergebnis erfahren, kommt jetzt aber erstmal noch Basim zu Wort. Zuerst im Einspieler und jetzt auf der Bühne mit großem Orchester und dem Song „Picture in a Frame“.

 

Wow. Sollen die Dänen das doch nach Wien schicken. Und zu guter Letzt kommt natürlich auch noch der „Cliché Love Song“.

 

Jetzt stehen nochmal gut 30 Kinder auf der Bühne und singen ein Popliedchen mit schlechtem Playback.

So jetzt steigt die Spannung: Nur 16 Punkte liegen zwischen Platz 1 und 2 bzw. 3. Da ist noch alles möglich…

Wie wir das vom Mello kennen, werden die Punkte immer anteilig entsprechend der jeweiligen Prozent vergeben. Insgesamt vergibt das Publikum 290 Punkte.

Nur 18 Punkte gehen an „Hotel A“, deshalb liegt momentan Julie Bjerre mit „Tæt på mine drømme“ vorne, die 38 Punkte bekommen hat. Die Punkte für „Suitcase“ und „The Way You Are“ stehen noch aus.

48 Punkte für „The Way You Are“…

…und nur 58 Punkte an „Suitcase“. Das reicht nicht, um die Jurywertung auszugleichen.

Damit fährt einmal mehr nicht der Publikumfavorit, sondern der Juryfavorit zum ESC.

Anti Social Media werden Dänemark in Wien mit „The Way You Are“ vertreten. Herzlichen Glückwunsch!

 

Wir genießen noch die Siegerperformance 2.0 der dänischen One Direction Beatles und verabschieden uns für heute. Danke an all die fleißigen Kommentatoren und bis zum nächsten Wochenende dann.

 

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