Lys Assia bei Sandra Maischberger: Weiblich, wagemutig, wahnsinnig

ESC-Legende Lys Assia war neben einem Ensemble illustrer Damen zu Gast bei Sandra Maischberger – einige spontane Reflexionen von Peter und OLiver.

Lys Assia (Foto: ARD) „will es mit 87 Jahren nochmal wissen“, sagt Sandra Maischberger. Für Ihre Redaktion Grund genug, die erste Siegerin des Eurovision Song Contest zum Thema „Das starke Geschlecht: Weiblich, wagemutig, wahnsinnig“ einzuladen…

Ebenfalls für auskunftsfähig zu diesem Thema werden Margot Hellwig (im Dirndl), Susanne Fröhlich (anstrengend positiv), Natasha „Mother Of Wilson Gonzales & Jimi Blue“ Ochsenknecht und eine Hilde Sowieso gehalten, die die Runde ergänzen. Wir vermissen Sabine Heinrich.


Zunächst berichtet Natasha O. („habe einen Baseball-Schläger unterm Bett“), wie sie vor wenigen Tagen einen Einbrecher in die Flucht geschlagen hat, quasi „Die Geschichte der O.“ Erste Äußerungen von Lys (in rot-brokat) bezogen sich auf die mangelnde Eignung ihrer Schoßhunde als Wachhunde während eines Überfalls in ihrem damaligen südfranzösischen Domizil im Jahre 2004.

Der zugehörigen wirren Geschichte über eine Erbschleicherin nebst unmaskiertem Handlanger war leider nicht zu folgen, was auch Frau Maischberger deutlich anzumerken war. Tragisch: Die Hunde haben’s nicht überstanden und die Übeltäter sind weiter flüchtig.


Dann endlich gab’s den Clip zu  „C’etait ma vie“. Lys hebt anschliessend auf ihr „angenehmes Aussehen“ ab. Und für die erschlagenen Hunde gibt’s Ersatz von Ralph Siegel, wenn es denn klappt mit dem Gewinn der Schweizer Vorentscheidung am Samstag: „Ralph hat mir einen Chihuahua versprochen.“ (Den Schweizer Showdown mit Liz gibt’s am kommenden Samstag hier im Live-Blog).

Frau Maischberger bringt dann – originell, originell – Joopie Heesters ins Gespräch. Gähn. Lys nutzt die Erwähnung ihres Ex-Lovers, um auf ihr einzigartiges „Charisma“ hinzuweisen. Margot Hellwig ergänzt, dass ihr bei Lys Assia stets die Tränen kommen (also immer dann, wenn diese OH MEIN PAPA anstimmt).

Margot Hellwig wirkt deutlich konzentrierter als die Überfallenen (Natasha und Lys). Sie ist sehr ausführlich, das geht alles von der Redezeit von Susanne Fröhlich ab, die schon ungeduldig mit den Beinen wippt.

Lys wurde übrigens von ihrer strengen Mutter angehalten, erstmal etwas Seriöses zu lernen. Sie wurde dann Friseuse. Spater dann noch ein „sehr gutes“ Aktmodell.

Ganz unvermutet schliessen wir Natasha immer stärker ins Herz: Cooler „White Trash“ Spice Girls Look, sympathische „White Trash“ Authentizität, mitreissende Energie. Und ein interessanter Kontrast zwischen rosa Lippgloss und schwarzer Hornbrille.

Der Supertalent-Einspieler von Hilde Sowieso (BILD: „Hure mit 80“) wird genutzt, um Lys von der Seite Sandras weg zu platzieren. Hilde wendet sich fraternisierend an Lys und outet sich ebenfalls als Nacktmodell, wonach sich Lys nach der Preisgestaltung im Bordell erkundigt („Wie macht man denn den Preis?“).

Faszinierend: Lys, die 1924 im Aargau als Rosa Mina Schärer geboren wurde, hat zu jedem Thema ein passendes selbstreferentielles Statement. Wie Hilde S. hatte sie angeblich „auch mal eine Show in Venezuela“ und zum Supertalent fällt ihr ein: „Dieter Bohlen hat Angst vor mir gehabt.“ Naja, wer nicht?

Dann endlich darf Frau Fröhlich über ihr Gewicht sprechen. Sie berichtet, dass es Männer gibt, die ihre Frauen mästen: „Es gibt alles.“ Mit Yoga und „OM“ wurde dann alles gut in ihrem Leben und Frau Maischberger honoriert den Gewichtsverlust von ca. 25 kg mit „Whow“. Auf Nachfrage verneint Lys leicht angewidert die ihr von Frau Superfrölich attestierte feminine Beweglichkeit. Dabei war´s nur gut gemeint.

Dann will Frau Maischberger über Männer reden, um Natasha und Susanne endlich zu ihren Trennungen befragen zu können. Boulevard bringt Quote. Frau Fröhlich mag ihren klugen Mann (von der Öffentlichkeit unbemerkte Trennung nach 21 Jahren) weiter gut leiden und Natasha findet einmal mehr die richtigen Worte – pragmatisch, praktisch, gut. Lys merkt an, dass man Natashas neues türkisches Tattoo wohl „nicht mehr ausmachen“ kann. Natasha: „Ich weiß, was ich tue.“ Im Internet hat sie einen 20 Jahre jüngeren türkischen Fussball-Lover gefunden. Darauf ein yoga-reifes DÜM TEK TEK.

Margot hingegen wurde als 16-Jährige von ihrem 15 Jahre älteren Deutschlehrer verehrt und später geheiratet – vor 50 Jahren! In Bayern! Statt Lys dazu zu befragen, führt Frau Maischberger eine neue Dame in die Runde ein, die einen in Texas zum Tode verurteilten Doppelmörder geheiratet hat. Eine Liebe hinter Panzerglas. Ein krasser Übergang.

Frau Fröhlich fragt pointiert-pragmatisch, ob der Knast-Ehemann möglicherweise mangels Alternativen das Eheversprechen abgegeben hat. Ansonsten lässt der abrupte Themenwechsel die versammelten Powerfrauen verstummen und uns mit einigen offenen Fragen zurück.

Was bleibt von dieser wahnsinnigen Runde? Lys Assia hatte die beste Frisur (kein Wunder). War auch Susanne Fröhlich einmal Nacktmodell? Vielleicht gibt ihr neues Buch darüber Auskunft:

Susanne Fröhlich
1. P.S.: Für die nächste Woche kündigt Frau Maischberger Margot „Ich sage nicht, wen ich mit 1,6 Promille kutschiert habe“ Käßmann an. Das brauchen wir schon mal nicht gucken.

2. P.S.: Und hier steht, warum die FAZ findet, dass Lys Assia ein „schweres Schicksal“ hat: „Sie wird ein Lied von Ralph Siegel singen.“