Melodifestivalen 2015 – weniger Beiträge, größeres Finale

Sanna Nielsen Melodifestivalen 2014 Finale Sieg

Statt 32 Beiträgen werden bei Melodifestivalen 2015 (Foto oben: Vorjahressiegerin Sanna Nielsen) nur noch 28 Titel an den Start gehen. Gleichzeitig wächst das Finale von zehn auf zwölf Songs an. Das sind die wesentlichen Änderungen, die für die schwedische Vorauswahl zum Eurovision Song Contest vorgenommen wurden. Weitere Änderungen betreffen die Anzahl der Stimmen, die pro Beitrag abgegeben werden dürfen, und die Art der Punktevergabe der Jurys.

Seit der Neuauflage des Melodifestivalen im Jahr 2002 waren immer acht Beiträge in den Semifinals gegeneinander angetreten. Das ändert sich 2015, wenn nur noch sieben Titel pro Woche an den Start gehen. Laut Christer Björkman, der Executive Producer des Melodifestivalens, soll so mehr Luft in den Semis geschaffen werden, wodurch ein besseres Live-Gefühl und mehr Platz für die einzelnen Lieder und Künstler ermöglicht werden sollen.

Aus jedem Semi qualifizieren sich zwei Beiträge für das Finale sowie die Dritt- und Viertplatzierten für Andra Chancen. Letztere treten nur noch in vier Duellen gegeneinander an, so dass statt zwei nunmehr vier Titel von dort in das Finale kommen. Dadurch haben die Zuschauer dann noch zwei Favoriten mehr, für die sie im Finale anrufen können.

Mit zwölf Titeln im Finale ist dieses nunmehr so groß wie in den Jahren 1997, 1988, 1987 und 1963. Mehr Lieder sind in Schweden nie beim Finale des Melodifestivalens angetreten.

Bezüglich der Zuschauerstimmen geht man einen ähnlichen Weg wie beim Eurovision Song Contest: Pro Telefonanschluss können maximal 20 Stimmen für einen Beitrag abgegeben werden. Allerdings kann man für so viele Beiträge voten, wie man möchte. So soll offensichtlich übertriebenes Heavy-Voting eingeschränkt werden.

Ebenfalls wie beim richtigen ESC werden die Juryergebnisse nicht mehr vollständig vorgelesen. Vielmehr werden die niedrigsten vier Punktewertungen nur noch grafisch präsentiert.

Die Reduktion von 32 auf 28 Beiträgen ist für viele Fans sicher bedauerlich, da so insgesamt ein paar Songs weniger zur Auswahl stehen und das Melodifestivalen durchaus auch ungewöhnlichere Titel im Angebot hatte. Da könnten nun vermutlich ein paar Perlen fehlen. Insgesamt halten sich die Änderungen aber im Rahmen, so dass der schwedische Vorentscheid auch in diesem Jahr wieder ein Highlight in der ESC-Vorsaison werden dürfte.