Melodifestivalen 2018 – Quickcheck Semi 4: Endlich die erhoffte Erlösung?

Auf geht´s zur letzten Mello-Runde in Schweden. Wird Mariette Hansson aus Halmstad (Foto oben) das bisher doch ziemlich mediokre Starterfeld von hinten aufrollen und einen Erdrutschsieg beim Finale in zwei Wochen feiern können? Schafft sie es überhaupt bis Stockholm? Fragen über Fragen – wir versuchen, auf solche Fragen auch in dieser Woche wieder unsere subjektiven Antworten zu geben. Die Blogger Jan und Marc haben in die sieben Songs des Wochenendes reingehört und geben dazu ihre Statements ab. Jan hat dabei nur die reine Audioversion bewertet.

Einminütige Ausschnitte von allen sieben Songs sind hier zu finden, Ausschnitte aus allen Proben gibt es hier zu sehen. Einen Überblick über alle Teilnehmer des diesjährigen Melodifestivalen gibt es hier, die Startreihenfolge hier.

1. Emmi Christensson – Icarus
(Thomas G:son, Christian Schneider, Andreas Hedlund, Sara Biglert)

Jan: Ikarus ist ja bekanntlich derjenige Jüngling, der der Sonne zu nah gekommen ist und dann abstürzte. Davon wusste schon Costa Cordalis in den Achtziger-Jahren ein Lied zu singen. Dieser schwedische Ikarus gefällt mir aber. Ein klassische Midtempo-Hymne mit einer Melodie. Gute Melodien werden ja momentan immer mehr zur Mangelware. Und diese holt mich auch gleich direkt ab. Ja, das mag alles ein bisschen altmodisch und „ESC-typisch“ klingen – ich würde es eher als zeitlos bezeichnen. Es wäre
Bewertung: 3,5 Sterne

Marc: Etwas kitschig und hymnisch – diese Assoziationen kamen mir beim ersten Hören in den Kopf. Emmis Song hat eine zuckersüße Melodie. Thomas G:Son hatte wieder seine Finger im Spiel. Auf der Melfest-Bühne in Örnsköldsvik performt Emmi „Icarus“ mit viel Bodennebel und angedeuteten Flügeln – ein bisschen wie bei Conchita. Es ist schön, aber reisst mich nicht vom Hocker.
Bewertung: 3 Sterne

 

2. Elias Abbas – Mitt paradis
(Anderz Wrethov, Hamed “K-One” Pirouzpanah, Sami Rekik)

Jan: Schlager-Hiphop ist ja beim Melodifestivalen auch nichts Neues. Aber auch hier mag ich die Kombination aus Sprechgesang, Refrain und Rhythmus. Bin vorhin beim ersten Hören aufgesprungen und habe mitgetanzt, ich bekomme da einfach immer richtig gute Laune. Und mit „Abba“ im Nachnamen sollte doch hier wohl auch nichts schiefgehen, oder?
Bewertung: 4 Sterne

Marc: Elias Abbas zeigt uns sein Paradies. Fröhlich und bunt geht es zu und es erinnert mich melodisch etwas an „Allez-ola-olé“ von Jessy Matador. Der Song sorgt sicher für gute Stimmung, aber als Direktqualifikant finde ich es nicht stark genug. Hatten wir letzte Woche nicht schon mehr als genug von diesem Sommer-Sonne-Party-Sound?
Bewertung: 2,5 Sterne

 

3. Felicia Olsson – Break That Chain
(Bobby Ljunggren, Kristian Lagerström, Henrik Wikström, Joy Deb)

Jan: Dieser Song ist….langweilig. Bestimmt zum Bügeln oder Staubsaugen geeignet. Mal ehrlich – wenn so ein nichtsagender „Auffüllsong“ es ins Mello schafft, müssen die Schubladen der schwedischen Komponisten wirklich ziemlich leer sein. Kleiner Bonus für den Key Change, aber sonst…nein danke!
Bewertung: 1,5 Sterne

Marc: Felicia serviert uns schnörkellosen Midtempo-Pop ohne jegliche Ecken und Kanten. Schön und nett, aber mit wenig Wiedererkennungswert. Bei der Sorte Songs merke ich meist erst leider beim Schnelldurchlauf, dass es diesen Song ja auch noch gab.
Bewertung: 2 Sterne

 

4. Rolandz  – Fuldans
(Fredrik Kempe, David Kreuger, Robert Gustafsson)

Jan: Och nö!!! Ich finde Dansbands-Musik beim Mello wirklich gut, aber das geht doch sicher auch ein bisschen seriöser. Diese Trash-Schiene geht mir auf den Keks. Offenbar wird versucht, zwanghaft jegliches erdenkliches Genre zu bedienen. Und auf die Qualität achtet dann niemand mehr! Ich eiß nicht, ob dieser Song in Schweden funktionieren kann – bei mir überhaupt nicht
Bewertung: 0,5 Sterne (davon 0,5 für Anwesenheit)

Marc: OMG – Trash pur! Ist das der schwedische Dieter Thomas Kuhn? Die Kostüme sind doch sicher aus einer Rumpelkammer von ABBA. Immerhin lenken das Outfit und die Show von Song ab – einer einfach gestricketen Boogie-Woogie-Schlager-Polka. Da mich das sonstige Angebot in diesem Semi nicht wirklich überzeugt und dieser Beitrag mich immerhin zum Schmunzeln und Mitwippen animiert gebe ich
Bewertung: 3 Sterne

 

5. Olivia Eliasson – Never Learn 
(Anton Ewald, Jonas Wallin, Astrid Smeplass)

Jan: Das gefällt mir wieder besser. Der Anfang ist interessant und lässt einen dranbleiben. Auch wenn ich eigentlich Frauen mit Nasalstimmen nicht mehr wirklich hören mag – davon gibt es irgendwie zu viele. Aber es kommt ja in erster Linie auf den Song an. „Never learn“ klingt jetzt nicht wie der große Wurf, aber doch wie ein solider zeitgemäßer Popsong.
Bewertung: 3 Sterne

Marc: In der Audio-Version klingt „Never learn“ in Ansätzen immerhin nach zeitgemäßer Charts-Mukke mit Potenzial. Die Live-Inszenierung mit den neon-farbenen Anzügen der Tänzern macht das aber zunichte und wirkt auf mich allzu beliebig. Och Schweden – in den vergangenen Jahren gab es gerade beim Mello oft tolle und innovative Inszenierungen und dieses Jahr ist irgendwie der Wurm drin. Die letzten 2 Beiträge müssen es jetzt herausreißen….
Bewertung: 2,5 Sterne

 

6. FELIX SANDMAN – Every Single Day 
(SANDMAN, Noah Conrad, Tony Ferrari, Parker James Nornes, Jake Torrey)

Jan: Das klingt aber hübsch! Eine Piano-Ballade mit gar nicht mal unhübscher Melodie. Aufrund des nur einminütigen Audio-Ausschnittes kann man leider nicht sagen, ob noch etwas mehr passiert in diesem Song, aber manchmal braucht es auch nicht viel, um irgendwie zu berühren. Schlicht simpel, effektiv.
Bewertung: 4 Sterne

Marc: Okay, es wird besser. Felix Sandman, den wir von FO&O kennen, ist diesmal solo unterwegs. Im Gepäck hat er eine sehr gefühlvolle Ballade. Die Inszenierung scheint sehr reduziert. Im Snippet sitzt er auf einem Strahler und es gibt viele Close-Ups. Gänsehaut habe ich keine bei „Every Single Day“, aber ich vermute Felix wird einige Teenie-Votes abschöpfen.
Bewertung: 3,5 Sterne

 

7. Mariette – For You
(Jörgen Elofsson) 

Jan: Sagen wir es mal so. Es hätte schlimmer kommen können. Aber leider auch deutlich besser. Die heilige Mariette, die Retterin des Melodifestivalens und damit der ganzen Welt wird mit dieser Nummer im „Laid-back-Calypso-Style“ das Rad nicht neu erfinden. Und das Mello im Erdrutsch gewinnen vermutlich auch nicht. Das Feld ist wieder offen für Viktor, Samir und Co.. Klar, sicher ist der Song einer der besseren im diesjährigen Angebot. Und vielleicht gewinnt er auch. Aber der große Wurf blieb auch hier aus. Oder wir sind einfach nur verwöhnt…
Bewertung: 3,5 Sterne

Marc: Oh jeh – die ganze Last ein durchwachsenes Melfest noch zu retten liegt nun auf Mariette. Schon oft hat Christer Björkman auf den letzten Startplatz den Top-Favoriten gesetzt. Mariette liebt das Melodifestivalen und sie wünscht es sich so sehr, einmal zu gewinnen – aber dies ist nicht ihr stärkster Song. Der Song ist okay, eine gechillte Popnummer, die zeitgemäß klingt. Im Refrain vielleicht etwas repetitiv. Bin gespannt auf die Show: Mariette scheint auf einer leuchtenden Platte auf einer Pyramide zu stehen.
Bewertung: 3,5 Sterne

 

Tipp fürs Finale:
Jan
: Mariette, FELIX SANDMAN
Marc: Mariette, FELIX SANDMAN

 

Tipp für Andra Chansen:
Jan
: Rolandz, Emmi Christensson
Marc: Rolandz, Emmi Christensson