Live-Blog: Moldawien entsendet wildes Charleston-Chaos nach Baku

Das Starterfeld für den Eurovision Song Contest in Baku wird immer vollständiger. Moldawien hat dank der Jurystimmen in einer alptraumhaft grellen Show unter 21 Songs Pasha Parfeny mit einem wilden Stilmix und einer vollgestopften Zirkus-Choreographie gewählt. Das Publikum indes wollte einen anderen Song. Hier unser Live-Blog eines äußerst skurrilen Finals zum Nachlesen.


Guten abend allerseits, wir sind immer noch in Stockholm und bloggen von hier aus das moldawische Finale „O melodie pentru Europa“ zum Eurovision Song Contest, das mit 21 Songs neben dem russischen (25) das umfangreichste ist. Altmeister Ralph Siegel hat mit Textdichter Bernd Meinunger auch einen Titel unter die Finalisten in Chisinau gemischt und hofft auf das Ticket nach Baku.

Livestreams gibt es über das moldawische Fernsehen TVM (http://www.trm.md/ro/tv-on-line/) oder über die offizielle ESC-Webseite eurovision.tv. Los gehts um 18.30 Uhr. Derzeit laufen noch die moldawischen Abendnachrichten. Mit einem kleinen Hinter-den-Kulissen-Einspieler vom Vorentscheid, der uns aber nichts weiter verrät.

Was wir indes schon wissen: Jury und Televoting entscheiden heute zu je 50 Prozent über den moldawischen Vertreter für den ESC 2012 in Baku. Mit Geta Burlacu ist auch eine Interpretin am Start, die bereits über ESC Erfahrung verfügt, eine weitere (Nelly Ciobanu) hat das Finale, für das sie bereits qualifiziert war, abgesagt.

Was im Netz über dieses Finale bereits vorab zu lesen war, entmutigt etwas: Anscheinend habe die Jury sämtliche brauchbaren Titel mit tödlicher Sicherheit aussortiert… aber das muss nichts heißen, es genügt schließlich ein einziger schmissiger Titel mit Instant Appeal (der allerdings dann auch gewinnen muss) und am Ende fragt keiner mehr nach, ob das Finale eine Zumutung war…

Der Stream von eurovision.tv läuft besser als der von TVM. Wetter in Moldawien: Frost in der Nacht und zwischen 3 und 7 Grad am Tag.

Douze Points ist mittlerweile mit Mumm-Sekt und Eiswürfeln eingetroffen und hat auch noch einen Delicatoboller von gestern (wurden im Globen kostenlos verteilt) dabei.

Während in Chisinau noch Werbung läuft, schielen wir mit einem Auge auf den TV, wo gerade die Nachberichterstattung von SVT zum Melodifestivalen läuft. Der arme Danny…

Zurück nach Moldawien: Die Sendung beginnt mit einem folkloristischen Panflötenkonzert für die ganze Familie… schon am Nachmittag beherrschte Folklore das Programm (haben den Stream getestet und dabei eine Reinkarnation von Marika Rökk entdeckt…).

Wir fragen uns, ob jedes moldawische Schulkind Panflöte lernen muss. Die Zwölftonmusik endet und wir entdecken den Moderator, der offenbar noch mit seiner Mutter telefoniert. Marcel Spartaru und zwei SEHR blonde Damen begrüßen das rumänischsprachige Publikum. Die rechte im grünen Kleid sieht aus wie die Freundin des Kapitäns der untergegangenen Costa Concordia…

Schalte in den Greenroom zu einem besonders gut gelaunten Anatol (Komiker?), der etwas herumhampelt. Noch ist kein Künstler zu entdecken…

Die Jury mit Experten wird vorgestellt… auch eine Sponsorvertreterin ist dabei, klar, man will ja wissen, in welchen Beitrag man investiert…

Die 21 Telefonnummern für das Televoting werden eingeblendet. Und jetzt kanns doch losgehen, oder? Das Televoting startet.

1. Ruslan TaranuBlanche

Ein billiger Dracula-Verschnitt mit noch billigerer Perücke, begleitet von Damen, die mehr unterschiedliche Farben in den Haaren haben, als in Osteuropa existieren dürften. Ein lebender Vogel auf der Bühne? Sehen wir gleich ein okkultes Tieropfer? Zumindest der Titel wird ja bereits geschlachtet. Douze fühlt an die tschechische TV-Serie „die Märchenbraut“ erinnert. Hm. Wir geben 2/20 Punkten.

Ein katastrophaler Auftakt. Hat schon georgische Maßstäbe…

2. Irina Tarasiuc & MC GootsaSave a little sunshine

Der Siegel/Meinunger-Titel ist deutlich als solcher erkennbar. Erinnert an Lou, statt orange dominiert aber pink und gelb – Trompeten sind auch dabei, etwas Lou Bega… lag wohl 20 Jahre im Schreibtisch des Meisters… eine Stimme im Hintergrund unseres Hotelzimmers erhöht auf 30 Jahre… nun ja, alles so schön bunt hier, wir nehmen noch einen Schluck Sekt und finden es besser als den Auftakt! Deutlich besser… 7/20 Punkte.

3. Pasha ParfenyLautar

Wenn uns nicht alles täuscht, war Pasha schon im letzten Jahr dabei. Flott geht es weiter mit Ballett-Variete und einem schnauzbärtigen bekaro-shorteten Pasha. Der Song ist hektisch, eine Art moderner Charleston, die Choreo ist Kindergeburstag und Ringelpiez mit Anfassen, überraschenderweise synchron… es muss also einen Plan dahinter geben. Bockspringen, alles etwas slapstickartig… lenkt ab von der nicht herausragenden Stimme und dem begrenzten Englisch. Dennoch: Manche fühlen sich erreicht(er) als vom Siegel-Buntes-Potpüree. 9/20 P.

4. Alexandru ManciuIf you leave

Schöner Titel, wir können aber noch nicht gehen. Im Einspieler erinnert uns Alex an Peter Nalitch. Minimalistisches Elektro-Intro… wir sind geflascht… erneut ein Farbschock, ist der Alltag derart grau, dass man alles in Pastelltöne tauchen muss?… flotter Titel, visuelle Bezüge zu Miami Vice, der rote Schaal erinnert an Walter Momper… hier ist einiges hineingestopft, auch eine nuttige Nachtclub-Tänzerin darf nicht fehlen, Refrain wenig catchy (leider), aber wir fuehlen uns ganz gut unterhalten. Hebungen auf der Bühne, viel Bewegung… wir geben 14/20 P. Unser Fave… Eric Saade für Arme (sehr Arme?).

Publicitate – Werbung (auf Russisch) – ist das für Transnistrien? Anatol spricht im Green Room von grüner Sauna – aha, diesmal haben sie geheizt. Vor einigen Jahren mussten alle noch dicke Wintermäntel im Publikum tragen… jetzt wird Dracula befragt und wir erkennen, der Vogel ist NICHT echt. Und die Siegel-Truppe spricht russisch und findets „super“.

5. Paralela 47Arde

Rockige Töne, Publikum wird angeheizt. Ist doch kein richtiger Hardrock, sondern eher mainstreamiger 80er-Jahre Radio-pop. Wir freuen uns über das Rumänische und gehen davon aus, dass die Aussprache besser ist als im Englischen. Wieviel Dialekte mag es wohl im Rumänischen geben? Douze meint, der Act wirkt unglaubwürdig, weil das Outfit zu harmlos ist. 7/20 P. Nächster bitte.

6. Ksenya NikoraYou better rush

Zirkus droht uns laut Vorfilm. Und so kommts auch. Daniel Diges a la Chisinause… Hübscher Afro… bißchen soulig unterlegt, rutscht leider unnötig ins Lächerliche durch die Outfits. Das Lied hat durchaus Potenzial für Firmenfeiern – nicht für den ESC. Trägt aber ebenfalls zur Unterhaltung bei… und ist wieder sehr schön bunt. Als hätte man in Moldawien erst gestern das Farbfernsehen eingeführt… Douzey fühlt sich genervt vom püppihaften Herumgehampel, wir nehmen noch einen Schluck Sekt und stimmen kurz „Euphoria“ an – zur Entgiftung…. 6/20 P.

7. LeriaA ray of sun

Die erste (vermutlich einzige?) Ballade mit viel Stoff. Leria im Marika-Kilius-Look der 60er… leider können wir nicht erkennen, ob der Backgroundtänzer ein fleischfarbenes enges Trikot trägt oder einfach keine Brustwarzen hat. Der Titel steigert sich nicht sondern mäandert im Belanglosen herum… jetzt sehen wir die Brustwarze doch noch… soll dramatisch sein, klappt aber nicht… was auch an der Sängerin liegt… wir geben dennoch 11/20 Punkten und hoffen auf eine Steigerung im Reste-Feld.

8. Cristina CroitoruFight for love

Erneute Ballade, schwarze Lockpracht und ein blutrotes wehendes Kleid mit Schleppe – und durchaus sehenswerte Tänzer… hier haben wir einen Act, der eine Klasse besser ist als der Rest. Stimmlich zwar auch suboptimal, aber mit sehr viel Einsatz präsentiert. Douzey findet es wieder übertrieben und deswegen unglaubwürdig. Wir geben aber 16/20 und haben einen neuen Spitzenreiter.

So jetzt setzt Douze Points die Brille ab und die Linsen ein, mal sehen, ob wir nun noch mehr Punkte verteilen.

Die Mods erklären nun unter anderem, dass Moldawien im ersten Semifinale in Baku antreten wird und schalten wieder in den Greenroom, wo Anatol Späße macht und versucht, ein paar Interviews zu führen – und zwar mit allen zuvor gehörten Interpreten. Und wir dachten, wir sind flott unterwegs… das wird sich heute abend also noch ordentlich hinziehen…  Orange Moldova, der Hauptsponsor (?) wird immer wieder erwähnt.

9. Mariana MihailaLive on forever

Mariana hat grüne Augen, trägt eine große Sonnenbrille im Vorfilm und bringt uns eine Midtemponummer zu Gehör. Outfit: russische Domina im Raumanzug singt vor Wigwam. Und Stoffbahnen spielen eine Rolle, da hätte man besser über müssen, weil jetzt Mariana eine der Bahnen ins Gesicht bekommt, aber die Betonfrisur sitzt! Anders als das Englisch, das nur nur bei den langgezogenen O-Tönen gut klingt… sowieso sind hier sehr viele langezogene Töne zu hören. Wir sind eher abgeschreckt bis gelangweilt. Jetzt wird sie auch noch herumgetragen…  am besten gleich aus dem Studio. 8/20 Punkte.

10. MC Mike & Human PlaceMole

Gut gelaunte Straßenmusiker in billigsten Outfits. Ua-ba-pa-pa. Muskelanzüge a la Michelinmännchen für die rachitische Band. Die Farbenpracht der Klamotten beginnt uns immer mehr zu nerven. Die Sprache können wir nicht erkennen, der Leadsänger versuchts auf Englisch, wir erkennen weder Struktur noch Style und suchen nach den Aspirintabletten… ua-ba-pa-pa-uh-uh…. 4/20 P.

11. Nicoleta GavrilitaCrazy little thing

Nicoleta im Pippi-Outfit mit Halskrause (gerade in den Regen gekommen?) macht Aerobic. Douze erkennt, das Lied hätte Potenzial, wenn man es anders produziert hätte. Nicoleta ist auf jeden Fall ein Original und hat Qualitäten. Aber warum muss sie sich gebären, wie eine 12-Jährige? Damit es zum Lied passt? Mutig. Wir sind ratlos und geben 11/20 P.

12. Geta BurlacuNever ever stop

Jetzt die moldawische ESC-Vertreterin von 2008 (im Semi hängen geblieben – dabei ist Moldawien sonst sehr erfolgreich, was Finalqualifikationen beim ESC anbelangt). Hier also ihre Rache: Schief gesungene, enervierende Pseudo-Nachclubmucke mit Tangoanklängen und einem Puffmutti-Outfit. Schlimm – finden wir unisono… und dann auch noch redundant. Das war nix, die Chancen von Siegel-Meinunger steigen!

Für Geta gibts von uns 6/20 P.

Erneut ein Werbeblock und dann gehts bestimmt wieder zu Anatol in den Greenroom, um die letzten vier Interpreten abzufrühstücken. Wir sprechen über das heutige Ausgehprogramm in Stockholm und die hiesigen Alkoholpreise, und was diese an Verhaltensänderungen nach sich ziehen (Flachmann mitnehmen?).

Das Werbejingle für Korona-Schokolade wäre doch ein toller Beitrag für Moldova!

13. Adrian Ursu

Adrian sitzt im Eric-Saade-Glaskasten und wird von einem Kunstradler umradelt. Ansonsten ziemlich statisches Midtempo-Lied… jetzt verschwindet sein Unterkörper im Rauch und es wimmelt von artistischen Backgroundnummern auf der Bühne… Adrian befreit sich nun aus der zugeräucherten Kapsel und singt deswegen aber nicht besser. Wir fühlen uns mal wieder nicht erreicht, etwas Feuerwerk, ein Rhönrad-Spagat… extrem überladen, um vom Lied abzulenken? Klappt nicht 5/20 P.

14. Doininita GhermanWelcome to Moldova

Hora din moldova reloaded – eine Parodie? Oder von der örtlichen Tourismusbehörde gesponsert? Lalalaleilalal… eingängig, wild herumgetanzt und viele HEY-Schreie… riecht nach Sieger… I love Belarus lässt grüßen… ein holzschnittartiger Stampfer mit Schuhplattler, Folklore und aufmerksamkeitsheischenden Effekten. Schlimm, aber wirksam. Wie ein Unfall. Das wird gewinnen, glauben wir! Gottseidank friert jetzt das Bild ein… wir geben 9/20 P. Fast wie in Georgien, I’m a jocker… noch sieben Titel, aber der Höhepunkt ist wohl schon überschritten.

15. M StudioOpen your eyes

M-Studio mit Manta-Frisur, Boy-George-Augen-Makeup und fröhlichem Geigenspiel – Piratenlook im Background… „Open your eyes“ singt das M, aber wir wollen sie schließen, auch die Ohren… das Gefiedel mutet nun irisch an. Ist das zeitgenössische Musik a la Molwanien? Immerhin einigermaßen melodisch. Wir geben 6/20 P.

16. Anna GulkoBallad of love

Anna mit einer Ballade, und gleich die ersten Töne leiern furchtbar. Oh je. Wir müssen den Ton leiser drehen und leiden mit der Sängerin mit. Das soll ein Lovesong sein? Das Ende ist genauso furchtbar und belanglos wie der Rest. Ein neuer Tiefpunkt in diesem an Tiefpunkten nicht armen Finale. Wir geben nur 3/20 P.

Pause und WIR HABEN TECHNISCHE PROBLEME mit den Updates. Bitten das zu entschuldigen.

17. TransbalkanicaBalkan riders

Die Balkanriders enthüllen im Vorfilm einen heftigen Akzent im Englischen, scheinen ansonsten aber recht musikalisch veranlagt zu sein. Kostüme wie Sheeba 1981 – scheint Alufolie zu sein… ansonsten wird erneut viel gegeigt, gesaxophont und auf dramatische Steigerungen gesetzt. Leider tut das Utterly Bad English (datsch our sohls) dann doch etwas weh… ich verdopple mal meine Punkte, um im System zu bleiben – Douzey hat mittlerweile das Weite gesucht (das Abendprogramm in Stockholm lockt) und ich kämpfe von nun an alleine mit den technischen Widrigkeiten und dem moldawischen Liedgut. 12/20 P.

18. DaraOpen your eyes

Dara ist optisch eine Mischung aus Dalida und Barbarella und singt über „Save your neighbours“? Im Hintergrund tanzen nun vermummte Gestalten (Saudi-Arabien lässt grüßen)… bestimmt wird die Burka noch abgeworfen… nein, doch nicht. Der Titel ist ganz hübsch, tut nicht weh und fällt in diesem Haufen anstrengender überproduzierter Zirkusnummern ganz angenehm auf. Etwas repetetiv, aber Dara kann singen. Dafür gibt es 16/20 P.

19. UnivoxMoody numbers

Überschminktes Püppi im Babydoll singt eine experimentelle Nummer und im Hintergrund werden große Tafeln geschwenkt. Homens da luta lassen grüßen, hier wird wieder der Holzhammer geschwungen, Die Stimme ist enervierend – um es noch positiv auszudrücken. Soll wohl sophisticated wirken a la Manhattan Transfer, kommt aber mit den riesigen Requistiten (jetzt hält Püppi einen Schirm in der Hand) nur befremdlich rueber. Der Sprechgesang ruiniert das Ganze vollends. Nö. Nö. Nööööö. 2/20 P.

20. AkordLive the show

Akord sind die Nachrücker für die zurückgetretene Nelly Ciobanu und singen eine gefällige und melodiöse Popnummer (für hiesige Verhältnisse). Dazu wird eifrig mit Bändern herum-gewickelt… mit den Requisiten scheint man es in Chisinau wirklich zu haben. Dennoch ist der Song (und auch die Optik des Leadsängern) Labsal nach der Vorgängernummer… Arrangement auch ganz brauchbar… gefälligen Poprock können aber etwa die ungarischen Interpreten viel besser. Dennoch 14/20 Punkte.

So wir sind am Ende, BUCHSTÄBLICH. Der letzte Song des Abends:

21. InayaLights

Eine dramatische Midtempo-Ballade. Die Sängerin mit blondem Engelsgelöck wird von ihren Backgroundsängerinnen empfindlich gestört… dennoch das Lied hat gewisses Potenzial. Bei „I need your eyes“ denke ich jedoch an die Fischaugensuppe aus Indiana Jones… nach 21 moldawischen Liedern steigen eben solche Bilder in einem auf… die Chordamen würde ich augen-blicklich aussondern, ansonsten gefällig, es gab weitaus Schlimmeres. 12/20 Punkte.

Das wars. Und Moldawiens Lied für Baku war auch dabei. ich tippe mal stark auf das Holzhammer „Welcome to Moldova“… der Siegeltitel liegt nach meinem Empfinden im vorderen Drittel, wer hätte das gedacht… jetzt müsste ein Schnelldurchlauf kommen.

Ach nein, Anatol muss ja noch 5 Kurzinterviews führen…. Resultate partiale? Gibts schon Ergebnisse. Wir haben doch noch eine Stunde….

Heissa, eine Blitztabelle: Christina Croutoni mit 27 Prozent deutlich vor Pasha Parfeny mit 18 Prozent. An dritter Strelle die Siegel Nummer. Ist das Ganze schon gelaufen? „Fight for love“ wäre durchaus brauchbar für Baku.

Jetzt der Schnelldurchlauf mit allen Machwerken… Recap oder RECRAP?

Mal sehen was nun passiert, vermutlich tritt Anggun auf (sie lässt ja nun wirklich keine Vorentscheidung aus). Televoting ist nun beendet, vermutlich hat Christina gewonnen. Nun ist die Frage, was macht die Jury, in der neben Fachexperten auch eine Sponsorenvertreterin sitzt? Wenn ich mich recht entsinne, divergierten hier die Ergebnisse in der Vergangenheit ganz erheblich…

Werbung. Und wieder gefällt mit der Korona-Schokoladen-Jingle viel besser als alle Beiträge im moldawischen Finale… nun folgt ein Intervall Act, der sich qualitativ an das Niveaus des Finals anschließt… ein atonaler schwer verdaulicher Klangteppich.

Sehe gerade anhand der Kommentare, dass noch nicht alle Blog-Leser anhand der musikalischen Zumutungen schreiend Reißaus genommen haben. Bravo! In der Dichte seltsamer und grellbunter Stücke übertrifft Moldawien aufgrund der größeren Bandbreite an unfassbaren Scheußlichkeiten auch noch Georgien, dass weitgehend auf schlimme Rockmusik begrenzt blieb.

Anggun wäre Lichtjahre besser gewesen als dieser Intervall Act, der nun immer experimenteller wird. Ich frage mich, wie viel Aspirin ich nehmen darf, bevor ich Gesundheitsschäden riskiere…

Wir warten auf die Entscheidung. Welches ist das 35. Lied dieser ESC-Saison? Nach dieser dreistündigen grellbunten Gehirnwäsche würde ich nun auch die Ralph Siegel Nummer mit Freuden begrüßen… der Intervall Act zieht sich ENDLOS und stellt eine ganz besondere Marter dar… noch 15 Minuten, dann sollte die Show zu Ende sein, Hoffen wir es.

Ein stimmungsvolles Video der aserbaidschanischen Tourismusbehörde folgt und nun sind wir bereit – falls wir nicht längst ins Koma gefallen oder aus dem Fenster gesprungen sind – für die Ergebnisse.

Die Damen haben sich umgezogen und kündigen nun Helvetia an – Sinplus, die Schweizer Vertreter mit „Unbreakable“ dürfen sich den Moldawiern präsentieren –  gut sehen sie aus… und das Lied ist nach den zurückliegenden Zumutungen geradezu Labsal für die Gehörgänge. Die Tessiner Jungs haben offenbar auch ihr Englisch etwas verbessert. Obs fürs Finale reicht, ist noch nicht klar, aber Moldawien sollte man auf jeden Fall hinter sich lassen können…

Das Ergebnis. Zuerst das Televoting: nein, zuerst nochmal Werbung. Argh…

Jetzt aber das Ergebnis. Zuerst das Televoting, hier hat Christina bei der Einblendung der Zwischentabelle geführt. Pasha war Zweiter, die Siegelcombo Dritter. Hat sich daran was geändert? Aufregung im Greenroom…

Christina Croitoru gewinnt das Televoting mit 23 Prozent, Pasha Parfeny Zweiter mit 20 Prozent, die Siegel Truppe abgeschlagen Dritter. Adrian Ursu 4., Transbalcanica 5. Und Dara auf Rang 6. Die Punkte werden nun in 12-10-8 etc. umgerechnet.

Und jetzt müssen die Jurypunkte hinzugezählt werden.

Aber erst fragt Anatol noch die ersten drei nach ihren Gefühlen… und jetzt kommt die Jury und wirft vermutlich wieder alles um, wer weiß… der Viertplatzierte Alexandru darf auch noch was sagen…

Die Jurypunkte werden von einer Notarin überbracht… aber Frau Donna Janatschevski scheint gerade nicht auffindbar… ein Notarnotfall außerhalb von Chisinau? Müssen wir noch ein Stündchen warten?

Vielleicht kann der Intervall Act nochmal singen? Anatol überbrückt mit weiteren Interviews, jetzt mit den auf Rang 5 liegenden Transbalcanica…

Jetzt ist die Notarin da und hat einen Umschlag dabei… los geht’s:

Eine unleserliche Tabelle wird eingeblendet.

Der Sieger ist: PASHA PARFENY. Er hat Christina durch die Jury-Höchstwertung (12) überolt, denn sie hat nur 4 von der Jury erhalten. Der moldawische Titel für Baku heißt also LAUTAR („Laute“) und ist ein mit Slapstick-Elementen hektisch vollgestopfter Charleston.

Moldawien 2012: Sasha Parfeny – Lautar

Tja, da hätte es bessere Möglichkeiten gegeben. Wir sind hauptsächlich erleichtert, dass diese Vorentscheidung nun endlich vorbei ist und werden baldmöglichst die Videoclips nachreichen. Einige werden sicher auch in unserer Liste der schauderhaftesten Vorentscheidungssongs dieser Saison landen.

Wir – das heiß OLiver (allein auf weiter Flur) sagt Danke fürs Lesen, Diskutieren und Ausharren. Nächster Liveblog ist die griechische Vorentscheidung aus einem Athener Einkaufszentrum am Montag abend. Bis demnächst.