Melodifestivalen 2012 (3): Das erwartet uns

PRINZ-Blog-Liebling Molly Sandén – bekanntlich die Ex von Eric „Kopfnässer“ Saade – hat am Samstag ihren großen Auftritt: Sie kämpft in der dritten Melodifestivalen-Vorrunde in Leksand (in Mittelschwedens Region Dalarna)  gegen sieben weitere Kandidaten um den begehrten Direkteinzug ins Stockholmer Finale.

Ihre Rivalen sind unter anderem Love Generation und E.M.D.-Schnuckel Mattias Andréasson. Und wer noch? Wir stellen alle acht Kandidaten vor.

Das „Veteranen-Sterben“ ging am vergangenen Samstag weiter. Nach Afro-Dite und The Moniker in Runde 1 erwischte es in Runde 2 auch Sonja Aldén, und Andreas Lundstedt hatte ohne Alcazar erneut kein Glück. Setzt sich dieser Trend fort, müssen wir am kommenden Wochenende um Andreas Johnson und Molly Sandén bangen. Die zählen nämlich zum Kandidaten-Kreis in der 3. Vorrunde am Sonnabend. Doch der Reihe nach…

1. Der Wettbewerb in Runde 3 wird eröffnet von der Boyband Youngblood. Sie ist das neueste Projekt von Komponist Fredrik Kempe, der hinter Melodifestivalen-Erfolgen wie „Hero“ von Charlotte Perrelli und „La voix“ von Malena Ernman steckt. Und natürlich hinter den Eric-Saade-Hits „Manboy“ und „Popular“. Youngblood sind fünf zusammengecastete 18- und 19-jährige ansehnliche Jungs. Ende 2011 kam ihre erste, wirklich hörenswerte Single „Blame It On You“ auf den Markt.


Youngblood: Blame It On You

Der Mello-Beitrag heißt wie die Band und soll ein Lied im klassischen Kempe-Stil sein, also ein Gute-Laune-Uptempo-Kracher à la „Cara mia“ oder „Popular“: „Ich liebe es, diese Art von Liedern zu schreiben, mit Charme, jugendlicher Energie und Popattitüde“, sagt Kempe. Sein Co-Autor bei „Youngblood“ heißt David Kreuger, ein bislang unbeschriebenes Blatt in Sachen Melodifestivalen. So wie vorige Woche für Ulrik Munther, werden die schwedischen Teenie-Mädels sicher für die Boys anrufen.

2. Nun ist der Webbjoker an der Reihe. Im Herbst fand auf svt.se wieder die Abstimmung über eine Reihe von Songs statt, die Musikamateure eingereicht hatten. Siegerin des kleinen Webb-Melodifestivalen wurde Maria BenHajji, die ihre Ballade „I mina drömmar“ (In meinen Träumen) selbst vorträgt. SVT hatte sich ja ursprünglich vorbehalten, dass der Webbjoker-Gewinnersong beim MF evtl. auch von einem anderen Künstler auf der Bühne gesungen wird. Aber man hat sich doch entschieden, an Maria festzuhalten.

Vielleicht auch, weil Maria BenHajji schon Mello-Bühnenerfahrung hat: 2006 war sie im Background-Chor bei Laila Adèle („Don’t Try To Stop Me“).

Auch sonst hat die 34-Jährige schon bei manchen Künstlern im Hintergrund gesungen, z.B. bei ihrer Mello-Rivalin Sonja Aldén. Und bei der SVT-Sommer-Openair-Show Allsång på Skansen war sie 2011 auch im Chor. Maria ist aber eigentlich Gesangslehrerin.

Das Lied stammt von Nanna Sveinsdóttir und Thomas Cars, die beide MF-Neulinge sind. Die Ballade ist ja bereits bekannt vom Webbjoker-Wettbewerb – nett anzuhören, aber nachdem vergangene Woche „I din himmel“ von Sonja Aldén so baden ging, ist auch für „I mina drömmar“ nichts Gutes zu befürchten.

3. 2009 nahm die Band E.M.D. am Melodifestivalen teil („Baby Goodbye“). Drei Jahre später sind gleich zwei der drei Bandmitglieder solo im Rennen: Danny Saucedo (das D in E.M.D.) kommt in der 4. Vorrunde nächste Woche, und diese Woche ist bereits M. alias Mattias Andréasson an der Reihe.


E.M.D.: Jennie Let Me Love You (live beim Sopot Festival 2009 in Polen)

Mattias hat seinen Titel für das Mello 2012, „Förlåt mig“ (Verzeih mir), selbst geschrieben und produziert. Der schmucke 30-Jährige beschreibt sein Lied als frischen schwedischen Pop mit amerikanischen Einflüssen. „Mein Song ist, wie Mattias Andréasson 2012 klingt.“ Zwischen dem Mello 2009 und 2012 hat er außerdem in Schweden „Let’s Dance“ gewonnen. Ob er jetzt als Solo-Sänger auch so erfolgreich ist, wird der Samstag zeigen. Die jungen Mädels wählen sich vermutlich schon für Youngblood die Finger wund, daher darf man gespannt sein, ob noch Anrufe für Mattias übrig sind.

4. Nach einer Boygroup darf auch eine Girlgroup nicht fehlen: Love Generation kennen wir schon vom vergangenen Jahr. Da hatten im Vorfeld des Melodifestivalen eigentlich alle fest damit gerechnet, dass die vier Mädels auf jeden Fall mit um den Sieg kämpfen würden.  Schließlich kam ihr Lied „Dance Alone“ aus der Erfolgshitschmiede von RedOne, der für Lady Gaga Hits wie „Pokerface“ und „Bad Romance“ produziert hatte. Das musste doch ein Erfolg werden. Stattdessen war aber für Love Generation in der „Andra chansen“ Schluss.


Love Generation: Dance Alone

Jetzt kommt also der zweite Anlauf – als Trio, denn Bandmitglied Mikaela Urbom ist ausgestiegen. Zugleich ist das die Revanche für RedOne: Von ihm stammt auch dieses Jahr der Beitrag, er heißt „Just A Little Bit“. „Das Lied war nicht fürs Melodifestivalen gedacht, aber als wir es hörten, mochten wir es sehr“, erzählt Sängerin Charly Q. Der Song soll eine „Popexplosion“ sein, mit mächtig Power und guter Laune. Na dann… entertain us again, girls!

5. Die 29-jährige Jazzsängerin Carolina Wallin Pérez zählt zu denen, die zunächst im Internet Bekanntheit erlangten – bei ihr war es die Site MySpace, über die sie entdeckt wurde. 2009 erschien ihre erste CD mit Coversongs der schwedischen Band Kent.


Carolina Wallin Pérez: Utan dina andetag (Live bei „Nyhetsmorgon“)

Melodifestivalen-Chef Christer Björkman selbst rief Carolina eines Tages an, um sie zu fragen, ob sie nicht am Wettbewerb teilnehmen wolle. So entstand letztlich „Sanningen“ (Die Wahrheit), laut Carolina ein Bombastsong mit poppigem Einschlag, allerdings mit einem leicht düsteren Tonfall im Text. Noch bleibt man vage: Es geht wohl um Entscheidungen, die man im Leben trifft, und die Konsequenzen, die daraus folgen.

Geschrieben wurde „Sanningen“ von Carolina selbst sowie Mello-Neuling Martin Bjelke und Michael Clauss (Mitautor bei Magnus Carlssons „Live Forever“, „Mama Take Me Home“ von Rednex und Frondas „Ingen mår så bra som jag“). Ende April soll Carolinas neue CD erscheinen. Ihr Abschneiden im Mello ist schwer abzuschätzen: ein Flop wie die Abalone Dots in der 1. Vorrunde, oder eher ein kleiner Erfolg wie Pernilla Andersson im MF 2011, die immerhin in die „Andra chansen“ kam?

6. Andreas Johnson zählt zu den alten Mello-Hasen. Bei jeder seiner bisherigen drei Solo (!)-Teilnahmen war er im Finale, nur ausgerechnet im Duett mit Schlagerkönigin Carola war in der Trostrunde „Andra chansen“ Schluss. Ansonsten kann sich die Historie aber sehen lassen: 2. Platz mit „A Little Bit Of Love“ 2007, 3. Platz mit „Sing For Me“ 2006 und 6. Platz mit „We Can Work It Out“ 2010.


Andreas Johnson: Sing For Me

Zwei Jahre später ist er wieder hier. Und nach seiner kurzzeitigen Zusammenarbeit mit Bobby Ljunggren und Marcus Ubeda, die „We Can Work It Out“ geschrieben hatten, kehrt Andreas Johnson zu Liedautor Peter Kvint zurück, dem er die großen MF-Hits 2006 und 2007 zu verdanken hatte. Insofern kann man bei „Lovelight“ wieder ein Lied im ähnlichen Stil (und mit ähnlichem Erfolg) erwarten.

„Ich bin wieder da, wo ich angefangen habe“, sagt auch Andreas Johnson, „mit einer kompletten Band und einem Lied, das in eine große Arena passt.“ Sein Lied für 2012 soll ein Glam-Pop-Song mit einem Hauch von Gospel sein. Allerdings war „Lovelight“ eine ziemlich späte Geburt: Noch wenige Stunden vor dem Ende der Frist, in der man bei SVT Lieder für den Wettbewerb anmelden konnte, hatte Andreas gar keinen Gedanken daran verschwendet, überhaupt mitzumachen. Am Abend des letzten Tags der Einreichfrist hörte Andreas zusammen mit seiner Tochter das Demoband von „Lovelight“ – und das Töchterlein meinte: „Papa, damit kannst du doch das Melodifestivalen gewinnen“. Ein paar Anrufe später waren Johnson und das Lied bei SVT eingereicht…

7. Die Fans von Molly Sandén – zu denen bekanntlich auch wir PRINZ-Blogger zählen – müssen am Samstag bis Startnummer 7 warten, bis ihr Idol auf die Mello-Bühne darf. Dann wird’s romantisch: Nach „Så vill stjärnorna“ (2009) singt die süße 19-Jährige auch dieses Jahr wieder eine Ballade.

„Why Am I Crying“ ist ein gefühlvolles Lied, das Molly zusammen mit Aleena Gibson (Mitautorin u.a. bei „Empty Room“ von Sanna Nielsen und selbst zwei Mal auf der Mello-Bühne) geschrieben hat. Auch Mollys letztjähriger Song „Spread A Little Light“ stammt von Aleena Gibson.


Molly Sandén: Spread A Little Light

„Der Text kommt vom Herzen und beruht auf eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen, und er bedeutet mir wirklich viel“, sagt Molly über „Why Am I Crying“. Hat sie da etwa die Trennung von Eric Saade verarbeitet? Molly selbst findet übrigens, dass „Why Am I Crying“ sich ziemlich von „Så vill stjärnorna“ unterscheidet. Bilden wir uns am Samstag unser eigenes Urteil.

8. Zum Schluss der Runde dürfen Björn Ranelid feat. Sara Li ran. Die Kombination „älterer Mann mit jüngerer Frau“ hatten wir auch schon beim Melodifestivalen – man erinnere sich nur an Svante Thuresson und Anne-Lie Rydé, die gemeinsam 2007 die angejazzte Nummer „Första gången“ sangen. Bei unseren jetzigen Kandidaten beträgt der Altersunterschied fast 40 Jahre: Sara ist 23, Björn geht auf die 63 zu.

Ranelid ist in Schweden vor allem als – umstrittener, aber auch mehrfach preisgekrönter – Autor bekannt. Seit 1989 sind mehr als 20 Romane erschienen, dazu zahllose Essays und Artikel in Magazinen, Zeitungen und Zeitschriften. Außerdem tritt er häufig mit Vorlesungen und Vorträgen auf. Auch gegenüber der TV-Unterhaltung hat Ranelid keine Berührungsängste: Bei „Let’s Dance“ und der TV-Show „Stjärnorna på slottet“ (Promis wohnen mehrere Tage auf einem Schloss) war er auch schon dabei.

Sara Li war früher Mitglied der Girlgroup Caracola, die 2008 am Melodifestivalen teilnahmen („Smiling In Love“) – damals war Sara aber noch nicht mit dabei. Jetzt singt sie gemeinsam mit Björn Ranelid das Lied „Mirakel“ (Wunder). Der Text stammt von Ranelid selbst, die Musik hat Fredrik Andersson geschrieben. Wir dürfen ein tanzbares Lied mit positiver Ausstrahlung und poetischem Text erwarten. „Man kann die Melodie nicht vergessen, man kann den Text nicht vergessen“, sagt Björn Ranelid. Schau’n mer mal.