Merkwürdiges aus Montenegro

Zunächst die gute Nachricht: Montenegro ist 2012 wieder beim Eurovision Song Contest dabei! Nach einjähriger Pause meldet sich das kleine ex-jugoslawische Land wieder zurück, was am Ende zu einer neuen Rekordteilnehmerzahl führen könnte. Der neue Chef des montenegrinischen Fernsehens RTCG war der Auffassung, dass es ja wohl nicht sein könne, dass man beim größten Musikevent der Welt fehlt – für sowas müsse immer Geld vorhanden sein, egal, wo man am Ende landet!

Für diese Meinung gilt dem guten Mann erst einmal unser Respekt – das ist wahrer Eurovisions-Geist!

Dafür darf man dann aber umso mehr mit der Stirn runzeln über den montenegrinischen Direktkandidaten für Baku. Rambo Amadeus nennt sich der 48-jährige Antonije Pušić und der ist offenbar in den ehemaligen jugoslawischen Nationen seit den 80-er Jahren ein ziemlich bekanntes Gesamtkunstwerk. Der studierte Mathematiker fiel in den ersten Jahren seines Wirkens insbesondere durch satirische und ironische Texte auf, die er mit – sagen wir mal „ungewöhnlichen“ Musikstilen mixte. Ein bisschen Jazz, ein bisschen Rock, ein bisschen Folklore oder Reggae- das alles schön in den Mixer geworfen, ergibt einen ganz eigenen Stil, der zwar ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, aber offenbar in Rambos Heimat auch recht erfolgreich zu sein scheint.

Ob sich die europäischen Zuschauer von dieser doch eher lokal geprägten Färbung von Musik und Text anstecken lassen, muss doch eher bezweifelt werden, auch, wenn wir den Song für Baku noch gar nicht kennen. Bei mir tut sich jedenfalls erst einmal gar nichts, wenn ich mir die folgenden Stücke zu Gemüte führe:

Rambo Amadeus – Balkan Boy (1989)

Rambo Amadeus – Urbano, samo urbano (2008)

Rambo Amadeus – Cobane, vrati se

Eines schrecklicher als das andere, oder? Man kann nur hoffen, dass der gute Mann bei der Eurovisionskomposition etwas internationaler denkt, sonst wäre es wirklich furchtbar Schade um die Sendeminuten und um unsere wertevollen drei Minuten Lebenszeit…….

Dann schon lieber gar nicht mitmachen – als mit so etwas!