Michael im PRINZ-Blog-Interview: „Eine Top10-Platzierung in Lissabon wäre toll!“

Er ist unsere Hoffnung für Lissabon. Bei seinem Auftritt bei „Eurovision in Concert“ in Amsterdam konnte er überzeugen und brachte die Fans zum Mitsingen. Beim Pressetermin am Nachmittag von „Eurovision in Concert“ bekamen auch wir die Chance, Michael Schulte vor das Mikrofon zu bekommen.

PRINZ-Blog: Nun sind schon fast zwei Monate vergangen, seitdem Du die deutsche Vorentscheidung gewonnen hast. Wie waren die letzten Wochen?

Michael Schulte: Unglaublich aufregend. Es ist die Zeit meines Lebens und ich genieße sie! In den letzten Wochen war ich sehr viel unterwegs und habe jede Menge tolle Menschen kennengelernt.

Du bist ja kein kompletter Neuling. Hat Dir deine Teilnahme bei „The Voice“ geholfen, mit dem Medienrummel jetzt zurecht zu kommen?

Mit Sicherheit. Wobei man sagen muss, dass der ESC schon ein anderes Level ist. Damals war ja auch nicht der Fokus auf mich, sondern eher auf die Siegerin Ivy. Aber die Erfahrung von „The Voice“ hat mir auf jeden Fall geholfen, selbstsicherer zu werden und ich bin froh, sie gemacht zu haben.

Wusstest Du denn was Dich bem ESC erwartet?

Ja, ich verfolge den ESC schon seit Jahren. Mein Bruder Marc ist ein großer ESC-Fan und fährt jedes Jahr hin. Wir haben sehr guten Kontakt und immer wenn ich in Berlin bin, treffe ich ihn und wir reden auch sehr viel über seine Reisen und Erfahrungen beim Contest. Dadurch kenne ich die ESC-Welt schon recht gut und freue mich jetzt auch ein Teil von ihr zu sein.

Habt ihr euch denn auch darüber unterhalten, warum Deutschland in den letzten Jahren nicht so gut abgeschnitten hat?

Ja, natürlich ist man darüber enttäuscht und spricht dann darüber. Ich denke beim ESC muss man auffallen. Die Songs der letzten Jahre waren nicht schlecht, aber haben die Zuschauer nicht zum Anrufen bewegt. Entweder muss der Song dadurch auffallen, dass er total „crazy“ oder „emotional“ ist. Salvador Sobral hat es im letzten Jahr geschafft mit der zweiten Route zu gewinnen und ich hoffe, dass die Emotionen auch bei meinem Song beim Publikum ankommen werden.

Dein Song handelt von Deinem verstorbenen Vater. Was hat Dich bewegt, darüber zu schreiben?

Mittlerweile sind 13 Jahre vergangen, und ich fühle mich bereit darüber auch in der Öffentlichkeit zu reden. Eltern noch am Leben zu haben, ist etwas sehr Schönes. Ich hoffe, mein Song bewegt auch einige dazu, mehr Zeit mit seinen Eltern zu verbringen und sie häufiger anzurufen. Denn man weiß nie, wie lange sie noch da sind.

Kannst Du denn schon was über die Bühnenperformance in Lissabon sagen? Du hast ja schon einen Videoaufruf gestartet. Was ist zu erwarten?

Wie bei der deutschen Vorentscheidung werde ich alleine ohne Gitarre singen. Den Laptop im Hintergrund werden wir nicht mehr dabeihaben. Eigentlich sollte es ja auch gar keinen Laptop darstellen, sondern ein Fotobuch. Stattdessen haben wir uns was Schönes für Lissabon einfallen lassen. Der Auftritt wird noch emotionaler sein. Mehr darf ich aber noch nicht verraten.

Du warst letzte Woche beim ESC-Preevent in London. Wie hat es Dir gefallen?

Es war toll. Die Location war sehr schön und die Fans haben mich mit großer Begeisterung aufgenommen. Besonders schön war es auch Levina zu treffen, die ja in London lebt und zum gemeinsamen Essen vorbeikam.

Hat sie Dir denn irgendwelche Tipps gegeben?

Sie hat gesagt, dass ich die Zeit genießen soll egal wie es ausgeht. Levina ist eine tolle Künstlerin und es ist sehr schade, dass sie beim ESC nicht besonders gut abgeschnitten hat. Das ist aber beim ESC nie so richtig vorhersehbar. Man kann alles richtig machen und trotzdem hinten landen.

Und was ist Dein Ziel für Lissabon?

Eine Top 10 Platzierung in Lissabon wäre schon toll. Das würde auch dem ESC in Deutschland mal wieder gut tun. Ich werde mein Bestes geben und schauen, was dabei am Schluss rauskommt. Es sind in diesem Jahr so viele tolle Lieder dabei, dass es mit Sicherheit nicht einfach werden wird.

Letzte Woche London, diese Woche Amsterdam, nächste Woche Madrid. Wie kam es zu der Auswahl der ESC-Preevents?

Diese drei Events haben am besten in meinen Terminkalender gepasst. Sehr gerne wäre ich auch letzte Woche bei „Israel Calling“ dabeigewesen, aber man kann leider nicht überall sein. Ich habe auch viele Termine noch in Deutschland vor dem ESC.

Was steht denn in den nächsten Tagen noch bei Dir an?

Ich habe noch mehrere Radiosender zu besuchen und einige  TV-Auftritte u.a bei „Volle Kanne“ und „DAS“. Jeder Tag ist komplett durchgetaktet. Der einzige Tag, an dem ich mir eine Verschnaufpause gönnen möchte, ist mein Geburtstag am 30. April.

Die hast Du Dir dann auch wahrlich verdient! Vielen Dank für das tolle Interview! Wir freuen uns schon, Dich in Lissabon wiederzusehen und drücken ganz fest die Daumen!

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*In dieser Fotoreportage beschreibt Michael auch sein persönliches EiC Highlight:

„Mein schönstes Behind The Scenes Erlebnis war ein Gespräch mit Saara Aalto. Vor unseren Soundchecks saßen wir zu zweit alleine Backstage. Die meisten anderen hatten schon gesoundchecked und waren auf dem Rückweg ins Hotel. Wir haben dann u.a. über unsere musikalischen Vergangenheiten gesprochen und festgestellt, dass sich unsere Geschichten durchaus hier und da ähneln. Wir sind beide Musiker, die viel selbst machen und Sachen in die eigene Hand nehmen, auch geschuldet dessen, dass wir beide lange lange Zeit von den großen Major Labels abgelehnt wurden und deshalb unser eigenes Ding mit kleineren Labels oder eigenem Label gemacht haben. Beide auch mit Zwischenhalt bei The Voice und beide mit einem wahnsinnig großen Drang, endlich erhört zu werden. Zudem beide große ESC Fans. Es war schön sich mit jemandem auszutauschen, dem es durchaus hier und da ähnlich erging wie mir!“