Nina Badrić singt „Nebo“ für Kroatien

Das nenne ich mal Unterhaltung auf den Punkt! Bereits im Januar wurde bekannt gegeben, dass die auf dem Balkan sehr bekannte Nina Badrić für Kroatien in Baku an den Start gehen wird. Heute Abend hat sie nun zum Abschluss einer sehr kurzweiligen Show ihren Song „Nebo“ (Himmel) dem Publikum vorgstellt.

Das Unglaubliche in dieser Sendung: Es wurde so gut wie kein Wort gesprochen: eine ganze Stunde nur Gesang und Tanz – von Nina, ca. 50 Tänzern und einigen Gaststars aus den benachbarten Ländern.

Nina präsentierte offenbar einen Querschnitt ihrer größten Hits, und man kann mit Fug und Recht sagen, dass sie eine absolute „Rampensau“ ist! Was die heute Abend für einen Spaß hatte und wie sie gute Laune verbreitet hat, ist schon bemerkenswert.

Den Anfang der Gäste machte Emilia Kokić, die Sängerin der Band Riva, die vor jetzt auch schon 23 Jahren den Eurovision Song Contest für Jugoslawien gewonnen haben – kurz vor dem Zusammenbruch des Landes. Ihr damaliger Siegersong „Rock me“ gilt bei Eurovisionsfans ja eigentlich als einer der „meistgehassten“ Sieger aller Zeiten. Aber offenbar ist er in den ex-jugoslawischen Staaten nach wie vor ein Gassenhauer. Emilia und Nina machten dann aus dem doch eher mediocren Song ein mehrminütiges Happening zwischen intimer Jazzballade und Massenszene mit den Tänzern. Toll!

Als nächster war Hari Mata Hari dran, der Vertreter Bosnien-Herzegowinas beim ESC 2006 in Athen (3. Platz).

Zusammen sangen die beiden „Lejla“, diesmal allerdings in dem bekannten Arrangement – übrigens wie alles heute Abend von einem Live-Orchester begleitet, das ungefähr 10 Mal so groß war wie die Heavytones und deshalb auch besser klang……

Zwischendurch musste Nina auch mal das Tanzbein schwingen – hat sie schon bei „Let´s dance“ mitgemacht oder bewirbt sie sich damit? Und gibt es das bei den Kroaten überhaupt?

Gästetechnisch blieb man jetzt in Bosnien, denn es kam Maya Sar, eine direkte Konkurrentin für Nina in Baku, auf die Bühne. Sie begleitete Nina am Piano – offenbar bei einem ihrer größten Hits.

Ihren eigenen Song für Baku konnte Maya ja noch nicht präsentieren, da dieser erst im März veröffentlicht werden soll.

Ohne Pause ging es weiter mit Kaliopi aus Mazedonien, die ebenfalls im Mai gegen Nina antreten wird. Die beiden steigerten sich gegenseitig ein fürchterlich dramatisches Werk hinein, an dessen Ende es auf der Bühne zu schneien begann…..

Eigentlich sollte auch Rambo Amadeus aus Montenegro mit von der Partie sein. Nina bekam dann auf der Bühne ein Telefon gereicht, um die Absage persönlich entgegen zu nehmen. Na, was soll´s, dachte sie sich – und sang den Rambo-Hit dann eben allein! Hier ein Ausschnitt davon aus den Proben:

Mit „I’m so excited“ verabschiedete sich Nina dann in die Umkleidekabine und übergab derweil an: Nina! Eine andere Nina selbstverständlich, und zwar die serbische Nina, durch deren Auftritt im vergangenen Jahr in Düsseldorf ich eine ganze Nacht nicht schlafen konnte, weil ich optische Halluzinationen in Form bunter Wurmlöcher hatte…. Frisch „entblondet“ und gut gelockt rockte sie noch einmal die Bühne mit „Caroban“.

Und dann war es soweit: Neben ihr auf einem Tisch die Dora-Trophäe in einem weißen Traumkleid mit großem Tuch und der Windmaschine auf Carola-Stärke 7 präsentierte sie uns ihren Song für Baku: „Nebo“. Leider nur Playback, glaube ich – wahrscheinlich hatte sie für diesen schwierig zu singenden Song schon vorher ihr Pulver verschossen……

Der Song wurde nicht extra für den Contest produziert, sondern befindet sich bereits auf Ninas letzten, im November veröffentlichten Album. Persönlich glaube ich, dass diese irgendwie typische Balkan-Power-Ballade etwas zu schwergängig ist für ein Televoting. Aber da ja Gesamt-Ex-Jugoslawien das Glück hatte, in ein Semifinale gelost zu werden, dürften die Chancen auf einen Finaleinzug gar nicht mal so schlecht stehen.

Neben dem Song, der hoffentlich noch hängenbleibt, bleibt mir von heute jedenfalls in Erinnerung, dass für Kroatien in diesem Jahr ein echter Profi mit großer Ausstrahlung am Werk ist. Und das soll ja über einen vielleicht nicht ganz so starken Song auch schon manches mal hinweggeholfen haben! Sretno Nina!

Und hier ist nun der „himmlische“ Song:

Nina Badrić – Nebo (Kroatien 2012)

Anm.: Die 3-Minuten-Live-Version wurde leider von der Plattenfirma entfernt.