OGAE Song Contest 2014: Buntes musikalisches Allerlei

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Das Logo des diesjährigen OGAE Song Contest bleibt visuell deutlich hinter dem zurück, was musikalisch geboten wird: Vom wunderbarsten Großraumdisco-Trash (Portugal), über klassische Bühneballaden (Montenegro) bis hin zu aktuellen Sounds in Landessprache (Finnland) ist alles dabei. Gleich sieben ehemalige ESC-Kandidaten wurden von den nationalen Fanclubs ins Rennen geschickt, darunter auch der ESC-Sieger Johnny Logan. Dazu kommen nationale Stars und Sternchen sowie mit Stromae und Ellie Goulding zwei populäre internationale Musikgrößen.

Der spanische Fanclub, der nach dem Sieg mit Pastora SolersTe despertaré“ im Vorjahr, den diesjährigen Wettbewerb ausrichtet, hat nunmehr alle Nominierungen vorgestellt. Insgesamt nehmen 26 Beiträge am OGAE Song Contest 2014 teil. Obwohl Pastora mit „Espérame“ erneut mit einer sehr schönen Bühnenballade antritt, ist ein Sieg alles andere als ausgemacht. Denn es gibt auch ein Wiedersehen mit anderen ehemaligen ESC-Teilnehmern und ein paar wirklich hörenswerte Perlen von bislang international unbekannten Sängern.

Beginnen wir mit den den Ersteren: Irland hat mit Johnny Logan den einzigen ESC-Doppelsieger nominiert, der mit einer durchaus zeitgemäßen Pop-Rock-Nummer sein Glück versucht. Željko Joksimović zeigt mit „Ludak kao ja“ für Serbien, dass er nicht nur Balkan-Balladen, sondern auch Großraumdisko kann (eine vordere Platzierung beim ESC dürfte damit aber ausgeschlossen sein). Die anderen Ex-ESCler: Beth (Spanien 2003, jetzt für Andorra), Elena Risteska (Mazedonien 2006), Emmy (Armenien 2011) und Harel Skaat (Israel 2010).

Wohlmeinende würden auch Colé van Dais den Ex-ESClern  zuordnen. Das ist aber lediglich ihren unzähligen Auftritten im EuroClub in Kopenhagen geschuldet, bei denen sie zumeist ESC-Song auf Afrikaans vortrug. Beim OGAE Song Contest ist sie von Südafrika nominiert für Rest of World mit dem – auch wenn es herzlos klingt – belanglosen „Heartless“ dabei.

Großbritannien kann hingegen einmal mehr mit einem richtigen Star und einem internationalen Hit ins Rennen gehen. Nach Olly Murs‘Dear Darlin‚“ im Vorjahr darf diesmal Ellie Golding mit „Burn“ ran. Stromae aus Belgien sind als Act sicher noch bekannter, ihr Beitrag „Ta fête“ hat jedoch noch reichlich Luft nach oben.

Freunde von mediterranen Bumm-Bumm-Sommerhits dürften sich über die Beiträge Portugals (Katie Averio mit „Boom Ser Parar„) und Griechenlands (Despina Vandi mit „Ola Allazoun„) freuen. Dabei schießt Katie Averio aber in Sachen Trashigkeit eindeutig den Vogel ab. Grandios! Der Kommentar eines Users unter dem Video auf Youtube trifft’s ganz gut: „This is horrible in so many ways.“

Katie Averio – Boom Ser Parar (Portugal)

Neben diversen, gut gesungenen Balladen und typischer Eurovisions-Ware (langsamer Start, Beschleunigung zum ersten Refrain, Tonartwechsel) gibt es aber auch noch ein paar Perlen zu finden. Ganz vorn mit dabei ist für den Autor dabei Janna aus Finnland mit „Sä et ole hullu“ (hier mit Video zu sehen). Auch Ayşe Hatun Önal fällt mit „Çak Bir Selam“ positiv aus dem Rahmen (hier mit Video zu sehen).

Ein Reinhören in die Beiträge lohnt sich in jedem Fall. Der spanische Fanclub hat eine Übersicht mit allen Beiträgen erstellt und die Lieder verlinkt. Leider macht dabei wieder einmal die GEMA ein Strich durch die Rechnung, so dass einzelne Songs separat recherchiert werden müssen.

Wer sich durch alle Beiträge durchhört, stößt ganz zum Schluss auf Deutschland. Wie der ESC Prinz Blog bereits berichtete, geht für uns Helene Fischer ÄLBLOF mit „Atemlos durch die Nacht“ an den Start. Unser Leser jAzZBluE kommentierte letztes Jahr unter dem Beitrag zum Ergebnis des OGAE Song Contest 2013: „Es ist doch wohl ein Witz zu glauben, eine Helene Fischer hätte mit einem ihrer nichtssagenden Tralala-Liedchen besser abgeschnitten.“ Das bezog sich auf den viertletzten Platz, den Deutschland im letzten Jahr beim OGAE Song Contest erreichte. Der Autor geht jede Wette ein, dass Deutschland in diesem Jahr besser abschneidet.

Als kleine Zugabe hier noch der weißrussische Beitrag, der (auch) durch ein hübsches Video überzeugt:

Natalia Podolskaya (feat. DJ Smash) – Novy mir