Preisverdächtig scheußlich: Eye Cue gewinnen Barbara Dex Award 2018

Die Abstimmung ist vorbei, der Sieger gefunden – und der Balkan offenbar auf besonders miese Outfits festgelegt: Zum dritten Mal in Folge geht die Fan-Auszeichnung für den am schlechtesten gekleideten ESC-Teilnehmer in eine ex-jugoslawische Republik.

2016 gewann die Kroatin Nina Kraljić („Lighthouse“) den Barbara Dex Award für ihr – sagen wir mal – höchst ungewöhnliches Outfit: Erst sah sie auf der Bühne in Stockholm aus wie ein singender Baum, dann wie ein gerupftes Huhn mit links und rechts an den Armen herabhängenden Solarpaneelen. Voriges Jahr dann hatte der Montenegriner Slavko Kalezić („Space“) die zweifelhafte Ehre, den Preis zugesprochen zu bekommen (der natürlich niemals physisch vergeben wird). An seinen bemerkenswerten Zopf-Hair-Extensions wird es nicht gelegen haben, aber sein durchsichtiges, hautenges Top und vor allem der blaue Rock, den er während der Performance ablegte und dann darunter seine Glitzerleggins zeigte, dürften ihm den Award eingebracht haben.

ESC 2016 Kroatien Nina Kraljic 2.ProbeESC 2016 Kroatien Nina Kraljic 2.Probeesc 2017 2.probe montenegro-4879esc 2017 2.probe montenegro-4911

Und wer hatte 2018 den schlimmsten Mode-Fehlgriff? Es war erneut ein Vertreter eines Ex-Jugoslawien-Landes: Eye Cue aus Mazedonien. Das ist nun wirklich Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet ein Duo, das das Auge im Namen hat, für die unmöglichste Bühnengarderobe ausgezeichnet wird.

Hier fiel insbesondere die 20-jährige Marija Ivanovska negativ ins „Eye“: Ihr Outfit, mit dem sie ins Lied „Lost and Found“ startete, war ja noch halbwegs annehmbar – ein pinkfarbenes Cape, untenrum womöglich einen Tick zu kurz über den Hotpants, dafür hochgeschlossen, aber (wohl für eine bessere Luftzufuhr zu den Achselhöhlen) mit merkwürdigen Löchern unter den Schultern. Offenbar angenäht: eine Art silberfarbener Shawl. Mitten in der Performance von „Lost and Found“ zog sie aber ihr Oberteil aus und offenbarte darunter ein scheußliches hautenges Glitzer-Top in Grau-Pink, das ihre Brüste auch noch extrem unvorteilhaft betonte (Co-Blogger Jan nannte das ganze „Strickpulli mit optischer Brustverlängerung“). Man konnte gar nicht wegsehen bei diesem offensichtlichen Modeunfall. Schliiiiimm! Auch das Hemd von Marijas Bandkollege Bojan Trajkovski ist kaum besser. Das Muster erinnert an den Boden der Common-Linnets-Performance 2014, nur invertiert…

 

Wohl zu Recht gewann das Duo aus Mazedonien bei der Abstimmung auf songfestival.be den Barbara Dex Award. Auf Rang 2 landete Jessica Mauboy aus Australien für ihren bunten und merkwürdig nicht-designten Wickel-Fummel, auf Platz 3 kam Gardinen-Trägerin Sennek aus Belgien. Ein weiterer Balkan-Vertreter, Vanja Radovanović in einem offenbar nicht ganz fertig genähten Glitzer-Anzug, sowie ESC-Siegerin Netta kompletieren die Top5.

Australien Jessica Mauboy 2018

Sennek Belgien 2018 1Montenegro Vanja Radovanovic 2018Israel Netta 2018 3

Es ist das zweite Mal, das der Barbara Dex Award an Künstler aus Mazedonien geht: 2005 kürten die Fans Martin Vučić für seine unpassende rosa Jacke.

ESC 2005 Martin Vucic

Der mit einem Augenzwinkern verliehene Preis, benannt nach der äußerst unvorteilhaft gekleideten belgischen ESC-Teilnehmerin Barbara Dex (1993), wird seit 1997 per Voting vergeben. 1998 erhielt ihn Guildo Horn als bislang einziger deutscher Act. Ohnehin ging der Award bisher deutlich seltener an Männer als an Frauen.

Hier noch ein paar „prämierte“ Outfits vergangener Jahre:

Trijntje live 1. Semifinale 2015Serbien Moje 3 2013 Probeandorra2008portugal2006romania2004