Pressekonferenz „Unser Star für Baku“: Die Top 10 Fakten

Viel Lärm um ein „Echtzeit“ Televoting-System, das in der boomenden Casting-Welt weltweit erstmals ausprobiert wird. Das ist die Kernbotschaft der ersten Pressekonferenz vor der Premiere von „Unser Star für Baku“.

Der PRINZ Blog war live vor Ort. Hier unsere Top 10 Impressionen (wie gehabt aus unserer pointiert subjektiven Sicht):

1. Stefan Raab bleibt der Goalgetter. Er betont zwar ständig, dass er in Sachen ESC nur noch als Produzent agiert (und als Jurymitglied nur auf nachdrückliches Flehen von Thomas D), hat auf der PK aber mit Abstand den größten Alphatier-Redeanteil und macht gleichzeitig klar, dass das „spektakuläre“ neue Voting Verfahren exklusiv seine Idee war.

2. Die Basics beim neuen Votingprocedere hatten sich ja bereits im Vorfeld rumgesprochen. Das „Prinzip Sport“ (Raab) wird auf USFB übertragen. Konkret: Jederzeit ist für das Publikum als auch für die Künstler der Televoting-Stand sichtbar. Raab sei die Idee beim „Skifahren oder Biatlon Gucken“ erst vor vier Wochen gekommen. Gevotet wird von Anfang an, also bereits, wenn die Interpreten sich vorgestellt haben, aber noch nicht gesungen haben. Denn „Persönlichkeit zählt auch“, sagt Raab und verweist auf Lena. Wer zu Beginn am wenigsten Sympathien hat, muß als Erster vorsingen.

3. Das Votingkonzept wird in der PK richtig pathetisch hochgejazzt. Raab spricht von „gelebter Demokratie“ und der „Einführung der neuen Ehrlichkeit“. Das System sei „weltweit einmalig für eine Castingshow“. Das heisst dann wohl auch: Es fehlt der Praxistest.

4. Der Votingstand wird „in Echtzeit“ übertragen – jeder Anruf soll fünf Sekunden später auf einem Balkendiagramm zu sehen sein. Diese „Blitztabelle“ ist für den Künstler auch dann sichtbar, wenn er auf der Bühne steht und seinen Titel rockt, genauso wie seine aktuelle Platzierung im Ranking, die für die Zuschauer permanent eingeblendet werden soll. Das im neuen Logo angedeutete gelb-orange-rote Balkendiagramm ist auch die Ursache für den plötzlichen Logowechsel.

5. Die Jury (Präsident Thomas D, Stefan, Alina von Frida Gold) ist „fest“ (unveränderlich also – was als „unabdingbar“ durch das neue Votingverfahren begründet wird), d.h. Gastjuroren sind abgeschafft, die lt. Thomas D solche Shows sowieso eher besuchen, um ihre „neue Platte zu verkaufen“. Naja, andererseit sorgt eine „feste“ Jury nicht gerade für Abwechselung. Ansonsten ändert sich am siebenstufigen Ausscheidungsverfahren ggü. USFO nichts. Läääängen sind also vorprogrammiert. (Und die Bewährungsprobe für das neue Transparenz-Voting dürfte erst in Show Nr. 3 stattfinden, wenn die Interpreten bereits bekannt sind, also weniger Stimmungsschwankungen im Publikum stattfinden dürften.)

6. Es gab (viel zu viele) unsäglich gruselige „Präsidentenwitze“, immer wieder. Beispiel von Raab: „Bei uns ist nicht nur die Präsidentengattin sondern auch der Präsident selbst tätowiert.“

7. Es wird NICHT Deutsch gesungen. Definitiv nicht in der ersten Show und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht in der zweiten. Das Konzept verbietet das nicht, es ist einfach so wie es ist und habe sich so ergeben. Schade.

8. 12 Mädels und 8 Jungs treten an, wir schicken also einen Einzelinterpreten nach Baku. Zwei treten in den beiden Premierenfolgen (= 5 aus 10 kommen weiter) mit eigenen Songs an. Aber das, worum es eigentlich geht, den Song für Baku, den lernen wir erst in der letzten = achten Show kennen – dieses Manko von USFO bleibt also bestehen. Raab wird keinen Finalsong beisteuern, Thomas D auch nicht, aber er will die Kandidaten intensiv coachen. Ein „Pool von Songschreibern“ stehe zur Verfügung und es ist auch nicht ganz ausgeschlossen, dass die zwei verbleibenden „Kandidaten“ im Finale mit eigenen Songs antreten (dürfen).

9. Super Sweet Sandra (Rieß) will sich fashiontechnisch von ihrer Vorgängerin Sabine Heinrich absetzen. Sie setzt auf „junge rockige, gleichzeitig elegante Streetwear“ und „übt schon, auf hohen Schuhen zu gehen.“ Die High Heels „müssen sein.“ Ihre Lieblings-ESC-Songs sind übrigens NO NO NEVER, CAN´T WAIT UNTIL TONITE und (Überraschung) WADDE HADDE DUDDE DA. Als Stefan Raab damit in Stockholm glänzte (im wahrsten Sinne des Wortes), war sie 13 Jahre alt.

10. We (also) like Alina (Frida), die ertragen muß, von Thomas D als „junges Häschen“, das „nicht nur unheimlich gut aussieht,“ bezeichnet zu werden. Sie hat einen natürlich-unverstellten und cool-sympathischen Style und setzt auch das Fashion-Highlights der PK, einen grandiosen bonbonbunten großen Schmetterlingsring. Sie hat ihn sogar für uns (mit unserem Mobile) photographiert. Ist in Kürze hier zu sehen.

Soweit die ersten Impressionen, um die Ecke von Brainpool aufgezeichet in einem (ebenfalls) unverwechselbaren türkischen (Internet-)Cafe in Köln-Mühlheim. Am Nebentisch wird engagiert Karten gespielt, im TV laufen türkische Soap Operas. Wir verbleiben mit einem fröhlichen DÜM TEK TEK. Mehr USFB-Drama in Kürze.