Prinz Portuguese Open – Teil 4

Portugal hat nun mit „O jardim“ von Cláudia Pascoal sein Lied für den Heim-Grand Prix gefunden. wir suchen aber noch stets nach dem besten Song Portugals im Eurovision Song Contest? Im vierten Teil unseres Lesergames schauen wir auf die Epoche Ende der 80er/Anfang der 90er-Jahre. Doppelt dabei ist diesmal Dora, die vor ein paar Jahren Schlagzeilen machte, weil die Presse sie hinter dem Tresen eines Fast-Food Restaurants fand.

Bunt und mit reichlich Drama geht es für Portugal in die Altice Arena. Die Portugiesen haben sich während des diesjährigen Vorentscheids Festival RTP da Canção als begeistertes Publikum gezeigt. Sie freuen sich sehr auf das Finale im Mai.

Portugal nimmt seit 1964 beim ESC teil und hat bis heute (mit einigen Aussetzern) insgesamt 49 ESC-Beiträge abgeliefert. Wir spielen das Lesergame nicht in Duellen, sondern in einem neuen Gruppen-Epochen-Modus. Jede Woche stellen wir 7 Titel aus einer zeitlich zusammenhängenden Epoche vor. Die Leser stimmen ab, die besten 2 Songs erreichen das Finale, der Drittplatzierte erhält in einer Segunda-Oportunidade-Runde noch eine weitere Chance.

So ist am Ende sichergestellt, dass wir ein buntes alle Phasen portugiesicher ESC-Geschichte umfassendes Finalfeld haben. Gewertet wird in einem abgestuften ESC-Modus, nämlich mit 10-8-6-4-3-2-1 Punkte. Damit es etwas abwechslungsreicher wird, präsentieren wir die Epochen nicht chronologisch.

In der letzten Woche konnte die haushohe Favoritin Simone de Oliveira den Sieg davon schleppen. Schon 1969 hatte ganz Portugal auf ihren Erfolg gesetzt und war von internationalen Juroren bitter enttäuscht worden. Als zweites ging die zweite Grand Dame der Anfangsjahre und vor kurzem verstorbene Madalena Iglésias durchs Ziel. Noch eine Chance bewahrte sich Tonicha, die mit „Menina“ das jüngste Lied im Wettbewerb stellte. Sie lieferte sich ein enges Rennen mit Madalena und Eduardo Nascimento und lag lange Zeit auf Platz 2.

Hier die Resultate der letzten Woche, es haben 29 Leserinnen und Leser abgestimmt:

Platz 1: 1969: Simone de Oliveira – Desfolhada Portuguesa 216 Punkte
Platz 2: 1966: Madalena Iglésias – Ele e ela 175 Punkte

Platz 3: 1971: Tonicha – Menina 168 Punkte

Platz 4: 1967: Eduardo Nascimento – O vento mudou 147 Punkte
Platz 5: 1964: Antonio Calvário – Oração 118 Punkte
Platz 6: 1968: Carlos Mendes – Verão 81 Punkte (2 x 8 Punkte)
Platz 7: 1965: Simone de Oliveira – Sol de inverno 81 Punkte (1 x 8 Punkte)

Hier noch einmal „O vento mudou“ in der Version von Da Vinci:

Da Vinci – O vento mudou

Heute nun sind die späten Achtziger dran. Zur Wahl stehen die portugiesischen Beiträge der Jahre 1986 bis 1992. Dabei ist Dina aus 1992, die momentan auf eine neue Lunge wartet:

1986: Dora – Não sejas mau p’ra mim (Platz 14)
1987: Nevada – Neste barco à vela (Platz 18)
1988: Dora – Voltarei (Platz 18)
1989: Da Vinci – Conquistador (Platz 16)
1990: Nucha – Há sempre alguém (Platz 20)
1991: Dulce Pontes – Lusitana paixão (Platz 8)
1992: Dina – Amor d’agua fresca (Platz 17)

Ein Voting könnte zum Beispiel so aussehen:

10-1991; 8-1986; 6-1988; 4-1990; 3-1989; 2-1992, 1-1987 bzw. 10-Dulce, 8-Dora’86 ’65, 6-Dora’88, 4-Nucha, 3-Da Vinci, 2-Dina, 1-Nevada. Das Voting muss schlüssig und vollständig sein, sonst kann es nicht gezählt werden. Jeder Leser darf nur einmal abstimmen. Der Einsendeschluss ist Dienstag, 13. März 2018 um 20.00 Uhr.

Und hier sind die Beiträge im Video:

1986: Dora – Não sejas mau p’ra mim

1987: Nevada – Neste barco à vela

1988: Dora – Voltarei

1989: Da Vinci – Conquistador

1990: Nucha – Há sempre alguém

1991: Dulce Pontes – Lusitana paixão

1992: Dina – Amor d’agua fresca

Nochmal: Abgabeschluss ist Dienstag, den 13. März 2018 um 20.00 Uhr

Und hier noch drei Bonbons aus jener Zeit:

Am 7. März fand in Évora fand das Festival RTP da Canção 1989 statt und als viertes sang José Alberto Reis das Lied „Palavras cruzadas„. Eigentlich ein Lied unter vielen, aber in diesem Fall ist der Autor und Komponist des Liedes von Interesse: Carlos Paião.
Ein Drievierteljahr zuvor war er am 26. August 1988 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Plattenfirma EMI hatte scheinbar noch ein Musikstück von ihm in der Schublade, was sie dann mit José Alberto Reis ins Rennen schickten. Aber den Bonus des Autoren trug nicht und das Lied landete auf dem vorletzten Platz mit 54 Punkten.

José Alberto Reis – Palavras cruzadas

Ein ganz großer Musiker, der als Vater des portugiesischen Rocks gilt und seit Jahrzehnten zur ersten Garde der portugiesischen Musikszene zählt ist Rui Veloso. In den Achtzigern begann er mit seinem musischen Schaffen und gleich seine erste Platte schlug wie eine Bombe ein. Bis 2014 brachte er mehrere Topseller auf den Markt und mit seinen Konzerten füllte er große Stadien. Rui Veloso hat sich immer mit seinem Land identifiziert und erhielt deshalb auch höchste Ehren wie den Orden des Infante D. Henrique aus den Händen des Staatspräsidenten Jorge Sampaio. 2014 zog er sich dann aus dem Musikgeschäft zurück, da er die gegenwärtige Lage des Landes nicht akzeptieren konnte.

Am 22. März 1986 wagte er sich ins Geschehen Festival RTP da Canção 1986. Die vier Standorte des Senders RTP in Lissabon, Porto, auf Madeira und auf den Azoren stellten jeweils drei Titel vor. Rui Veloso schrieb einen der Songs für Porto zusammen mit seinem langährigen Texter Carlos Tê. Der Song „Dessas juras que se fazem“ gesungen von Né Ladeiras fand jedoch nicht die Begeisterung der 43 Produzenten von RTP und RDP und landete nicht im Superfinale 1986.

Né Ladeiras – Dessas juras que se fazem

Diesen Song nahm übrigens die Sängerin Lara Li ein Jahr später auf. 1986 hatte sie noch ein anderes Lied, nämlich „Rápidamente“ im Rennen, für das sie den Interpretationspreis erhielt. Mit ihrer ganz besonders weichen Stimme schaffte sie es immer wieder trotz längeren Pausen sich in die Herzen der Portugiesen zu singen.

Lara Li – Rápidamente