Prinz Portuguese Open – Teil 5

Portugal geht als Achtes am 12. Mai an den Start, um abermals zu gewinnen. Aber wir suchen ja den All-Time Favourite des Landes und in dieser Runde gibt es einen echten Sieger. Die Reise führt uns zu den jüngsten Beiträgen Portugals. Und natürlich gehört „Amar pelos dois“ von Salvador Sobral dazu.

Portugal nimmt seit 1964 beim ESC teil und hat bis heute (mit einigen Aussetzern) insgesamt 49 ESC-Beiträge abgeliefert. Wir spielen das Lesergame nicht in Duellen, sondern in einem neuen Gruppen-Epochen-Modus. Jede Woche stellen wir 7 Titel aus einer zeitlich zusammenhängenden Epoche vor. Die Leser stimmen ab, die besten 2 Songs erreichen das Finale, der Drittplatzierte erhält in einer Segunda-Oportunidade-Runde noch eine weitere Chance.

So ist am Ende sichergestellt, dass wir ein buntes alle Phasen portugiesicher ESC-Geschichte umfassendes Finalfeld haben. Gewertet wird in einem abgestuften ESC-Modus, nämlich mit 10-8-6-4-3-2-1 Punkte. Damit es etwas abwechslungsreicher wird, präsentieren wir die Epochen nicht chronologisch.

Die Resultate von letzter Woche, es haben 35 Leserinnen und Leser abgestimmt:

Und wieder hat eine Frau gewonnen. Dulce Pontes, die mit ihren Liedern zu einem Exportschlager Portugals geworden ist und als legitime Nachfolgerin der legendären Amália Rodrigues gilt, siegte deutlich vor Da Vinci, die in ihrem Lied die portugiesische Vergangenheit huldigen und die sich erst nach vorne kämpfen mussten. Noch eine Chance auf das Finale hat Nucha, deren Name in Portugal noch bekannt ist und die in ihrer Karriere niederländische Vorenstcheidungstitel aufnahm.

Platz 1: 1991: Dulce Pontes – Lusitana paixão 250 Punkte
Platz 2: 1989: Da Vinci – Conquistador 190 Punkte

Platz 3: 1990: Nucha – Há sempre alguém 176 Punkte

Platz 4: 1986: Dora – Não sejas mau p’ra mim 162 Punkte
Platz 5: 1992: Dina – Amor d’agua fresca 160 Punkte
Platz 6: 1988: Dora – Voltarei 139 Punkte
Platz 7: 1987: Nevada – Neste barco à vela 113 Punkte

Noch ein kleiner Nachschlag zu 1991. Der Komponist Emanuel nahm mit „Com muito amor“ am Festival teil und wurde mit 38 Punkten Achter und Letzter. 2014 lief es für ihn besser. Da komponierte er „Quero ser tua“ für Suzy.

Emanuel – Com muito amor

Und nun geht es in die jüngere Geschichte des Landes beim Eurovision Song Contest. Zur Wahl stehen die portugiesischen Beiträge der Jahre 2009 bis 2017:

2009: Flor-de-Lis – Todas as ruas do amor (Finale Rang 15)
2010: Filipa Azevedo – Há dias assim (Finale Rang 18)
2011: Homens Da Luta – A luta é alegria (Semi Rang 18)
2012: Filipa Sousa – Vida minha (Semi Rang 13)
2014: Suzy – Quero ser tua (Semi Rang 11)
2015: Leonor Andrade – Há um mar que nos separa (Semi Rang 14)
2017: Salvador Sobral – Amar pelos dois (Finale Rang 1)

Ein Voting könnte zum Beispiel so aussehen:

10-2017; 8-2011; 6-2010; 4-2012; 3-2015; 2-2014, 1-2009 bzw. 10-Salvador, 8-Homens da Luta, 6-Filipa A., 4-Filipa S., 3-Leonor, 2-Suzy, 1-Flor-de-Lis. Das Voting muss schlüssig und vollständig sein, sonst kann es nicht gezählt werden. Jeder Leser darf nur einmal abstimmen. Der Einsendeschluss ist Dienstag, der 20. März 2018, 20.00 Uhr

Und hier sind die Beiträge im Video:

2009: Flor-de-Lis – Todas as ruas do amor

2010: Filipa Azevedo – Há dias assim

2011: Homens Da Luta – A luta é alegria

2012: Filipa Sousa – Vida minha

2014: Suzy – Quero ser tua

2015: Leonor Andrade – Há um mar que nos separa

2017: Salvador Sobral – Amor pelos dois

Nochmal: Abgabeschluss ist Dienstag, der 20. März 2018 20.00 Uhr

Hier noch zwei Bonbons aus jenen Jahren:

Heute geht es um Wiederholungstäter. 2010 ging ein großer Aufschrei durch die Eurovisionsgemeinde, als die große Favoritin Catarina Pereira durch die Juries so schlecht gewertet worden war, dass sie trotz eines Sieges mit 25,53 Anteil beim Televoting nur auf Platz 2 im Endklassement landete. „Canta por mim“ zählt schon heute zu den Klassikern und ist einer der wenigen portugiesischen Songs, die auch bei Eurovisionsdiscos gespielt wird.

Vier Jahre später liess sie sich abermals ein Lied von Andrej Babić und Carlos Coelho auf den Leib schreiben. Aber auch „Mea culpa“ wurde trotz eines ersten Platzes im Halbfinale nur zweites im Finale, besiegt von Suzy, die im Halbfinale noch Fünfte war. Nach der Entscheidung wurden Gerüchte laut, dass es bei der Abstimmung nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sei, aber trotzdem fuhr Suzy nach Kopenhagen und blieb im Halbfinale stecken.

Catarina Pereira – Canta por mim

Rui Andrade debütierte 2011 beim Festival RTP da Canção und kam dem Traum einer Teilnahme dreimal sehr nahe. 2012 wurde er mit „Amor a preto e branco“ von Miguel Majer und Inês Vaz Dritter, obwohl er sowohl beim Televoting als auch bei den Juries nur Vierter war. 2014 holte er hinter Catarina Pereira im Halbfinale mit „Ao meu encontro“ von Marc Paelinck Platz 2, aber im Finale blieb ihm auch nur die dritte Position.

Der größte Erfolg bleibt der dritte Platz im Jahr 2011. „Em nome do amor“ von Artur Guimarães und Carlos Meireles holte sich den zweiten Platz im Televoting, aber auch bei Rui Andrade hatten nur die Juries aus den Regionen von Aveiro, Setúbal und Madeira Höchstwertungen parat, was ihn im Durchschnitt auf Bronze platzierte.

Aber er schaffte es trotzdem zum Eurovision Song Contest. 2014 lud ihn Philipp Kirkorow ein, als Chorsänger beim Auftritt der Tolmachevy Sisters und ihrem „Shine“ für Russland in Kopenhagen aufzutreten. Sein Höhepunkt bestand darin einen riesigen Fächer auf der überdimensionalen Wippe der Schwestern zu öffnen.

Rui Andrade – Em nome do amor