Prinz Portuguese Open – Teil 7

Noch sechs Wochen, dann startet die Eurovisionswoche mit dem ersten Halbfinale und die ersten zehn fürs Finale werden ermittelt. Wir kennen schon 12 Lieder fürs Finale bei der Suche nach dem besten Song Portugals im Eurovision Song Contest. In der letzten und siebten Vorrunde gibt es nun die jungen Hoffnungsvollen der Neunziger, unter anderem mit der zweitbesten Portugiesin bis heute Lúcia Moniz.

Portugal nimmt seit 1964 beim ESC teil und hat bis heute (mit einigen Aussetzern) insgesamt 49 ESC-Beiträge abgeliefert. Wir spielen das Lesergame nicht in Duellen, sondern in einem neuen Gruppen-Epochen-Modus. Jede Woche stellen wir 7 Titel aus einer zeitlich zusammenhängenden Epoche vor. Die Leser stimmen ab, die besten 2 Songs erreichen das Finale, der Drittplatzierte erhält in einer Segunda-Oportunidade-Runde noch eine weitere Chance.

So ist am Ende sichergestellt, dass wir ein buntes alle Phasen portugiesicher ESC-Geschichte umfassendes Finalfeld haben. Gewertet wird in einem abgestuften ESC-Modus, nämlich mit 10-8-6-4-3-2-1 Punkte. Damit es etwas abwechslungsreicher wird, präsentieren wir die Epochen nicht chronologisch.

Die Resultate von letzter Woche, es haben 27 Leserinnen und Leser abgestimmt:

Platz 1: 1972: Carlos Mendes – A festa da vida 206 Punkte
Platz 2: 1974: Paulo de Carvalho – E depois do adeus 129 Punkte

Platz 3: 1976: Carlos do Carmo – Uma flor de verde pinho 127 Punkte

Platz 4: 1977: Os Amigos – Portugal no coração 127 Punkte
Platz 5: 1975: Duarte Mendes – Madrugada 116 Punkte
Platz 6: 1978: Gemini – Dai-li-dou 115 Punkte
Platz 7: 1973: Fernando Tordo – Tourada 98 Punkte

Dieses Mal war es sehr spannend. Bis zur letzten Wertung gab es einen Kampf um Platz 2 und 3. Daher war es mir sehr wichtig alle Wertungen zu berücksichtigen. Dieses Mal haben es mir zwei Leser etwas schwer gemacht, ihre Punkte mit ein zu beziehen. Daher meine Bitte: Gebt die Wertungen vollständig und eindeutig ab. Ich würde ungern einen Leser ausschließen müssen.

Carlos Mendes übernahm von Anfang an die Führung. Platz 2 war bis zuletzt umkämpft und der Revolutionssong von Paulo de Carvalho schob sich erst zum Schluss auf den Silberrang. Platz 3 und 4 erhielten die gleiche Punktezahl, jedoch Grandseigneur Carlos do Carmo war bei sieben Lesern auf Platz 1, Os Amigos nur 5 Mal. Somit zieht „Uma flor de verde pinho“ in die Trostrunde.

Nun noch etwas Geschichtsunterrricht für alle, die im Mai nach Lissabon fahren oder mehr über das Land Portugal wissen möchten. „E depois do adeus“ war um 22.55 Uhr am 24. April 1974 das erste Signal für die Streitkräfte zur Nelkenrevolution, auf portugiesisch „Revolução dos Cravos“. Das Hauptsignal jedoch war um 0.20 Uhr am 25. April 1974 „Grândola, Vila Morena“ von José Afonso alias Zeca Afonso, dessen Neffe João Afonso am diesjährigen Festival RTP da Canção teilnahm.

José Afonso – Grândola, Vila Morena

Heute geht es in die 90er-Jahre. Diese Jahre stehen mir besonders nahe, da ich vonb 1992 bis 1998 mindestens einmal Jahr in Portugal war und 1993 die Generalprobe im Teatro São Luiz zum Festival RTP da Canção miterleben konnte.

Zur Wahl stehen die portugiesischen Beiträge der Jahre 1993 bis 1999:

1993: Anabela – A cidade até ser dia (Platz 10)
1994: Sara Tavares – Chamar a música (Platz 8)
1995: Tó Cruz – Baunilha e chocolate (Platz 21)
1996: Lúcia Moniz – O meu coração não tem cor (Platz 6)
1997: Celia Lawson – Antes do Adeus (Platz 24)
1998: Alma Lusa – Se eu te pudesse abraçar (Platz 12)
1999: Rui Bandeira – Como tudo começou (Platz 21)

Ein Voting könnte zum Beispiel so aussehen:

10-1996; 8-1998; 6-1993; 4-1995; 3-1999; 2-1994, 1-1997 bzw. 10-Lúcia, 8-Alma Lusa, 6-Anabela, 4-Tó, 3-Rui, 2-Sara, 1-Célia. Das Voting muss schlüssig und vollständig sein, sonst kann es nicht gezählt werden. Jeder Leser darf nur einmal abstimmen. Der Einsendeschluss ist Dienstag, den 03. April 2018 um 20.00 Uhr

Und hier sind die Beiträge im Video:

1993: Anabela – A cidade até ser dia

1994: Sara Tavares – Chamar a música

1995: Tó Cruz – Baunilha e chocolate

1996: Lúcia Moniz – O meu coração não tem cor

1997: Célia Lawson – Antes do adeus

1998: Alma Lusa – Se eu te pudesse abraçar

1999: Rui Bandeira – Como tudo começou

Nochmal: Abgabeschluss ist Dienstag, 03. April 2018 20.00 Uhr

Noch zwei Bonbons aus jenen Jahren:

Zunächst schauen wir uns Pedro Miguéis, ein junger aufstrebender Sänger, der mit „Todos nós alguma vez“ von Jan Van Dijck und Nuno Gomes dos Santos einen klassischen Popsong interpretierte und zu den Favoriten zählte. In jenem Jahr jedoch nahm Sara Tavares teil und die holte aus allen 22 Distrikten die Höchstpunktzahl ab. Pedro landete von Startpaltz 2 auf den Silberrang mit 136 Punkten.

Ein Jahr später versuchte er es noch einmal. Das gleiche Autorenteam schrieb ihm „Ainda é tempo“, aber trotz Favoritenrolle blieb ihm nur Platz 4 mit 119 Punkten. Einen letzten Versuch unternahm er 1995 mit „Prazer em conhecer“, aber am Ende war es nur Platz 5 mit 54 Punkten. Pedro Miguéis brachte eine CD heraus und trat zu verschiedenen Anlässen auf, aber der große Erfolg war ihm nicht vergönnt.

Pedro Miguéis – Todos nós alguma vez

Gleiches gilt für Fernanda Lopes, auch wenn sie 7 Mal am Eurovision Song Contest teilnahm. Sie stand in den Jahren 1987 (Nevada), 1990 (Nucha), 1992 (Dina), 1993 (Anabela), 1996 (Lúcia Moniz), 1999 (Rui Bandeira), 2001 (MTM) mit auf der intenationalen Bühne und unterstützte den jeweiligen Act im Chor. Besonders auffallend 1993 bei „A cidade atè ser dia“, wo sie in einem rötlichen Kleid in Millstreet den Hintergrund zu Anabela bildete.

Natürlich unternahm sie auch den Versuch, selbst die Vertreterrolle einzunehmmen, was ihr in der Gruppe Blocco 1991 fast gelang. Mit ihren Sangeskollegen Paulo Brissos(sang 1993 „No dia seguinte“), Carla Burity, Octávio de Sousa, Luísa Fumaça und Ricardo Carriço sang sie „Fazer Uma Canção“ von Jan Van Dijck und Rosa Lobato de Faria und wurde mit 155 Punkten Zweite.

1994 trat sie als Solistin an. Von José Manuel Coelho geschrieben brachte sie „Se fores poema“ dar, aber kam vom Startplatz 6 nicht über Platz 7 hinaus. 75 Punkte waren leider nicht genug. Was Fernanda Lopes heute macht, war leider nicht zu ermitteln, aber vielleicht werden wir mehr über sie in Lissabon im Mai vor Ort erfahren.

Blocco – Fazer Uma Canção

Fernanda Lopes – Se fores poema