Prinz Portuguese Open – Teil 9: Das musikalische Finale mit 16 Beiträgen

Canções ao fim. 8 Wochen lang haben uns 49 schöne portugiesische Beiträge begeistert und sich der Wahl zum besten Song des Gastgebers des 63. Eurovision Song Contest gestellt. Nun geht es in die finale Runde. Die besten 16 messen sich unter Eurovisionsbedingungen und der Sieger strahlt hoffentlich genauso sehr wie die Vertreterin des Landes im Jahr 2012 Filipa Sousa, aufgenommen beim Eurovision in Concert in Amsterdam 2012.

Portugal nimmt seit 1964 beim ESC teil und hat bis heute (mit einigen Aussetzern) insgesamt 49 ESC-Beiträge abgeliefert. Wir haben das Lesergame nicht in Duellen gespielt, sondern in einem neuen Gruppen-Epochen-Modus. Jede Woche stellten wir 7 Titel aus einer zeitlich zusammenhängenden Epoche vor. Die Leser haben abgestimmt und die besten 2 Songs erreichten das Finale. So wurde sichergestellt, dass wir ein buntes alle Phasen portugiesicher ESC-Geschichte umfassendes Finalfeld erhalten.

Zur Einstimmung erst einmal die 50. Vertreterin Portugals, die hier außer Konkurrenz das Finale eröffnen darf. Cláudia Pascoal wird mit „O jardim“ geschrieben von Isaura ja am 12. Mai von Start-Nr. 8 ins Rennen gehen und versuchen für den Gastgeber einen guten Platz zu erreichen.

Cláudia Pascoal – O jardim

Viel Glück Cláudia und Isaura!

Bevor wir mit dem Finale starten, erst einmal die Resultate von letzter Woche, der Hoffnungsrunde für alle Dittplatzierten. Es haben 32 Leserinnen und Leser abgestimmt:

Platz 1: 2012: Filipa Sousa – Vida minha 181 Punkte
Platz 2: 1998: Alma Lusa – Se eu te pudesse abraçar 178 Punkte

Platz 3: 1971: Tonicha – Menina 178 Punkte

Platz 4: 1979: Manuela Bravo – Sobe, sobe, balão sobe 163 Punkte
Platz 5: 1990: Nucha – Há sempre alguém 156 Punkte
Platz 6: 1976: Carlos do Carmo – Uma flor de verde pinho 126 Punkte
Platz 7: 2007: Sabrina – Dança comigo (Vem ser feliz) 106 Punkte

Immerhin gab es 71 Kommentare, wobei die meisten sich auf das Vorschaubild bezogen, aber zum Glück wurde auch gesungen und das haben 32 tapfere Leser mit Punkten gut geheißen. Die ersten 5 haben sich ein Kopf-an-Kopf Rennen geliefert und zum Ende rückten sie noch enger zusammen. Die Anzahl der Höchstwertungen musste die Entscheidung um Platz 2 bringen, von denen Alma Lusa eine mehr als Tonicha erhielt, nämlich 6. Filipa Sousa hat sich aber den Sieg nicht mehr entreißen lassen und darf nun auch im Finale lächeln.

16 Titel aus fünf Jahrzehnten stehen nun zur Wahl und es darf dieses Mal nach bewährtem Grand Prix Punkteschema abgestimmt werden. Also für das beste Lied 12 Punkte, dann 10, dann 8 und von da an runter bis 1. Das Angebot ist fantastisch. Ein paar Überraschungen sind dabei, aber die Leser der Vorrunde haben eine gute Mixtur gefunden.

Das sind die 16 Kandidaten:

1966: Madalena Iglésias – Ele e ela (Platz 13)
1969: Simone de Oliveira – Desfolhada Portuguesa (Platz 15)
1972: Carlos Mendes – A festa da vida (Platz 7)
1974: Paulo de Carvalho – E depois do adeus (Platz 14)

1981: Carlos Paião – Play-back (Rang 18)
1984: Maria Guinot – Silêncio e tanta gente (Rang 11)
1989: Da Vinci – Conquistador (Platz 16)
1991: Dulce Pontes – Lusitana paixão (Platz 8)

1994: Sara Tavares – Chamar a música (Platz 8)
1996: Lúcia Moniz – O meu coração não tem cor (Platz 6)
1998: Alma Lusa – Se eu te pudesse abraçar (Platz 12)
2003: Rita Guerra – Deixa-me sonhar (Só mais uma vez) (Rang 22)

2008: Vânia Fernandes – Senhora do mar (Negras águas) (Finale Rang 13)
2009: Flor-de-Lis – Todas as ruas do amor (Finale Rang 15)
2012: Filipa Sousa – Vida minha (Semi Rang 13)
2017: Salvador Sobral – Amar pelos dois (Finale Rang 1)

Ein Voting könnte zum Beispiel so aussehen:

12-1981; 10-2008; 8-1996; 7-1966; 6-2012; 5-1991; 4-1974; 3-2009; 2-1989, 1-1969 bzw. 12-Maria, 10-Sara; 8-Carlos M.; 7-Rita; 6-Flor; 5-Salvador; 4-Alma; 3-Carlos P.; 2-Lúcia; 1-Filipa. Das Voting muss schlüssig und vollständig sein, sonst kann es nicht gezählt werden. Jeder Leser darf nur einmal abstimmen. Der Einsendeschluss ist Dienstag, der 17. April 2018 um 20.00 Uhr

Und hier sind die Beiträge im Video:

1966: Madalena Iglésias – Ele e ela

1969: Simone de Oliveira – Desfolhada Portuguesa

1972: Carlos Mendes – A festa da vida

1974: Paulo de Carvalho – E depois do adeus

1981: Carlos Paião – Play-back

1984: Maria Guinot – Silêncio e tanta gente

1989: Da Vinci – Conquistador

1991: Dulce Pontes – Lusitana paixão

1994: Sara Tavares – Chamar a música

1996: Lúcia Moniz – O meu coração não tem cor

1998: Alma Lusa – Se eu te pudesse abraçar

2003: Rita Guerra – Deixa-me sonhar (só mais uma vez)

2008: Vânia Fernandes – Senhora do mar (Negras águas)

2009: Flor-de-Lis – Todas as ruas do amor

2012: Filipa Sousa – Vida minha

2017: Salvador Sobral – Amar pelos dois

Hier nochmal der neue Abgabeschluss: Dienstag, der 17. April 2018 um 20.00 Uhr

Und bitte nach bewährtem Grand Prix Schema punkten!

Zum Schluss noch ein kleiner Pausenfüller, ein weiteres Bonbon aus der bunten Welt der Historie des Festival RTP da Canção:

1993 war für mich ein besonderes Jahr, denn in dem halben Jahr, in dem ich in Portugal leben durfte, gab es für mich auch die Möglichkeit die Generalprobe zum Festival RTP da Canção im Teatro São Luiz zu sehen. Mit meiner Sprachschullehrerin saß ich im fast leeren Auditorium des Theaters, das nicht weit weg liegt von unserer Blogger-WG im Mai diesen Jahres. Für mich war es das erste Liveerlebnis einer Song Contest-Veranstaltung, da ich bis dahin weder bei einer deutschen noch bei einem internationalen Wettbewerb vor Ort war. Dementsprechend war ich auch sehr nervös.

Aufgrund dieses Erlebnisses steht mir der Titel von Anabela „A cidade (até ser dia)“ sehr nah, aber auch der Song, der den Abend eröffnen durfte. Es ist kein Lied, wo man sagen würde, wow, das hätte nach Millstreet müssen, aber ich summe es oft ganz unbedacht einfach so vor mich hin. Zu verdanken habe ich diesen Ohrwurm Isabel Campelo und „Praia sem marés“ von Carlos Canelhas und Maria Amália Ortiz da Fonseca.

Isabel Campelo bewarb sich dreimal darum, die Ehre Portugals international zu vertreten. 1992 sang sie „Boa noite tristeza“ von José Niza, womit sie am Ende mit 141 Punkten auf Platz 4 landete. Sie hatte sich schon mit „Chuva de alegria“ von Alexandre Ribeiro und Nuno Gomes dos Santos in der Vorrunde beworben, aber war mit 28 Punkten als Zweite gescheitert. José Niza, der schon fürs Finale gesetzt war, holte Isabel dann doch noch zum Festival, was sie ihm mit einem guten Platz zurückzahlte.

Zwei Jahre später sang sie von Start-Nr. 1 „Malmequer do campo“ von José Manuel Coelho, was sie mit 122 Punkten auf Platz 3 katapultierte. Diesen dritten Platz vom gleichen Startplatz aus gab es auch für das oben genannte „Praia sem marés“ 1993. Mit diesem Lied und 127 Punkten war sie dem Sieg am nächsten und hat mir einen Song mitgegeben, der mich schon seit einem Vierteljahrhundert begleitet. Nach ihren Auftritten beim Festival RTP da Canção verschwand sie übrigens nicht ganz von der Bildfläche, sondern trat noch bei weiteren Festivals auf und spielte in Musiktheatern.

Isabel Campelo – Praia sem marés

Hier nochmals alle bisherigen sieben Teile des Lesergames:

1979 bis 1985: Prinz Portuguese Open Teil 1
2001 bis 2008: Prinz Portuguese Open Teil 2
1964 bis 1971: Prinz Portuguese Open Teil 3
1986 bis 1992: Prinz Portuguese Open Teil 4
2009 bis 2017: Prinz Portuguese Open Teil 5
1972 bis 1978: Prinz Portuguese Open Teil 6
1993 bis 1999: Prinz Portuguese Open Teil 7
Hoffnungsrunde: Prinz Portuguese Open Teil 8