Pro NDR-Roadshow 2018/2019: Endlich geht es wieder los!

Es geht wieder los! Früher als viele andere Sender läutet der NDR die Vorentscheidungssaison ein und lässt uns auch in diesem Jahr wieder an dem gesamten Prozess teilhaben. Das bedeutet auch, dass es wieder eine Roadshow geben wird (wir berichteten), die langsam aber sicher Formen annimmt. Doch unter den Fans gibt es – z.B. hierauch kritische Stimmen: „Was soll da denn dieses Jahr noch erzählt werden?“

Aber schon das Argument, das Auswahlprozedere sei ja nun bekannt, läuft ins Leere. Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Fans nicht oder sogar falsch informiert sind. Immer wieder heißt es zum Beispiel auch bei uns in den Kommentaren, die Acts müssten einen Song aus dem Song Writing Camp singen und/oder könnten bei der Songauswahl nicht mitreden. Und das ist nur eines von vielen Beispielen. Gut, das Auswahlverfahren ist auch nicht ganz trivial, zugegeben, und deshalb ist also noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Hinzu kommt, dass es sehr wohl Änderungen im Vergleich zum letzten Jahr gibt und natürlich interessant ist, warum der NDR (zusammen mit seinen Partnern digame mobile und Simon Kucher & Partners) sich so oder so entschieden hat. Warum wird die Vorentscheidung um zwei bis vier Acts aufgestockt? Warum wurde die Hälfte der Eurovisions-Jury ins neue Jahr übernommen, warum die Hälfte neu ausgewählt?

Darüber hinaus gibt es sicherlich noch Diskussionspotenzial darüber, welche Änderungen noch kommen oder auch, welche Änderungen wir Fans uns wünschen. Ich denke da zum Beispiel an den Ablauf und die Ausgestaltung der Liveshow sowie die Punktevergabe. Diese Aspekte haben nach „Unser Lied für Lissabon“ für viele Diskussionen gesorgt – unter den Fans, aber auch bei den „normalen“ Fernsehzuschauern. Warum nicht bei der Roadshow auch darüber sprechen?

ESC Roadshow Berlin Bild 2

Ein wichtiges Argument ist außerdem: Das Gesamtkonzept „Deutsche Vorentscheidung“ hat im vergangenen Jahr gut geklappt. Dazu zählt auch die Transparenz des NDR und dass die Fans „mitgenommen “ wurden. Und dabei hat die Roadshow eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, denn sie hat den Fans geholfen, die Überlegungen der Verantwortlichen nachzuvollziehen. Wieso sie jetzt also grundlos abschaffen?  (Und bevor dieses Argument kommt: Natürlich ist ein gewisser Budget- und Personaleinsatz notwendig, aber wenn wieder in Räumen der öffentlich-rechtlichen Sender getagt wird und es bei drei bis vier Terminen bleibt, dürften die Kosten und der Aufwand im kompletten Vorentscheidungsbudget doch überschaubar sein.) Never change a winning team.

Überhaupt ist es doch erstmal gut, wenn Fans und NDR gemeinsam ins Gespräch kommen. Das war in den letzten Jahren nicht immer so und viele haben sich ungehört gefühlt. Das schafft dann auch Frustration und führt zu Verstimmungen – auf beiden Seiten. Dialog ist also gut, man kann den Anderen verstehen, kann auch anderer Meinung sein, aber der Druck ist vom Kessel.

Das führt mich zu guter Letzt zu meinem Totschlagargument: Nehmen wir mal an, alle meine Argumente wären Quatsch und die Roadshow würde gar nichts bringen. Würde es dann schaden, sich drei Abende zusammenzusetzen und auszutauschen? Eben.

Kollege Douze Points hat an dieser Stelle einen Contra-Beitrag zum selben Thema veröffentlichen.

Uns interessiert aber auch eure Meinung: Haltet ihr die Roadshow für eine sinnvolle Einrichtung, die Jahr für Jahr wieder stattfinden kann und sollte?