Quotenabsturz bei Folge 2 von Unser Star für Baku

Die zweite Runde von „Unser Star für Baku“ markiert einen neuen Quoten-Tiefpunkt, seitdem Pro7 und die ARD den deutschen ESC Vorentscheid gemeinsam ausrichten. So wenig Zuschauer gab es in Brainpool-ESC-Zeiten noch nie, weder im Gesamtpublikum noch in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Meryl Streep (zeitgleich zu USFB Zwo auf Vox in THE DEVIL WEARS PRADA) ist dann halt doch eine quotenträchtigere Konkurrenz als Christine „Nicht mehr Barock“ Neubauer, die letzte Woche in irgendeinem sülzigen TV-Movie ihre neue Schlankheit präsentierte, während auf Pro7 die USFB Premiere lief.

Nur 1,26 Mio. 14 bis 49-Jährige schauten am gestrigen Donnerstag USFB. Bei Folge 2 von USFO vor zwei Jahren waren es hingegen 1,69 Mio. – und sogar 2,22 Mio. im Gesamtpublikum. Den Thomas D Neuaufguss gestern Abend auf Pro7 wollten hingegen beim zweiten 5 aus 10 Take nur 1,71 Mio. Zuschauer insgesamt sehen.

So wenige waren es noch nie, weder bei irgendeiner Ausgabe der Oslo-Staffel in 2010 noch bei „Unser Song für Deutschland“ im Folgejahr, wo drei Shows lang Lovely Lena immer und immer und immer wieder die gleichen Songs vorgesungen hat und am Ende dann der einzig gute gewonnen hat. Das Quotendesaster ist deshalb ernüchternd, weil die Folge 2 dramaturgisch deutlich mehr hergibt als die Sendungen, die jetzt folgen. Denn in den beiden 5 aus 10 Shows musste immerhin jeweils die Hälfte der Interpreten ausscheiden und das (immer umstrittenere) Voting-Verfahren per Blitztabelle sorgte für viel Spannung, so (verdächtig) nahe lagen die Prozentzahlen rund um den „Arschplatz“ No. 6 beieinander. Aber in den Folgen, die jetzt folgen, müssen nur noch jeweils ein oder zwei Künstler ausscheiden und die Zuschauer kennen den Line-Up, sind also hinsichtlich ihrer Sympathien festgelegt, ein ständiges Sängerin/Sänger-Wechsel-Dich auf der Blitztabelle dürfte also mit großer Wahrscheinlichkeit ausbleiben.

Es wird sehr darauf ankommen, ob sich aus den zehn verbleibenden Vorentscheid-Teilnehmern Helden (oder vielmehr Heldinnen) herauskristallieren, die das Publikum faszinieren, so wie wir es derzeit bei THE VOICE erleben oder wie es bei Lena in Lichtgeschwindigkeit passiert ist. Vera hätte ein solcher Charakter sein können, aber sie musste ja gehen – dank der Volatilität der Blitztabelle, eine der großen Schattenseiten des neuen Voting-Verfahrens, wo Statements der Jury nahe vor dem Abschalten des Call Centers anscheinend signifikant das Abstimmungsverhalten des Publikums beeinflussen.

Den LiveBlogReport von USFB Runde 1 gibt es hier und die Runde 2 findet ihr hier präzise dokumentiert. Die Quoten der Vorwoche und eine Übersicht über das bisherige Presseecho gibt es hier.