Roll-Blog: Unser Song für Österreich, 2. Proben-Tag

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Am Mittwoch probten bei USFÖ Alexa Feser, Fahrenhaidt und Wildcard-Joker Ann Sophie in der TUI-Arena. Andreas Kümmert war leider erkrankt, seine Probe fand nur mit Lichtdoubles statt. Außerdem leitete Barbara Schöneberger eine Pressekonferenz mit den USFÖ-Künstlern. Hier unser Live-Blog vom zweiten Probentag zum Nachlesen.

Hier geht es zum Roll-Blog des ersten Probentages.
Hier sind im USFÖ-Barometer die Einzelbewertungen aus unseren USFÖ-Songchecks zusammengestellt.
Hier kann über die drei Runden von USFÖ abgestimmt werden.

Die mutmaßliche Startreihenfolge für Donnerstag Abend:

1. Mrs. Greenbird: SHINE SHINE SHINE
2. Alexa Feser: GLÜCK
3. Faun: HÖRST DU DIE TROMMELN
4. Noize Generation: SONG FOR YOU
5. Ann Sophie: JUMP THE GUN
6. Fahrenhaidt: FROZEN SILENCE
7. Laing: ZEIG DEINE MUSKELN
8. Andreas Kümmert: HOME IS IN MY HANDS

Guten Morgen aus dem Pressezentrum, wir erfahren gerade, dass die Proben in der TUI Arena heute erst um 11.30 Uhr beginnen. Starten wird Alexa Feser, dann Fahrenhaidt (ab 12.45 Uhr), Andreas Kümmert (ab 14 Uhr) und Ann Sophie nach der Pause (ab 16 Uhr). Berichten werden heute wieder Peter und OLiver, Volli macht die Bilder.

Hinweis: Für die PK werden wir um 12 Uhr einen eigenständigen Live-Blog anbieten (hier). Dazu müssen wir uns aufteilen. Während der PK-Zeit ruht daher dieser Blog, wir liefern dann Bilder und Eindrücke der zeitgleich stattfindenden Proben nach. Es handelt sich übrigens nicht um einen gemeinsamen Auftritt aller 8 Acts auf der PK, die Künstler werden nacheinander vernommen vorgestellt und befragt. Jeder Künstler wird voraussichtlich auch einen kleinen Photo-Call haben. Die PK findet hier im angrenzenden Raum Afrika 2 statt. (Wir bloggen aus Afrika 1.)

Heute ist logischerwiese viel mehr Presse anwesend, die Damen am NDR-Counter haben einiges zu tun, auch weil ein Blogger (ähem) seinen Akkreditierungs-Umhänger versehentlich vergessen hat…

OLiver beginnt mit dem ersten Stück des Probentages: Alexa Feser hat angefangen und zwar mit „Glück“, ihrem ersten Song. Leider bleibt nur Zeit für den Soundcheck-Durchgang, bevor die PK startet.

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Alexa ganz in Schwarz beginnt am Klavier, steht dann recht schnell auf und singt an einem Standmikro an der Spitze der Bühne weiter, um eine Connection zum Publikum zu haben. Dazu nutzt sie einige wenige spontan wirkende Hand- und Armbewegungen. Authentisch. Sie hat zwei Backgroundsängerinnen (die neuen Weather Girls) dabei, von denen im ersten Umlauf noch nicht viel zu hören war. Außerdem sind 3 Musiker auf der Bühne. Dort stehen viele achtstrahlige Scheinwerfer auf dem Boden (wie im Partykeller in den 70ern).

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Meine Prognose: Das wird funktionieren. Der Blogger, der gestern emotional von keinem Act erreicht wurde und nur 4 Stunden geschlafen hatte, erhob sich sofort vom Sitz und drängte zum Bühnenrand. Alexa hat eine besondere Intensität in der Stimme und mich spricht das unmittelbar an. Wie sehr, war mir zuvor gar nicht klar. Ich hätte ihr gern noch länger zugehört.

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Zum zweiten Song wird es fünf Streicher geben, die Herrschaften saßen schon im Publikum. Wir liefern Bilder und Eindrücke nach der PK nach, die in wenigen Minuten beginnt. Barbara Schöneberger steht bereits keine fünf Meter von mir entfernt in einem Western-Prairie-Ensemble , das ihrem Strickmodell auf dem Wildcard-Konzert in nichts nachsteht.

Hier die Eindrücke von allen Künstlern aus der PK.

Die PK ist nun beendet, und wir haben auch einen 15minütigen Internetausfall zum Ende der PK hin überstanden.

Die Blogger haben den zweiten Song von Alexa Feser und den ersten Song von Fahrenhaidt verpasst, Foto-Volli hat jedoch fleißig Bilder gemacht und wird uns gleich auf den laufenden Stand bringen. Peter ist es gelungen, noch einen Umlauf des absoluten Favoritensongs „Frozen Silence“ zu sehen.

Info von Iris Bents nun: Aufgrund des Arztbesuchs von Andreas Kümmert hat er mit Ann Sophie die Probenzeiten getauscht. Demnach nun Ann Sophie auf der Bühne und Kümmert dann erst nach der Pause gegen 16 Uhr.

Hier meldet sich Peter. Nur ein Satz vorab zu „Frozen Silence“: Houston, we have a winner!

Vor der Würdigung der Fahrenhaidt-Probe weitere Pics von der Alexa Feser Probe und einige gesammelte Eindrücke von befreundeten Kollegen.

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Alexa Feser ist hier der Überraschungs-„Sleeper“. Obwohl ich persönlich ja supersympathisch finde, wenn in Landessprache (in diesem Falle Deutsch) gesungen wird, habe ich sie bis heute nicht in Runde 2 gesehen.

Das hat sich aber ab heute geändert. Die Resonanz auf ihre Probe (die ich am Bildschirm gesehen habe) ist durchweg positiv. Man merkt Alexa Feser im besten Sinne an, dass sie schon Erfahrung hat und viele Ups aber auch Downs verarbeiten musste. Sie kommuniziert unaufdringlich, aber geschickt mit Publikum und Kamera, bei beiden Songs funktioniert das Klischee „Weniger ist mehr“.

Anders als bei den meisten anderen Acts hat sie zwei Songs am Start, die etwa gleich stark sind, also kein Ausfall beim zweiten Titel, wie mir das am ersten Probentag schon mal bei einigen anderen durch den Kopf gegangen ist. Und beide Songs – sowohl „Glück“ als auch „Gold von morgen“ – sind sehr persönliche Titel (nach Aussage von Alexa der zweite noch stärker als der erste), und die enge Bindung, die Alexa zu den Titeln hat, transportiert sie sehr sympathisch. Ich mag auch ihre Authentizität und bescheidene Abgeklärheit, die wir bei der PK erlebt haben. Sie ist nicht das geeignetste Angebot für Wien, aber ihr wird das deutsche Finale – etwa wie im Vorjahr MarieMarie – bei der Weiterentwicklung ihrer Karriere helfen.

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Nun den herausragenden Favoriten in den Fanblogs: Fahrenhaidt mit Amanda Petersen. Erstmal ein paar superfrische Bilder:

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Fahrenhaidt setzen komplett auf „Frozen Silence“, wo ich (Peter) noch den letzten Durchgang vollständig live in der Halle erleben konnte. Dieser Song ist gigantisch clever inszeniert, während der zweite Titel „Mother Earth“ – so wie er hier dargeboten wird – auch beim Clubkonzert hätte stattfinden können. Die Bilder oben stammen alle aus dem „Frozen Silence“ Setting.

Die Jungs haben ja in der PK auch selbst gesagt, dass sie – wenn sie nach Wien fahren – am liebstem mit „Frozen Silence“ am ESC teilnehmen wollen. Auf der Bühne steht vorne Amanda, die Produzenten am Klavier links und rechts hinter ihr im Halbdunkel. Bestrahlt wird die Bühne von vier gigantischen weißen und von innen beleuchteten Quallen. Das sieht großartig aus, ich werde Volli bitten, später noch eine Totale in die Mediathek zu laden.

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Hinter Amanda zeigen drei Balletttänzerinnen Schwanensee-like verschiedene Figuren, das verstärkt sehr gelungen die Intensität des spirituellen Titels. Das Genre ist überhaupt nicht meins, aber in Kombination mit dieser Inszenierung hat mich das sehr beeindruckt – vor allem glaube ich, dass dies ein moderner Titel ist, der international funktionieren könnte, zumal Amanda auch stimmlich Champions League ist. Da haben die Jungs wirklich eine gute Lead Vocals Protagonistin ausgegraben. Einziges Manko: Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Kleid die allerbeste Wahl ist. Beim zweiten Song ist sie dann bauchfrei.

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Bei „Mother Earth“ steht Amanda erneut in der Mitte der Bühne, dahinter die Band inklusive Erik (Macholl) und Andreas (John) und am Rande neben dem weißen Klavier zwei Backgroundsängerinnen. Eine eher konventionelle Darbietung, auf die Rauten im Hintergrund sind Urlaubsphotomotive projiziert, wie ein befreundeter Kollege es kommentiert.

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Das ist ganz nett, aber wirkt irgendwie so, als gäbe es die Ansage: Wir setzen voll auf „Frozen Silence“, „Mother Earth“ ist „nur“ professionelle Pflichterfüllung der Anforderung, mit zwei Titel unterschiedliche Facetten zu zeigen.

Immerhin ist es geschickt, das Staging komplett zu verändern, denn das ist z.B. ein Fehler bei Noize Generation: Jeff & Co. zeigen beide Songs mit einer vergleichbaren Inszenierung, wie sie heute auf der PK noch einmal bestätigten. So werden die Darbietungen verwechselbarer.

Damit haben wir die Berichterstattung „aufgeholt“, wir sind jetzt wieder „auf Augenhöhe“ mit dem Geschehen in der Halle, wo soeben die erste Probe (im roten Hosenanzug) von Ann Sophie begonnen hat, über die OLiver in Kürze berichten wird.

Und hier ist OLiver. Ann Sophie ist dran, und natürlich trägt sie den roten Hosenanzug. „Jump the Gun“ ist tatsächlich etwas anders arrangiert, die Stimmen des Chores (4 Girls in schwarzem Lycra, die sich in Formation auf einer Seite der Bühne gruppieren) kommen nun deutlicher heraus.

Ann Sophie ist – wie sie selbst sagt – eine Rampensau (mit Eiern) und füllt die Bühne mühelos aus. Sie bewegt sich nicht ganz so viel von links nach rechts und wieder zurück wie beim Wildcard-Konzert, ansonsten sind die Moves ähnlich. Auch hier steht sie zu Beginn des Songs mit dem Rücken zum Publikum.

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Das Setting besteht aus sieben Beauty-Dishes (laut Volli ist das die angemessene Fachvokabel), also Fotoleuchten, die auch schon beim Wildcard-Konzert (und im Vorjahres-Mello bei Ellen Benediktson) zum Einsatz kamen. Ich dachte da spontan an den Anflug auf Hannover-Langenhagen, die Landebahn wird ja auch ähnlich beleuchtet…

Nun, Ann Sophies Landung gelingt sicher, im Hintergrund auf den Salmi-Screens ist allerdings eine Art Tafel mit ihrem Namen in schrecklich altmodisch stilisierten Buchstaben zu sehen (erinnert mit an die Titel der Aaron-Spelling-TV-Serien in den 80ern und 90ern, erinnert sich noch jemand an „Sunset Beach“…)

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Stimmlich sehr sicher, man merkt, sie weiß, das ist ihre Chance und sie wird alles tun, um sie zu nutzen. Unsere Leser sehen sie ja sicher in Runde 2, und im Zweifelsfall dank des roten Fetzens (aber vielleicht auch wegen ihrer Medienpräsenz – gestern bei Raab in der Sendung) sollte das funktionieren.

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Ich habe einen Teil der Proben direkt hinter den stationären Kameramännern verbracht, weil man von dort einen guten Gesamtblick auf die Bühne und die Inszenierung hat und nebenbei neben allerlei technischem Jargon („Ich bin doch schon zweimal bis zum Ende gefahren“) auch die ein oder andere persönliche Einschätzung des technischen Fachpersonals auffängt („Ey, die mag bestimmt keine Jungs“).

Es gab hier eine längere Umziehpause, während der die Bühne verwaist war. Glücklicherweise hatte ich den sporadisch auftretenden Drang, auf die Bühne zu klettern und ein kleines Steptanzpotpourri darzubieten, diesmal unter Kontrolle.

An Ann Sophies zweiten Titel konnten wir uns zunächst nicht erinnern – Black Swan, Black Boy, Black was nochmal? Der Backdrop sollte da Aufschluss geben, aber ich erkenne da – meine erste Assoziation – große Mengen von Tintenfisch-Ejakulat, die sich spielerisch von unten nach oben ausbreiten…

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SMOKE, der Titel heißt Black Smoke und natürlich soll der Backdrop Rauch darstellen, ist ja klar…

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Passend zum schwarz-weißen Backdrop ist auch Ann Sophie in Black & White gehüllt: Sie trägt eine Art Jackenkleid und ein Accessoire, das offenbar ein liturgischer Schal oder dergleichen ist (hier fehlt mir das sakrale Vokabular). Wir waren uns nicht ganz einig, ob man das nun als Rotherbaum-Chic bezeichnen könnte (ein gediegenes Viertel in Hamburg, wo Ann Sophie herkommen soll); Volli meinte, dort ziehe man sich noch viel braver an.

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Die Background-Damen sind nun links und rechts vom Bühnenmittelpunkt platziert und Ann Sophie mit funkelnden Riesenpumps performt davor – auch hier wieder mit einigen ausdrucksstarken Moves. Die Handycam fängt sie zum Schluss ein.

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Im zweiten Probenumlauf entledigt sich Ann Sophie des Jäckchens, und zum Vorschein kommt ein einfaches, gerade geschnittenes schwarzes Minikleid à la Lena, allerdings mit weißen Streifen an den Ärmeln.

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Ist das nun besser? Hm nun ja. Auf dem letzten Bild sieht sie aus wie eine schlecht gelaunte Lena. „Black Smoke“ ist in jedem Fall ein solides Stück Musik, dass Ann Sophie nicht erst NACH dem Wildcard-Konzert ausgewählt hat. Auf der PK bekannte sie, dass sie es schon vorher kannte und sich dann aber für das vermeintlich eingängigere „Jump the Gun“ für das Wildcard Konzert entschieden hatte. Und das merkt man. Ich persönlich finde „Black Smoke“ besser, nachhaltiger, hochwertiger, aber „Jump the Gun“ fällt beim ersten Mal hören mehr auf – ein Effekt, der durch den roten Jumpsuit natürlich maximal verstärkt wird.

Medical Update: Andreas Kümmert wird heute nicht proben!! Er muss auf ärztliches Anraten seine Stimme schonen. Die Probe findet trotzdem statt und zwar mit Lichtdoubles. Er ist also im Hotel und seine Band auch. Laut einem offiziellen Statement von Delegationschef Thorsten Amarell soll Andreas Kümmert aber morgen fit sein und dann während der Generalprobe etwas mehr Zeit erhalten. Dann darf aber nicht fotografiert werden, denn die Proben morgen finden ohne Maske statt – keine Fotos erlaubt und keine Filmaufnahmen.

Das bedeutet, für uns sind die Proben nun beendet: Das Lichtdouble müssen wir nicht abbilden, und die Probe von Stephanie Heinzmann (Peter nennt sie ständig „Heinzelmann“), die als nächstes proben darf, ist nicht öffentlich.

Damit kommen wir also schon zum Ende und unserem heutigen Blogger-Ranking:

Volli: 1. Alexa Feser, Ann Sophie, 3. Fahrenhaidt
OLiver: 1. Alexa Feser, 2. Fahrenhaidt, 3. Ann Sophie
Peter: 1. Ann Sophie, 2. Fahrenhaidt, 3. Alexa Feser

Wir alle drei finden alles von heute geschlossen besser als die gestrigen Auftritte, unser Gesamtranking lautet also:

Volli: 1. Alexa Feser, 2. Ann Sophie, 3. Fahrenhaidt, 4. Laing, 5. Noize Generation, 6. Mrs. Greenbird, 7. Faun
OLiver: 1. Alexa Feser, 2. Fahrenhaidt, 3. Ann Sophie, 4. Laing, 5. Noize Generation, 6. Faun, 7. Mrs. Greenbird
Peter: 1. Ann Sophie, 2. Fahrenhaidt, 3. Alexa Feser, 4. Noize Generation, 5. Faun, 6. Laing, 7. Mrs. Greenbird

Damit beenden wir diesen Live-Blog wegen des krankheitsbedingten Ausfalls von Andreas Kümmert (gute Besserung an dieser Stelle) vorzeitig und wünschen allen Lesern einen schönen Abend… zum Beispiel mit unserem Live-Blog zum Griechenland-Finale ab 20 Uhr. Blogger DJ Ohrmeister (spricht fließend Griechisch) wird euch entsprechend über die Geschehnisse in Hellas informieren.

Um 23.30 Uhr schließlich wird Australien seinen Interpreten für den ESC präsentieren, hier werden wir umgehend einen Report dazu auf dem Blog haben.

Ansonsten laden wir alle Leserinnen und Leser ein, morgen Abend das deutsche Finale „Unser Song für Österreich“ bei uns auf dem Blog zu verfolgen und zu kommentieren. Blogger Matthias wird den Live-Blog verantworten.