Rolle rückwärts in der Slowakei

Erst wollten sie im kommenden Jahr beim Eurovision Song Contest überhaupt nicht mitmachen, jetzt nominierte der slowakische Sender RTVS als zweites Land überhaupt einen direkten Vertreter.

„Eine schwierige Entscheidung“ nannte der Sender den Entschluss, entgegen ursprünglicher Absichten nun doch die Teilnahme in Baku zu bestätigen. Grund dafür dürften finanzielle Engpässe sein, mit denen nicht nur das slowakische Fernsehen zu kämpfen hat. Wenige Wochen, nachdem die Regierung in Bratislava dem europäischen Rettungsschirm für Griechenland sozusagen den Arsch gerettet hat, wendet man sich also auch von einem anderen europäischen Projekt nicht einfach ab.

Direkt nominiert wurde jetzt Miro Šmajda (Foto oben), der im Mai mit seiner Band Rosemaid ins Rennen gehen wird. Zusammen sind sie dann my.Ro. Ein Song für Baku wurde noch nicht ausgewählt. Ein Blick auf das bisherige Wirken des jungen Mannes, der bei jedem Claudia-Schiffer-Lookalike-Contest gute Chancen hätte, verrät uns jedoch, dass wir es wohl mit einer Rocknummer zu tun haben werden.

Auswahlsendungen wird es laut RTVS auch im kommenden Jahr nicht geben – mal sehen, wie das zur Vorgabe der EBU, dass es ab 2012 keine direkten Nominierungen von Titel und Interpret mehr geben soll, passt.

Bereits im vergangenen Jahr war der Zweitplatzierte des tschechischen  Pop-Idol 2009 als slowakischer Vertreter für Düsseldorf im Gespräch. Anstatt an den Rhein muss er aber jetzt ans Kaspische Meer reisen. Bisher hatten die slowakischen Interpreten ja alles andere als Erfolg auf den ESC-Bühnen Europas. Und mit Rockmusik dürfte sich daran wohl auch nicht viel ändern. Drücken wir aber bis dahin schon einmal die Daumen, dass die Slowaken nach der „schwierigen Entscheidung“ diesmal endlich mit einem Finaleinzug belohnt werden.

Nachfolgend ein neueres Werk des Künstlers. Mit so etwas wird er sich einen der hinteren Plätze im Semifinale schon einmal reservieren können, fürchte ich…….

Miro Šmajda & Rosemaid – Loneliness

 UPDATE: Das slowakische Fernsehen musste die Ankündigung der Teilnahme von my.Ro wieder von seiner Internetseite entfernen. Das Management von Miro sprach heute von einem Missverständnis. Es gebe zwar Gespräche und Verhandlungen, aber zugesagt habe Miro bisher noch nicht.

Ein bisschen slowakaotisch, das Ganze! Aber wie dem auch sei – die Slowakei will in Baku gern dabei sein – mit wem auch immer……..