Rund um Kiew (8) – Die Qual der Wahl im Bloggerleben

Das Bloggerdinner ist jedes Jahr ein großes Highlight in der ESC Woche. Es ist eine schöne Möglichkeit, sich mit den Co-Bloggern im gemütlichen Rahmen über das bisher Erlebte auszutauschen und die feine örtliche Küche kennenzulernen. Im folgenden Artikel erfahrt ihr, warum ich dieses Jahr nicht daran teilnehmen konnte, und was Ralph Siegel damit zu tun hat.

Wenn ich nach zwei Wochen Urlaub aus dem ESC zurückkomme, fragen mich in meinem Job meine Kollegen, ob ich mich denn gut erholt hätte. Sie haben meistens nur das Finale gesehen und denken es gäbe davor genügend Zeit, sich die Stadt anzusehen und etwas vom Arbeitsalltag abzuschalten. Dass man aber bereits mehrere Tage vor dem Finale in absoluten Terminstress geraten kann und oft vor der Qual der Wahl steht, davon wagen sie nicht mal zu träumen.

Die erste schwierige Entscheidung steht eigentlich nach jedem Blogger-Arbeitstag an. Man war den ganzen Tag im Pressezentrum, ist zwischen Halle und Pressekonferenzen hin und her geeilt und schon hundemüde. Die Frage lautet: „Gehe ich in den Euroclub oder nicht?“

Ich selbst bin ein Mensch, der – wenn er schon mal da ist – auch bis zum Ende bleibt. Die Frage wird dann besonders kritisch, wenn man am nächsten Morgen schon wieder in der Frühschicht eingeteilt ist oder sich letztendlich doch entschieden hat, neben dem Pressezentrum etwas von der Stadt zu sehen. Es ist dann abzusehen, dass der Schlaf in der Nacht sehr begrenzt sein wird.

So war es keine Seltenheit, dass ich in der ESC Woche mit 2 bis 3 Stunden Schlaf auskommen musste. Ganz extrem war eine Nacht, an dem ich erst um 7 Uhr morgens heimgekommen bin und dann um 9 Uhr schon bei einer Bootstour über den Dnipro angemeldet war. Ich weiß bis heute nicht, wie ich das überlebt habe!


Die nächste schwierige Entscheidung ist, welche Länderpartys man besucht. Tagelang hört man gar nichts, erhält keine Einladungen, wenn man sich nicht aktiv darum gekümmert hat oder ist während der Partys zum Bloggen eingeteilt und kann nicht hingehen. Und dann hat man frei und auf einmal parallel Einladungen zur ukrainischen, moldawischen und georgischen Party. Was macht man nun? Wo geht man hin?

Bei uns war genau dies der Fall und wir entschieden uns für Moldawien, weil die Party an einem außergewöhnlichen Ort stattfand, und wir in den letzten Jahren noch nie etwas von einer moldawischen Party gehört hatten. Es war die richtige Entscheidung und ein wunderschöner Abend, über den mein Co-Blogger Marc mehr im Rahmen dieser Serie berichten wird.


Die schwierigste Entscheidungen dieses Jahr hatte ich aber in der Entstehung meines Exklusiv-Interviews mit Ralph Siegel zu treffen. Hierzu muss ich sagen, dass ich Ralph Siegel seit mehreren Jahren persönlich kenne und sehr schätze. Im frühesten Kindesalter bin ich durch ihn erst ein ESC Fan geworden. Als ich die Zusage für ein Exklusiv-Interview für den Prinz Blog bekam, war es mir eine große Ehre. Nur wurde mir keine exakte Zeit genannt sondern lediglich, dass man im Pressezentrum auf mich zukommen würde.

Nun war ich mitten in der Pressekonferenz von der Schweiz, als mein Co-Blogger Jan auf mich zukam und sagte, dass Ralph Siegel draußen auf mich warten würde. Ich war noch für zwei weitere Pressekonferenzen im Anschluss eingeteilt. Was tun? Alles stehen und liegen lassen? Oder Ralph Siegel absagen?

Ein großes Lob an den hervorragenden Teamgeist im Prinz Blog. Jan übernahm spontan den Rest der Schweizer Pressekonferenz, Matthias sprang für die weiteren beiden PKs ein und DJ Ohrmeister machte während meines Interviews die Fotos. Alles erschien rechtzeitig im Blog und nach außen fiel gar nicht auf, wie sehr wir improvisieren mussten.


Das Interview verlief super und Ralph erzählte einiges aus dem Nähkästchen. Zum Abschluss lud er mich zum Geburtstag seiner Frau Laura ein, der ausgerechnet am nächsten Abend stattfinden sollte – dem Tag unseres Bloggerdinners.

Diese einmalige Einladung nahm ich natürlich dankend an und dies erklärt auch, warum ich oben im Beitragsbild nicht zu sehen bin. Aus „2 Stunden vorbeischauen“ wurde dann ein wunderschöner Abend, und ich verließ die Geburtstagsparty erst um 1 Uhr, als meine Co-Blogger vom Dinner schon am Aufbrechen waren. Ohne mich wäre niemand vom Prinz Blog vor Ort gewesen. Und eine derartige Einladung von Ralph Siegel lehnt man nicht einfach ab, und schon gar nicht, wenn man seit Kindheit ein großer Fan seiner Songs ist.


Es ist sehr schade, dass ich dieses Jahr nicht beim Bloggerdinner dabeisein konnte, zeigt aber auch, dass man gerade in der ESC Woche oft die Qual der Wahl hat und nicht immer auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Umso mehr freue ich mich nun auf unser Bloggerdinner in Lissabon.

 

Vorschau: In der nächsten Folge schildert OLiver einen Blogger-Ausflug an den Ort der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

Bisher in „Rund um Kiew“ erschienen:
(1): Auf dem Weg nach Odessa (Jan)
(2): Im Golden Circle und in der Fan Zone (Marc und BennyBenny)
(3): Network ESC, Teil 1 (diverse Blogger)
(4): Deutsche Delegation Deluxe (BennyBenny)
(5): Die Transen im Lift (Douze Points)
(6) Hetzjagd durch die Hauptstadt (OLiver und Peter)
(7) Überleben zu kleinen Preisen in Kiew (Tjabe)