Rundes Jubiläum: 4.000 Beiträge auf dem PRINZ-ESC-Blog

11/12 Russische Party Alex Sparrow

Mehr als sieben Jahre nach dem Start unseres Blogs haben wir eine magische Zahl erreicht. Dies ist der viertausendste Blogbeitrag. Wir nehmen dies zum Anlass und erinnern uns an unsere liebsten, schwierigsten, emotionalsten und nervigsten Blogartikel.

Die Geschichte unseres Blogs mit den Meilensteinen unserer Entwicklung haben wir bereits zum 3333. Beitrag im vergangenen Jahr hier erzählt. Nun schaut jeder Blogger individuell zurück und erinnert sich an seine persönlichen Highlights auf dem Blog. Gefragt sind dabei nicht unbedingt die erfolgreichsten (klickstärksten) oder kontroversesten (kommentarstärksten) Beiträge, sondern diejenigen, die den Bloggern persönlich viel bedeuten.

Douze Points:

Ich weiß nicht, ob stolz das richtige Wort ist, aber ich habe mich sehr gefreut, wie viel Aufmerksamkeit meine Airplay-Analyse im Nachgang zum deutschen Vorentscheid 2013 erzeugt hat. Sie wurde besonders oft getwittert, wenn ich mich recht erinnere auch von relevanten Mediengrößen. Und angeblich wurde sie auch im ARD-Verbund diskutiert.

DJ Douze Points Turntable ActionWie die meisten anderen, die in Baku dabei waren, hat mich der dortige ESC nachhaltig beschäftigt: die Widersprüchlichkeit vor Ort, aber auch die Notwendigkeit, sich hierzulande für den Aserbaidschan-Besuch und sein Verhalten dort zu rechtfertigen. Das Ganze resultierte dann nach etlichen Gedankenschleifen in meinem persönlichen Rückblick auf die ESC-Zeit in Baku.

Ungewollter Trendsetter wurde ich, als ich mich am 21. April 2010 gegen einen Lunch in der Sonne entschied. Stattdessen verfasste ich einen Bericht über ein 3-minütiges Video einer schwedischen Jugendsendung und landete damit einen SEO-Volltreffer  (SEO=Search Engine Optimization): Eric Saade outet sich – als Kopfnässer! Erst passierte gar nicht so viel. Aber als Eric dann im Jahr 2011 einen neuen Anlauf beim Melodifestivalen wagte und schließlich Schweden beim ESC in Deutschland vertrat, da wurde intensiv nach ihm gegooglet und der Artikel wie wild geklickt. Lange Zeit war er der meistgelesene hier auf dem Blog.

Anri_Jokhadze_01Beeindruckt war ich in der Vergangenheit häufiger von den prägnanten Überschriften des Bloggerkollegen Armen, die – gewollt oder nicht – auch beste SEO-Qualitäten aufweisen. Sowohl „Leppilampi – die geile Sau“ als auch „Eva Rivas ne Transe?“ fallen in diese Kategorie – und sind mittlerweile unter uns Bloggern häufig zitierte Klassiker. Besonders gern erinnere ich mich aber an den Sonntagabend, als ich den Live-Blog vom georgischen Vorentscheid 2012 las. Bereits beim Aufmacherbild (Foto links) musste ich laut auflachen. Je mehr ich dann von dieser grotesken Veranstaltung las, desto mehr Tränen musste ich mir aus den Augen wischen, um überhaupt noch den Text zu erkennen. Der Live-Blog von Jan und den mit ihm leidenden Bloggerkollegen konnte dabei voll seine Vorteile ausspielen und war auch beim Nachlesen einfach ganz großes Entertainment!

 

Marc:

No Angels in BelgradKeine leichte Aufgabe, aus 4.000 Artikeln auszuwählen. Mein erster Blick schweift zurück zu den Anfängen, als unser Blog noch sehr „freestyle“-mäßig unterwegs war. DJ Ohrmeister, Armen und ich reisten mit den No Angels nach Belgrad und berichteten vor Ort. Gleich mein allererster Beitrag über den Bürgermeisterempfang „Im Blitzlichtgewitter der Stars“ löste bei mir eine Faszination aus, die ich bisher nicht kannte. Einen ESC live Ort zu erleben und gemeinsam mit den Stars zu feiern. Von da an wollte ich keinen ESC mehr verpassen.

Im Laufe der Zeit kamen immer neue Blogger hinzu und es musste klare Regeln geben, so zum Beispiel für die beliebten Live-Blogs. Bei der Einteilung ist es immer eine Wundertüte, ob man nun einen Zonk erwischt oder eine Perle. Als „Zonk“ der besonderen Art entpuppte sich für mich der Live-Blog Aserbaidschan 2011. Erst wurde der Termin mehrmals verschoben, und dann wollte diese grauenvolle Finalshow niemals enden. Immer wenn ich dachte nun ist es vorbei, kam eine neue Runde mit Songs aller Interpreten. Selbst das Saalpublikum in Baku war nach fast 4 Stunden teilweise eingeschlafen bzw. verließ den Saal vorzeitig.

Attitude Blue
Attitude

Besonders gern mag ich persönlich die Reihe Euro-Trash vom Kollegen Douze Points. Da verpasse ich keine Folge. Wenn ich an eigene Trash-Beiträge zurück denke, dann fällt mir sofort das Frischfleisch-Video von Blue ein. „Blue naked – They can. Everytime“ war lange Zeit einer der am stärksten geklickten Beiträge.

Gerne zurück denke ich auch an mein erstes Melodifestivalen – damals noch im Globen. Ich traf den jugendlichen Eric Saade und die pinke Sanna Nielsen und ahnte noch nicht, dass diese beiden Mello-Stars uns noch lange Zeit auf dem Blog begleiten würden (Bildergalerie Melodifestivalen 2011).

Eric Saade & Marc with Winners TrophyZu guter Letzt darf ein Wettquoten-Artikel nicht fehlen. Schon seit 2008 habe ich immer mal wieder die Quoten der Buchmacher, YouTube-Clicks oder Facebook-Fans analysiert. Besonders Spaß gemacht hat das aber 2014: es gab die Biggest Changes Ever, doch am Ende waren die Top 4 der Buchmacher doch tatsächlich auch die Top 4 beim ESC-Finale (wenn auch in anderer Reihenfolge).

 

Jan:

Herrjeh, wie soll man bei fast 4.000 Beiträgen den Überblick behalten? Aber trotzdem fallen mir auf Anhieb zwei bis drei Stücke ein, an die ich mich gern zurückerinnere. Allen voran der bereits erwähnte Live-Blog zur Vorentscheidung Georgiens für Baku 2012. Wir saßen zu fünft an einem Sonntag Nachmittag in meinem kleinen Esszimmer und man hatte das Gefühl, mit fortschreitender Sendedauer gerät uns der Blog außer Kontrolle. Nie vorher und nie wieder danach hatte ich soviel Spaß an einem Live-Blog! Wenn man aber auch so einen Input hat, wie ihn das TV in Tiflis anbot, wird es einem auch leicht gemacht…

Kikki Danielsson, Schlagerpride 2011Ein paar von uns Bloggern sind mehrere Jahre hintereinander im Sommer nach Stockholm gereist, um den legendären „Schlagerkväll“, den Schlagerabend anlässlich des dortigen Christopher Street Day live mit zu erleben. In diesem Zusammenhang sind ein paar tolle Berichte mit  tollen Fotos von Peter erschienen. Zu den Konzertberichten geht es HIER (2010) und HIER (2011).

Man kann den Organisatoren nur immer wieder gratulieren, wie sie es schaffen, eine solch große Vielzahl aktueller und ehemaliger Mello- und ESC-Sternchen auf die CSD-Bühne zu locken! Abseits vom schwedischen ESC-Trubel gab es aber auch immer wieder Gelegenheit zu ruhigeren Aktivitäten. So haben wir uns an einem heißen Sommertag im August auf die Suche nach den Spuren gemacht, die ABBA in der schwedischen Hauptstadt hinterlassen hatten.

EDN 4 Blogger Janni mit DJ Douze PointsApropos Stockholm! Das erinnert mich an eine ganz tolle Serie, die hier im vergangenen Sommer über den Bildschirm flimmerte. WM hatte sich daran gemacht, alle Songs, die einen Städtenamen im Liedtitel führten, näher unter die Lupe zu nehmen. So entstand ein 15-teiliger (!!) „Reiseführer“ der ganz besonderen Art. Sämtliche Sommerspecials von WM findet Ihr übrigens HIER. Ich sage Euch: Es lohnt sich! Wie hier ESC-Themen mit Witz und Liebe zum Detail aufgearbeitet werden, macht schon einen Riesenspaß beim Lesen!

Chiara MaltaDas für mich am schwierigesten zu schreibende Stück stammt übrigens aus der Serie „Future Winners„. Mein dortiger Artikel über Malta ist mir zwar letztlich ganz ordentlich gelungen, wie ich finde, allerdings musste ich dabei gegen eine Schreib- und Recherche-Blockade anarbeiten – schrecklich… Am Stück saß ich neun Stunden an dem Ding und habe gehadert und gehadert… und mich letztlich durchgekämpft. Aber jetzt freue ich mich auf die nächsten 4.000 Artikel!

 

Armen:

ESC 2014 Finale ArmenHuuuui…. da steh ich mal wieder vor einer Herkules-Aufgabe. Ich bin mit Marc und Konstantin seit 2008 einer der Blogger der ersten Stunde, da kommen schon einige Beiträge. Natürlich sind es vor allem auch „armenische“ Begegnungen, die mir besonders gut in Erinnerung geblieben sind.

Eine sehr persönliche und fast schon emotionale Erfahrung war das „Katastrophenjahr“ (aus armenischer Sicht) in Düsseldorf, als 2011 Armenien nicht nur ausgeschieden ist, sondern das Feindesland auch noch gewann. Dazu hab ich gleich in der Nacht nach dem Finale einen Bericht geschrieben: Aserbaidschan hat den Eurovision Song Contest gewonnen. Das Ding, hab ich einfach runter geschrieben, ich glaube noch nicht mal Korrektur gelesen und veröffentlicht.

emmy and hot sauceZuvor hatte ich aber ein grandioses Interview mit Emmy. Über eine Stunde konnten wir miteinander sprechen. Emmy ist so ne süße und lustige Frau. Wir hatten echt viel Spaß. Es dauerte zwar, bis ich sie treffen konnte… viele viele Emails und eine lange Wartezeit, aber es hat sich gelohnt: Emmy and 4 hot Greek guys!

Schließlich war auch meine erste Amsterdam-Reise ein Traum. Eurovision in Concert hatte seine erste Ausgabe 2009. Die Anreise und Organisation war für mich eine kleine Katastrophe: ich war in jeglicher Hinsicht unvorbereitet, ein Wunder, dass ich überhaupt einen Flug gebucht hatte. Aber der Aufenthalt war gigantisch – und ein Bericht darüber war lange Zeit sehr gut geklickt, was vielleicht an der Headline lag: Ein guter Küsser!! Übrigens hab ich nie erfahren, wie Kamil küsst! Passenderweise, den Vorbericht dazu!!

 

OLiver:

Mein liebster Beitrag ist ungewöhnlich für den Blog, weder ein Live-Blog, noch eine Reportage, sondern eine auf wahren Ereignissen beruhende Erzählung. Im Vorfeld zum ESC 2010 in Oslo hatte ich eine Art religiöses ESC-Erweckungserlebnis – in einem Supermarkt. Wie man mit klebrigen Vorentscheidungsschleifen umgeht, habe ich flugs in eine Geschichte gepackt. Der betreffende besonders heimtückische Song „Perfecta“ plagt mich übrigens heute noch hin und wieder. Ansonsten liebe ich Beiträge, in denen man Humor unterbringen kann und individuelle Eindrücke schildern kann, die nicht zwangsläufig mit einem Song oder Interpreten zu tun haben müssen.

kaukasus_georgien_179 OLiverGroßen Spaß hat mir etwa die 11-teilige Reiseserie „Jenseits von Baku“ (Start hier) von Baku über Tiflis nach Eriwan bis hin nach Bergkarabach gemacht (Foto: Beim Genuss von Churkchela, „georgischem Snickers“). Womöglich werde ich irgendwann zu einem Reiseblog wechseln?

Am schwierigsten zu schreiben war für mich zweifellos unser traumatisches Erlebnis in Aserbaidschan, als Fotograf Volli und ich auf einem Ausflug wegen Verdacht auf Industriespionage (!) festgesetzt und stundenlang verhört wurden.  Wir konnten den Text erst veröffentlichen, als wir das Land verlassen hatten und erhielten nebst viel Zuspruch unserer Leser auch reichlich Vorwürfe von offensichtlichen Fake-Adressen (ein Phänomen, das auch andere Blogs erfahren haben, wenn es um Kritik an Aserbaidschan geht).

EMA Ula Furlan Hannah ManciniAnsonsten liebe ich Live-Blogs und Roll-Blogs, weil es besonders herausfordernd ist, einen Live-Kommentar zugleich sachkundig als auch unterhaltsam zu gestalten und gleichzeitig in Interaktion mit den Lesern zu sein. Viel Spaß gemacht hat mir etwa der Live-Blog zur EMA in Slowenien, der sogar eine Reaktion der Moderatorin Ula Furlan auf unserem Blog zur Folge hatte (sie stellte richtig, dass sie die siegreiche Komponistin Hannah Mancini nicht aus Ignoranz auf Englisch angesprochen hatte, sondern weil diese es so wünschte).

Spanien ESC 2014 - Ruth LorenzoUnter vielen tollen Blogs in dieser Saison gefällt mir unser Live-Blog Spanien (von WM und Tjabe) mit am besten. Meine Lieblingspassage: Ihre mutmaßliche Mutter, die mutmaßlich blondiert ist, sagt im Kreise der Familie noch was Nettes – und Ruth antwortet live aus dem Studio. “Te quiero” kommt mehrfach vor. Tjabe hat herausgehört, dass sie sich bedankt – das Leben mit Ruth war wohl nicht immer einfach. Kein Wunder bei den Tönen.

 

DJ Ohrmeister:

Baku SonnenuntergangNatürlich ist es schwierig, aus sieben Jahren Bloggerschaffen auf Anhieb die absoluten High- oder Lowlights auszugraben, aber ein Artikel fiel mir natürlich sofort ein. Der Rückblick auf drei Wochen Baku, die für mich (und wohl auch für den ein oder anderen Bloggerkollegen) eine emotionale Achterbahn zwischen Faszination, Unverständnis und Magenkrämpfen gewesen war.

Wir haben, wie ich finde, im Laufe der Zeit tolle Serien auf den Blog gestellt. Als Vorentscheidungsfreak haben mir dabei die Rückschauen auf die schlimmsten und auch die schönsten nationalen Kandidatenbeiträge eines jeden Jahres besonderen Spaß gemacht. 2013 habe ich zum Beispiel von umgeschulten Osterhasen aus Norwegen und dem verkorksten Comeback der Army of Lovers berichtet (hier und hier). Im Anhang finden sich dort auch die Links zu den Übersichten des Grauens der Vorjahre.

Killer Smile MixZiemlich viel Arbeit hatten wir in eine Serie namens „Future Winners“ gesteckt – da haben wir all die Länder untersucht, die es nie ganz oben aufs Treppchen geschafft haben, die aber wohl noch die besten Chancen dazu haben könnten. Mein Stück über Zypern liest sich fast ein wenig wie eine wissenschaftliche Abhandlung, wie ich jetzt mal wieder beim Nachlesen feststellen muss. Aber auch das gehört auf den Blog – zumal es tatsächlich ganze Tage kosten kann, so etwas rund und ordentlich zu schreiben. Dafür ist dabei aber auch ein schöner Streifzug durch die ESC-Historie dieser Länder rausgekommen.

Auch die Live-Blogs meiner Kollegen begeistern mich regelmäßig (da kann ich kaum ein Beispiel rauspicken – aber ja, das Desaster von Tiflis 2012 habe ich auch noch in guter Erinnerung), besonders gern habe ich aber die schön reflektierten Artikel von WM über Lovely Lena gelesen (etwa hier).

 

Tjabe:

Pressezentrum Anouk TjabeMeine Zeit im Blog begann im Vorlauf zu Oslo 2010 und wurde damals gleich mit Lenas Sieg gekrönt. Wenn ich mir die ersten Artikel anschaue, dann würde ich sie gern heute gestalterisch nochmals überarbeiten. Aller Anfang ist schwer. Aber schon 2010 blickte ich gern auf Vergangenes zurück. Daher zählen insbesondere die beiden Serienartikel zu den zukünftigen Siegeschancen der Portugiesen und der Niederländer zu den intensivsten Schreiberlebnissen. Die beiden Länder (im Bild Anouk/Niederlande 2013) liegen mir sehr am Herzen und es ist mir wichtig, den Lesern nicht nur die einzelnen Lieder sondern auch das Drumherum in den Ländern näher zu bringen und verständlich zu machen. Solche umfangreichen Artikel fordern jedoch sehr viel Zeit und fallen daher aus Zeitmangel leicht unter den Tisch.

Frankreich TwinTwin 2014 Meet & Greet 06530.jpgAuch wenn ich gern Geschichten aus meinen beiden Favoritenländern zum Besten gebe, so muss man als Blogger ja auch über andere Länder und ihre Beiträge berichten. Nicht mal Schweden bleibt von mir verschont, auch wenn es die meisten der Bloggerkollegen sicherlich besser können und lieber mögen. Und bei einer solchen Berichterstattung passierte dann auch noch das Kuriosum, dass man einen Liveblog vom Finale des Melodifestivalen verfassen sollte, aber gar keinen Zugang zum Livestream wegen Überlastung erhielt. So geschehen 2011. Da heißt es improvisieren. Ähnliches forderte der Liveblog zur Bekanntgabe des französischen Teilnehmers 2014 Twin Twin (Leadsänger im Foto), als die Sendung nur über Dalida ging. So wird Wikipedia schnell zu deinem Freund.

Jeder der Bloggerkollegen hat seinen eigenen Stil und seine Lieblingsinhalte und daher ist es schwer, zu sagen, welcher Beitrag eines Co-Bloggers für mich der schönste war. Jedoch möchte ich WM für die mehrfache liebevolle Berichterstattung zum diesjährigen Beitrag der Niederlande vom The Common Linnets danken. Last Exit Tuckerville ließ mein niederländisches Herz höher schlagen. Das hat es auch getan, als ich die vielen Kommentare zu meinem Artikel über den aufkommenden Hype zu „Calm After The Storm lesen durfte. Da meine Berichte zumeist wenig schriftliche Resonanz erhalten, haben mich die 68 Einträge von den Socken gehauen und begeistert. Vielen Dank.

Bildschirmfoto 2014-07-06 um 13.52.54Für mich der wichtigste und emotionalste Artikel stammt auch aus 2014. Die Ehrung der Toten beim diesjährigen Festival RTP da Canção durch Lúcia Moniz mit „Silêncio E Tanta Gente“ hat mich sehr bewegt und war mir einen gesonderten Artikel wert. Zumeist kennt man die Künstler nur durch den Auftritt beim Eurovision Song Contest, was sie aber vorher und insbesondere hinterher gemacht haben entgeht vielen. Dieser Aufgabe, an Künstler zu erinnern, möchte ich mich und auch sicherlich die Kollegen weiterhin gern stellen.

 

WM:

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Meine persönlichen Lieblingsartikel bilden die Serie „Darum gewinnt Lena“ im Vorfeld des ESC in Oslo geschrieben – inhaltlich natürlich ein Volltreffer, weil Lena ja dann auch wirklich gewonnen hat. Es war eine der ersten Sachen, bei der ich Blödsinn mit Scharfsinn verbunden habe und die wirklich rundum Spaß gemacht hat. Ich habe die Serie zu großen Teilen in einem Ferienhaus auf Amrum (und davor) geschrieben und der Entstehungsprozess hatte damals wirklich etwas Entspannt-Kreatives. Das waren noch Zeiten…

Am meisten über die Reaktion überrascht war ich wieder von einem Lena-Thema: Der Lena, der Bestimmer und ganz viel Sendezeit (was bleibt von USFD?). Meine Analyse der deutschen VE 2011. Ich habe diesen Artikel einfach so runter geschrieben, es ging mir darum, zu zeigen, dass die allgemeine Berichterstattung über die Sendung doch extrem von anderen Gesichtspunkten geprägt ist, als von Objektivität.

Ich habe extrem viel Lob für diesen Artikel erhalten, was ich in diesem Umfang nicht erwartet hatte, und Peter hat damals berichtet, dass sogar Menschen aus dem Umfeld der Produktion anerkennende Worte gefunden hätten. Das war ja damals neu und mir wurde bewusst, was für eine Reichweite man haben kann mit diesem Blog.

malmö_ebupk10 Sietse Bakker Jon Ola SandWenn ich einen Kollegenartikel, der mir besonders gefallen hat, hervorheben müsste, würde ich Jans messerscharfe Betrachtung des Votingskandals im letzten Jahr wählen (Fortsetzung hier). Jan gelingt es oft sehr gut, Dinge auf den Punkt zu bringen, die ich überhaupt nicht verstehe. Er hat dazu eine Schreibe, die klar, verständlich, aber auch deutlich und manchmal subjektiv ist. Der geborene Autor für den Kommentar zur späten Stunde. Auch viele andere Analysen und Analys’chen von Jan zu weit weniger schwerwiegenden Themen haben mir gefallen, dies war aber sicher seine wichtigste.

Ach ja, und ich liebe Tjabes Nachrufe. Die Paul-Kuhn– Titelzeile „Er hat den Taktstock niedergelegt“ ist inzwischen in meinen allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen.

Elaiza Mini-PopUnd was war ein schwieriger Artikel? Nun, in letzter Zeit, nach fünf Jahren Schreiberei, rattern die Finger generell nicht mehr ganz so flüssig über die Tastatur, man hat halt schon allerhand erzählt. Besonders schwer gefallen ist mir vor einigen Monaten der Songcheck für unseren deutschen Beitrag 2014. Das lag wohl zum einen daran, dass ich ein recht ambivalentes Verhältnis und nur wenig inneren Bezug zu Elaizas Song habe, zum anderen es aber auch wirklich nicht einfach war, das Ding einzuschätzen und zu prognostizieren, was damit in Kopenhagen passieren könnte. Der Artikel und der Song – beides war irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. Aber: mit ein bisschen Glück gibt es demnächst ja wieder eine delikate Dorade mit Salzkruste oder ein herrliches Entrecote.

 

Matthias:

4.000 Beiträge – oder zumindest die vermutlich über 3.000, seit ich zum PRINZ-Blog gestoßen sind – sind eine riesige Zahl, und es wäre vermessen, sich an jeden einzelnen erinnern zu können. Besonders stark denke ich natürlich an meinen ersten Live-ESC zurück, bei dem ich für das Blog als Journalist vor Ort akkreditiert war, Oslo 2010. Mein erstes Interview ever für das Blog führte ich mit zwei bezaubernden blonden Damen, von denen ich sicher war, dass sie den Einzug ins Osloer Finale schaffen würden – nur, um sie dann wenige Tage später in der Telenor Arena in Bærum ausscheiden zu sehen: Kuunkuiskaajat.

An das Interview Valentina San Marino 2013 Interview– und an die anderen, die ich bei ESCs führen konnte, wie etwa mit Valentina Monetta oder in diesem Jahr Firelight – erinnere ich mich gern.

Woran noch? Nun, unsere Zahl an Beiträgen ist vor allem kräftig und schnell gestiegen, seit wir beschlossen, jede nationale Vorentscheidung live zu bloggen. Das ist bisweilen stressig, macht aber immer wieder riesigen Spaß, vor allem wenn ihr Leser euch mit euren Kommentaren direkt einklinkt und man als Liveblogger unmittelbar Feedback bekommt. Außer man bloggt gerade Moldawien, während parallel das Melodifestivalen-Finale läuft… Da kann das Livebloggen bisweilen recht einsam sein. 😉

Andererseits kann es auch turbulent sein, nicht immer wird goutiert, was dem Liveblogger adrenalin-gepusht gerade in den Sinn kommt und aus den Fingern in die Tasten fließt. Besonders viel Spaß machte der Unser-Star-für-Oslo-Finale-Statement-Liveblog, den Peter und ich aus einem Stockholmer Hotelzimmer machten, mit der treffsicheren Satellite-Prognose „Das wird nix mit der Top Ten in Oslo.“ 😉

HarpaMit viel Freude habe ich außerdem den Artikel über den potenziellen Future Winner Island verfasst, wenige Wochen, nachdem auf der Nordatlantikinsel war. Da konnte ich auch noch mein Foto vom neuen Konzerthaus Harpa unterbringen… ähnlich wie der Bericht von meiner Malta-Reise zum Vorentscheid 2014.

Ohnehin sind es gerade solche liebevollen persönlichen Stücke, die unser Blog so abwechslungsreich und unverwechselbar machen. Es ist schwierig – und wird vielem anderem nicht gerecht – einzelnes herauszuheben. Spontan fallen mir da aber zum Beispiel OLivers Berichte von den estnischen Vorentscheiden ein (inklusive herzallerliebster Eesti Laul Tallinn 2012Wandkunst, einen „depressiven Lurch nach einer fortwährenden Eesti-Laul-Beschallung der letzten Jahre“ zeigend), oder Armens aufwändige Suche nach Eurovision-Songs, die zum Fitnessprogramm auf Laufband und Crosstrainer passen, oder Douze Points‘ pointierte Kommentare wie „Genug! Keine Diktaturen mehr beim Eurovision Song Contest!“. Dazu kommen viele kleine Perlen, etwa OLivers Sieger-Hundeorakel, Marcs Klickzahlen-Analysen sowie WMs wunderbare Überschriften „Lena tränt, Roman taumelt, Cascada tapst“ und „Vor 50 Jahren hieß Lena Jacqueline!

Nicht zu vergessen so wunderbare Sammlungen wie die skurrilsten Vorentscheidungssongs (hier beispielhaft die von 2011). Und natürlich wäre der Blog nicht halb so gut ohne die vielen tollen Fotos von Peter und Volli. Herausgepickt sei da nur diese wunderbare Foto-Session mit Anna Rossinelli und ihren Jungs.

 

BennyBenny:

BennyBennyAls relativ neuer Blogger kann ich an dieser Stelle noch nicht so aus den Vollen schöpfen wie meine Kollegen, aber dennoch haben sich in den vergangenen Monaten ein paar persönliche Highlights angesammelt.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass mit Elaiza und Madeline Juno gleich zwei Künstler, die ich im Zuge unserer Serie „Unser Star für Kopenhagen“ – damals noch als Gastblogger – vorgestellt habe, letztendlich tatsächlich an der Vorentscheidung für den diesjährigen ESC teilgenommen haben: Madelines Song „Error“ war Ende des vergangenen Jahres eines meiner Lieblingslieder und bis heute frage ich mich, wie die deutsche Vorentscheidung wohl ausgegangen wäre, wenn sie diesen Song statt „Like Lovers Do“ in der ersten Runde gesungen hätte. Aber sei’s drum, ich freue mich jedenfalls, dass sie ein tolles Album veröffentlicht hat und im Herbst auch zum ersten Mal auf Tour geht.

Empfang Deutscher Botschafter Kopenhagen 2014 Elaiza rocken zu BasimAls ich am 11. November 2013 meinen Beitrag über Elaiza auf dem Blog veröffentlichte, war nicht abzusehen, dass die Mädels knapp ein halbes Jahr später Deutschland auf der ESC-Bühne vertreten würden. Und obwohl ich deren Musik persönlich mag, lag ich leider auch mit meiner Prognose richtig, dass die Songs der Band zu intim und unauffällig für die große Bühne sein könnten. Schön war die Reaktion der drei, als ich mich auf dem deutschen Botschaftsempfang in Kopenhagen als Verfasser dieses Beitrags geoutet habe, worüber sie sich sehr gefreut haben.

Wenn es um Beiträge meiner Kollegen geht, mag ich besonders Stücke, die ein wenig politisch angehaucht sind und die unter die kitschig-glitzernde Fassade des Events blicken lassen. Dazu zählen etwa Douze Points Stück über das Verbot armenischer Musik im aserbaidschanischen Euroclub und OLivers Stück über die Festnahme und das Verhör in Aserbaidschan.

Gleichzeitig kann man sich der ESC-Thematik natürlich auch ironisch nähern, indem man sie extrem überspitzt. Ich finde, die Euro-Trash-Beiträge von Douze Points tun das immer wieder. Aus demselben Grund mag ich auch die Bilderstrecken von Peter, weil sie gleichzeitig oft Skurriles zeigen, aber auch die riesige Freude, die der ESC den Fans immer wieder bringt.

 

Peter:

Viertausend Beiträge zählen wir heute. Vier (statt viertausend) Highlights, die ich mit dem PRINZ ESC Blog verbinde, möchte ich hervorheben.

1.) Da ist zum einen und vor allem anderen das ESC-Cliquenfeeling. Aus dem Bloggerkreis ist über die Jahre ein einzigartiges Team von freundschaftlich eng verbundenen ESC-Experten geworden. Ein Team, der auch jenseits des Blogs gemäß unserem Motto „von Fans für Fans“ aktiv ist – etwa beim „Hanse Grand Prix“ oder bei der „Eurovision Dance Nite“.

Und wir ergänzen uns – mit unterschiedlichen ESC Interessenschwerpunkten – fantastisch. Vieles liest man bei uns zuerst und dazu gleichzeitig fundiert und ganz ohne Scheuklappen gnadenlos subjektiv. Wie anderen Co-Bloggern fällt es mir schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Ich schliesse mich 100% dem an, was WM zu Jans Hintergrundbericht über die aserischen Wahlmanipulationsversuche schreibt und fand die (ebenfalls schon an anderer Stelle erwähnten) Baku-Rückblicke von Konsti und Douze Points  großartig „intense“ und authentisch. Von WM selber verschlinge ich alles, was er über meine Lieblingsband ABBA ausgräbt (hier zum Beispiel) – gibt es ebenfalls nirgendwo sonst so präzise und anschaulich zu lesen.

11 Paradise Oscar Shooting2.) Von Anfang an war uns klar, dass wir mit vielen guten, originellen und mitreißend-emotionalen Fotos, die die kenntnisreichen Texte der Blogger ergänzen, den Blog einzigartig machen können. Viele der Blogger photographieren auch und in der Hochsaison sind wir bei vielen Events darüber hinaus mit Profis am Start, allen voran Volli. So entstehen viele großartige Fotoreportagen, exemplarisch seien nur zwei hervorgehoben. Das Shooting mit Paradise Oscar im Medienhafen in Düsseldorf 2011 und die „Shirtless Show“ von Spatz Alex im Euroclub im gleichen Jahr (siehe Aufmacherbild zu diesem Jubiläumsbeitrag).

 

Who Is That Guy?
Who Is That Guy?

3.) Ein Durchbruch in der Erfolgsgeschichte des PRINZ Blogs war sicher auch die Einführung der von OLiver konzipierten und moderierten Lesergames. Die Interaktion und der Austausch mit den Fans ist für uns essenziell, deshalb kann auch jeder einzelne Beitrag kommentiert werden. Oft kommentieren auch Künstler oder Produzenten selbst, was wir schreiben. Als Douze Points und ich unter einem Beitrag zu Matthias Carras ins Plaudern kam, schaltete sich dieser auch per Kommentar selbst ein. Wenn wir ein Thema platzieren wollen, ist ein Gewinnspiel nicht weit. Eine Zeitlang habe ich leidenschaftlich „Days Of Our Lives“-Clips auf youtube angesehen und wollte in der Folge unbedingt einmal ein Photo von Chandler Massay auf dem Blog unterbringen. Wie kriegt man das ohne zwingenden ESC-Bezug hin? Da war ein Gewinnspiel naheliegend (grins).

Helene Fischer - Taufe Mein Schiff 3 - Hamburg4.) Und dann ist da noch die Königin. WM ist mein Zeuge, seit den frühen „Von Hier Bis Unendlich“-Zeiten in 2006 bin ich ein großer Fan der Songs von Helene Fischer, also „early adopter“ und nicht „late follower“ wie Jogis Jungs. (Kaum vorstellbar war vor acht Jahren, dass von der Königin einmal der Fußball-WM 2014 Kabinen-Aufputschsong der deutschen Nationalmannschaft sein sollte.) Auf den Blog fand Helene erst, als wir die inzwischen legendäre Serie „Unser Star für Kopenhagen“ starteten. Selbstverständlich – da waren wir uns (fast) alle einig – gehörte Folge 1 der Königin. Mit ungeahnten Folgen. Wenige Beiträge werden so kontrovers diskutiert wie die über Helene „larger than life“ Fischer.

Die Anzahl der Helene-Zugeneigten überwiegt allerdings deutlich, das merken wir auch an den Klickzahlen. Nur sehr dezent dosiert schreiben wir hier über die deutsche Punkteverleserin 2014, aber jeder Königinnen-Beitrag bricht prognostizierbar Klickrekorde. Jeder der nur sechs Texte über Frau Fischer, die wir hier veröffentlicht haben, befindet in der „all time top 20“ Klickcharts. Ja, es waren (bislang) nur sechs, dabei gibt es soooo viel zu berichten. Meine jüngste fulminante Begegnung mit der Königin war die (ihre) Taufe von „Mein Schiff 3“ von TUI Cruises im Hamburger Hafen (siehe Foto) – mit anschließendem kostenlosen Konzert am Fischmarkt: Alle Hits in 90 min. nonstop. Breathtaking – oder eben atemlos!

 

Das waren unsere persönlichen Highlights. Und was hat euch am besten gefallen? Was wünscht ihr euch für die nächsten 4.000 Blog-Artikel? Wir freuen uns auf Anregungen und konstruktive Kritik.