San Marino schickt Jazzdiseuse Valentina Monetta nach Baku

Als letztes der 42 Teilnehmerländer hat heute San Marino seine Interpretin für den Eurovision Song Contest in Baku bekanntgegeben. Valentina Monetta ist tatsächlich Staatsbürgerin der kleinen Republik und singt am liebsten Jazz, Soul und Funk. Der Knüller ist jedoch, wer hinter ihrem Titel stehen soll: Ralph Siegel.

Kein geringerer als Altmeister Ralph Siegel soll den sammarinesischen Titel geschrieben haben. Er soll „Likely to be “ heißen und komplett auf Englisch gesungen werden. Dies berichtete vorab das sammarinesische Presseorgan giornale.sm.  Auf der Pressekonferenz von TVSM wurde indes lediglich die 28-jährige Sängerin Valentina Monetta vorgestellt, der Titel („eine internationale Produktion“) soll am Freitag abend in einer Sondersendung samt Videoclip und Interview mit der Sängerin präsentiert werden. Valentina hat sich passenderweise einen Tag vor der Pressekonferenz ein neues Facebook-Profil eingerichtet.

Im letzten Jahr hatte es heftige Kritik daran gegeben, dass man mit der musicalerfahrenen Bologneserin Senit eine Italienierin (und somit Ausländerin) zum Eurovision Song Contest nach Düsseldorf geschickt habe. Ein offener Brief verschiedener sammarinesischer Musiker forderte von TVSM künftig auf die eigenen (wenn auch von der Anzahl wohl überschaubaren) Künstler zu setzen. Dem ist die TV-Station, die zur Hälfte der italienischen RAI gehört, nun nachgekommen, auch wenn mit Ralph Siegel kein lokaler Komponist für den Beitrag verantwortlich zeichnen soll.

Sollte sich der Bericht aus giornale.sm bewahrheiten, hätte es Ralph Siegel nach etlichen Pleiten in der diesjährigen Vorentscheidungssaison – unter anderem mit Lys Assia in der Schweiz sowie in den Finals der Ukraine und Moldawiens – im letzten Moment doch noch geschafft, auf den ESC-Zug nach Baku aufzuspringen.

Lassen wir uns überrsaschen, wie das Lied klingen wird. San Marino blieb bei den vorangegangenen beiden Teilnahmen (2008, 2011) mit eigenwilligen (manche meinen verschnarchten) Balladen jeweils deutlich im Semifinale hängen. Wir vermuten mal, dass eine Siegel-Nummer deutlich flotter werden wird.

Über Valentinas Sangesqualitäten – sie hat bislang ein Album („Il mio gioco preferito“) veröffentlicht – gibt ein kleines Homevideo einer Familienfeier in San Marino Auskunft:

Schon wesentlich professioneller klingt diese Produktion des Klassikers „Let it be“: