San Marinos Schicksal ist be-Siegelt: Valentina Monetta singt „Facebook uh oh oh“!

Bisher war es nur ein Gerücht, jetzt kam die Bestätigung: Der sanmarinesische Eurovisionssong ist tatsächlich vom Godfather of Eurovision geschrieben worden. Somit ist Ralph Siegel erstmals seit 2009 wieder beim ESC dabei. Und auch diesmal präsentiert er einen Themensong: „Facebook, uh oh oh“! (Foto: Facebook)

Valentina Monetta stand als Sängerin des Liedes schon ein paar Tage fest. Den Fans war bei einer Vielzahl von You-Tube-Besuchen vor allem ihre kräftige, leicht jazzig angehauchte Stimme (weitgehend) positiv aufgefallen. Nicht wenige äußerten in den Fanforen jedoch auch Zweifel, ob eben diese Stimme zu einem Ralph-Siegel-Song passen würde.

Heute Abend wurde dann das Geheimnis im Rahmen einer kleinen TV-Show, bei der es allerlei wackelige Skype-Interviews gab, gelüftet. Ralph Siegel hat den Song tatsächlich komponiert, getextet haben ihn der Spanier José Juan Santana Rodriguez (der Name erscheint mir zu schön um wahr zu sein…)und der in München lebende US-Amerikaner Timothy Touchton. Letzterer hat 1976 als Mitglied der Love Generation mit „Thomas Alva Edison“(auch ein Themenlied, aber nicht von Ralph Siegel) selbst schon einmal an einer deutschen ESC-Vorentscheidung teilgenommen. Bis auf Timothy sind alle bei Facebook. Diesen Herrn verdanken wir, dass in einem ESC-Titel endlich mal „mouse“ auf „house“ gereimt wird und das Wort Cybersex vorkommt. Gewagt!

So eilt der deutsche Tonmeister zum nächsten Rekord: er präsentiert in diesem Jahr seine 20. ESC-Komposition. Inzwischen hat er Beiträge für 5 Länder geschrieben.

Man muss sich allerdings fragen, wie Ralph Siegel in diesem Fall an seinen Job gekommen ist. Näheres dazu lieferte auch das Interview nicht. Aber die Antwort liegt natürlich nahe – sicher über Facebook (uh oh oh)! Übrigens überraschte Ralphie heute mit einem sehr flüssigen Italienisch.

Für San Marino ist es die dritte Eurovisionsteilnahme und bisher blieb man jeweils in den unteren Rängen des Seminfinales hängen.

Auch Ralph Siegel war mit seinen letzten internationalen Beiträgen bei weitem nicht mehr so erfolgreich wie in früheren Jahren. Seine letzte Top-Platzierung stammt bereits aus dem vergangenen Jahrtausend, der 3. Rang für Sürpriz und Deutschland im Jahre 1999.

Der Song selbst ist ein Poptitel, der von Valentina gut gesungen und fröhlich präsentiert wird. Also mal ein neuer Ansatz für den Zwergstaat. Den typischen Ralph-Siegel-Sound hört man an der ein oder anderen Stelle schon heraus, insbesondere in den Zwischenstrophen. Es gab allerdings auch schon unzeitgemäßere Lieder von Herrn Siegel, das Arrangement bringt da einen kleinen Schuss Modernität. Dennoch fehlt mir ein deutliche Portion musikalische Originalität zum guten Song.

Der eigentliche Knüller ist aber natürlich das Thema, durch das das Ganze jetzt schon Kultstatus hat. Unglaublich! Wir haben jedenfalls beim ersten Hören herzlich gelacht – auch ein Instant Appeal! Man kann sich sicherlich mal wieder auf eine sehr spezielle Bühnenpräsentation freuen.

Valentina und ihre Spielsachen. (Foto: Natürlich Facebook)

Wünschen wir also dem Trüppchen aus und für San Marino viel Glück mit „Facebook uh oh oh“. In der Show hatten sich alle sehr lieb und schmissen mit Emotionen und Passionen nur so um sich. Schön, dass sie sich mögen! Vielleicht gibt es ja das bisher beste Ergebnis für den kleinen Zwergstaat – und für Ralphie auch mal wieder einen Achtungserfolg. Und wenn es nicht hinhaut, vielleicht ja zumindest einen Haufen neuer Freundschaftsanfragen!

So, auf geht’s, uh oh oh!

San Marino 2012: Valentina Monetta – Facebook uh oh oh!

Übrigens ist der Song bereits als Download-Single erhältlich. Darauf befindet sich auch Valentinas Version von „I’ll follow the sunshine“, das der Meister ursprünglich mal bei Lena unterbringen wollte, sowie eine Euro-Club-Version von „Facebook uh oh oh“. Letzteres wird sicher unsere Baku-Fahrer freuen.