Saudade pur: Wer gewinnt das Finale des Festival RTP da Canção 2018?

Ein Jahr nach „Amar pelos dois“ geht es in Portugal in die entscheidende Phase, um den geeigneten Nachfolger für Salvador Sobral zu finden. Keine leichte Aufgabe. Mit einer großen Menge an Sehnsucht und Herzschmerz bewerben sich 14 Kandidaten um das Amt des Gastgebers, darunter auch Diogo Piçarra, dessen verlorene Liebe deutlich das zweite Halbfinale gewann und nun Plagiatsvorwürfen ausgesetzt ist.

UPD: Nun zusätzlich im Voting: Susana Travassos und ihr Lied „Mensageira“, die als Ersatz für Diogo Piçarra im Finale auftritt.

In zwei Halbfinals starteten insgesamt 26 Lieder. Sie sollten die Vielseitigkeit der portugiesischen Musikszene widerspiegeln, aber die Mehrzahl bedienten eher die schwere Kost der Ballade, des getragenen Liedgutes, das auch die Einflüsse des Fados nicht verbergen kann. Jeder hofft auf das Salvador Sobral Phänomen, aber doch wirkt einiges sehr gewollt.

Unter den 14 Liedern ist kein Song, der im Euroclub vom DJ gespielt würde. Ein wenig erinnert das Ganze an Finnland 2006/2007, als man nach Lordi mit einer weiteren Rock-Nr. im hinteren Drittel landete.

Wir dürfen gespannt sein, für was sich die sieben regionalen Juries und das Televoting entscheidet. Bei Gleichstand zählt übrigens im Gegensatz zu den Halbfinals die Punktewertung der Zuschauer. Die Telefonleitungen sind übrigens schon freigeschaltet.

Das Finale bleibt hoffentlich von Pannen verschont. Nachdem im ersten Halbfinale die Punktevergabe des Televotings einen Fehler aufwies und Beatriz Pessoa nachträglich den gewonnenen Finalplatz wieder abgeben musste, was einer positiven Dopingprobe gleichkommt, spielte die Technik im zweiten Halbfinale dem ersten Beitrag einen Streich und so durfte Maria Inês Paris nochmals zum Schluss singen.

Gewürdigt wurde auch im zweiten Halbfinale der singende Arzt Carlos Paião, der 2017 60 Jahre alt geworden wäre und vor fast 30 Jahren durch einen Autounfall ums Leben kam . Zudem erinnerte ein Film an das Schaffen des mittlerweile 85-jährigen Komponisten José Luís Tinoco, der unter anderem 1975 den Beitrag „Madrugada“ von Duarte Mendes schrieb.

Am Sonntag kommt nun das Finale aus der Halle „Multiusos“ von Guimarães, einer Stadt im Norden des Landes, das sich auch um das internationale Finale beworben hatte. Moderieren werden Filomena Cautela und Pedro Fernandes. Beide übernehmen diese Aufgabe zum ersten Mal. Filomena saß 2017 im Greenroom und gehört zum Moderatorinnengespann des Eurovision Song Contest, Pedro präsentiert das portugiesische Supertalent.

Unter der Aufsicht des Produzenten des Festival RTP da Canção Gonçalo Maldai ergab sich folgende Startreihenfolge:

1: Rui David Sem medo


2. Diogo Piçarra Canção do fim


3: Peter Serrado Sunset


4: Joana Espadinha – Zero a Zero


5: Lili – Voo das cegonhas


6: Catarina Miranda – Para sorrir eu não preciso de nada


7: Joana Barra Vaz – Anda estragar-me os planos


8: David Pessoa – Amor veloz


9: Minnie & Rhayra – Patati patata


10: Janeiro – (Sem título)


11: Maria Inês Paris – Bandeira azul


12: Anabela – Para te dar abrigo


13: Cláudia Pascoal – O jardim


14: Peu Madureira – Só por ela


Ersatz für 2: Susana Travassos – Mensageira


 

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