Sein Lachen ist verstummt: Der Schlagervagabund Fred Bertelmann ist tot

Fred Bertelmann

Mit der Single „Der lachende Vagabund“ schuf Fred Bertelmann 1957 nicht nur einen Verkaufserfolg, sondern auch ein Lied, das ihn ein Leben lang begleitete und zu seinem Markenzeichen wurde. Nun starb der der vielseitige Sänger und Schauspieler an seinem Wohnort in Berg am Starnberger See im Alter von 88 Jahren.

Geboren am 7. Oktober 1925 in Duisburg kam Fred Bertelmann schon sehr früh mit der Musik in Berührung. Er sang im Kirchenchor. Nach dem Abitur richtete er zunächst den Blick auf ein Studium zum Kinderarzt, jedoch obsiegte die musische Leidenschaft und er studierte Cello, Violine und Trompete und ließ seinen Gesang durch einen Heldenbariton verfeinern. Zudem widmete er sich einer Ausbildung zum Schauspieler und Sänger am Nürnberger Konservatorium und an der UFA-Schauspielschule.

Als Wehrmachtssoldat geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, wo er in Alabama mit Swing in Berührung kam. Sein weiterer Weg führte ihn durch verschiedene Orchester und Bands. Unter anderem gründete er mit Ernst Mosch eine eigene Swingformation.

Fred Bertelmann verzeichnete seine ersten Erfolge als Musiker, jedoch zu Beginn der fünfziger Jahre trat der Sänger mehr in den Vordergrund. Seine erste Single „Wenn es Nacht wird in Montana“ wurde gleich ein Erfolg. Weitere Lieder folgten und 1957 nahm er dann die Coverversion von „Gambler’s Guitar“ auf, die ihm zum lachenden Vagabunden machte. Über 3,5 Million mal verkaufte sich die Single.

Der Erfolg wurde ausgebaut. Neben seinen Auftritten als Schlagerstar agierte er als Musicalstar und trat in 16 Filmen auf. Bis in die sechziger Jahre gehörte er zu den führenden Künstlern, deren Weg auch auf Bühnen außerhalb Deutschlands führte.

Fred Bertelmann – Aber du heißt Pia

1972 gründete er mit Sangeskollegin Gitta Lind, die zu jener Zeit eine Schnellreinigung betrieb, die erste Show-Schule in Deutschland, um sein Wissen an junge Talente weitergeben zu können.

Musikalisch wurde es ruhiger um den Vagabunden, jedoch blieb er bis ins neue Jahrtausend der Bühne treu.

Vor fast genau 56 Jahren trat Fred Bertelmann zum ersten Mal bei einer deutschen Vorentscheidung an. Mehr über diese Vorentscheidung ist hier zu erfahren. Von seinem Lied ist leider nichts mehr bekannt und auch den Platz, den Fred Bertelmann am 20. Januar 1958 in der kleinen Westfalenhalle in Dortmund erreichte, kennen wir nicht.

Am 25. Februar 1961 unternahm er einen zweiten Versuch mit dem Lied „Ticke-ticke-tack“ geschrieben von Fritz Schulz-Reichel und Hans Bradtke. Bei der Schlagerparade im Kurtheater von Bad Homburg vor der Höhe unter der Moderation von Heinz Schenk wurde er mit 15 Punkten Zweiter. Lale Andersen fuhr nach Cannes und wurde dort Dreizehnte.

1964 sollte es dann „Das macht dein Lächeln, Mona Lisa“ von Rudolf Maluck sein, um Fred Bertelmann nach Kopenhagen zu bringen. Aber am 11. Januar im Hessischen Rundfunk in Frankfurt beim „Ein Lied für Kopenhagen“ wartete mit 19 Punkten nur Platz Drei auf ihn und Nora Nova fuhr nach Dänemark, wo es am Ende zu 0 Punkten reichte.

Von seinen drei Versuchen sind leider bei Youtube keine Aufnahmen zu finden.

1966 heiratete Fred Bertelmann die Fernsehansagerin und Schauspielerin Ruth Kappelsberger, unter anderem bekannt aus dem „Königlich Bayerisches Amtsgericht“. Ihr blieb er bis zu seinem Tode treu verbunden.

Das Lachen beim Vortrag seines größten Erfolgs wird seinen Fans und den Schlagerliebhabern immer in Erinnerung bleiben.