Söngvakeppnin 2015, Halbfinale 1: Island überrascht

Söngvakeppnin 2015

Island hat heute Abend die Suche nach seinem Lied für Wien aufgenommen. Wer endgültig in die Fußstapfen der Pollapönk treten darf, entscheidet sich zwar erst am 14. Februar, aber schon heute wählten die Isländer aus 6 Songs drei Finalisten aus. Dabei gab es faustdicke Überraschungen. Eine Teilnehmerin von „The Voice of Germany“ (!) mit ihrer Truppe kam ins Finale. Wer noch?

Gegen 22:15 Uhr verkündeten die drei Moderatorinnen – am bekanntesten Ragnhildur Steinnun Jónsdóttir, die den isländischen Vorentscheid schon seit einigen Jahren moderiert und regelmäßig auch die isländischen Punkte beim ESC vorliest – die drei Finalisten des Abends:

– Friðrik Dór: Í síðasta skipti
– Björn og félagar: Piltur og stúlka
– Elín Sif Halldórsdóttir: Í kvöld

Ich war vor allem überrascht, dass der Lolita-hafte Auftritt von Elín Sif mit eher etwas piepsigen Stimme die TV-Zuschauer überzeugt hatte. Aber nun gut… Auch das altbackene „Piltur og stúlka“ hätte nicht weiterkommen müssen. Bei Björn og félagar ist übrigens Hafrún Kolbeinsdóttir dabei, die voriges Jahr bei „The Voice of Germany“ immerhin bis in die Knockout-Runde kam.

Hier ist die ganze Show nochmal anzuschauen: Sarpurinn

Schade vor allem um die ESC-Veteranin Erna Hrönn Ólafsdóttir, deren „Myrkrið hljótt“ mir von Beginn an gut gefallen hatte. Doch auch sie und die beiden anderen Interpreten (Stefanía Svavarsdóttir und die Band Hinemoa) können noch hoffen. Denn eine Jury vergibt nach beiden Halbfinals noch eine Wildcard fürs Finale.

Hier nochmal alle Beiträge aus Runde 1:

1. Erna Hrönn Ólafsdóttir: Myrkrið hljótt

Die Dame mit langer ESC-Erfahrung: Erna sang 2009 bei Yohanna ebenso im Background-Chor wie 2010 bei Hera Björk. Auch solo hat sie mehrfach am Vorentscheid Söngvakeppnin mitgemacht, zuletzt 2013 mit „Augnablik“. „Myrkrið hljótt“ heißt so viel wie stille Dunkelheit. Der Text stammt von Erna selbst, Arnar Ástráðsson komponierte die Melodie schon vor ein paar Jahren.

Erna Hrönn Ólafsdóttir: Myrkrið hljótt

2. Hinemoa: Þú leitar líka að mér

Hinemoa ist eine recht junge isländische Band, erst Mitte 2014 gegründet. Ihren Namen haben sie aus der Sprache der Maori entnommen. „Þú leitar líka að mér“ (Du suchst auch nach mir) stammt von den Autoren, die voriges Jahr „Eftir eitt lag“ im Söngvakeppnin-Rennen hatten. Dass der Song beeinflusst ist vom Sound Brasiliens, wo Komponistin Árna mal lebte, hört man.

Hinemoa: Þú leitar líka að mér

3. Elín Sif Halldórsdóttir: Í kvöld

Die 16-jährige Elín Sif singt „Í kvöld“ (Heute abend), einen Song, den sie selbst geschrieben hat – nach eigener Aussage aber nicht speziell für den Vorentscheid bzw. den ESC. Ursprünglich hatte das Lied auch einen englischen Text, die isländische Fassung entstand eigens für Söngvakeppnin. Bühnenerfahrung hat sie bisher vor allem durch Ballettanz.

Elín Sif Halldórsdóttir: Í kvöld

4. Friðrik Dór: Í síðasta skipti

Friðrik Dór Jónsson ist 26 Jahre alt und hat in Island bisher zwei Alben veröffentlicht (2010 und 2012). Er singt ein Lied von drei Jungs im selben Alter wie Friðrik; sie haben „I síðasta skipti“ (Zum letzten Mal) speziell für den Wettbewerb geschrieben und auch explizit für Friðrik: Das Lied sollte zeigen, „was für eine tolle Stimme er hat“, sagen sie.

Friðrik Dór: Í síðasta skipti

5. Stefanía Svavarsdóttir: Augnablik

Stefanía kehrt zum Söngvakeppnin zurück: Vor zwei Jahren sang sie mit Jógvan Hansen ein Duett („Til þín“) und kam damit immerhin ins Finale. „Augnablik“ (Augenblick) stammt wie „Til þín“ von Sveinn Rúnar Sigurðsson, dessen Musik sicher viele kennen – er ist auch der Komponist der isländischen ESC-Songs „Heaven“ (Jónsi, 2004) und „Valentine lost“ (Eiríkur Hauksson, 2007) sowie einer Reihe weiterer Vorentscheidungssongs.

Stefanía Svavarsdóttir: Augnablik

6. Björn og félagar: Piltur og stúlka

„Jungs und Mädels“ heißt das Lied übersetzt, und Kopf von „Björn & Co.“ ist der 44-jährige Björn Jörundur Friðbjörnsson. Zu den félagar gehört auch Pétur Örn Guðmundsson, der mehrmals bei isländischen Vorentscheiden dabei war und auch „Ég á líf“ mitgeschrieben hat (Island 2013). Einen besonderen deutschen Blick sollten wir auf Hafrún Kolbeinsdóttir werfen – die 21-Jährige war voriges Jahr bei „The Voice of Germany“ im Team von Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß, schied aber in den Knockouts aus.

Björn og félagar: Piltur og stúlka

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Am kommenden Samstag läuft das zweite Halbfinale mit sechs weiteren Songs (darunter einen Titel von Regína Ósk!) Dann wird unser Moderations-Damentrio Ragnhildur, Guðrún Dís Emilsdóttir und Salka Sól Eyfeld wieder ab 20:45 Uhr parat stehen.