ESC-Songcheck (17): „Lăutar“ von Pasha Parfeny

In einer unendlichen langen und mit vielen „Machwerken“ (Zitat Blogger OLiver) gespickten moldawischen Vorentscheidung setzte sich der 25-jährige Pavel „Pasha“ Parfeny gegen 20 Konkurrenten durch. Im dritten Solo-Anlauf darf er somit sein Heimatland beim Eurovision Song Contest vertreten. Das dürfte ihn auch deshalb freuen, weil seine ehemaligen Band-Kollegen vom Sunstroke Project diese Erfahrung bereits 2010 ohne ihn gemacht haben.

Bis Ende 2009 war Pasha Parfeny Mitglied bei der erst 2008 gegründeten Band Sunstroke Projekt. Dann trennten sich ihre Wege. In der kurzen Zeit hatten sie aber bereits einmal ihr Glück beim moldawischen Vorentscheid versucht – mit dem von Pasha komponierten und vorgetragenen Titel No crime wurden sie 2009 Dritte.

Noch im gleichen Jahr verließ Pasha die Formation und versuchte solo sein Glück. Dies hatte indes das Sunstroke Project im Folgejahr, als es das Land zwischen Dnistr und Pruth mit dem Titel Run away in Oslo vertreten durfte und dort im Finale den 22. Platz erreichte. Pasha landete beim Vorentscheid mit dem Lied You should like direkt hinter seinen ehemaligen Bandkollegen auf dem zweiten Platz.

Ein Jahr später versuchte er es mit dem Lied Dorule erneut – diesmal mit dem Ziel Düsseldorf. Wieder reichte es für einen Treppchenplatz, allerdings nur den dritten.

Beim dritten Solo-Anlauf und dem vierten Versuch insgesamt klappte es im März dann endlich: Mit dem Song Lăutar ließ Pasha die Konkurrenz hinter sich und darf sein Heimatland in Baku vertreten. Im Live-Blog beschrieben wir seinen Auftritt so: „hektisch, eine Art moderner Charleston, die Choreo ist Kindergeburstag und Ringelpiez mit Anfassen, überraschenderweise synchron…“

Moldawien 2012: Pasha Parfeny – Lăutar (Vorentscheidung)

Mittlerweile gibt es ein neues Video, das deutlich gefälliger (lies: mainstreamiger) daherkommt. Plötzlich achtet man auch mehr auf das Lied als auf den übertriebenen Auftritt – und siehe da: Es gibt eine interessante Hookline, die schnell ins Ohr geht.

Moldawien 2012: Pasha Parfeny – Lăutar (Preview Video)

Stimmlich erinnert Pasha zumindest live bisweilen sehr an Dima Bilan, was in den Augen und Ohren des Autors alles andere als ein Kompliment ist. Außerdem hat Pasha eine Vorliebe für – nunja – außergewöhnliche Bühnenoutfits und -choreographien. Seine Vorentscheideinsätze sprechen diesbezüglich Bände.

Seine Liebe zur Musik und seine diesbezügliche Begabung wurde dem 1986 geborenen quasi in die Wiege gelegt: Die Mutter war Klavierlehrerin an der Musikschule in Pashas Heimatstadt Orhei, sein Vater Sänger und Gitarrist. Mit sieben Jahren begann Pasha seine musikalische Laufbahn mit Klavierunterricht an der Musikschule. Ab 2002 besuchte das Musik-Gymnasium in Tiraspol, wo er vor allem am Gesang arbeitete, und ab 2006 die Staatliche Akademie für Musik, Theater und Künste. Dort versuchte er sich auch als Komponist.

Dem entsprechend ist es kein Wunder, dass auch Lăutar (zu deutsch: Musikant) aus seiner Feder stammt, wobei ihn bei der Komposition Alex Brashovean unterstützte. Das Ergebnis ist eine eingängige, wiewohl hektische Mischung aus Charleston, Volksmusikanklängen, hoher Redundanz und viel Rhtythmik.

Inhaltlich geht es um einen Trompeter, der bei einer Hochzeit spielt und dort eine Frau entdeckt, die besser aussieht als die Braut. Diese hat jedoch noch nie seine Trompete gesehen.

Interessenten können Pasha auf Facebook folgen: http://ru-ru.facebook.com/parfenipavel

PRINZ-Blog-Urteil:

Songqualität: 6/10
Interpretation: 5/10 (gilt für das Video; im Vorentscheid 1/10)
Chancen auf Finaleinzug: 63% (damit auf Platz 9 von 18 im ersten Semifinale nach Ansicht der Blogger)