Songcheck Schweiz (5): „Only Human“ von Tiziana

Tiziana-6-Fotos-by-Ellin-Anderegg

Mit süßen 17 Jahren ist sie das Küken im Schweizer Wettbewerb um das Ticket nach Wien. Die stimmgewaltige „Voice of Switzerland 2014“ hat sich auch schon ein eindeutiges Ziel gesetzt: sie möchte die Stimme Europas werden. Hat „Tizi“ mit „Only Human“ auch das Potenzial dazu?

Wer singt?

Tiziana Gulino (Fotos von Ellin Anderegg), das 17-jährige Züricher Goldkehlchen, fing schon im zarten Alter von 3 Jahren mit dem Singen an. Mit 6 Jahren kam dann Klavierunterricht hinzu und erste Teilnahmen an Musikwettbewerben folgten. Sie wurde mit soviel Gesangstalent beschenkt, dass sie niemals professionellen Gesangsunterricht benötigte.

Tizis steiler Aufstieg begann dann im Februar 2014 mit den Blind Auditions bei der SRF-Show The Voice of Switzerland, wo sie mit dem No. 1 Hit von Passenger „Let her go“ auf Anhieb die Jury begeisterte. Im April 2014 gewann sie dann auch souverän die zweite Staffel mit über 42 Prozent Televoting-Stimmen vor Shem Thomas mit 24 Prozent.

Tiziana Fotos by Ellin Anderegg

Tizianas Sieger-Song „Warrior“ stiegt jedoch „nur“ auf Platz 8 der Schweizer Charts ein, während es ihr unterlegener Konkurrent Shem bis auf Platz 1 schaffte. Die darauffolgenden Monate konzentrierte sich Tiziana ganz auf die Produktion ihres ersten Studio-Albums mit ihrem The Voice-Coach Mark Sway. Im Oktober war das Werk „Find Your Way“ dann fertig. Es enthält englische und italienische Eigenkompositionen sowie Cover-Versions und natürlich auch ihren ESC-Beitrag „Only Human“.

Neben der Musik hat Tizi eine Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit begonnen, jedoch pausiert sie gerade. Sie möchte die Ausbildung jedoch im Frühjahr 2016 mit Berufsmatura abschließen. In ihrer Freizeit spielt sie leidenschaftlich Frauenfußball. Über sich selbst sagt sie: „Ich bin ein offener und lebensfreudiger Mensch. Ich mag es ruhig, kann aber auch sehr temperamentvoll und hartnäckig sein. Gerade dann, wenn ich etwas will.“

Tiziana – Only Human (Expertencheck)


Der Song/Die Präsentation

„Only Human“ ist ein durchaus gefälliger und mainstreamiger Radio-Midtempo-Song. Es gibt zwischendurch ein paar nette Tempi-Wechsel, aber so richtig zünden will der Song nicht. Er plätschert zunächst so angenehm vor sich hin und zum Ende hin wirkt das ständige „we’re only human“ doch etwas repetitiv.

Gewählt wurde Tiziana für die große Entscheidungsshow (Live-Blog zum Expertencheck) vermutlich nicht wegen der Qualität des Songs, sondern wegen ihrer hervorragenden stimmlichen Fähigkeiten.

Und süß anzuschauen ist sie ja mit ihren jugendlichen Pausbäckchen, den Engelslocken und dem sympathischen Zahnspangenlächeln. Sie wirkt selbstbewußt und souverän und meistert den Song stimmlich hervorragend. Wie Max Mutzke schließt sie gerne beim Singen die Augen.

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Das PRINZ-Blog-Rating: 

Optik: 3/5
Stimme: 5/5
Komposition: 2½/5
Instant Appeal: 3/5

Internet-Präsenz: 

Tiziana ist in den Social Media sehr gut positioniert. Sie ist bei Twitter und Instagram aktiv, hat ein Facebook-Profil, einen YouTube Kanal und besitzt natürlich auch eine Website.

Chancen auf einen Sieg in Kreuzlingen?

Aufgrund ihres „The Voice“-Sieges gehört sie sicher zum Favoritenkreis in Kreuzlingen. Stimmlich ist sie auch absolut top, aber mit diesem eher durchschnittlichen Song muss sie schon einen ganz großen emotionalen und perfekten Moment erwischen, wenn sie gewinnen will. Ausgeschlossen ist das nicht, da ihr Castingshow-Sieg ja gezeigt hat, dass sie die Televoter in ihren Bann ziehen kann.

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Chance in Wien auf Finale und TopTen?

Ich persönlich sehe das eher etwas kritisch , denn es fehlt das stimmige Gesamt-Package. Kleiner Seitenhieb: man merkt leider, dass beim „The Voice“-Konzept einfach zu sehr die Stimme im Vordergrund steht. Der Song hinkt da oft hinterher (wird eher selten ein Hit) und begeisternden Star Appeal findet man in Blind Auditions natürlich auch nicht unbedingt. Die Deutschen sitzen hier mit Andreas Kümmert quasi im selben Boot.

 

Bisherige Folgen in der Reihe Songcheck Schweiz:

(1) “Take Me Back to 23″ von Deborah Bough
(2) “Hey now” von Andy McSean
(3) „Time to shine“ von Melanie René
(4) „Fly“ von Licia Chery
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