Songcheck Schweiz (6): „Singing about love“ von Timebelle

Timebelle

Eine wahrhaftig funky crew! Timebelle sind fünf Jungs aus Bern und ein Mädel aus Rumänien. Bei Timebelle gibt es fünf verschiedene Muttersprachen, die Bandmitglieder haben sich in Bern kennengelernt, haben aber Wurzeln in der Ost- und Westschweiz, in Serbien, Rumänien und Ungarn. Und wollen für die Schweiz in Wien über Liebe singen. Das ist nicht originell, aber catchy! Bekommen Sie den Schweizer Startplatz für den ESC 2015?

Wer singt?

Timebelle waren ursprünglich eine Boyband,  fünf klassisch ausgebildete Musiker, die sich an der Berner Hochschule der Künste kenngelernt haben. Der Bandname, der auch gut zu einer grellbunten Discounter-Plastikuhren-Collection passen würde, ist entsprechend vom mäßig interessanten Wahrzeichen der Stadt Bern, der Zytglogge (Bild), inspiriert.

Zytglogge Bern Timebelle Inspiration
Der ESC-erfahrene rumänische Produzent Mihai Alexandru brachte die fünf Buben mit der Rumänin Miruna Manescu (25) zusammen und in ESC-Maximalgröße gehen die Sechs jetzt mit „Singing about love“ in die große Entscheidungsshow der Schweiz.

Timebelle
Miruna wohnt in Bukarest und ist ausgesprochen geschmackssicher. Auf ihren Lieblingssong angesprochen nennt sie BOHEMIAN RHAPSODY. Very good, girl!

Die heute alle in Bern lebenden Bandjungs heißen Christoph Siegrist (oben ganz links, Gitarre, geboren in Manchester, aufgewachsen in der französischen Schweiz), Rade Mijatovic (oben ganz rechts, Akkordeon, aus Serbien), Emanuel Daniel Andriescu (unten rechts, Klarinette und Saxophon, ursprünglich aus Rumänien), Samuel Forster (oben 2. von links, Schlagzeug, geboren in Stuttgart) und Sandor Törok (oben 2. von rechts, Bass, aufgewachsen in Rumänien und zwar als Teil der ungarischen Minderheit).

Eye-Candy-technisch sei (mit Prio1) speziell auf Drummer Samuel (32, Lieblingsfilm: GOT) und (mit Prio2) Saxophonist Emanuel (26, Lieblingsfilm: Gladiator) hingewiesen! Und Christoph präsentiert eindrucksvolle tätowierte Oberarme. (Wobei: Nicht, dass das Aussehen irgendeine Rolle spielen würde.)

Der Song

„Singing about love“ wird im Vorfeld der Entscheidungsshow als einer der Top-Favoriten gehandelt. Die Timebelle-Formel ist sehr stimmig. Fünf ansehnliche Jungs und eine sexy Sängerin, dank unterschiedlicher Herkunft mit Identifikationsofferten für ein halbes Dutzend europäische Votingländer, offerieren einen modernen Popsong mit Drive, der sich beim ersten Hören in den Gehörgängen festsetzt. Stimmlich sauber von Miruna interpretiert, ohne dass die Vocals allerdings nachhaltig hängenbleiben.

Timebelle live beim Expertencheck

Der Song ist catchy, der Songtext ist zwar nicht originell, aber sympathisch. In der Schweiz nennen sie den Titel „süffig“, das trifft es ganz gut, der Track ist in der Tat leicht verdaulich und partytauglich stimulierend. Und das Saxophonsolo ist großartig.

Timebelle im Videoclip

Das offizielle Video ist clever produziert, wirkt aber trotz der optisch lässigen Protagonisten zuweilen glatt und sehr klischeebefrachtet. Das könnte auch ein US-AOR-Act in den späten 80ern für MTV vorgelegt haben. Das Bühnen- und Performancepotenzial der Band kommt aber recht gut in der Entscheidungsshow rüber, das synchrone Auf- und Ab-Springen der Jungs etwa (bei ca. 2:12 ff.) ist animierend und mitreißend.

Das PRINZ-Blog-Rating: Schon im Liveblog zum Expertencheck haben uns Timebelle gut gefallen. Daran hat sich nichts geändert.

Optik: 5/5
Stimme: 3/5
Komposition: 4/5
Instant Appeal: 5/5

Internet-Präsenz: 

Timebelle hat – alles für die Entscheidungsshow aufgelegt – eine Homepage, einen Twitter-Account, einen youtube-Kanal (mit genau dem einen Song) und ist bei Instagram und bei Facebook vertreten.

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Chancen auf einen Sieg in Kreuzlingen?

Wenn Deborah Bough keinen Aussetzer hat, rockt sie die Entscheidungsshow. Stärkster Verfolger sind tatsächlich Timebelle und wenn die Band eine orginelle und sympathisch animierende Show bietet, dann können sie Deborah gefährlich werden. Ein Restrisiko besteht in der Popularität von Tizi, aber ihr Song ist zu schwach für den europäischen Wettbewerb.

Chance in Wien auf Finale und TopTen?

Die Schweiz kommt in 2015 erneut ins Finale, da mag ich mich trotz des frühen Zeitpunkts festlegen. Egal, ob Timebelle oder Deborah gewinnen, der Schweizer Titel rückt nach seiner Wahl an die Spitze des Portfolios, das wir bislang kennen (Frankreich inklusive). Sebalter war 2014 ein Sleeper und schnitt mit Platzierung 13 am Ende überraschend stark ab. Dieses Niveau kann „Singing about love“ halten, mit einer starken Performance (auch da können Timebelle von Sebalter lernen) könnte es auch etwas besser laufen. Es ist zu lesen, dass die Band (die im nationalen Finale auch ein Cover von Rihannas RUDE BOY spielen wird) derzeit mindestens viermal die Woche einige Stunden probt. Wenn der finale Output dieses intensive Engagement reflektiert, dann sind die Top Ten drin.

Damit endet unsere Serie zu den ESC-Kandidaten der Schweiz. Wir bloggen „die grosse Entscheidungsshow“ am 31. Januar live auf diesem Blog.

Bisherige Folgen in der Reihe Songcheck Schweiz:

(1) “Take Me Back to 23″ von Deborah Bough
(2) “Hey now” von Andy McSean
(3) „Time to shine“ von Melanie René
(4) „Fly“ von Licia Chery
(5) „Only human“ von Tiziana

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